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| Bilder: Ellja |
Nach jedem Koch-, Back- und Gästebewirtungsmarathon stapelt sich das Geschirr oft bis zur Decke. Da ist die kluge Hausfrau froh, wenn sie die technologischen Errungenschaften - insbesondere die Geschirrspülmaschine - bemühen darf. Rein mit dem ganzen Krempel, Klappe zu und flugs... ist das Geschirr im Handumdrehen wieder sauber.
Ich bin keine kluge Hausfrau.
Ich habe keine Geschirrspülmaschine. Und wer jetzt schon insgeheim dazu ansetzt, mich zu bedauern. Halt, nein! Nicht nötig. Denn ich habe es mir bewusst so ausgesucht. Ich möchte keine haben.
Nein, natürlich bin ich keine Technologieverweigerin, ganz im Gegenteil. So mancher technischer Schnickschnack bringt mich in Verzückung und ich bin immer auf der Suche nach ausgeklügelten Helferleins. Aber ich mag keine Geschirrspülmaschine. "Was hat die Frau da für einen Vogel?", mag man sich gleich fragen. Vielleicht hat sie keinen Platz in ihrer Küche? Nein, ich habe ausreichend Platz, ich hätte bei meinem Einzug mit Leichtigkeit eine einplanen können. Hab ich aber nicht. Also warum dann?
Ich hatte in meiner letzten Wohnung sogar eine. Und ich hab sie nur ganz selten benutzt. Ich sehe den Vorteil für mich einfach überhaupt nicht. Und ich sag euch auch warum.
Für einen 2-Personen-Haushalt müsste ich tagelang das Geschirr im Spüler sammeln, um eine volle Maschine zu bekommen. Ich brauch mein Geschirr aber. Also wasche ich es gleich ab. Effizienz, Effizienz!
Sehr viele Sachen kann man sowieso nicht in den Spüler geben (Holzteile, Weingläser, ...) -also muss man hier ohnehin die Handspültechnik anwenden. Außerdem muss man den ärgsten Dreck ja sowieso erstmal abspülen.
Ein Waschmittel weniger im Haus. Das beruhigt mich zusätzlich. Von dem ganzen Tabs-Irrsinn mag ich gar nicht anfangen...
Und natürlich habe ich dadurch mehr Platz für kluge Helferleins in meiner Küche ;-.
Dann der Zeitfaktor: Ich glaube einfach nicht, dass man tatsächlich soviel mehr Zeit einspart. Denn wenn ich mir vor Augen halte: Geschirr vorspülen - einräumen - wieder ausräumen - evtl. Flecken nochmal beseitigen - nachtrocknen ... pfffff. Geschenkt!
Und schließlich für mich das wichtigste: Ich habe es gerne selbst in der Hand. Wer jetzt ungläubig mit den Augen rollt, dem setz ich noch eins drauf: Ich mag es, mein Geschirr mit den Händen abzuwaschen. Ich mag es, den Dreck mit dem Schwammerl wegzuwaschen und die Schüsseln zu spülen, die dann wunderschön glänzen. Ein prüfender Blick und ich bin zufrieden, wenn ich Teil für Teil staple. Ich mag es, jedes Glas, jeden Teller, jeden Topf selbst in die Hand zu nehmen und zu wissen, dass das sicher niemals komische weiße Flecken (Korrosion!) gibt. Vielleicht könnt ihr es euch so vorstellen, wie bei den Vorbereitungen fürs Kochen. Da kann man das Gemüseschnippeln hassen oder man kann es lieben. Und ich liebe beides und ich spar mir einfach andere Meditationstechniken damit ;-)
Das einzige Argument, das jetzt dafür spräche ist wohl der Wasserverbrauch. Ja, ich gebe zu, ich pritschel viel zu gerne und zu sehr, als dass ich im Sparprogramm arbeiten könnte. Da hab ich manchmal ein schlechtes Gewissen. Aber nur manchmal. Und das reicht nicht aus, um mich umzustimmen.
Aber warum ich euch die ganze Geschichte erzähle?
Weil mich ganz ganz brennend interessiert:
Bin ich wirklich schon die Letzte?