2009/06/03

Gesehen: So finster die Nacht




Schweden 2008
Laufzeit: 114 Minuten
Altersfreigabe: ab 16 Jahren

Was wäre der Horrorfilm ohne Blutsauger? Vampire sind in Literatur und Film immer wieder beliebte Vorlagen, um das absolut Böse zu verkörpern. Blutgierig schwingen sie sich durch die Nacht und überfallen mordlüstern alles, was sich bewegt. Nicht so in dieser schwedischen Produktion. Hier erlebt man eine neue Generation einer erstaunlich dichten Vampir-Erzählung. Nicht die Lust am Blutsaugen, sondern die pure Notwendigkeit, um zu überleben ist Eli´s Alltag - einem Vampir in der Gestalt eines jungen Mädchens.

Nachts, nur mit einem leichten Hemdchen bekleidet, sitzt sie in eisiger Windeskälte im Hof des Hauses, in dem auch der 12 jährige Oskar lebt. Auch er ein blasser, sensibler und von Mitschülern traktierter Außenseiter, denkt sich des nächtens blutige Rachephantasien aus, und wird von Eli dabei ertappt, wie er mit einem Messer auf einen Baum einsticht. So finden die beiden zueinander und ein morbides, sensibles Schauerspiel beginnt …

SO FINSTER DIE NACHT, auch unter dem Titel LET THE RIGHT ONE IN oder Låt den rätte komma in bekannt, ist mehr als nur ein Horrorfilm. Es ist fast ein Flüstern über Liebe, Tod und Heranwachsen. Düster ist sie, die Story, düster sind auch die Bilder. Die Umgebung wirkt kalt, abweisend und unwirtlich, die Wohnungen leblos, die Menschen kraftlos und müde. Gleichzeitig sind die Bilder aber von unglaublicher Intensität und Schönheit. Das Gut-und-Böse oder Happy-End-Genre bedient dieser Film nicht, ganz unblutig wird’s auch nicht. Selbst zum Schmunzeln kommt´s mal, oder haben Sie gewusst, dass Katzen Vampire rudelweise anfallen ;-)
Unbedingt empfehlenswert!


Kommentare:

Kochmaus hat gesagt…

Klingt nach: sehen müssen

Arthurs Tochter hat gesagt…

gerade habe ich durch Zufall diesen Post entdeckt, wollte dochmal sehen, was sich unter Deinem Menüpunkt "Horror" verbirgt.

Diesen Film habe ich vor ca. 4 Wochen auf DVD gesehen und er hat mich sehr bewegt. Weit entfernt von der Komik eines "Die Herren Dracula" und der kongenialen Verfilmung des Ann Rice Bestsellers "Interview mit einem Vampir" (auch wenn Mrs. Rice die Verfilmung aufgrund der Besetzung der Hauptrolle mit Tom Cruise nicht mochte)

Wunderschöne Bilder, kalt, karg, tot. Ruhe und Schrecken so nah beieinander. Peinigung und Rache.Und dann die Geschichte einer großen Freundschaft, auf ewig besiegelt.
Solche Filme sieht man selten.

Ellja hat gesagt…

@Arthurs Tochter ja, ich fand diesen Film auch sehr bewegend.