2009/08/27

Fremdgegessen: Zum kleinen Griechen


Bild: © Ellja
Das mit dem "klein" kann sich ausschließlich auf das Lokal selbst beziehen, denn der Besitzer ist weder Grieche noch klein, dagegen erwartet einen eine Winzigkeit von einem Restaurant mit etwa 14 Sitzplätzen am "Hofberg 8". Im Herzen der Linzer Altstadt findet man das höchst liebenswert ausgestattete Juwelchen mit Gewölbe aus dem 15. Jahrhundert. Zu dieser Zeit waren die heutigen Räumlichkeiten Pferdestallungen. Ganz in der Nähe befand sich das "Salzamt", was damals ein wichtiger Umschlagplatz des Salzhandels war.


Bild: © Ellja
Andreas Mair betreibt das Restaurant nun seit 27 Jahren, und das mit großem Erfolg. Neben dem hübschen Ambiente bietet er solide, schmackhafte Küche, eher mediterran als nur griechisch, aber auch US-Steak findet sich auf der Speisekarte, was einen im ersten Moment irritieren mag, aber nach dem ersten Bissen ist es sowieso egal.


Bild: © Ellja
Eine umfangreiche Weinkarte mit Weinen aus aller Welt gehört hier zur Selbstverständlichkeit. Alle Flaschenweine können auch Glasweise bestellt werden.
Die Preise liegen - naja - im oberen Segment, also Kreditkarte einpacken ;-). Ganz ehrlich: ich persönlich hab mich ein bisserl geschreckt, denn selbst in der Verdi-Diele (2 Hauben) kriegt man ein Dessert unter 9,--, meine ich.
Nun gut, aber hier unsere Speisenauswahl: (sorry, die Fotos sind etwas zu dunkel, war schummrig da ,-)

Vorspeisen:

Bild: © Ellja
Carpaccio vom Rind - wirklich ganz zart mit aromatisch, zurückhaltender Marinade.



Bild: © Ellja

Griechischer Vorspeisenteller - Tsatsiki, gebratene Zucchini, Melanzani, Zwiebeln, Oliven - ganz solide und schmackhaft. Verflixt! Ich hatte viel zu spät gesehen, dass es "Foie Gras" gegeben hätte, mein Fehler.

Hauptgang:

Bild: © Ellja
Lammrückensteak mit Polenta - Das Steak absolut genial auf den Punkt, gutes Sößchen, Polenta innen locker, außen knusprig, leider zuwenig.


Bild: © Ellja
Calamari gegrillt auf Sepianudeln - butterzart gegrillte Calamari, ordentlich gewürzt, bisschen Schärfe, nix zu Meckern.

Nachtisch:


Bild: © Ellja
Cumquatparfait mit Früchten - da hat mich leider nur der Preis umgehauen, nichts besonderes.

Wein: Grüner Veltliner "Zöbinger Pfaffenberg" 2008 und vorher Bier

Fazit: Wer nicht auf den Preis schaut und einen romantischen Abend (dafür eignet sich dieses Restaurant hervorragend) verbringen möchte, ist hier sicher ganz glücklich. Der Chef des Hauses ist freundlich, zuvorkommend, bemüht und wird alle Wünsche zu erfüllen versuchen. Ein heimeliges, nicht alltägliches Ambiente tut ihr übriges. Große innovative Küche darf man sich aber nicht erwarten. Die Preise - wie gesagt - empfinde ich als zu hoch.
Bitte unbedingt reservieren, das Restaurant ist buziklein - Homepage.

Kommentare:

Arthurs Tochter hat gesagt…

Ein schöner Bericht, Ellja, ich liebe die griechische Küche sehr (vor allem wegen der häufig auftretenden Auberginen ;)), leider kenne ich kein einziges wie von Dir beschriebenes Restaurant mit griechisch inspirierter Küche. Hier (etwa in ganz D?) finde ich immer nur diese Frittenbuden mit Kelim auf den Tischen und öltriefenden Speisen, die schlaflose Nächte kosten. Wer einen Tip für mich hat, der möge vortreten, bis nach Österreich möchte ich deswegen nicht fahren ;)

Isi hat gesagt…

Bei mir ist auch kein solch schönes Lokal in der Nähe, aber was besseres als "Frittenbuden mit Kelim und öltriefenden Speisen" gibt es dann zum Glück schon. Allerdings bei weitem nicht so liebevoll und raffiniert wie in Deinem Lokal... Schade, der Bericht macht richtig Lust auf einen Besuch, aber leider ist das viel zu weit weg :-(

hanna hat gesagt…

dein bericht mahct neugierig.
liegt für mich leider etwas weit ab vom schuss.

Ellja hat gesagt…

@Alle klar ist das kein Katzensprung. Aber Linz ist eine sehr schöne Stadt und da wir heuer auch Kulturhauptstadt Europas sind, wäre da ja die Gelegenheit Kultur mit Kulinarik zu verbinden? ;-)