2009/05/28

Kino: The last house on the left (Remake)



USA 2009
Laufzeit: 110 Minuten
keine Jugendfreigabe
Regie: Dennis Iliadis

Tatort gestern Abend im Kino: Wes Cravens Horrorschocker aus den 70igern (den kaum einer in voller Fassung sehen konnte, weil er angesichts der rohen Gewalt zerschnippselt und verboten wurde) wurde von Newcomer Dennis Iliadis neu verfilmt.

Die Story ist schnell erzählt: Nette amerikanische Durchschnittsfamilie (Vater, Mutter, Tochter) fährt in ihr Sommerhaus am See. Das Töchterlein gerät samt Freundin in die Fänge einer bösen Gang, deren noch böserer Anführer auch vor einer brutalen Vergewaltigung nicht zurückschreckt. Die Tochter kann geschändet und mit einer Kugel im Rücken in den See flüchten. Die grausame Meute wähnt das Mädchen schon im Jenseits und zieht weiter. Einzig der leicht psychotisierte Sohn des Vergewaltigers hat die gewaltbereiten Gene seines Daddys nicht geerbt und wechselt am Ende des Films die Seiten. Die bösen Buben (und Mädchen) flüchten sich durch den Wald ausgerechnet in das Haus der Eltern, um dort Unterschlupf zu suchen und Wunden zu lecken. Zuerst nehmen die beiden ahnungslosen die Bande gastfreundschaftlich in ihr Haus auf, bis sie ihre Tochter vor der Veranda halbtod auffinden. Als sie endlich spitz kriegen, wie das alles zusammenhängt, drehen die beiden braven Durchschnittsbürger durch und schnell den Spieß um und metzeln die verdammte Bande in Grund und Boden.

Von Anfang an ist klar, wer die Guten und wer die Bösen sind. Hier wird auch gar nicht lang gefackelt, die Kamera hält auf jede Gewaltszene mit Zoom drauf. Iliadis gelingt es nur in wenigen Szenen eine echte Spannung aufzubauen. Die Schlussszene ist wie ein zusätzlich angenähter Fremdkörper, hier wird einfach nochmal der Splatterfan abgefertigt und ergibt wenig Sinn.

Ein Film, den man getrost links liegen lassen kann. Ein guter, dicht inszenierter Horrorfilm sieht anders aus. Schade.

2009/05/27

Sommer auf der Zunge - Fenchel


Bild: © Ellja

Ich habs schon mal erwähnt... ich liebe Antipasti. Und ich liebe Fenchel.

Bevor ich zur Sache komme, muss ich jetzt aber wirklich mal ernsthaft eine Lanze für das wohl am meisten unterschätzte Gemüse brechen. Als Baby kommt man mit ihren Samen zum ersten Mal in Kontakt, und meistens auch zum letzten. Vielleicht später noch, bei stillenden Frauen und jenen mit Menstruationsbeschwerden, oder auch wenn man Fisch mag. Denn Fenchel wird oft und viel zu sehr als "Fischbeilage" angeboten. Klar schmeckt es in jedem guten Fischtopf. Aber Fenchel kann einfach soooo viel mehr, himmelherrgott :-)

Traut man sich dann irgendwann doch mal an die Knolle ran, dann fragt man sich "Was mach ich mit dem Grün?". Das Fenchelgrün ist ernährungstechnisch gesehen wertvoller, als die Knolle, darum bitte nicht wegwerfen, sondern besser schön klein schnippeln und über das Gericht geben bzw. mitverwenden. Damit sich die Knolle im Kühlschrank eine Weile gut macht, sollte man sie feucht halten (Küchentuch z.B.).

Am besten fang ich hier mal mit einer wundervoll sommerlichen Vorspeise an (mein Fenchel-Schweinsbraten kommt dann später mal oder der Melonen-Fenchel-Salat is ja auch schon drin):


Bild: © Ellja

Salami mit gebratenem Fenchel

Kaufmich:
2 mittelgroße Fenchelknollen mit Grün
Saft von 1 Zitrone
3 EL Olivenöl
1 EL Balsam-Essig (ich nehme ihn immer noch, auch wenn die Gourmetwelt raunt)
Salz und Pfeffer
100 g grobe italienische Salami in dünnen Scheiben
50 g frischer Parmesan, gehobelt

Den Fenchel waschen und putzen. Das Grün fein hacken. Die Knollen in dünne Scheiben schneiden. Den Strunk herausschneiden.

Die Fenchelscheiben mit dem Zitronensaft beträufeln. 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Scheiben bei mittlerer Hitze von beiden Seiten leicht braun braten.
Aus dem restlichen Öl, dem Essig, Salz und Pfeffer eine Marinade rühren.
4. Die Salamischeiben auf einem großen Teller anrichten und mit den gebratenen Fenchelscheiben belegen. Alles mit der Marinade beträufeln und mit Fenchelgrün und Parmesan bestreuen. Ich habe hier noch getrocknete Tomaten dazu geschnippelt. Abkühlen und durchziehen lassen oder gleich eine ordentliche Portion reinschaufeln ;-).

Auf dem Foto zu sehen, habe ich sie letzte Woche sogar zum Frühstück gemacht (weils sooo gut is). Auf dunklem Ciabatta aufgetürmt war es ein wirklicher Genuss. Dieses Rezept kannte ich schon von meiner Großmutter, war aber in meiner Erinnerung verschüttet, irgendwie hab ich es irgendwo im Internet wieder entdeckt und mich sehr darüber gefreut.

Ich meine, sieht das nicht einfach zum Reinbeissen aus?

So ein Käse!


Bild: © Ellja

Jamie Oliver hats mal vorgemacht, ich habs nachgemacht und seither mach ich ihn immer wieder: selbstgemachten, cremigen Käse. Als Aufstrich mit Rucola oder gebratenen Pilzen, zu Kartoffeln, Süßkartoffeln, als Gemüsedip..., wurscht, er kommt immer gut an.

So gehts:
Cremiger Camembert (ich nehm immer sehr aromatischen ,-)
1 Zitrone
Buttermilch
1 Becher Creme fraiche
Salz + Pfeffer frisch gemahlen

So gehts weiter:
Den Camembert entrinden und in einer Schüssel zerdrücken. Mit dem Becher Creme fraiche und Buttermilch (nach Gefühl) vermengen. Ich mag es, wenn noch kleine Klümpchen dabei sind, ansonsten diese schön ausstreichen. Zitronensaft dazu geben und am Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kaum zu glauben, dass das so einfach geht, oder?


Bild: © Ellja

Bild: © Ellja

Der Käse sollte über Nacht in den Kühlschrank. Man kann ihn am nächsten Tag immer noch etwas abwandeln, verlängern, etwas hinzugeben ... nach etwa 3 Tagen ist er dann so richtig "kräftig". Ein himmlisches Rezept für Käseliebhaber!

2009/05/26

Quiche oder Specktorte?


Bilder: © Ellja




Ob man sie als französische "Quiche Lorraine" oder als Lothringer Specktorte bezeichnet ist Geschmackssache. Sicher ist, dass dieses herzhafte Gericht, das auch mit vielen anderen Zutaten wandelbar ist, 2 fixe Merkmale hat: Mürbteig und Eiermilch.


Ich plädiere unbedingt dafür, die Pâte Brisée selbst herzustellen, anstatt gekauften Mürbteig zu verwenden.



250 g Mehl
1/2 TL Salz
110 g Butter
80 ml eiskaltes Wasser



Mehl sieben und das Salz darüber streuen. Butter in Stücken auf dem Mehl verteilen, mit dem Messer zerhacken und so mit dem Mehl vermischen, bis die Masse krümelig ist. Die Krümel mit den Fingern zerreiben, bis das ganze Mehl gebunden ist. Nun das eiskalte Wasser in den Teig kneten. Nicht zu viel, denn der Teig muss homogen sein und darf nicht kleben. Die Masse schnell zur Kugel formen, in Klarsichtfolie einwickeln und wenigstens 1 Std. oder besser noch über Nacht in den Kühlschrank stellen.




Bild: © Ellja


Für die Füllung:



200 g Schinkenspeck
1 - 2 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
1/2 Bund Petersilie
4 Eier
200 ml Sahne
200 g Gruyère, fein gerieben
Salz + Pfeffer (frisch gemahlen)



Schinkenspeck fein würfeln, Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Petersilie waschen und trocken tupfen, Blättchen zupfen und fein hacken. Alles miteinander vermischen. Eier, Sahne und geriebenen Käse in einem anderen Gefäß miteinander verquirlen, pfeffern und vorsichtig salzen (je nachdem, wie würzig der Schinkenspeck ist).


Den Backofen auf 220°C vorheizen. Den kühlen Teig kurz mit den Händen durchkneten, flach drücken und eine gefettete Springform (Durchmesser 28 cm) damit auslegen. Ca. 3 cm Rand hochziehen. Damit der Boden mürbe wird, sollte er vorgebacken werden. Dazu einige Male mit einer Gabel einstechen, mit Alufolie bedecken, getrocknete Erbsen oder Bohnen einfüllen und im Ofen auf der unteren Schiene ca. 12 Min. backen. Hülsenfrüchte und Folie entfernen und die Form noch ein paar Minuten in den Ofen stellen, bis der Boden leicht zu bräunen beginnt. Nun die Speckmischung auf dem Boden verteilen und die Eiersahne darüber gießen. Die Quiche bei 250°C auf der mittleren Schiene fertig backen (ca 20 Minuten).



Tipp: Falls die Oberfläche der Quiche vor Ablauf der Backzeit zu stark bräunt, einfach mit Alufolie abdecken.



Sie schmeckt heiß, lauwarm oder auch kalt einfach fantastisch. Ganz sicher verlangt eine Quiche aber einen frischen Salat mit leichtem Dressing.



Bon apetit!

2009/05/25

Ess a wienerisch Bagel



Mit meiner Liebe zu NewYork habe ich auch die Essgewohnheiten dieser Stadt studiert, zum Teil erstaunt, begeistert, kopfschüttelnd, angewidert oder einfach nur belustigt.

Der Bagel aber bekommt meine volle Aufmerksamkeit und Zustimmung. Am liebsten esse ich ihn aufgeschnitten und gut getoastet mit Cream-Cheese (und manchmal mit Lox) - ganz klassisch. Auch in diesem Jahr war ein NYC-Besuch von solcherlei Erfolg gekrönt. Unser Hotel hatte ausgezeichnete Bagel in allen Varianten (Mohn, Sesam, plain, sweet mit Rosinen,...). Selten frühstückt man in NYC ja im Hotel, viel zu teuer! Aber in unserem wirklich gemütlichen Hotel in "Little Korea" (Stanford) war das Breakfast (und eben die fantastischen Bagel) im Hotelpreis inbegriffen - kann ich nur jedem empfehlen! Nun... das wäre wieder ein anderes (Reise)Thema.

Eigentlich sagt man dem Bagel ja nach, er käme ursprünglich aus Wien. und das Wort "Bagel" leitet sich von dem Wort "Bejgel", dieses wiederum von "(Steig)bügel" ab. Sicher ist jedoch, dass der Bagel ein jüdisches Gebäck ist, aus Hefeteig mit einem Loch in der Mitte. Das besagte Loch ist wohl einem gelangweilten Bäcker passiert, könnte man meinen, aber nein nein, es hatte eine sehr wichtige Funktion: Vor Ende des Shabbat wurden die Bagel auf Holzstangen transportiert, da sie mit den Händen nicht berrührt werden durften.

Um nun nicht ständig nach NYC reisen zu müssen, nur um einen guten authentischen Bagel zu bekommen, hab ich mich selber ans Werk gemacht. Hier das Rezept:


Ergibt 8 - 10 Bagel :

500 g Mehl
1 Paket Trockenhefe
1,5 EL Zucker
1 TL Salz
2 EL Öl
300 - 320 ml lauwarmes Wasser
1 EL Honig für das Kochwasser
1 Eidotter, verschlagen, zum Bestreichen
Backpapier für das Backblech

Das Mehl mit Trockenhefe mischen. Zucker, Salz, 300 ml lauwarmes Wasser, Öl hinzufügen, mit einem elektrischen Handrührgerät zu einem elastischen Teig rühren. Das kann durchaus 10 Minuten dauern! Etwas Mehl über den Teig stäuben, abdecken und 1 Stunde gehen lassen. Die Arbeitsfläche dünn mit Mehl bestäuben. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig zu 8 Kugeln formen und daraus dann Bagels: Einen Kochlöffelstiel durch die Mitte bohren und das Loch durch kreisende Bewegungen erweitern. Es soll etwa 4 cm groß sein. Die Bagels mit ausreichendem Abstand (da sie noch aufgehen), nebeneinander auf das Blech legen. Abdecken und wieder eine halbe Stunde gehen lassen .
Den Backofen auf 220 Grad vorheizen (Umluft 200). In einen breiten Topf zur Hälfte Wasser füllen, den Honig dazugeben und alles leicht zum Kochen bringen. Jeweils zwei "Rohlinge" mit der Oberseite nach unten in das kochende Wasser legen, etwa 30 Sek. ziehen lassen, umdrehen und nochmals ziehen lassen. Mit einer Schaumkelle herausnehmen, kurz abtropfen lassen und auf das Blech legen. Mit dem verschlagenen Ei bestreichen. Auf dem mittleren Einschub des Backofens etwa 20 Minuten hellbraun backen.




Ganz einfache Variation: Die blanchierten Bagels von einer Seite in Mohn oder Sesam drücken, die man auf eine Untertasse geschüttet hat. Oder für pikante Bagel Röstzwiebeln in den Teig einarbeiten, oder aber auch Rosinen, dann kann man in den Teig auch ein wenig Zimt geben und etwas mehr Zucker.
Auch wenn die Bagel frisch aus dem Backofen kommen, empfehle ich das Einschneiden und Toasten. Schließlich handelt es sich hier ja um schwere Hefeteigbrummis und nicht um luftiges Gebäck. Allerdings konnte ich hier in Österreich noch keine Bageltoaster finden, die ja im Vergleich zu unseren Normalso gigantische Schlitze für die breiten Bagel-Hälften haben.

2009/05/22

Pure Schönheit



Als Puristin findet man auch in der Küche die einfachsten Sachen am besten. Und da gibt es so wirklich ganz buzieinfache Gerichte, die einem aber den Kulinarikhimmel offenbaren. Wenn diese dann auch noch mit tausend Kindheitserinnerungen gespickt sind, dann sollte man ihnen schon einen großen Platz einräumen.

Wie zum Beispiel der Palatschinke. So gut wie jedes (österreichische) Kind kennt sie und liebt sie, bis ins hohe Alter. Der flaumige Teig, die süß-säuerliche Marmelade und als Krönung der Staubzucker, der um die Mundwinkel pickt (klebt). Ich bekam immer 2 Stück mit einem Glas Milch und das ist bis heute so. Mittlerweile trinke ich kaum noch Milch, aber bei Palatschinken schon. Weil Kindheitserinnerungen sich ganz tief einprägen.

So mach ich sie: ca. 8 Stück

3 Eier
1/4 l Milch
6 - 10 EL Mehl (kann ich nicht genau angeben)
Prise Salz
Prise Zucker
1 Schuss Mineralwasser

Butter für die Pfanne

Gute Marillenmarmelade (am besten mit Wachauer Marillen)
Staubzucker

Die Eier mit der Milch verschlagen, so viel Mehl dazu, dass es eine nicht mehr ganz flüssige Konsistenz ergibt, der Teig muss später gut über die Pfanne laufen. Prise Salz und Zucker untermischen und den Schuss Mineralwasser dazu. Den Teig ein paar Minuten quellen lassen.

Inzwischen eine Palatschinkenpfanne erhitzen und ganz wenig Butter einbrutzeln lassen. Den Teig ganz dünn eingießen und anbacken lassen, ca. 2 Minuten. Dann den Teig wenden und die andere Seite backen. Jetzt einen EL von der Marillenmarmelade auf die Palatschinke streichen, einrollen und auf einem Teller mit Staubzucker bestreuen.

Alles wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.


Natürlich kann man Palatschinken mit allem möglichen füllen. Da es hier aber um meine Kindheitspalatschinken geht, sind diese mit Marillenmarmelade gefüllt.



Das Glas Milch ist kein Muss. Nur für mich.

Ich wünsche süßes Schmausen.

2009/05/20

Katzenwesen (in memoriam Paul Flora)


(Bildnachweis: © Paul Flora)

Mein Lieblingsbild von Paul Flora und sein Tod am 15. Mai (Danke, Paul Flora für die vielen schönen, lustigen Zeichnungen) ist mir ein Anlass meine beiden Katzen (Kater Mistofeles und Kater Julius) zu ehren.

Mistofeles - eine Diva wie in Floras Zeichnung - wenn auch männlich (aber halt auch kastriert). Eigentlich sogar eine kleine Pussi. Julius - ein schneidiger kleiner Kämpfer und Übeltäter mit unschuldiger Miene. Wo Mistofeles gelangweilt nur die Pfote hebt und mit einem Auge aufblinzelt, da springt Julius schon erwartungsvoll in die Höhe, richtet seine Öhrchen auf und fixiert mit seinen großen Augen die mögliche Geräuschquelle. Brüder sind sie, und doch so ganz verschieden. Der eine thront hoch oben über unseren Köpfen und es könnte gar nicht hoch genug sein, der andere sucht sich dunkle Höhlen zu erforschen, bevorzugt unter Bettdecken oder Gewandbergen. Gefräßig wie Garfield, frisst Mistofeles seinem Bruder noch den letzten Rest gierig vom Teller. Julius, dafür mit besserer Figur gesegnet, leckt gleichmütig trotzdem seines Bruders Fell. Große Gesten kennen beide nicht. Weder fauchen sie, noch kratzen sie, noch machen sie auch nur das leiseste Geräusch, selbst im täglichen Bruderkampf ganz selten. Sie stürzen sich aufeinander, schlagen sich die Krallen ins Gesicht, beißen sich in den Nacken, springen sich seitlich an... alles ganz still, Stummfilmatmosphäre. Selbst ihr schnurren hört man nur ganz leise.


(Bild: ©P.T.)

Ihr Mensch ist dazu da, ihnen das tägliche Futter in großzügigen Mengen zu verabreichen, den einen stundenlang zu kraulen und den anderen unter die Decke schlüpfen zu lassen. Auch das Bürsten des Fells ist noch erlaubt. Herumtragen? - "was fällt Ihnen ein!" Und dennoch belohnen sie uns mit ihrer eigenwilligen Zuneigung, blinzelnd sagen sie "ich hab dich lieb" und am Rücken liegend mit allen Vieren von sich gestreckt, schenken sie uns volles Vertrauen. Noch keinen Tag haben sie je die Kralle gegen uns erhoben. Selbst im Spiel werden die Pfoten ganz schnell zurück- und die Krallen eingezogen.



Sie kommen wann sie wollen, und gehen wieder, aber sie kommen immer zurück, reiben ihr Köpfchen an uns, machen uns innerlich ruhig und lieben uns ohne Bedingungen. Wir sie auch, wir können gar nicht anders.

Majestätisch streifen sie auf leisen Pfoten durch die Räume und nehmen alles in Besitz. Mensch und Objekt wird gnadenlos markiert:
Hier bin ich Katz', hier werd' ich sein!



Mistofeles (Bild: ©P.T.)



Julius (Bild: © P.T.)

2009/05/18

Sushi daheim


Eigentlich finde ich das Selbermachen von Sushi ja überflüssig und übertrieben. Bisher fiel es für mich unter "Angeberei", wenn man wo eingeladen war und es gab "selbstgemachtes Sushi". Mir ist halt heimische Küche mit lokalen Produkten am heimischen Herd a bisserl lieber und sympathischer (die italienische, französische, indische und thailändische Küche mal ausgenommen ;-). Für japanische Küche gehe ich lieber in ein gutes japanisches Restaurant und lasse mich dort verwöhnen.

Aber für ein Dinner for two hab ich meine Vorbehalte mal ins Fischregal gelegt und mich doch auch mal ans Fisch-auf-Reis-Basteln (Nori-Sushi) getraut.

Den Reis habe ich ganz klassisch nach Rezept zubereitet:
2 Tassen Sushi-Reis
2 ½ Tassen Wasser ( 1 ¼ pro verwendete Tasse Reis)
Marinade für den Sushireis
½ Tasse Reisessig
4 EL Zucker
1 ½ TL Salz

Zubereitung
· Den Reis in einem feinen Sieb oder einer Schale gründlich in kaltem Wasser waschen, bis das Wasser klar ist. Den Reis – zusammen mit dem kalten Wasser – in einen Topf geben. Den Deckel fest verschließen und (ganz wichtig!) während des Kochvorgangs nicht mehr öffnen. Hier empfiehlt sich ein Topf mit Glasdeckel. Den Reis nun auf mittlerer Hitze langsam zum Kochen bringen, sobald es sichtbar kocht, den Reis auf kleinste Flamme stellen und mit geschlossenem Deckel 10 Minuten weiterdämpfen lassen.
· Dann den Topf vom Herd nehmen und den Reis (Deckel ist immer noch geschlossen!) weitere 10 Minuten ruhen und nachgaren lassen.
· Währenddessen in einer kleinen Schale den Essig mit Zucker und Salz vermischen, bis sich alle Zutaten aufgelöst haben. Den warmen Reis in eine Schale geben (möglichst aus Porzellan oder Glas, traditionell wird eine Keramik- oder Holzschale verwendet, da Metall mit den Zutaten reagieren kann), die Marinade darüber geben und mit einem Holzlöffel vorsichtig unterheben. Der Reis kühlt jetzt ab – will man es ganz original machen, kann man diesen Kühlvorgang unterstützen, indem man dem Reis mit einem Fächer Luft zuwedelt (hab ich aber nicht gemacht).

Der Einfachheit halber habe ich guten sushitauglichen Lachs gekauft und sonst nichts. Obwohl neben Tuna und Fischrogen auch Räucheraal ganz ausgezeichnet schmeckt. Statt Wasabi-Paste gabs Wasabi-Kren-Paste.

Vom abgekühlten Reis einen EL abstechen und zu rechteckigen Würsteln ;-) formen. Diese mit der Wasabi-Kren-Paste bestreichen und den fein geschnittenen Lachs drauflegen.

Auf eine Servierplatte damit und mit Sojausauce und Sushi-Ingwer kredenzen.

Hat uns wirklich ganz ganz wunderbar geschmeckt. Aber ich freu mich auch schon wieder auf einen guten "Japaner", z.B. EN im 1. Wiener Bezirk.

2009/05/14

Geburtstagsfest

Zu meinem Geburtstag hatte ich viele liebe Gäste geladen. Es war ein wunderschöner Samstag mit allem, was man dazu braucht: Sonne, Sonne, Sonne. Mein sommerliches Menü passte dazu ganz hervorragend.

Hier ein paar Impressionen:







Das Menü bestand aus:
1. Antipasti-Teller (gefüllte Parmschinken-Säckchen, Zucchiniröllchen, Melonensalat)
2. Toskanischer Hühncheneintopf meiner Oma mit Basilikum-Polenta
3. Dessertwahnsinn aus Caramel, Bananen, Äpfel und Schlagobers mit Erdbeer-Ingwer-Mus
Nun, ich war so mit dem Servieren und Anrichten beschäftigt, dass ich nach den Vorspeisen völlig auf das Fotografieren vergessen hatte, darum hier auch keine Bilder von den anderen Leckereien. Schade, nicht? ;-)

Zitronemuffins machen lustig!



Jetzt hab ich sie bei Zorra und Essenslust entdeckt und wollte auch gleich mal zur Tat schreiten und wissen, wie sie schmecken, die zitronigen kleinen Dinger. Ja, sie schmecken fantastisch. Obwohl ich bei der Teigzubereitung erst mal ein wenig skeptisch wurde, der Teig war doch recht "fest" geworden, aber das Backergebnis hat überzeugt und die saure Lust konnte alle begeistern, die schließlich in den Genuss der "Zitronenmuffins" kamen.

Hier das Rezept:

Muffins:
125 g Butter, weich
125 g Zucker
2 Eier (M)
1 TL Backpulver
65 g Mehl
60 g Speisestärke
1 Zitrone, fein abgeriebene Schale

zum Tränken:1 Zitrone, Saft, 80 g Puderzucker


Butter und Zucker während ca. 5 Minuten mit dem Handrührgerät schaumig rühren. Zitronenschale und Eier eins nach dem anderen zugeben, immer weiterrühren.Mehl, Maizena und Backpulver sieben und löffelweise zu der luftigen Butter-Zucker-Eiermischung geben. Mischen, am besten mit einer Kelle. Teig in die Muffinförmchen verteilen und ca. 30 Minuten in der Mitte des auf 180 C vorgeheizten Ofens backen.Für die Tränke Zitronensaft und Puderzucker solange verrühren, bis sich der Puderzucker aufgelöst hat.Muffins aus dem Ofen nehmen und auf ein Gitter stellen. 7 Minuten auskühlen lassen, dann die Muffins mit einem Zahnstocher gleichmässig einstechen und die Tränke darüber giessen.Am besten das Gitter auf ein Backblech stellen, so kann man die Tränke, die daneben läuft auffangen und wieder und wieder über die Muffins träufeln, bis die Muffins alle Tränke aufgesaugt haben. Auskühlen lassen und geniessen.

Bei mir ergab die Masse exakt 9 Muffins ... oder sollt eich eher kleine Vulkankrater sagen ;-). So sehen sie meiner Meinung nach nämlich aus, was ich persönlich sehr hübsch finde.


2009/05/06

Zucchiniröllchen in einem Happs




Ich mag sie ja so, diese kleinen Dinger - Fingerfood - Antipasti - Tappas - sie machen so neugierig und noch viel hungriger auf mehr. Es gibt ja auch nichts gemütlicheres als bei einer guten Flasche Wein und vielen kleinen Köstlichkeiten beisammen zu sitzen und laut zu schmatzen (sofern man nicht mit einem Schmatz-Neurotiker liiert ist).
Zucchini sind ja für sich genommen eigentlich ein recht langweiliges Gemüse. Sie schmecken nicht nach viel. Aber in der richtigen Kombination mit den richtigen Gewürzen und Lebensmitteln kann das grüne Wunder zum Gaumenwunder werden, weil ihre Vielseitigkeit ja wirklich keine Grenzen kennt (ich sage nur: Zucchinikuchen).
Nun aber ran ans Gemüse und gewerkelt was geht:

Einkaufen für 4:
2 Zucchini
2 Pkg. Feta
3 Knoblauchzehen
4 EL Olivenöl
2 TL Kräuter (getrocknet oder frisch, ganz nach Belieben)
2 rote Chillischoten
2 EL Balsamico

Zubereiten:
Die Zucchini waschen, trocknen und längs in dünne Scheiben schneiden. Am besten geht das mit einem Käsehobel. Anschließend in erhitztem Olivenöl portionsweise braten. Feta-Käse würfeln. Die gebratenen Zucchinischeiben damit füllen und aufrollen. In eine etwas höhere Form geben. Knoblauchzehen und Chilischote klein hacken und über die Röllchen verteilen. Kräuter darüber streuen und den Balsamico darüber geben. Da die Zucchini in ausreichend Öl angebraten wurden, muss man sie nicht mehr extra in Öl legen. Nur wer´s richtig fettig mach, kann es versuchen.

Am besten schmecken die Häppchen, wenn man sie 3 Tage im Kühlschrank ziehen lässt... wer´s schafft so lange auszuharren. Aber auch schon nach einigen Stunden sind sie weg wie nix und "guat wars".

Noch was Wissenswertes über das Kürbisgemüse gefällig?
100 g Zucchini enthalten: 93 g Wasser, 2,2 g verwertbare Kohlenhydrate, 1,6 g Eiweiße, 1,1 g Ballaststoffe, 152 mg Kalium, 30 mg Kalzium, 25 mg Phosphor, 3 mg Natrium, 1,5 mg Eisen, Vitamine A und C.

2009/05/05

Der neapolitanische Traum - Sfogliatelle

In Neapel isst man sie zum Frühstück, die Knusperstückchen mit köstlicher Vanillefüllung. Hierzulande bekommt man sie so gut wie gar nicht. Darum wollte ich sie selber machen. Ich habs also probiert, und bin leider teil-gescheitert. Sie sind gut geworden, lecker sogar, aber das typische Sfogliatelle-Riffelgebäck kam dabei nicht wirklich raus. Es liegt am Mehl, an der Temperatur, wer weiß.... aber weil es schon sehr viel Arbeit war, will ich es hier trotzdem einstellen.

Man beginnt am besten am Vortag mit dem Teig:

450 Gramm Mehl
Prise Salz
80 Gramm Butter (davon 50 g beiseite stellen)
250 ml kaltes Wasser

Das Mehl mit 1 Prise Salz, 30 g weicher Butter und 250 ml kaltem Wasser
mit den Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig kneten. Den
Teig zu einer Rolle formen, in 4 gleich große Stücke teilen und
abgedeckt 1 Stunde kalt stellen.




Die restliche Butter zerlassen, dann vom Herd nehmen. Jedes
Teigstück auf einer bemehlten Arbeitsfläche 50x20 cm groß und 1-2 mm
dünn ausrollen. Die 4 Teigoberflächen dünn mit Butter einpinseln,
übereinanderlegen und von der schmalen Seite her fest aufrollen. Die
Teigrolle fest in Klarsichtfolie eindrehen und mindestens 4 Stunden,
am besten über Nacht, kaltstellen.



Am nächsten Tag beginnen wir mit der Vanillecremefüllung:

1 Vanilleschote
1 Zimtstange
350 ml Milch
4 Eigelb
3 Esslöffel Wasser
60 Gramm Zucker
20 Gramm Speisestärke
Puderzucker zum Bestäuben

Für die Füllung die Vanilleschote längs halbieren und das Mark
herauskratzen. Zimtstange, Vanillemark und -schote in der Milch
aufkochen, vom Herd nehmen und 20 Minuten ziehen lassen. Dann
Zimtstange und Vanilleschote entfernen.

Eigelbe und Zucker zur Rose ziehen (cremig mixen). Die
warme Vanille-Zimt-Milch und das Stärkemehl unter ständigem Rühren zur Eigelbmischung
gießen. Die Vanille-Zimt-Creme erneut erwärmen und unter ständigem Rühren aufkochen
lassen, bis sie dicklich abgebunden hat. Creme in eine Schüssel
füllen, mit Puderzucker bestäuben (damit die Creme keine Haut bildet) und 2 Stunden abkühlen lassen.

Jetzt gehts an die Fertigstellung:

Die Folie von der Teigrolle entfernen. Teigrolle in etwa 10 Scheiben
schneiden. Jede Scheibe zur Mitte hin mit den Fingern zu einer
Teigtasche (wie eine Tüte) formen, sodass 1 El Füllung hineinpasst.
Dann jede Teigtasche mit 1 El Vanille-Zimt-Creme füllen und die
Öffnung mit den Fingern fest zusammendrücken.



Eigelb mit 2 El Wasser verrühren. Die Teigtaschen auf ein mit
Backpapier belegtes Backblech legen und die Oberflächen mit Eigelb
dünn einpinseln. Im vorgeheizten Backofen bei 190 Grad auf der 2.
Schiene von unten (Gas 2-3, Umluft 170 Grad) 30 Minuten backen.
Lauwarm oder kalt servieren.




Sie haben wunderbar geschmeckt, nur die Riffel haben gefehlt.

Nachsatz: letzte Woche war italienischer Markt und ich habe Sfogliatelle gekauft. Okay, meine schmecken besser, soviel steht fest ;-)