2009/06/30

Fremdgegessen: Der beste Inder Österreichs!


Bild: © Royal Bombay Palace

Ich könnte mich ja links und rechts abwatschen (ohrfeigen). Letzte Woche habe ich dem Essen im "Royal Bombay Palace" in der Linzer Goethestraße so sehnsuchtsvoll entgegen gefiebert, dass ich doch glatt meine Kamera daheim liegen hatte, wo sie keiner brauchte, am allerwenigsten ich. Aber da das erneute Speisen im Bombay wieder mal so bombaystisch war, schreib ich trotzdem - und leider einstweilen noch ohne Fotos - meinen Bericht drüber.

Schon Christoph Wagner hat ihn als besten Inder abgesegnet. Nun, darauf geb ich jetzt nicht alles, aber da ich schon mehrmals selber da war, kann ich es nur bestätigen.

„Atithi Devo Bhava“ (Ein Gast ist wie ein Gott) - und so fühlt man sich hier auch.

Das Lokal - gut - man bemüht sich, nicht zu kitschig zu sein, was in Indien sicherlich nicht so einfach ist. Der Besitzer Sashia Aviar begrüßt seine Gäste freundlich und einladend und der Rest der Crew steht ihm in nichts nach. Man fühlt sich wirklich willkommen.

Zur Begrüßung gibts gleich einmal einen Vorgeschmack, was einen noch an Köstlichkeiten erwarten wird: Zitronen-Pickle, Mango-Chutney, Feigen-Chutney und Papadams - frittierte Fladen aus Linsenmehl mit und ohne Kreuzkümmel.

Die Speisekarte lässt einen verweilen. Sie ist zwar nicht all zu üppig und Lamm überwiegt hier im Angebot, aber ich kann mich nicht entscheiden. Das meiste klingt nach purer Verführung.
Das Weinangebot wurde reichhaltigst ausgebaut, führt quer durch Österreich, aber ich bestelle mir dann doch ein Bierchen.

Eine Variation an Vorspeisen (ach, was hätte das für ein schönes Foto gegeben) kitzelt meinen Gaumen: Lammleber mit Tandoori-Paste (intensiv), Tikki (Kartoffelteig gefüllt mit Gewürzen, Erbsen und Käse) zartschmelzend, Pakoras (Gemüse in Linsenmehl frittiert) und himmlischer hausgemachter Paneerkäse, alles mit den besten Gewürzen versehen - ein Universum an Gerüchen und Geschmäckern tut sich mir auf. Ganz ayurevedisch gehts hier zu.



Bild: © Ellja

Der P wählt als Hauptgang das Lamm-Geheimnis des Chefkochs. Ich wähle das Butter-Chicken.
Bei den Speisen kann man übrigens den Schärfegrad auswählen, man wird danach gefragt. Ich bleibe bei "mittelscharf", während der P sich an "scharf" (dann gibts eh nur mehr extrascharf) heranwagt. In kleinen Kupferkesseln werden die Currys serviert. Dazu eine Schale Reis und köstliches Garlic-Naan-Brot, das noch brutzelt.

Mein Butterchicken besteht aus zarten Hühnchenstücken in einer samtig, buttrigen, fruchtig tomatigen und leicht würzigen (und angemessen scharfen) Sauce. Ich schweige und schwelge. Das Lamm konnte ich nur kurz probieren, weil es mir fast die Schädeldecke weghob, aber das Fleisch war ausgezeichnet zart und saftig. Ich würde es mit leichterem Schärfegrad sofort verschlingen.

Ein Dessert hätte mir schon noch gefallen. Kulfi mit Mangosauce vielleicht? Aber ich bin so satt, dass ich nur noch ein Mangolassi bestelle, um die Schärfe im Mund etwas zu neutralisieren.

Ich muss wiederkommen, schon alleine wegen der fehlenden Bilder!

Das "Royal Bombay Palace" hat eine Homepage: http://www.bombaypalace.at/

Verbotene Früchte


Bild: © Ellja

Robert hat sie dereinst vorgestellt und bei Genussmousse habe ich sie jetzt wieder entdeckt, und da hier wirklich sowas von inbrünstig insistiert wurde, konnte ich gar nicht anders, als dieses Balsamico-Kirschenkompott auch gleich auszuprobieren.

Verboten köstlich! Mehr sag ich gar nicht...

Originalrezept:

Zutaten
500 g Kirschen
50 ml Aceto Balsamico (ein guter)
100 ml Rotwein (auch ein guter)
50 g Zucker
Je 1/2 abgeriebene Schale von Orange und Zitrone

Zubereitung
(1) Kirschen entsteinen.
(2) Rotwein, Aceto, Zitrusfruchtschalen und Zucker aufkochen.
Kirschen zugeben, einmal aufkochen, Pfanne vom Herd ziehen und zugedeckt abkühlen lassen.
(3) Kirschen über ein Sieb abgiessen, den Fonds in einer flachen Pfanne auf etwa 1/4 (etwa 50 ml) einkochen.
(4) Kirschen zum Fonds geben und etwas auskühlen lassen.

Zuerst wollte ich ganz leichte Joghurtnockerl dazu machen, aber ich fand das Kompott für sich alleine so genial, dass ich nur ganz wenig Vanilleeis dazu serviert habe.

Wie soll man es beschreiben: ein bisschen süß, ein bisschen fruchtig, ein bisschen herb... der Gesamteindruck völlig rund und beinahe vollkommen. Selber machen und drüber schreiben!

2009/06/29

Das Sommerbuch: Empfehlungs-Rallye #1

Im Genussmousse-Blog wurde eine Empfehlungsrallye für die persönlich besten Sommerbücher ausgerufen. Und dazu hier meine 5 Lieblingsbücher, die auch mein Kater Julius zu befürworten scheint: Viel Spaß beim Schmökern und Lesen!


Bild: © Ellja

Briefe in die chinesische Vergangenheit - Herbert Rosendorfer

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 1986)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423105410

Kao-Tai, ein chinesischer Mandarin aus dem 10. Jhd landet mittels einer Zeitmaschine in den 80iger Jahren in München, was durch einen Berechnungsfehler geschehen aber nicht geplant war. So denkt Kao-Tai, er wäre im zukünftigen China. Regelmäßig schreibt er Briefe an seinen Freund in die Vergangenheit, um diesen über Sitten und Gebräuche im eigenartigen Min-chen aufzuklären.

Dieses Buch hat mich streckenweise fast Tränen lachen lassen. Die Irrungen und Wirrungen durch das Nichtverstehen oder Nichtbegreifen sind dermaßen amüsant, dass sich der Roman viel zu schnell zu Ende liest.


Bild: © Ellja

Großes Solo für Anton - nochmal Rosendorfer

Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 10., Aufl. (1982)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257203292

Herr Anton wacht eines morgens auf und muss zu seiner Bestürzung feststellen, dass alle Menschen verschwunden sind. Seine Kollegen, seine Nachbarn, alle wie vom Erdboden verschluckt. Zuerst denkt er an einen Scherz, muss aber Stunde um Stunde und Tag um Tag erkennen, dass es bittere Wahrheit ist: Er ist der letzte Mensch auf Erden. Recht genau beschreibt Rosendorfer, wie Herr Anton nun mit dieser Situation umgeht.

Dieses Thema ist nicht neu, schon Marlen Haushofer hat in ihrem Buch "Die Wand" beschrieben, wie ein Mensch urplötzlich völlig alleingelassen die verlorene Welt wiederzufinden versucht. Herr Anton allerdings, selbst ein sehr seltsamer Charakter, bringt hier durch sein Unvermögen viel Witz in die Geschichte. Ein ausgesprochen charmanter Roman.



Bild: © Ellja

Middlesex - Jeffrey Eugenides

Taschenbuch: 736 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb. (November 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499238101

Cal alias Calliope Stephanides kommt als Hermaphrodit zur Welt. Der Grund? Ein schwerer Fall von Inzucht in der Familie. Cals Großeltern verlieben sich ineinander, obwohl sie Bruder und Schwester sind, müssen aus Smyrna (heute Izmir) vor den einfallenden Türken fliehen und landen schließlich 1922 in Detroit ...verheiratet. Middlesex ist eine Familiengeschichte über drei Generationen, eine Einwanderergeschichte, eine Teenagerstory, die Geschichte Amerikas im 20. Jahrhundert und noch einiges mehr .

Euginides Erzählkunst ist sagenhaft großartig. Man wird mitgerissen von der dichten Story und die 700 Seiten blättern sich beinahe von selbst.


Bild: © Ellja

Die Stadt der Blinden - José Saramago

Taschenbuch: 398 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 16 (1. April 1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499224674

Eine Ampel in einer namenlosen Stadt springt auf Grün. Ein Auto bleibt dennoch stehen. Der Fahrer ist urplötzlich erblindet. Den freundlichen Helfer, der den Erblindeten nach Hause bringt und sich anschließend dessen Auto bemächtigt, ereilt das gleiche Schicksal. Wie eine Epidemie greift die Blindheit um sich. Der Staat reagiert brutal. Die Erblindeten werden in einem leerstehenden Irrenhaus interniert, wo sie sich selbst überlassen werden. Doch es gibt eine Sehende unter ihnen, die die Krankheit nur vorgetäuscht hat, um bei ihrem Mann zu bleiben. Mit ihrer Hilfe könnte der Ausbruch gelingen...

Fast durchleidet man die Geschichte, der Roman ist beklemmend und erschreckend. Also keine leichte Kost, aber kraftvoll und sehr intensiv zu lesen. Man mag es eigentlich nicht lesen, wie brutal und roh Menschen miteinander umgehen, selbst wenn sie erblinden, aber man sollte es wagen. Dieser Roman wurde inzwischen auch verfilmt, aber ich kann mir nicht denken, dass man diese Erzählkunst Saramagos filmisch umsetzen kann, deshalb werde ich ihn mir auch nicht ansehen.


Bild: © Ellja

Der Geschmack von Apfelkernen - Katharina Hagena

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag (25. Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462039709

last but not least ein schönes Buch, zu lesen wie ein warmer Sommerregen. Natürlich auch nicht ohne die großen Themen Liebe und Tod.

Iris fährt zum Ort ihrer Kindheit zurück, um das Erbe ihrer gerade verstorbenen Großmutter anzunehmen: Das Haus. Während sie durch die Zimmer wandert und durch den Garten streunt, erinnert sie sich. Und nicht nur daran, wie die Apfelkerne ihrer Kindheit geschmeckt haben. Iris durchlebt eine sensible Zeitreise in ihre eigene Familiengeschichte und wie nahe Erinnerung und Vergessen beieinander liegen.

Wunderschön und leicht zu lesen. Einfach eine schöne Geschichte, wo man vieles aus seiner eigenen Kindheit wieder riechen und schmecken wird können.

BBD#21: Kleines Pizza-Duo


Bild: © Ellja


BreadBakingDay #21 - Pizza Party and giveaways for 2 years anniversary - last day of sumbission July 1st

Mein Pizza-Duo zeigt diese beiden Varianten:


Bild: © Ellja

Birnen-Gorgonzola-Pizza
Parmschinken-Tomaten-Basilikum-Stracchino-Pizza

Zutaten:
400 g Weizenmehl
220 ml Wasser (lauwarm)
1 TL Salz
15 g Hefe

Belag (jeweils 2 Stk.):
1 Birne (geschält und in Spalten)
100 g Gorgonzola
2 EL Creme fraiche
Salz, Pfeffer
6 Blatt Parmaschinken
100 g Stracchino (ital. Weichkäse streichfähig)
Tomaten
Basilikum
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung:
Hefe mit 3 EL lauwarmem Wasser auflösen, Salz hinzufügen. Diese Mischung zur Schüssel mit dem Mehl geben und nach und nach mit der Knetmaschine verrühren, langsam das Wasser dazu geben. Solange kneten, bis ein elastischer, nicht zu fester Teig entstanden ist. Diesen Teig dann an einem warmen Ort zugedeckt ca. 2 Std. rasten lassen. Nach 2 Std. erneut durchkneten, kleine Stücke abteilen und diese auf einem Backblech über Nacht gehen lassen, erst am nächsten Tag ist der Teig am besten.


Bild: © Ellja


Die Teigstücke zu dünnen Fladen auswalken und mit den Zutaten belegen, mit Olivenöl beträufeln und im Backofen bei 170 Grad Umluft ca. 15 - 20 Minuten backen (je nach Ofen).

2009/06/26

Jacko´s gone




Er ist tot, der King of Pop! Diese Nachricht macht mich schon betroffen, wie viele. Das einstmals große Talent hat mich durch meine halbe Pubertät begleitet, sein Album "Thriller" liegt immer noch gut verwahrt in meiner Sammlung. Das Video zum Titelsong kann ich mir heute noch stundenlang ansehen, hohe Kunst seiner Zeit, fantastische Choreografie, dem Rhythmus konnte sich niemand entziehen. Er war ein großer Meister und Könner, im Popfach halt, der Michael!
In den 80igern konnte man vermuten, dass Jackson die Welt erobern würde, und das hat er auch, bis in die 90iger. Dann...ja was ist dann passiert mit dem großen Star? Eine Kuriosität nach der anderen, eine Skandalmeldung jagt die nächste, seine chirurgischen Eingriffe, seine Marotten, seine komischen bis schockierenden Auftritte, das alles ließ ihn mehr und mehr zu einem Freak verkommen und ich hab ihn vergessen. Man hätte ihm ab und zu verzweifelt zurufen mögen: Alter, was machst Du da nur? Ein Kinderstar, der sich in einem großen Irrgarten verlaufen hat. Ein Peter Pan fürs Horrorlädchen. Schließlich ein trauriges und erbärmliches Leben, gnadenlos ausgeschlachtet vor der Weltöffentlichkeit, das einem so begnadetem Musiker nicht würdig war.

Was hätte er noch alles leisten können, wie sehr die Fangemeinde noch beglücken, der Welt noch welch große PopulärMusik vermachen?

Und jetzt ist er tot. Fast möchte ich aufatmen dabei... auch wenn es traurig klingt, aber das MJGruselkabinett hat damit endlich ein Ende und nicht nur er hoffentlich seinen Frieden gefunden.

Hier mein Lieblingsvideo:

Tintenfisch trifft Schafskäse


Bild: © Ellja

Mit Tintenfisch ist das halt so eine Sache. Wenn man mal über die ledrigen Calamari fritti aus dem Adriaurlaub hinweg ist, und endlich wirklich perfekt gebratenen Tintenfisch gegessen hat, dann erst weiß man, dass dieser weder zäh noch ledrig noch gummiartig zu sein hat, sondern schön zart und buttrig weich mit etwas Biss.

Hier hab ich es bei einer schönen Vorspeise erfolgreich versucht. Zarte Tuben mit schmelzender Füllung, da schlägt das Kochwütigenherzerl gleich höher.

Kaufmich für 4:
8 Tintenfischtuben mit Füßchen auch
150 g fester, würziger Schafskäse
1 Zitrone
2 Knoblauchzehen
Handvoll Kräuter nach belieben, frisch, nicht getrocknet
2 Chillischoten
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Sogehts:
Die Tintenfischtuben waschen und trocken tupfen. Die Zitrone auspressen. Den Knoblauch, die Gewürze, die Kräuter und die Chillis im Mörser mit Olivenöl zu einer Paste zerstoßen. Die Tintenfischtuben darin mindestens 2 Stunden (am besten über Nacht) einlegen. Den Schafskäse in Streifen schneiden und ebenfalls kurz in der Marinade ziehen lassen. Jetzt den Käse in die Tuben stecken und diese mit einem Zahnstocher verschließen. Die Tuben in der Grillpfanne nur kurz von beiden Seiten anbraten, sonst werden sie eben zäh. Die Füßchen natürlich auch mitgrillen. Auf vorgewärmten Tellern servieren. Mit viel Weißbrot die Marinade auftunken ;-).

2009/06/25

I love New York II - to eat or not to eat


Bild: © Ellja

Die Amerikaner und ihr Essen. Darüber gibt es viele Vor- und Urteile. Die meisten stimmen ganz sicher. Die dicksten Menschen der Welt kommen (neben den Südseeinseln) immer noch aus den USA (Dass die dicksten Menschen Europas aus Deutschland kommen, lassen wir jetzt mal beiseite). New York ist keine typisch amerikanische Stadt. Sie ist ein multikultureller Schmelztiegel und was es auch auf dieser Welt zu futtern gibt, in NYC findet man es. So gesehen, kann man sich hier wie im Schlaraffenland fühlen. Auch die Menschen hier sind weitaus figurbewusster, die richtig großen Brummies sieht man nicht wirklich sehr oft, und wenn, dann sind es wahrscheinlich Touristen aus Detroit oder Milwaukee. Dünn, fit und gesund zu bleiben ist dennoch eine echte Herausforderung in dieser Stadt, trotz vieler täglicher Laufkilometer. Warum?

Höher - weiter - schneller - gilt auch beim Essen: Größer - fetter - süßer - klebriger. Für den europäischen Geschmackssinn kann das durchaus ein Schock sein. Schon die visuellen Reize tagtäglich sind kaum auszuhalten. An wirklich jeder Ecke, wo Du stehst oder gehst, gibt es was zu essen. Das Überangebot erschlägt einen fast. Die Gerüche sind teilweise verführerisch, aber auf Dauer unerträglich. Hier musst Du dich aktiv darum kümmern, NICHT dick zu werden, und das ist wirklich schwer.


Bild: © Ellja

Wie gesagt - zu essen gibt es alles, schon direkt auf der Straße entkommst du nicht: Hotdog-Stände, Donut-Imbiss, Shish-Kebab-Verkäufer an jeder Straßenecke, Brezzel (liegt wie ein Stein im Magen)-Verkauf... und willst Du Dich wo rein setzen, locken Starbucks, Andrew´s, Au bon pain und Dunkin´Donut mit ihrem Angebot schon zum Frühstück. Ein Frühstück im Hotel ist in New York kein guter Deal, weil erstens gar nicht üblich und wenn ja, dann meistens viel zu teuer und nicht die beste Wahl, aber es kann einem den Tag sehr erleichtern, finde ich. Wer allerdings darauf steht, schon frühmorgens mit hungrigem Magen einen Entscheidungsmarathon hinter sich zu bringen, nur zu. Der Kaffee ist sowieso überall brennheiß und kaum zu trinken, mit Kaffee hat es eigentlich gar nichts zu tun. Dafür kannst Du dir nachschenken lassen, soviel Du willst ;-).

Mittags veirrt man sich dann leicht in die typischen Burger-Ketten, alles natürlich billiger im Big-Size-Format. Die Getränke da sind mit Eiswürfeln gefüllt, also ist es völlig egal, was Du bestellst, es schmeckt alles nach Chlor. Wenn Du es schaffst, dir je ein Getränk ohne Eiswürfel zu ordern, dann gib mir Bescheid, du hast den Jackpot geknackt. Apropos Getränke: Überall in den Restaurants wird Dir Eiswasser in Krügen gratis auf den Tisch gestellt, nur trinken kann man (ich jedenfalls) es nicht - siehe Chlorgeruch. Dennoch ist NewYork stolz darauf, fließendes Leitungswasser mit Trinkwasserqualität zu haben.


Bild: © Ellja

Nun, Abends (natürlich auch zum Lunch) kann man sich viele gute Restaurants in ganz New York aussuchen, hier ist meistens Reservieren nötig und natürlich passende Abendgarderobe. Das dicke Geldbörsel auf keinen Fall vergessen, wobei es Mittags immer billiger ist als abends. Aber auch fürs schmale Budget gibt es die ganze Nacht (übrigens auch tagsüber) die sogenannten Deli´s (sprich: Delli). Diese sind erstaunlich gut, und haben oft ein unüberschaubares Sortiment an frischen Salaten und gegrillten, gebratenen vegetarischen und Fleischspeisen, meistens zum Mitnehmen. Es gibt auch ein paar gute Burgerläden abseits von Mac & King, die hervorragende Burger anbieten (Jackson Hole z.B.).

In Chinatown kann man preiswert die asiatische Küche genießen, aber die Qualität ist hier auch sehr unterschiedlich. In Murray-Hill (Curry-Hill) hat sich inzwischen eine gute Zahl an Indischen Lokalen etabliert, die auch zu moderaten Preisen ausgezeichnetes Essen servieren. Ja, und dann sind da natürlich noch die vielen amerikanischen Bar´s und Steakhäuser. Hier macht man selten was falsch, wenn man sie nicht gerade um den TimesSquare herum besucht. Wer gutes kosheres Essen oder fantastische russische Küche sucht, der fährt am besten nach Brooklyn. Und die besten Pizzen dieser Stadt gibt es nicht unbedingt nur in Little Italy. In der Bronx (no fear) ist das größte italienische Viertel, nämlich Belmont, beheimatet. Hier wird noch richtig italienisch gekocht. Ja und schlussendlich landen wir möglicherweise in Harlem, wo es ausgezeichnete Südstaatenküchen zu testen gilt.


Bild: © Ellja

Das auffälligste in NYC ist, die wenigsten kochen da wohl selbst, das meiste wird bestellt oder im Deli geholt oder auch schon fertig zubereitet in den Supermärkten gekauft, und das ist rund um die Uhr, auch die ganze Nacht, möglich. Auch eine Bestellung ins Hotel ist gar nichts ungewöhnliches, sondern ganz normal. Obwohl... es gibt wirklich tolle (Bio)Ware, z.B. bei Wholefood´s market (eine Kette, mehrere Standorte), aber auch da gibt es ausladende Buffets mit warmen Speisen zum Mitnehmen, dabei lacht das Gemüse so schön aus den Regalen. Da wären dann noch Zabar´s, Dean&Deluca oder für besondere Feinspitze der Chelsea Market. Hier gibt es alles zu kaufen, was es weltweit gibt, feinste Ware für den Gourmetkoch, alles natürlich ein bisserl teurer.


Bild: © Ellja

Als letztes möchte ich noch eine große Sache ansprechen: Den HOT_DOG! Was ist denn eigentlich wirklich dran an dem labbrigen Brötchen mit dem kümmerlichen Würstel in der Mitte? Eigentlich nichts! Er schmeckt nicht besonders toll, wenn man ihm nicht ein ordentliches Topping (siehe Nathan´s - der beste) verpasst. Die Würstel schmecken fade und wer unsere Frankfurter (oder Wiener) kennt und sich dabei langweilt, kann damit schon gar nichts anfangen. Die Brötchen sind weich und pampig. Aber... Er gehört einfach zu NewYork. Und darum muss man ihn wenigstens einmal gegessen haben. Mehr ist da wirklich nicht dran, aber auch nicht weniger.

Einige persönliche Highlights und Tipps gibts demnächst in Teil III.

Marillenknödel mit Brandteig


Bild: © Ellja

Meine Marillenknödel bestanden bisher immer aus Erdäpfelteig. Da musste ich im Blog von Bolli´s kitchen doch glatt von Marillenknödel mit Brandteig lesen, und das mir als Österreicherin. Neugierig, wie ich bin, habe ich dann also gestern den Brandteig zu den Knödeln gleich ausprobiert. Und ja, der Teig ist einfach(er) herzustellen und schmeckt wirklich ausgezeichnet. Danke, Bolli, und deinen österreichischen Freunden :-).

Hier das Rezept:

Brandteig:
1/8l Milch
1/8l Wasser
60g Butter
2 EL Zucker
250g Mehl
Prise Salz
2 Eier
Vanillemark

Und sonst:
Marillen
Würfelzucker
Butter
Semmelbrösel
Zucker
Staubzucker


Bild: © Ellja

In einem Topf bringt man die Milch, das Wasser, den Zucker und die Butter zum Kochen. Dann sofort den Topf vom Herd ziehen und mit einem Male das Mehl dazugeben und wieder auf den Herd stellen. Mit einem Holzlöffel rühren und rühren bis der Teig trocken wird und nicht mehr am Topfrand kleben bleibt. Dann wieder vom Herd ziehen und nun ein Ei nach dem anderen dazugeben, dabei darauf achten, dass jeweils das Ei gut verarbeitet ist, ehe man das nächste dazugibt. Das ist harte Körperarbeit, denn man muss schön rühren....(das stimmt ;-) Der Teig ist fertig, wenn er schön elastisch ist und glänzt.

Marillen entsteinen (Kochlöffelstiel durchstoßen) und Würfelzucker reinstecken.

Butter in einer Pfanne zerlassen. Brösel mit Zucker darin karamellisieren, nicht zu braun werden lassen.

Mit nassen Händen den Teig mit Marillen füllen. Bei dieser Menge Teig bekam ich exakt 8 Knödel raus.



Bild: © Ellja

Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen, runterschalten. Die Knödel 10 – 15 Minuten in heißem Wasser ziehen lassen, nicht wirklich kochen. Die Knödel direkt in die Pfanne hieven und in der Bröselmischung wuzeln.

Auf einem Teller noch schön dick mit Staubzucker bestreuen.


Bild: © Ellja


Bild: © Ellja

Ich sag´s euch, es macht wirklich wenig Arbeit und das Ergebnis haut euch um ;-)!

2009/06/24

I love New York


Bild: © Ellja
Seit 1999, da war mein erstes Mal, versuche ich so oft als möglich über den großen Teich zu fliegen, nur um eine einzige Stadt zu besuchen, über die schon Millionen Worte geschrieben, Lieder gesungen, Filme gedreht wurden. Man kann sie nicht be-greifen, wenn man nicht in sie eintaucht, sich auf sie einlässt, nicht beim ersten Mal und nicht beim zweiten Mal. New York ist keine "schöne Stadt"... sie hat viele hässliche Seiten, sie kann böse und gemein sein, sie kann dich verwirren und dir auch Angst machen. Sie ist erbarmungslos und am Ende spuckt sie dich hilflos wieder aus. Aber wer sich in sie verliebt ist ihr auf ewig verfallen... so gesehen wirkt diese Stadt auf viele wie eine Sirene, deren süßem Locken sie niemals widerstehen können... Rom ist wundervoll, Paris ist faszinierend, London ist cool, Kopenhagen auch... trotzdem, für mich ist New York (und damit meine ich nicht nur Manhattan) mit ihren tausend Gesichtern und Gerüchen und Kulturen etwas einzigartiges.



Bild: © Ellja

Don´t miss a toastet bagle


Bild: © Ellja

Bild: © Ellja

Central Park



Bild: © Ellja

Dean & Deluca Downtown



Bild: © Ellja
Wallstreet


Bild: © Ellja

Bild: © Ellja

Rote-Zwiebel-Marmelade mit Ziegenkäse oder umgekehrt


Bild: © Ellja

Gestern musste was schnelles zum Abendessen auf den Tisch. Von Katha inspiriert, schien mir ein frischer Salat mit gegrilltem Ziegenkäse genau richtig. Ich wollte dem ganzen noch ein wenig Pfiff geben und dachte mir, eine Zwiebelmarmelade aus roten Zwiebeln wäre doch genau das richtige dafür. Bingo! Ich hatte Recht. Sie passt wunderbar dazu.

Das brauchen wir dazu:
Pflücksalate nach Belieben
Ziegenkäserolle
Baguette
Olivenöl
Himbeeressig
Senf
Honig
Salz, Pfeffer
Walnussöl

Den Salat waschen und trockenschleudern. Das Baguette in schräge Scheiben schneiden und von einer Seite im Backofen grillen. Herausnehmen und mit etwas Öl beträufeln, darauf den Ziegenkäse legen und nochmals überbacken, bis der Käse fließt bzw. Blasen schlägt. Mit Pfeffer würzen.

Für das Dressing Himbeeressig mit Senf, Honig, Salz, Pfeffer und Walnussöl verquirlen und über den Salat träufeln. Die Ziegenkäse-Baguettes darauf anrichten.


Bild: © Ellja

Und nun die Rote-Zwiebel-Marmelade (für 2 - 3 Portionen):

3 mittelgroße Rote Zwiebeln
1 EL Zucker
1 EL Honig
Rosinen
Apfelessig
Balsamessig
2 EL Olivenöl
1 Lobeerblatt
3 Nelken
1/2 Zimtrinde
4 Wacholderbeeren

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in Ringe schneiden. In einem Topf mit reichlich Olivenöl anbraten und mit Zucker und Honig leicht karamellisieren. Die restlichen Zutaten dazu geben und etwa 40 Minuten unter oftmaligen Rühren einköcheln lassen. Vor dem Anrichten das Lorbeerblatt, die Nelken, Zimtrinde entfernen.

Die Marmelade kann gut auf Vorrat gekocht werden. In Marmeladegläser gefüllt ist sie einige Wochen im Kühlschrank haltbar. Sie schmeckt warm wie kalt ganz ausgezeichnet.

2009/06/23

Kanar(r)isch mit Huhn


Bild: © Ellja

Mein Gott, dieser Regen! Ich kanns nicht mehr sehen, ich kanns nicht mehr hören, es macht mich krank! Tagelang dieses Geplätscher, immer nasse Schuhe, feuchte Haare und ständig den Schirm im Anschlag.

Ich hätte heute eigentlich lieber für Italien gepackt, aber auch da ist es nixe losse mit Sonne und Meeresbrise.. und so... bleibt mir nichts anderes übrig, als ein Rezept einzustellen. Was soll man auch anderes, als vor lauter Frust fein kochen und gut essen, eh?

Kanar(r)isches Kaninchen, woraus ein Hühnchen wurde

Das Originalrezept (Conejo en salmorejo) ist für ein Kaninchen gedacht, aber ich hatte keines. So gabs dann also einen glücklich erlegten Mistkratzer.

1 Bio-Huhn in seine Teile zerlegt
4 Knoblauchzehen (frischen, wenns geht)
1 Handvoll Petersilie
1 Handvoll Oregano
1 Handvoll Basilikum
6 Zweige Thymian
1 Peperoncino
1 TL Kümmel
1 TL Paprikapulver
Salz, Pfeffer
Olivenöl
Weißwein

Dem Hühnchen die Haut abziehen, in Teile zerlegen. Alle Kräuter und Gewürze im Mörser zerstoßen und mit Olivenöl und Weißwein mischen. Die Paste über das Hühnchen geben, gut einmassieren, gut bedecken und einen Tag ziehen lassen (oder mindestens 3 Stunden).



Bild: © Ellja

Am nächsten Tag brät man die Hühnchenteile in ein bisschen Olivenöl an. Dann gibt man die Kräuterpaste, in der das Huhn eingelegt war, dazu und lässt alles ca. 30 Min. köcheln. Mit Wein, Salz und Pfeffer noch mal abschmecken.

Als Beilage habe ich Kartoffeln, rote Zwiebel, frischen Knoblauch geviertelt und auf ein mit Olivenöl bestrichenes Backblech gelegt. Mit Salz bestreuen, Thymian und Oreganoblättchen dazu geben, mit Olivenöl beträufeln und ebenfalls ca. 30 Minuten backen. 10 Minuten vor Ende der Backzeit habe ich dann noch Cherrytomaten dazu gelegt.



Bild: © Ellja

Himmel, das war ein geiles Essen, was anderes kann ich dazu echt nicht sagen. Das zarte Fleisch mit der aromatischen Paste, den knusprig gebratenen Kartoffeln, den süßen Zwiebeln und erst der frische Knoblauch!

Mit einem Kaninchen schmeckt das bestimmt nochmal so gut!

2009/06/22

Neuauflage Gefüllter Brotkranz


Bild: © Ellja

Die Ente hat vor kurzem in ihrem Blog den Brotkranz vorgestellt. Vor Jahren hab ich den schon mal gemacht und da er damals gut ankam, hab ich ihn jetzt wieder probiert. Warm wie kalt zu essen, leicht aus der Hand. Für meinen Geschmack ein bisschen viel Brot drumrum ,-). mit einem etwas dünneren Teig könnte ich es mir auch gut vorstellen.

Hier mein Rezept:
Teig
500 g Mehl
300 ml Wasser (lauwarm)
150 g Germ (Hefe) frisch
1 EL Zucker
1 TL Salz

Die Zutaten sollten alle Zimmertemperatur haben, so geht der Germteig leichter.
Den Germ mit Zucker und wenig Wasser verrühren. Ich habe keinen Vorteig gemacht, hat trotzdem gut geklappt. Nun das Germ-Gebräu mit Mehl und Salz verkneten. Zuerst in der Küchenmaschine und dann noch per Hand ein paar Mal gut durchknödeln. Den Teig habe ich dann etwa 40 Minuten gehen lassen.
Füllung:
Parmaschinken
4 Eier
1 Mozarella
1 EL Alpenkäse
getrocknete Tomaten
gegrillte Paprika (Paprika im Backherd grillen, bis die Haut schwarz ist, abziehen und klein schneiden)
frischer Basilikum und Oregano
Salz und Pfeffer


Bild: © Ellja

Den Brotteig mit Mehl bestäuben und zu einem langen Rechteck ausrollen. In der Mitte mit Parmschinken belegen. Darauf die Eier setzen. Dazwischen Mozarella, getrocknete Tomaten und Paprikastücke legen. Käse, Kräuter und Gewürze darüber streuen. Ich habe kein Öl extra dazu getan, weil das Öl von den getrockneten Tomaten ausreichend war.


Bild: © Ellja

Nun den Teig von den beiden Längsseiten über die Füllung einklappen, dann die beiden Enden zu einem Kranz zusammenfummeln. Auf ein mit Mehl bestäubtes Backblech legen, noch ein paar Minuten gehen lassen. Das Backrohr auf 170 Grad vorheizen, ein kleines Schüsselchen mit Wasser einstellen, den Kranz mit Mehl bestäuben und im Backrohr bei 170 Grad etwa 40 - 50 Minuten backen.
Den Kranz wenige Minuten rasten lassen, vor dem Anschneiden, sonst kommt einem die heiße Füllung sehr instabil entgegen. Wie gesagt, mir war es ein bisschen zuviel Teig. Eine dünnere Ummantelung wäre mir lieber, vielleicht Strudelteig?

Bild: © Ellja

Aber geschmeckt hat der Kranz ganz ausgezeichnet. Er kann natürlich mit allem, was der Kühlschrank so hergibt, gefüllt werden. Der Phantasie sind überhaupt keine Grenzen gesetzt. Auch süße Varianten mit Birne, Nutella, Banane und Nüssen gabs schon.

2009/06/19

Frühstücke wie ein Kaiser ...


Bild: © Ellja

So viel ich auch koche und backe, am liebsten, ja wirklich, bereite ich das Frühstück zu. Ein schöner Frühstückstisch mit vielen Köstlichkeiten ist für mich ein Muss. Ein geliebtes Ritual zu einer magischen Tageszeit. Der P sagt immer, er hätte noch niemals zuvor solche Frühstücke genossen. Weil ich serviere auch gerne warme Sachen, Leckereien, die man zum Frühstück gar nicht vermuten würde. Warum mach ich das nur?

Mit Frühstücken fängt der Tag an, und wie er anfängt, so hört er auch auf. Nach dem morgendlichen Laufen oder nach einem ausgedehnten Schlaf - der Tag ist noch frisch und unverdorben - sich an den Tisch setzen und ... bunte Farben, frische knackige Gemüsen, verführerische Düfte, resches Gebäck oder flaumiges Brot, wärmende Süppchen, saftiges Obst, auf der Zunge schmelzende Marmeladen, erfrischende Salate, buttrige Eierspeisen ... sich auf den kommenden Tag freuen. Natürlich geht das nicht jeden Tag, aber so oft es möglich ist, halte ich mich an die Regel meiner Großmutter (und vieler anderer Großmütter bestimmt) "Frühstücke wie ein Kaiser, esse zu Mittag wie ein König und zu Abend wie ein Bettler".

Bei einem gemeinsamen Frühstück den Tag besprechen, den Vorabend belachen, über die Nachbarn lästern, über Politik streiten, die neuesten Kinofilme und Bücher beurteilen, sein Herz ausschütten, von einem Lotto-Sechser träumen, die Welt verbessern, den Klimawandel stoppen ... überhaupt nichts reden... und den Milchschaum von der Lippe lecken und Brotbrösel mit dem Finger aufpicken.

Darum mach ich so gerne Frühstück.

2009/06/18

sommerlich-süßer Zitronen-Ricotta-Kuchen


Bild: © Ellja

Etwas mehr Zitrone hätte ich nehmen sollen, beim Backen hat sich ihr Aroma etwas verflüchtigt. Denn gerade diese zitronige Note macht diesen Kuchen so besonders.

Oder wer es mit Orangen mag? - auch das passt sehr gut.

Aber wir fangen erstmal mit der Zitronen-Variante hier an.

Wir backen Mürbteig:
225 g Mehl
160 g Butter, sehr kalt
100 g Zucker
1 TL Backpulver
1 Ei

Eine rechteckige Backform (20 x 30) (je kleiner die Form umso dicker der Teig und höher die Creme, eh klar) einfetten und Herd auf 170 Grad vorheizen.

Mehl, Backpulver, Zucker und Salz in einer großen Schüssel mischen. Butter in Flöckchen dazugeben, mit den Finger verreiben und zu einem glatten Teig verkneten. Das Ei hinzufügen und gut verkneten. Ich habe dazu meine KitchenAid benutzt, geht aber auch mit den Händen. Der Teig soll eher etwas klebrig sein, nicht zu fest. Mit der Hilfe von einem Teigschaber o.ä. den Teig in die Backform streichen. Danach den Teig gleichmäßig in die Form drücken und dabei die Seiten und Ecken nicht vergessen, das ist ein bisschen ein Gepatze, ich gebs zu. Nun im Ofen 15 Minuten backen, aus dem Ofen nehmen und Hitze auf 150° C reduzieren.

Inzwischen bereiten wir den Belag vor:
350 g Ricotta
150 g Sahne, flüssig
80 g Zucker
2 Eier
3 große Zitronen, Saft davon
2 EL abgeriebene Zitronenschale

Die Schale der Zitronen abreiben und 2 EL beiseite legen. Dann Zitronen halbieren, gut ausdrücken und dabei Saft auffangen. Die Eier mit dem Zucker zu einer weißen Masse schlagen, Ricotta einrühren, Sahne untermengen, dann Zitronensaft und -schale unterrühren. Nun die Creme auf den vorgebackenen Teigboden gießen und im Ofen ca. 30 Min. weiterbacken. Der Belag sollte nicht zu fest geraten, schön fluffig sollte er sein. Kuchen abkühlen lassen, in Stücke schneiden und kurz vor dem Servieren dick mit Puderzucker bestäuben.

Kandierte Zitronenzesten als Deko auf dem Kuchen verteilen. (Faul wie ich war, hab ich es dieses Mal nicht gemacht.)

2009/06/16

Die Nudel und ihr Liebhaber: il ragu napoletano


Bild: © Ellja

Bei Pepinella habe ich diese fantastische Sauce entdeckt und gleich am Wochenende ausprobiert. Ich kenne eine Variante mit Karotten und Sellerie, aber genau dieses ganz einfache Rezept hat mich gereizt, und wir wurden nicht enttäuscht. Eine wunderbare Verbindung von Fleisch, Tomaten, Kräutern, stundenlanges Garen bringt die Aromen neu zusammen und am Ende kommt was sehr Feines raus. Wäre ich eine Nudel, ich würde mich nur von solchen Saucen umwerben lassen ;-).
Da wir auf "scharf" stehen, habe ich dem ursprünglichem Rezept noch eine Chillischote hinzugefügt. Hier meine etwas abgewandelte Form:

Zutaten:
800 g gewürfeltes Gulaschfleisch vom Rind
Olivenöl
2 Zehen Knoblauch
1 Handvoll Basilikum
2 Dosen Pomodori pelati
1 guter Schluck Rotwein (statt dem Brandy)
Salz und Pfeffer
1 Chillischote
Parmesan
Rigatoni

Öl in einem Topf erhitzen und das Gulaschfleisch mit dem klein gehackten Knoblauch rundum gut anbraten. Dann die zerkleinerten Pelati dazu geben und mit Salz, Pfeffer und etwas Parmesan abschmecken. Nun wird der Basilikum dazu gegeben und einmal aufgekocht. Das ganze habe ich dann ca. 3 Std. bei kleinerer Hitze köcheln lassen, zwischendurch immer wieder umgerührt, ich musste ab der Hälfte der Kochzeit ein bisschen Wasser hinzufügen, sonst wäre die Sauce sehr verkocht.

Bild: © Ellja
Die Rigatoni rechtzeitig zum Ende "al dente" kochen und abschütten. Mit etwas Kochwasser und Ragu vermengen, Parmesan drüber reiben und genießen.
Für diese Sauce lasse ich jede Bolognese stehen.

Ein großer Pilz für eine kleine Vorspeise - Portobello


Bild: © Ellja

Der Portobello ist ein übermässig gewachsener oder "überschossener" und robusterer brauner Champignon (Agaricus bisporus) mit einen Hutdurchmesser von 10-15 cm. Wegen der längeren Wachstumsphase und des charakteristisch geöffneten Huts hat der Pilz ein sehr angenehmes "fleischiges" Aroma und Biss. Er dient auch gut als Fleischersatz.

Damit hab ich ein unkompliziertes Rezept von Mr. J.Oliver ausprobiert und (allen Unkenrufen zum Trotz) für wirklich gut empfunden.

Wir brauchen dazu:
100 g weiche Butter
3 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten
1 rote Chili, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
einige Thymianblättchen
½ Bd. Petersilie
Meersalz, Pfeffer
4 Riesenchampignons
4 Scheiben Roggensauerteigbrot
2 TL Dijon-Senf
2 Handvoll Rucola

Ans Werk:
Thymianblättchen, Knoblauch u. Chili in der Küchenmaschine mixen oder ganz klein schneiden. Butter in Scheiben schneiden u. auch in den Mixer geben. Petersilie u. getrockn. Tomaten dazu u. alles gut mixen.
Die Riesenchampignons (der Stiel bleibt dran) auf ein Backblech setzen, je 1 gehäuften TL der Kräuterbutter darauf geben u. im Ofen bei 220° C für 15 – 20 Min. backen.
Das Brot in Scheiben schneiden und die Oberfläche gut und reichlich mit Senf bestreichen.

Die Rucolablätter auf dem Brot verteilen.

Pilze aus dem Ofen nehmen.

Auf das Rucola-Bett legen und sofort servieren.

2009/06/15

Noch was aus OÖ: Erdäpfelkäse


Bild: © Ellja

"Skordalia" nennen ihn die Griechen, allerdings tun die Knoblauch rein. Ein Käse, der eigentlich keiner ist, weil aus Kartoffeln, Zwiebeln und Sauerrahm gemacht. Also ein Aufstrich eigentlich, dennoch heißt er "Erdäpfelkäse" und darf auf keiner Brettljause beim Mostbauern fehlen.
Wer keinen Mostbauern in der Nähe hat, der macht ihn ganz einfach selbst:

Einkauf:
1/2 kg Erdäpfel (Kartoffel)
1 - 1 1/2 Zwiebel (milde)
1 Becher Sauerrahm
Salz, Pfeffer
2 - 3 EL Schlagobers
1 TL Kümmel zerstoßen
Hier: Naturblütensalz

Zubereiten:
Die Erdäpfel in der Schale weich kochen. Anschließend schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Etwas auskühlen lassen. Zwiebel sehr fein hacken. Kümmel im Mörser zerstoßen. Alle Zutaten gut unter die Erdäpfelmasse mischen und abschmecken.

Das Naturblütensalz hab ich in diesem Fall (ein Geschenk) ausprobiert und es passte ganz wunderbar dazu. Außerdem sieht es sehr schön aus.



Bild: © Ellja

Dieser Aufstrich schmeckt am besten zu dunklem Bauernbrot, dick aufschmieren, ordentlich pfeffern und reinbeißen ... natürlich verträgt der Erdäpfelkäse auch gut die Konkurrenz von Luftgetrocknetem oder Geselchtem und gegen gemüsige Gesellschaft wie Tomaten, Gurkerl, Paprikastreifen usw. hat er auch nichts.

Reise ins Mühlviertel: Gebackene Speckknödel und warmer Krautsalat


Bild: © Ellja

Gute Mühlviertler Hausmannskost kommt immer deftig daher. So wie die Gebackenen Speckknödel, deren Teig dieses Mal ganz wundervoll flaumig wurde. In Kombination mit dem leicht säuerlichen, warmen Krautsalat ein schmackhaftes Gericht, das ich euch keinesfalls vorenthalten kann.


Bild: © Ellja

Der Teig:
1/2 kg Kartoffel (mehliggkochend)
150 g glattes Mehl
50 g Gries
1 Ei
1 Dotter
5 g Butter
1 Prise Salz
Muskatnuss

Erdäpfel kochen, schälen und noch heiß durch eine Erdäpfelpresse drücken. Mehl, Gries, Salz und etwas Muskatnuss, sowie Ei und Dotter untermengen. Masse rasch zu einem glatten Teig verkneten
Aus dem Teig eine Rolle formen, gleichgroße Stücke abschneiden, etwas kreisförmig flachdrücken.
Mit der Fülle belegen und Knödel formen.

Fülle:
200 g Schinkenspeck
1 Zwiebel
1 Knoblauch
Schnittlauch
Paprikapulver edelsüß
Pfeffer

Für die Fülle Schinkenspeck kleinwürfelig schneiden, mit Pfeffer, Paprika, Schnittlauch und der gehackten Zwiebel, sowie 1 gehackten Knoblauchzehe vermischen.



Bild: © Ellja

Die Knödel werden nun in zerlassenem Butterschmalz gewälzt und eng nebeneinander in eine sehr gut befettete Form gesetzt. Im heißen Backrohr bei 160 Grad (ca. 20 - 30 Minuten) goldbraun backen. Anschließend die Royal gleichmäßig über die Knödel verteilen und noch einmal ca. 10 bis 15 Minuten fertig backen. Die Knödel sollen schön braun gebacken sein, die Eiermasse gut gestockt.

Royal:
3 Eier
1/8 l Milch
3 EL Creme fraiche
Salz, Pfeffer


Dazu gibts "Warmer Krautsalat":

1 Krautkopf (Weißkohl)
Salz
Kümmel
Zucker
1 EL Schinkenspeck
2 Spritzer Essig
1/4 l Wasser



Bild: © Ellja

Die äußeren Blätter des Krautkopfs entfernen, halbieren, Strunk abschneiden und dann in feinnudelige Streifen schneiden oder hobeln. Das Kraut gut einsalzen und mit Kümmel und etwas Zucker würzen. Bisschen stehen lassen. Inzwischen den Schinkenspeck in einem Topf auslassen und das gewürzte Kraut dazu geben, kurz anbraten und mit Essig ablöschen. Mit dem Wasser auffüllen und nur einmal kurz aufkochen lassen. Das Kraut muss knackig bleiben. Nochmal abschmecken und zu den Knödel servieren.



Bild: © Ellja

Knödel, Klöße, Klopse, ... ich meine, dass wir in Österreich ein Knödelland sind, mit den vielfältigsten Variationen, oder täusch ich mich?

Speckknödel, Grammelknödel, Fleischknödel, Hascheeknödel, Semmelknödel, Serviettenknödel, Griesknödel, Mehlknödel, Räuberknödel, Kartoffelknödel, Spinatknödel, Marillenknödel, Zwetschgenknödel, Mohnknödel, Germknödel, Topfenknödel... wenn das nicht knödelt - hab ich was ausgelassen?