
Bild: © Royal Bombay Palace
Ich könnte mich ja links und rechts abwatschen (ohrfeigen). Letzte Woche habe ich dem Essen im "Royal Bombay Palace" in der Linzer Goethestraße so sehnsuchtsvoll entgegen gefiebert, dass ich doch glatt meine Kamera daheim liegen hatte, wo sie keiner brauchte, am allerwenigsten ich. Aber da das erneute Speisen im Bombay wieder mal so bombaystisch war, schreib ich trotzdem - und leider einstweilen noch ohne Fotos - meinen Bericht drüber.
Schon Christoph Wagner hat ihn als besten Inder abgesegnet. Nun, darauf geb ich jetzt nicht alles, aber da ich schon mehrmals selber da war, kann ich es nur bestätigen.
„Atithi Devo Bhava“ (Ein Gast ist wie ein Gott) - und so fühlt man sich hier auch.
Das Lokal - gut - man bemüht sich, nicht zu kitschig zu sein, was in Indien sicherlich nicht so einfach ist. Der Besitzer Sashia Aviar begrüßt seine Gäste freundlich und einladend und der Rest der Crew steht ihm in nichts nach. Man fühlt sich wirklich willkommen.
Zur Begrüßung gibts gleich einmal einen Vorgeschmack, was einen noch an Köstlichkeiten erwarten wird: Zitronen-Pickle, Mango-Chutney, Feigen-Chutney und Papadams - frittierte Fladen aus Linsenmehl mit und ohne Kreuzkümmel.
Die Speisekarte lässt einen verweilen. Sie ist zwar nicht all zu üppig und Lamm überwiegt hier im Angebot, aber ich kann mich nicht entscheiden. Das meiste klingt nach purer Verführung.
Das Weinangebot wurde reichhaltigst ausgebaut, führt quer durch Österreich, aber ich bestelle mir dann doch ein Bierchen.
Eine Variation an Vorspeisen (ach, was hätte das für ein schönes Foto gegeben) kitzelt meinen Gaumen: Lammleber mit Tandoori-Paste (intensiv), Tikki (Kartoffelteig gefüllt mit Gewürzen, Erbsen und Käse) zartschmelzend, Pakoras (Gemüse in Linsenmehl frittiert) und himmlischer hausgemachter Paneerkäse, alles mit den besten Gewürzen versehen - ein Universum an Gerüchen und Geschmäckern tut sich mir auf. Ganz ayurevedisch gehts hier zu.

Bild: © Ellja
Der P wählt als Hauptgang das Lamm-Geheimnis des Chefkochs. Ich wähle das Butter-Chicken.
Bei den Speisen kann man übrigens den Schärfegrad auswählen, man wird danach gefragt. Ich bleibe bei "mittelscharf", während der P sich an "scharf" (dann gibts eh nur mehr extrascharf) heranwagt. In kleinen Kupferkesseln werden die Currys serviert. Dazu eine Schale Reis und köstliches Garlic-Naan-Brot, das noch brutzelt.
Mein Butterchicken besteht aus zarten Hühnchenstücken in einer samtig, buttrigen, fruchtig tomatigen und leicht würzigen (und angemessen scharfen) Sauce. Ich schweige und schwelge. Das Lamm konnte ich nur kurz probieren, weil es mir fast die Schädeldecke weghob, aber das Fleisch war ausgezeichnet zart und saftig. Ich würde es mit leichterem Schärfegrad sofort verschlingen.
Ein Dessert hätte mir schon noch gefallen. Kulfi mit Mangosauce vielleicht? Aber ich bin so satt, dass ich nur noch ein Mangolassi bestelle, um die Schärfe im Mund etwas zu neutralisieren.
Ich muss wiederkommen, schon alleine wegen der fehlenden Bilder!
Das "Royal Bombay Palace" hat eine Homepage: http://www.bombaypalace.at/









