2009/07/30

OÖ-fast-food: Bosna (oder Bosner) deluxe


Bild: © Ellja

Durch die Mohr-Eis-Diskussion bei der Ente bekam ich richtig Appetit auf Fastfood. Und da gibt es in Oberösterreich (und Salzburg) eine recht schnelle Lösung: Die Bosner (Bosna). Um das augenscheinlich fremdenfeindliche gleich vorweg abzuwehren: Der Name kommt daher, weil die Bosner ein pikant gewürztes Würstel im Brötchen ist, und hierzulande werden pikant-scharf gewürzte Speisen lt. einem Sprachwissenschaftler mit bosnisch-serbisch assoziiert. Also kann ich wohl ganz getrost in die Bosna beißen?!

Sie soll ja ursprünglich aus Linz oder aus Salzburg kommen, da streitet man sich noch drum. Aber außerhalb dieser beiden Bundesländer - soviel ist klar - kennt kaum einer diesen Snack bzw. wird er in Wien an den Würstelständen meistens ganz falsch interpretiert, was mich jedes mal ärgert. Wenn sie´s nicht können, dann sollen sie es doch einfach lassen!

Eine originale Bosner besteht aus:
einem getoasteten Sandwichbrötchen/HotDogBrötchen (knusprig)
2 gebratenen Schweinsbratwürsteln (große Bosner)
einer Zwiebel-Senf-Ketchup-Currypulver-Mischung (oft geheim, aber eben dann auch wieder gar nicht)

Ich hab daheim so meine eigene Variante ausprobiert und es hat geschmeckt! Wer will da noch heiße Hunde oder "Eitrige mit Bugel"?... Na eben!

Zutaten Bosna deluxe:
Sandwichbrötchen knusprig aufgebacken
2 Kalbsbratwürstel
1 große Zwiebel
1 kl. Pak-Choi
1 EL Zucker
1 EL Weißweinessig
1 EL Senf
1 EL Ketchup
1 EL Currypulver madras
Butterschmalz
Butter

Machen:
Sandwichbrötchen aufbacken oder toasten und dann in der Mitte auf- aber nicht ganz durchschneiden.

Bratwürstel in wenig Schmalz sanft braten inkl. 1 x wenden.

Butter in einer Pfanne zerlassen und mit dem Zucker karamellisieren. Zwiebelringe dazu, anbräunen, mit Essig ablöschen und mit Senf verrühren. Klein geschnittenen Pack-Choi mitbraten.

Ketchup mit Currypulver verrühren. Brötchen mit der Zwiebelmischung und den Würsteln füllen und mit dem Curry-ketchup bestreichen, noch etwas Currypulver oben auf, dann hat das ganze ein Gesicht! :-)

Wie man das Ding am besten essen kann, ohne sich irgendwie anzupatzen, das weiß ich leider auch nicht. Meiner Meinung nach schier unmöglich, aber vielleicht gehört das auch einfach dazu zum Bosna-Essen.

2009/07/29

Cannoli mit Ricotta-Schokoladenfüllung


Bild: © Ellja

Früher ein Fastnachtsgebäck, heute das ganze Jahr über gerne gegessen. Die "siziliana" mag ich ja leider nicht so, das kandierte drinnen ist nicht so meins. Aber so ganz ohne, weiß, oder wie hier braun gefüllt, die mag ich sehr!

Zutaten kaufen:

300 g Mehl
50 g weiche Butter
50 g Zucker
50 ml Weißwein, Marsala (oder wie ich Portwein)
3 Eier
2 Pkg. Vanillezucker
1 TL Zimt
1 TL Kakao

Mischung aus Butterschmalz und Traubenkernöl zum Frittieren

Zubereiten:
Die Butter mit Zucker und Eiern in der Küchenmaschine verrühren, nach und nach Vanillezucker, Zimt, Kakao, Mehl und Portwein dazu geben, bis ein glatter Teig entsteht. In Folie wickeln und 2 - 3 Std. kühl stellen.

Vom Teig dann kleine Stücke abstechen und durch die Nudelmaschine jagen (Stufe 8). Mit einem Messer kleine Quadrate ausschneiden und um die Teighülsen (man kann auch Alufolie oder Bambus als Ersatz nehmen) legen. Die Teigenden mit Wasser fest aufeinander drücken, damit sie dann beim Frittieren nicht aufspringen.


Bild: © Ellja

Schmalz und Öl heiß machen und die Cannoli nur wenige Minuten von allen Seiten frittieren, bis sie schön gebräunt sind (das kann richtig schnell gehen, also gut aufpassen). Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Ricotta-Schokoladenfüllung:
1 unbehandelte Orange
2 Gewürznelken
1 Stück Zimtstange
100 g Zucker
100 g Zartbitter-Schokolade
250 g frischer Ricotta
Salz

Zubereitung:
Die Orangenschale hauchdünn abschneiden und mit den Gewürznelken, dem Zimt und dem Zucker in einen Topf geben. 150 ml Wasser angießen und zum Kochen bringen. Alles bei mittlerer Hitze ca. 10 Min. zu einem Sirup einkochen lassen, bis die Flüssigkeit dickflüssig wird. Abkühlen lassen.
Die Schokolade in Stücke brechen und in einer hitzefesten Tasse im heißen Wasserbad schmelzen lassen. Ebenfalls abkühlen lassen.

Zuckersirup sieben und mit dem Ricotta und 1 Prise Salz gründlich verrühren. Schokolade unterrühren. Die Creme in eine Schüssel füllen und mindestens 2 Std. kühl stellen.

Danach die Creme mit einem Spritzbeutel in die Cannoli füllen.


Bild: © Ellja

Belegt habe ich sie mit Amarena-Kirschen und Orangen-Filets.

2009/07/28

fiesta



Vor meiner Reise nach Venedig hatte ich für liebe Freunde noch eine Fiesta vorbereitet, eine kleine Kochorgie, wenn man so will...

Kennt ihr das auch? An solchen Tagen, wo man in den Vorbereitungen für all diese Leckereien steht, hat es eine ganz eigene Stimmung... geradezu festlich. Das gute Geschirr wird ausgepackt, Tischtücher gebügelt und gestärkt, die Obst- und Gemüsekörbe quellen über, in der Küche duftet es wie in einer Bäckerei, man werkelt, schneidet, rührt, die Töpfe klappern und man freut sich auf den Abend mit Freunden!












alle Bilder: © Ellja

Und wenn alles vorbei ist... satt, glücklich zurücksinken, ein wenig benebelt vom Rotwein, die Reste von den Tellern schaufeln, die Brösel zusammenkehren, das Geschirr spülen und mit dem Lachen der Gäste im Ohr das Licht ausmachen... bald wieder, versprochen!

Übrigens gab es:

Antipasti:
Salami mit gebratenem Fenchel
Rucola mit Ziegenkäse
frittierter Salbei
schwarze Oliven
Baguette mit getrockneten Tomaten

Pasta:
Conchiglie mit sugo al casa
Ravioli mit Ricotta-Kräuterfüllung

Dolci:
Pannacotta mit Balsamico-Erdbeeren
Marillen-Physalis-Tarte mit Cremefraiche (angeregt von LowBudgetCooking)
Cannoli mit Ricotta-Schokoladencreme

2009/07/27

Die junge Nacht ...


Bild: © Ellja


... liegt wie ein kühler Duft auf dem Canal , und grauer nun und greiser sind die Paläste und die Gondeln leiser,als führte jede einen toten Kaiser in seine Gruft.Und viele fahren, aber eine schwenkt jetzt scheu und ängstlich in die tiefsten Gassen,weil tiefste Liebe oder tiefstes Hassen ihr Steuer lenkt.Vor einem Marmorhaus mit staubger Zier drängt sie sich horchend an die Wappenpfähle.Und lange ruhte keine Gondel hier.Die Stufen warten - Fern aus heller Kehle am Canal grande singt ein Gondolier,und suchend irrt sein Lied durch die Kanäle. Der Fremde steht und trinkt den Klang voll Gier, in lauter Lauschen löst sich seine Seele:Vorrei morir...

Ja, nach Venedig führten mich einige meiner freien Tage. Was konnte ich vorher alles mir anhören: "Oh Gott, im Sommer, da kommst du um!", "Da stinkt es ja bis zum Himmel!", "Die Touristen werden euch überrollen!"... bla bla bla...

Entgegen allen diesen Unkenrufen: Es waren wunderschöne Tage! Die engen Gässchen und kleinen Osterien boten uns kühlen Schatten, die vielen Geschäfte waren ohnehin allesamt klimatisiert, Gestank haben wir keinen wahrgenommen und Venedig ist groß genug, dass man den vielen Touristen am Markusplatz und auf der Rialto-Brücke entfliehen kann. Zeitweise befanden wir uns auf kleinen Plätzen und in engen Straßen überhaupt ganz alleine.


Bild: © Ellja

Gewohnt haben wir in LIDO, so konnten wir auch einen Strandtag einlegen. Unser Hotel "Riviera" ist ein charmantes kleines Hotel. Früher konnte man es weithin sehen, weil der "Campari"-Schriftzug am Dach so auffällig war. Leider wurde dieser entfernt und ein Stück Nostalgie ging verloren...


Bild: © Ellja

Dekadenz pur: Kaffee und Wasser für 2 im Cafe Florian = Euro 34,--.
Das musste aber sein...


Bild: © Ellja


... das Cafe ist eine Augenweide


Bild: © Ellja


... die Gäste ebenfalls

Bild: © Ellja

Mittags lockten uns die vielen kleinen Bacari mit ihren Piadine, Tramezzini (niemals vergleichbar, mit den bei uns erhältlichen) und natürlich einem Gläschen Prosecco.




Bilder: © Ellja

Abends war es - zugegeben - nicht mehr so einfach, da Venedig doch etwas vom Massentourismus verdorben wurde, gut und vor allem preiswert zu essen.


Meine volle Begeisterung fand "Sarde in Saor" mit einer cremigen Polenta serviert.


Bild: © Ellja

Den Gondeln kann man in Venedig nicht entkommen. Erstaunt war ich allerdings, dass ich all die Tage nie einen Gondoliere singen hörte!?








Bilder: © Ellja

Die vielen schönen Häuser und Palazzi sind typisch für diese Stadt...







Bilder: © Ellja

... ich komme wieder, vielleicht im Nebel, wenn man das morbide Venedig erleben kann :-).

2009/07/10

Es wird ruhig...


Bild: © Ellja

... in meinem Blog. Wenigstens in den nächsten zwei Wochen. Ich mache Urlaub. Wie schön!

Melde mich mit vielen neuen Eindrücken und bestimmt auch neuen Rezepten wieder, wenn ich zurück bin!

Bis Bald!

2009/07/08

Noch schöner als Kochen ...










Bilder: © Ellja

... ist für mich "bekocht zu werden"!

Ich bin in der sehr glücklichen Lage, dass der P fast genauso gerne kocht wie ich. Nur anders. Da muss schon immer viel Fleisch her, scharf angebraten, viele Gewürze, ziemlich viel Schärfe, dunkle, intensive Saucen. Am liebsten wetzt er seine Messer in der asiatischen Ecke. Ich mag das, und freu mich jedes Mal, wenn ich mich an den Tisch setzen kann und einfach nur genießen (manchmal ist sogar die Küche hinterher aufgeräumt ;-).

Danke, Herr P! Und weiter so... mehr mehr mehr!

PS: Leider hat das Restaurant vom P nur sehr individuelle Öffnungszeiten und bietet meistens nur Platz für eine Person, also mich. Daher kann ich keine Empfehlung aussprechen. Tut mir auch echt leid, für jeden, der hier keinen Tisch kriegt ;-)

2009/07/07

Die erdbeerigste Erdbeertorte!



Bilder: © Ellja

Jetzt, wo langsam die Erdbeersaison zu Ende geht, wollte ich noch einmal ein richtiges Fest rund um die beinahe perfekte Frucht, die die Natur hervorbringen konnte, machen.

Erdbeeren - sie verführen mit ihrer Farbe, ihrer Form und Struktur und der Duft lässt einem beinahe gar keine Wahl...

Meine Torte besteht aus 5 Schichten:
Tortenboden - Erdbeer-Joghurt-Mousse - Tortenboden - Joghurt-Sahne-Mousse mit Erdbeerstückchen - ganze Erdbeeren mit roter Glasur

Für den Teig wird benötigt:
2 Eier
1 Tasse Zucker
1 EL Vanillezucker
4 Tassen Mehl
1 Pkg. Backpulver
2 Tassen Buttermilch
Contreau
Marmelade

Eier, Zucker und Vanillezucker sehr lange rühren, bis eine lockere, weiße Masse entsteht (10 Minuten locker). Buttermilch unterrühren. Mehl und Backpulver vermengen und unter die Teigmasse heben. Den Teig in eine Tortenform füllen. Nur den Boden buttern, damit der Teig am Rand schön hochgeht. Bei 175 Grad (Umluft) ca. 20 Minuten backen.

Den ausgekühlten Teigboden halbieren, mit Contreau beträufeln und beide Teile mit Marmelade bestreichen, damit die Mousse besser haftet (ich hab Preiselbeermarmelade genommen).

Für die Joghurt-Sahne-Mousse:
500 ml Sahne
500 ml Naturjoghurt
8 Blatt weiße Gelatine
1 Vanillestange
120 g Zucker
1 Prise Salz
1 kg Erdbeeren
Roter Tortenguss
Contreau

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Sahne mit der Prise Salz, Zucker und ausgekratzter Vanille + Stange langsam erhitzen, nicht kochen. Den Topf vom Herd ziehen, die Vanillestange entfernen, die Gelatine ausdrücken und in der heißen Sahne auflösen. Joghurt mit Contreau aufschlagen und unter die heiße Sahne rühren.

Eine Handvoll Erdbeeren pürrieren, die andere Hälfte in kleine Stückchen schneiden.
Das Pürree mit der Hälfte der Joghurtmousse vermischen. Die Stückchen mit der anderen Hälfte der Mousse. Im Kühlschrank die Masse anziehen lassen.

Dem ersten Tortenboden einen Tortenring verpassen und mit der Erdbeer-Joghurt-Mousse befüllen, im Kühlschrank erstarren lassen. Den zweiten Tortenboden ebenfalls auflegen, die Joghurtmousse mit den Stückchen darauf verteilen, wieder gut erkalten lassen. Am Schluss ganze oder halbe Erdbeeren auflegen und mit rotem Guss überziehen, über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen und Tortenring erst am nächsten Tag entfernen. Man kann die Außenseite noch mit Sahne verzieren, wenn man will. Ich wollte nicht ;-)

2009/07/06

Dunkles Olivenbrot zu Keftedakia


Bild: © Ellja

Ein saftiges, dunkles Brot mit schwarzen, würzigen Oliven - das war so meine Vorstellung zu meinen Fleischbällchen, die ich mit Claudio´s Auberginen-Johurt servieren wollte.

Für den Sauerteig-Voransatz (am Vortag zubereiten):

325 g Roggenmehl
35 g Sauerteig (vom Bäcker meines Vertrauens)
400 g lauwarmes Wasser

Gut vermischen und zugedeckt an einem warmen Ort über Nacht gehen lassen.

Für den Teig:
550 g Weizenmehl
300 g Roggenmehl
100 g Kürbis- od. Sonnenblumenkerne (ich habe 50 g durch schwarze Oliven ersetzt)
3 TL Salz
500 g lauwarmes Wasser
20 g Hefe (1/2 Würfel)

Zubereitung
Am nächsten Tag 35 g Sauerteig für das nächste Backen abnehmen und kühl aufbewahren, falls gewünscht. Das Mehl gut vermischen, eine Mulde formen, die zerbröselte Hefe mit etwas Wasser einrühren, mit Mehl abdecken und gehen lassen.Wenn die Mehldecke aufreißt, den Sauerteigansatz und die restlichen Zutaten, bis auf die Sonnenblumenkerne, hinzufügen und mit der Küchenmaschine mindestens 10 Minuten gut durchkneten. Zum Schluss die Kürbiskerne hinzufügen und kurz mit durchmischen. Die Teigmasse in eine gut gefettete Kastenform geben und glatt streichen. Dann mit Mehl bestäuben. An einem warmen Ort (im auf 50 Grad vorgeheizten Backofen) gehen lassen, bis der Teig an den Formenrand gegangen ist.Dann das Brot im Heißluftherd 90 Minuten bei 180 Grad backen. Auf einem Rost auskühlen lassen.

Ich muss sagen, dieses Brot war einfach perfekt - mit einer reschen Kruste und innen sehr flaumig und schmackhaft.

Dazu gab es einen Teller mit Griechischen Fleischbällchen, Auberginen-Joghurt, gegrillter Pepperoni und schwarzen Oliven. Herrlich!!!!



Bild: © Ellja

Griechische Fleischbällchen (Keftedakia)

500 g Hackfleisch vom Rind
1 Zwiebel fein gehackt
1 Knoblauchzehe fein gehackt
1 Ei
Salz und Pfeffer
1 Msp Zimt
1 EL Petersilie, frisch
1 EL Minze, frisch
2 Scheibe/n
Toastbrot, in Wasser getaucht und ausgedrückt
½ Zitrone(n), den Saft
Olivenöl zum Braten

Aus allen Zutaten eine Hackfleischmasse kneten und zu kleinen Bällchen formen. In Olivenöl von allen Seiten gut anbraten. Fertig!

Die Auberginen mit Joghurt habe ich so zubereitet:

Auberginen einstechen und im Backofen ca. 40 Minuten backen, bis die Haut schrumpelig ist und sie einen intensiv nussigen Geruch verbreiten. Dann die Haut abziehen und das Fleisch klein schneiden. In einer Schüssel mit Joghurt, etwas Kreuzkümmel (zerstoßen), Salz, Pfeffer, Zitrone und Olivenöl vermengen.

2009/07/03

Marillen mit Melisse marmeladig



Bild: © Ellja

Für mehr M´s hats jetzt nicht gereicht ;-)... so gesell ich mich also auch zu den anderen fleißigen MarmeladeköchInnen. Ich wollte es frisch und schön leicht, einen kleinen Sonnenschein aufs Butterbrot.

Herausgekommen ist eine
Marillenmarmelade mit Zitronenmelisse
500 g Marillen
300 g Gelierzucker
1/4 l Orangensaft
Saft einer halben Zitrone
Zitronenmelisse

Die Marillen waschen und entsteinen. Klein schneiden und mit dem Orangensaft in der Moulinette zu Mus verarbeiten. Das Marillenmus mit Zitronensaft und Zucker verühren und aufkochen lassen. Nach etwa 4 Minuten Kochzeit die klein geschnittene Zitronenmelisse unterrühren und vom Herd nehmen. Sofort in Twist-off-Gläser füllen und auf dem Kopf stehend auskühlen lassen. Ich "wasche" die Deckel der Gläser noch extra mit Rum aus, sodass wirklich alles schön keimfrei ist.
Wer die Marillen lieber in Stückchen mag, der schneidet sie einfach klein und verkocht sie, ohne zu pürrieren.

2009/07/02

Fremdgegessen: Die "Osteria" in Linz così così


Bild: © Ellja

In attraktiver Lage - gleich neben dem Linzer Spielcasino am Schillerpark - zeigt sich die Osteria wohl schon seit Jahrzehnten drinnen wie draußen (im lauschigen Gassen-Gärtchen) recht gut gebucht. Will man sicher gehen, reserviert man am Besten. Ich wollte es aber wissen und bin "einfach so" hin, ohne Reservierung und hab dann doch auch noch ein kleines Tischerl am Eingang ergattern können, gut es war ja auch erst 18.00, also afterwork.

Lange hatte ich nicht mehr dort gespeist, obwohl ich jeden Tag vorbeirenne. So war ich schon recht gespannt auf mögliche Entwicklungen in Sachen Pasta. Denn diese wird überwiegend angeboten. Neben Antipasti aus der Vitrine, wenigen Fisch- und Fleischgerichten und kleinem Dessertangebot. Steht alles auf der Tafel, weil Speisekarte gibt´s hier nicht, ganz tipico.

Ganz untypisch bestellte ich mir erst einmal ein Glaserl guten Veltliner. Aber schließlich steht die Osteria ja auch in Österreich ;-).

Da der P etwas später kam oder ich zu früh da war, hab ich schon mal neugierig die Speisetafel inspiziert. Lust hatte ich auf einiges, aber ich wollte ja die Nudeln testen. Als der P dann auch da war, hab ich mich auf die "Fusilli mit Rohschinken und Obers" gestürzt und er sich auf das "Hühnerfilet mit Oliven, Tomaten und Polenta".


Bild: © Ellja

Na, wie sag ich es jetzt? Die Portionen waren recht bescheiden und hatten Vorspeisencharakter (die Preise dazu allerdings nicht). Meine Fusilli (die Nudeln sind allesamt nicht hausgemacht, glaube ich, ich hoffe, das gilt für Gnocchi und Teigtaschen nicht) waren wohl in Obers fast ertränkt, aber von rohem Schinken war da wenig zu finden, eher schon ein würziger Kochschinken in Streiferl ala Hausfrauenart, würde ich jetzt mal sagen. Das Huhn war nach P zu schließen ganz in Ordnung, recht hübsch zu fotografieren, aber keineswegs ein Gaumenorgasmus. Die einzelnen Zutaten wollten irgendwie nicht miteinander verschmelzen, wie man sich das in der italienischen Küche so vorstellt.


Bild: © Ellja

Bild: © Ellja

Aber was soll´s: Das Wetter war (endlich endlich) schön, der Wein schmeckte gut und ich wollte ja dem Tiramisu noch eine Chance geben.

Auch dieses war sehr hübsch anzusehen, nur nach dem ersten Probieren war mir klar: zuwenig Alkohol, wo ist der Kaffee?, zuviel Zucker, Chance vergeigt. Tut mir leid, es war zu süß und zu fade, kein leichter Kaffee- und Alkoholgeschmack, der den Gaumen zum singen bringt. Die Creme (haben die etwa Schlagobers unter die Mascarpone gerührt?) lag einfach gelangweilt auf den noch nicht ganz durchtränkten Biskotten. Naja, es war auch noch früh am Abend, die hatten noch nicht genug Zeit, sich zu vermählen, aber dafür kann ich jetzt auch nichts, weil wenn der P gleich nach dem ersten Probieren den Löffel abgibt, dann heißt das schon was, nämlich nix gutes.



Bild: © Ellja

Fazit: Nette Location mit freundlicher Bedienung. Küche etwas leblos, nix mit tipico für mein Dafürhalten. Portionen zu klein, Preise zu hoch. Wer hier schwärmt, hat keine Ahnung von italienischer Kochkunst. Dass die Osteria denoch schon seit Jahren so gut läuft, muss wohl an.... an was eigentlich.... an etwas liegen, das mir bisher verborgen blieb. Wer´s weiß, freu mich über Aufklärung :-)

2009/07/01

Baba au rhum


Bild: © Ellja

In Babette´s Fest gabs ihn, diesen besoffenen Hefeteigkuchen. Der Name soll dem russischen "Babuschka" also Kurzform Baba (Großmutter) entlehnt sein. Wie der dann zu den Franzosen kam, weiß ich allerdings auch nicht zu berichten. Er schmeckt aber gut, was ja in diesem Fall das Hauptsächlichste darstellt.

Teig:
250 g Mehl
20 g Hefe
1 TL Zucker
1 Tasse lauwarme Milch
5o g geschmolzene Butter
Salz
20 g Zucker
3 Eier
Abrieb einer 1/2 Zitrone
Rosinen (über Nacht in Rum eingeweicht) nach Belieben

Tränke:
1/4 l Wasser
150 g Zucker
4 Stamperl Rum

Herstellung:
Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine kleine Mulde drücken, die Hefe hineinbröckeln, Zucker darüberstreuen, die Milch dazu gießen und zum Vorteig verrühren. 15 Minuten gehen lassen.
Dann die geschmolzene Butter unterrühren, Salz und Zucker hinzufügen, abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone unterrühren, ebenfalls die Eier und die Rosinen. Alles zu einem dickflüssigen glatten Teig verarbeiten, 10 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Kleine Gugelhupfformen zu 2/3 mit Teig füllen, Teig so lange gehen lassen, dass er noch um 1/3 höher geht.

Im Backofen bei 180°C Umluft etwa 30 - 40 Minuten backen. Noch lauwarm mit einem Zanstocher mehrmals anstechen.

Tränke: Wasser und Zucker in einem Topf so lange kochen, bis die Flüssigkeit klar ist. Den Topf vom Herd nehmen und den Rum unterrühren. Kuchen von allen Seiten tränken, bis die Flüssigkeit verbraucht ist.



Bild: © Ellja

Im Originalrezept bekommt der Baba dann noch ein Kleidchen aus erwärmter Aprikosenmarmelade oder/und einen Schokoguss... das hab ich nicht gemacht.
Ich hab den Baba noch lauwarm mit Vanilleeis serviert. Traditionell wird dazu Obst/Obstsalat gereicht.

Ich glaube, mir würde er mit Rührteig fast noch besser schmecken, nur dann wärs ja kein Baba mehr ;-)