2009/08/31

Italo-Klassiker: Spaghetti ala Puttanesca


Bild: © Ellja

Was die Huren mit diesem Gericht zu tun hatten, weiß ich nicht, vielleicht weil es so ein einfaches, schnelles Gericht darstellt, das selbst diese es zwischen ihrer sonstigen Beschäftigung zubereiten konnten?

Naja, jedenfalls ist es eine typische Resteverwertungsküche: Zwiebel, Knoblauch, Sardellenfilets, Kapern, Chilli, Oliven, Tomaten (Dose), Öl, Basilikum und Spaghetti. Mehr braucht man dazu nicht.


Bild: © Ellja
Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl andünsten, die Sardellenfilets darin schmelzen, Tomaten dazu geben und alles schön durchkochen lassen. Kurz vor Ende Kapern, Oliven, fein gehackte Chillischote und gehackten Basilikum dazu geben. Vorsichtig abschmecken. Spaghetti al dente kochen und mit der Sauce vermischen. Fertig!
Ihr seht schon, im Moment muss alles sehr schnell gehen bei mir! Allerdings bin ich guter Dinge, dass sich in wenigen Wochen die Renovierungsarbeiten erledigt haben und dann wird wieder ordentlich gekocht, versprochen!

2009/08/28

Salat statt Maurerforelle


Bild: © Ellja

Da ich gerade im Renovierungsstress bin, meine Küche eine leere Baustelle darstellt, gibts bei uns zur Zeit Salat. Die Handwerker können einem fast den letzten Nerv rauben, da sind Vitamine eine wichtige Sache (neben Schokolade zur Beruhigung).

In diesem Fall: Blattsalat mit Jungspinat, Ziegenkäse im Speck, Melone

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

2009/08/27

Fremdgegessen: Zum kleinen Griechen


Bild: © Ellja
Das mit dem "klein" kann sich ausschließlich auf das Lokal selbst beziehen, denn der Besitzer ist weder Grieche noch klein, dagegen erwartet einen eine Winzigkeit von einem Restaurant mit etwa 14 Sitzplätzen am "Hofberg 8". Im Herzen der Linzer Altstadt findet man das höchst liebenswert ausgestattete Juwelchen mit Gewölbe aus dem 15. Jahrhundert. Zu dieser Zeit waren die heutigen Räumlichkeiten Pferdestallungen. Ganz in der Nähe befand sich das "Salzamt", was damals ein wichtiger Umschlagplatz des Salzhandels war.


Bild: © Ellja
Andreas Mair betreibt das Restaurant nun seit 27 Jahren, und das mit großem Erfolg. Neben dem hübschen Ambiente bietet er solide, schmackhafte Küche, eher mediterran als nur griechisch, aber auch US-Steak findet sich auf der Speisekarte, was einen im ersten Moment irritieren mag, aber nach dem ersten Bissen ist es sowieso egal.


Bild: © Ellja
Eine umfangreiche Weinkarte mit Weinen aus aller Welt gehört hier zur Selbstverständlichkeit. Alle Flaschenweine können auch Glasweise bestellt werden.
Die Preise liegen - naja - im oberen Segment, also Kreditkarte einpacken ;-). Ganz ehrlich: ich persönlich hab mich ein bisserl geschreckt, denn selbst in der Verdi-Diele (2 Hauben) kriegt man ein Dessert unter 9,--, meine ich.
Nun gut, aber hier unsere Speisenauswahl: (sorry, die Fotos sind etwas zu dunkel, war schummrig da ,-)

Vorspeisen:

Bild: © Ellja
Carpaccio vom Rind - wirklich ganz zart mit aromatisch, zurückhaltender Marinade.



Bild: © Ellja

Griechischer Vorspeisenteller - Tsatsiki, gebratene Zucchini, Melanzani, Zwiebeln, Oliven - ganz solide und schmackhaft. Verflixt! Ich hatte viel zu spät gesehen, dass es "Foie Gras" gegeben hätte, mein Fehler.

Hauptgang:

Bild: © Ellja
Lammrückensteak mit Polenta - Das Steak absolut genial auf den Punkt, gutes Sößchen, Polenta innen locker, außen knusprig, leider zuwenig.


Bild: © Ellja
Calamari gegrillt auf Sepianudeln - butterzart gegrillte Calamari, ordentlich gewürzt, bisschen Schärfe, nix zu Meckern.

Nachtisch:


Bild: © Ellja
Cumquatparfait mit Früchten - da hat mich leider nur der Preis umgehauen, nichts besonderes.

Wein: Grüner Veltliner "Zöbinger Pfaffenberg" 2008 und vorher Bier

Fazit: Wer nicht auf den Preis schaut und einen romantischen Abend (dafür eignet sich dieses Restaurant hervorragend) verbringen möchte, ist hier sicher ganz glücklich. Der Chef des Hauses ist freundlich, zuvorkommend, bemüht und wird alle Wünsche zu erfüllen versuchen. Ein heimeliges, nicht alltägliches Ambiente tut ihr übriges. Große innovative Küche darf man sich aber nicht erwarten. Die Preise - wie gesagt - empfinde ich als zu hoch.
Bitte unbedingt reservieren, das Restaurant ist buziklein - Homepage.

2009/08/26

Zwetschgenzeit - Strudelteig


Bild: © Ellja

Mit den ersten Zwetschgen vom Markt dieses Jahr wollte ich wieder einmal einen saftigen Strudel backen. Warum nur haben so viele Angst vor ausgezogenem Strudelteig? Ich finde, das ist einer der einfachsten Teige überhaupt und mit den papierartigen Fertigblättern unvergleichbar.

Hier ein Rezept aus meiner Familie, immer wieder weitergereicht. Ganz klassisch und schlicht.

Ausgezogener Zwetschgenstrudel

Zutaten:
250 g Mehl
3 EL Öl
1 Prise Salz
Wasser
Zwetschgen
Zimt
Zucker
Zitronensaft
Nussbrösel
Butter

Strudelteig: Aus Mehl, Öl, Salz und Wasser einen glatten Teig herstellen. Den Strudelteig noch einmal durchkneten und mehrmals auf ein Brett schlagen (Luft rausschlagen). Die Teigkugel in Folie wickeln und 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Füllung:
Die Zwetschgen halbieren, entkernen und die Hälften erneut halbieren. Dann mit Zucker, Zimt und Zitronensaft mischen und durchziehen lassen.

Den Strudelteig erst auswalken und dann sehr dünn ausziehen (über Handrücken). Den ausgezogenen Teig (er sollte durchscheinend sein) auf ein Tuch legen. Die Butter schmelzen und den Teig mit der flüssigen Butter bestreichen. Darauf gleichmäßig Nussbrösel und Zucker aufstreuen, noch ein wenig Zimt darüber, dann die Zwetschgenmischung verteilen. Mit Hilfe des Tuches den Strudel aufrollen und auf eine gefettetes Blech setzen. Die Teigenden unterschlagen. Die Oberfläche mit Butter einpinseln und nach Belieben mit etwas Zucker bestreuen. Im auf 180 °C (Umluft) vorgeheizten Backofen ca. 25 - 30 Minuten backen.

Nach dem Backen etwas auskühlen lassen und am besten mit viel Staubzucker bestreut lauwarm servieren. Für mich sind Vanilleeis und Schlagobers hier überflüssig, würden aber sicher gut dazupassen.

2009/08/25

Persisches Vergnügen nachgekocht!


Bild: © Ellja

Ich habe bisher noch nie persisch gekocht. Bei Eline habe ich allerdings ein sehr ansprechendes Rezept entdeckt, das keinen langen Aufschub zuließ. Ich habe ihre Lammbällchen mit Sauerkirschen allerdings ein wenig abgewandelt, da ich getrocknete Cranberries und Mandeln zuhause hatte, habe ich diese anstatt Sauerkirschen und Walnüsse (war zu faul zum Haut abschälen ;-) in die Lammbällchen getan. Ich hoffe, Du nimmst es mir nicht krumm, liebe Eline!

Hier Eline´s Rezept mit meiner Abwandlung:

Zutaten für 4 Personen:
Lammbällchen:
500 g Lammfleisch
1 kleine Schalotte
1 Eigelb
Salz & Pfeffer

Fülle:
50 g getrocknete, gehackte Cranberries
2 EL gehackte, geschälte Mandeln
2 EL Butterschmalz
1 große Zwiebel, feingehackt
½ TL Kurkuma
1 Stange Zimt
1/2 TL Safranfäden
1 TL Zucker
150 ml Gemüse- oder leichter Geflügelfond
300 g Karotten, in Scheiben geschnitten
1 EL Limettensaft oder Zitronensaft
Salz & Pfeffer
1 Bund frische Petersilie, grob gehackt

Zubereitung:
Fleisch und Schalotte zusammen fein faschieren, Eigelb dazu, nur leicht würzen. 1 grossen Esslöffel der Fleischmasse auf die nasse Handfläche geben, flach drücken und mit einem TL der Früchte-Nuss-Masse füllen. Es sollen Bällchen mit ca. 3-4 cm Durchmesser entstehen. Grossteil des Safran mit Zucker mörsern, in kaltem Fond auflösen. Einen Teil der Safranfäden in Fond kalt einweichen. Zwiebel und Gewürze bei geringer Hitze durchrösten, dann die Bällchen kurz anbraten und mit Fond und Safranflüssigkeit aufgiessen. Zugedeckt ca. 1,5 Stunden bei sehr geringer Hitze schmoren. In der Hälfte der Zeit Karotten zugeben und mitschmoren. Mit Limettensaft abschmecken, würzen, Safranfäden zugeben und noch ca. 2 Minuten ziehen lassen. Mit gehackter Petersilie bestreuen.

Ich war mir nicht sicher, ob die Lammbällchen, obwohl sie mit Flüssigkeit bedeckt waren und wirklich nur ganz sanft gegart wurden, nicht etwas trocken würden ob der langen Kochzeit. Und ja, ich muss gestehen, sie waren nach 1,5 Std. ein wenig zu trocken für meinen Geschmack. Sie haben aber trotzdem ausgezeichnet geschmeckt. Die Sauce war überhaupt der Hammer, so ein wundervoller runder Geschmack, das hatte ich gar nicht erwartet. Die Karotten sind ein Muss, sie runden das ganze erst so richtig ab und geben eine leichte Süße. Ich bin begeistert von diesem Gericht, nur beim Lammfleisch muss ich mir noch was überlegen, wie ich das hinkriege, damit sie schön zart bleiben...


Bild: © Ellja

Auch wie Eline habe ich dazu Isi´s Tahdig zubereitet. Auch hier, liebe Isi, ganz vielen Dank. Ich kannte diese Art des Reis-kochens bisher nicht, aber dieser persische Reis war eine so schöne Beilage, den könnte man auch einfach so essen, natürlich durch die viele Butter nichts für die Figur, aber einfach saugut ;-)

Ich möchte hier mal allgemein Danke sagen, für die vielen Anregungen, die ich immer wieder in den zahlreichen anderen Blogs bekomme. Auch wenn man dadurch fast sowas wie Stress bekommt. In letzter Zeit komme ich z.B. kaum mehr dazu aus meinen eigenen Kochbüchern zu kochen, weil ich so viele Rezepte zum Ausprobieren aus euren Blogs gespeichert habe. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mein Kochhorizont erweitert sich durch das Lesen und Studieren eurer Blogeinträge enorm, und das gefällt mir echt gut. Ich habe schon immer gerne Kochbücher "gelesen", aber das hier ist um einiges spannender.

2009/08/24

Weißschnittchen nicht nur für Schneewittchen


Bild: © Ellja

In Italien habe ich sie wieder mal so richtig genossen, die köstlichen, mit allem möglichen gefüllten Tramezzini. So a Jauserl lass ich mir gerne gefallen, auch daheim.

Hier meine persönlich liebste Eigenkreation:

Frischkäse, Rucola, getrocknete Tomaten, gebratene Auberginen und Zucchini, Gewürze, Kräuter und gutes Olivenöl.

Ein Tramezzino ist da natürlich viel zu wenig, mindestens zwei müssen es schon sein. Warum aber die bei uns erhältlichen Tramezzinibrote mit 5 Stk. pro Packung verkauft werden, darüber muss ich mich wirklich wundern. Sollte ich dem Produzenten etwa unterstellen, er möchte dadurch gleich noch ein 2. Packerl verkaufen, weil mit 5 Scheiben gehen sich ja nur 2 Brote aus und da bleibt dann ein einsames Scheibchen übrig? Ja, mach ich, weil alles andere kommt mir nicht logisch vor. Also von mir ein schwarzer Punkt für die Firma Morato Pane. Tipps für besseres Tramezzinibrot sind herzlich willkommen :-).

2009/08/21

Schokosoufflé und Himbeersorbet Express


Bild: © Ellja

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Ein Rucki-Zucki-Dessert musste her. Ich wollte auch kein Rezept rauskramen, sondern einfach so "aus dem Handgelenk" gschwind, wie der Wind was auf den Tisch zaubern.

Das Schokosoufflé hab ich also dann so gebastelt:
2 Eier
3-4 EL Zucker
150 g Kuvertüre
4 EL Mehl
1 TL Backpulver
Butter zum Einfetten der Förmchen

Eier samt Eiklar mit dem Zucker zu einer weißen Masse schlagen. Kuvertüre in einem Topf langsam schmelzen. Mit einem Teigschaber unter die Eiermasse zu einer homogenen Creme rühren. Mehl und Backpulver locker unterheben. Die Masse in gebutterte Förmchen füllen und bei 140 Grad im Backrohr ca. 8 - 10 Minuten backen, so dass der Kern noch eher flüssig ist. (jaja, ich weiß, eigentlich schimpfe ich ja über die flüssigen Schokotörtchen, weil man in den letzten Jahren fast in jedem Restaurant damit konfrontiert wurde, aber Lust auf was Schokoladiges relativiert dann auch wieder vieles;-)

Für das schnelle Himbeersorbet habe ich einen nicht ganz feinen, aber sehr effektiven Trick angewandt (strenge Köche bitte jetzt nicht weiterlesen). Ich habe gefrorene Himbeeren in meine Moulinette gegeben, 1 Spritzer Zitronensaft und ca. 1 EL gesüßte Kondensmilch dazu. Das ganze habe ich rapido gemixt und raus kam ein wundervolles, cremiges Sorbet, das man gleich servieren konnte. Bitte, wer das nicht glauben kann, der soll es versuchen, aber es hat geschmeckt, als hätte es jemand mit viel Aufwand zubereitet, perfekt einfach! Ich war selber ganz begeistert!

Das Schokosoufflé mit Staubzucker bestäuben und mit dem Sorbet anrichten. Frische Himbeeren (die ich nicht hatte) runden das Ganze noch ab.

Das Dessert ist auf alle Fälle was für Cucinarapida.

2009/08/20

Wiener Schnitzel - Irrungen und Wirrungen


Bild: © Ellja

Ab und zu bin ich streng. Speziell was so heimische (österreichische) Küche anbelangt und wenn ich dann irgendwo drauf komme, dass bestimmte Gerichte so richtig "verwerdagelt" (verhunzt, zum negativen verändert) wurden, kenn ich kein Pardon. Zum Beispiel regt es mich irrsinnig auf, dass man in Deutschland ein "Wiener Schnitzel" ganz oft mit den ärgsten Saucen bekommt, ich hab eine Variante mit "Sauce Bernaise" erlebt! Na holla, da jault mein österreichisches Genießerherz aber schmerzvollst auf!

Ich weiß, ich weiß, man sollte ja nicht zu generalstabsmäßig sein, es geht um Kreativität und Veränderung und sowas alles. Aber trotzdem, bei so Basic-Gerichten, da kann ich nicht anders. Ich meine, bevor man sich an kunstvolle Eigenkreationen macht, sollte man das Basisgericht zumindest gut beherrschen, jawoll - und Sauce auf ein armes Schnitzel zu klatschen is ja schon mal gar nicht kreativ!

Wo es eigentlich herkommt, weiß keiner so genau, da wird auch viel gestritten. Wenn einige Legenden stimmen, so haben die Wiener ihr Schnitzel ursprünglich den Italienern zu verdanken. Und die sind mit ihren Gerichten ja auch sehr streng, weil in ein Sugo gehört einfach kein Ketchup und ins Tiramisu auch kein Schlagobers, e basta ;-)

Wie ein echtes "Wiener Schnitzel" (umgangssprachlich "Breslfetzen") geht, will ich daher hier jetzt gleich mal zur Diskussion stellen:

Zuerst einmal nimmt man immer Kalbfleisch. Es schmeckt auch vom Schwein gut und auch von der Pute, aber dann ist es kein Wiener, dann ist es nur Schnitzel. Also kaufen wir ein gutes Stück Kaiserteil (aus der Schale).

Das wird jetzt schön flach geklopft, aber nicht malträtiert, indem man mit dem Fleischklopfer wild drauf los schlägt. Man gibt eine Klarsichtfolie über das Fleisch und klopft es mit dem flachen Teil des Fleischklopfers schön dünn, ohne dass die Fleischporen dadurch angegriffen werden.

Jetzt bereitet man die Panier (Panade) vor: Ein großer Teller mit Mehl, ein großer Teller mit einem verschlagenem Ei (etwas Sahne oder Milch dazu, etwas salzen) und ein großer Teller mit ganz fein gemahlenen Semmelbröseln.

Das Kalbschnitzerl wird jetzt noch mit Salz und Pfeffer auf einer Seite gewürzt, dann im Mehl gewendet, durch das Ei gezogen, am Schluss mit den Bröseln gut umhüllt. Hier gibts auch gleich was zu beachten: Will ich mein Schnitzel kross und knusprig haben, dann drücke ich die Brösel ganz fest an. Will ich, dass sich die Panier etwas wellt und weicher wird, dann nur ganz locker bröseln, beim Original wird das so gemacht, nur leicht anbröseln.

Jetzt wird in einer Pfanne ganz viel Butterschmalz heißgemacht (eigentlich gehört Schweineschmalz rein), wenn man ein Holstaberl reinsteckt, soll es Blasen schlagen, dann ist die Hitze richtig. Wenn ich nun das Schnitzel einlege, muss es schwimmen und das Fett muss aufsprudeln. Jetzt lasse ich das Schnitzel auf einer Seite goldbraun backen und wende es dann, die andere Seite auch genauso goldbraun werden lassen, und das ganze mache ich nur EINMAL. Weil wenn ich das Schnitzel öfter wende, dann säuft es sich nur mit Fett voll, macht es aber überhaupt nicht besser, also bitte nur 1 x wenden!

Das fertige Schnitzel lasse ich kurz auf einem Küchenpapier abtropfen und serviere es mit Zitronenscheibe. Die Wiener Garnitur besteht aus Zitronenscheibe, Sardelle und Kapern. Was es zum Schnitzel als Beilage gibt, ist auch diskussionswürdig. In Wien gibts zum Wiener Schnitzel ausschließlich "Erdäpfelsalat", ein guter Kartoffelsalat muss a bissl schlatzig sein. Bei mir gibt es auch gerne Petersilerdäpfel und einen Klecks Preiselbeerkompott. Aber niemals kommt mir irgendeine Sauce an mein Schnitzel, niemals! Das Schnitzel selber ist der Star, alles andere Statisten, darum geht´s!

2009/08/19

Geburtstags-Brot


Bild: © Ellja

Ein lieber Freund feierte seinen Geburtstag. Und ganz gegen die Aussage Marie-Antoinette´s ("Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie eben Kuchen essen") gab es anstatt Kuchen von mir Brot. Übrigens soll das eine Erfindung gewesen sein, Marie-Antoinette hat diesen Sager angeblich nie getätigt.

Zurück aber zum Brot. Ich habe ein Dinkelbrot mit schwarzem Sesam (gemeint ist Schwarzkümmel) gebacken. Zwei Brote, um genau zu sein, denn das eine gab es gleich für uns zum Frühstück. Mit Schafkäse und Gemüse in der Folie gegart, vielen guten Kräutern und Gewürzen und dann eben dieses Brot... ein herrliches Aroma bringt der schwarze Sesam mit sich!


Bilder: © Ellja

Dinkelbrot mit Schwarzkümmel

Zutaten:
750 g Dinkelvollmehl
250 g Dinkelmehl glatt
Salz
40 g Germ
Sonnenblumenkerne
schwarzer Sesam (=Schwarzkümmel)
warmes Wasser

Zubereitung:
Den Germ in wenig warmen Wasser auflösen, das Mehl, Salz und die Gewürze zu einem Teig verarbeiten. Wenn der Teig zu fest ist, etwas Wasser zugeben und wenn der Teig zu klebrig ist noch etwas Mehl einarbeiten.Den Teig eine Stunde am besten bei Zimmertemperatur, in einer zugedeckten Schüssel rasten lassen. Anschließend kneten und einen Laib formen, diesen in schwarzem Kümmel wälzen und weitere 20 min in der Form Gehen lassen.
Im Heißluftherd bei 170°C ca. 50 min backen. Wenn die Oberseite etwas zu dunkel wird mit Folie abdecken.


Bilder: © Ellja


2009/08/17

Chilli con carne


Bild: © Ellja

Eigentlich ist es schon a bisserl zu heiß im Sommer für so ein scharfes, wärmendes Chilli... normalerweise. Aber da es eh immer wieder zwischendurch Regen und Abkühlung gab, war das genau richtig.

Da wird ja viel gerätselt, was gehört in ein echtes Chilli rein und nimmt man wirklich Hackfleisch oder kleingewürfeltes usw.? Ich hab mir meine eigene Variante zusammengestellt, ich mach halbe-halbe, das heißt die Hälfte vom Fleisch wird faschiert und die andere Hälfte zu kleinen Würfeln geschnitten. Das gibt dem ganzen eine wunderbare Substanz.

Zutaten für 3 - 4:
300 g Rinder-Faschiertes
300 g Rinder-Steak oder Gulaschfleisch in ca. 1cm Würfeln
1 EL Olivenöl
1 große Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 kl Dosen Tomaten gewürfelt
1 Dose rote Kidney- Bohnen
1 kleine Dose Mais (nur bei Bedarf)
1/4 lt. Rotwein
ausreichend Chili (frische Jalapeños, Chiltepins und andere TexMex-typische Sorten natürlich bevorzugt, Thai Chili tut es aber notfalls auch)
2 EL Oregano
2 TL Kreuzkümmel zerstoßen
1 TL Koriander zerstoßen
1 EL Kakao oder Schokolade
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Zwiebel in einem Topf mit dem Olivenöl anbraten. Gehackten Knoblauch dazu, kurz durchrösten. Jetzt das Fleisch dazu geben und gut anbraten. Mit den beiden Dosen Tomaten auffüllen. Rotwein beigeben. Nun die restlichen Gewürze unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Kakao oder Schokolade abrunden. Jetzt muss man dem Chilli das erste Mal etwas Zeit geben, in etwa 40 - 60 Minuten kann die Sauce jetzt langsam einkochen und die Aromen der Gewürze und die Schärfe der Chili entfalten. Etwa 20 Minuten vor Kochende die abgeseihten Bohnen (und Mais) dazu mischen. Bei Bedarf noch etwas Wasser hinzufügen und natürlich das Umrühren nicht vergessen.
Ich reiche als Beilagen immer Quesadillas und Guacamole. Und ein gut gekühltes Bier ist auch Pflicht!

Aufgewärmt schmeckt jedes Chilli natürlich noch besser. Für große Mengen eignet es sich hervorragend.

Noch ein Tipp: Wer mit den Chilischoten lieber vorsichtig sein möchte, der gibt die Schoten im Ganzen rein und fischt sie am Ende wieder heraus.

Achso: Die meisten Leute glauben, das Chilli käme original aus Mexiko. Aber eigentlich ist es Südstaatenküche und die besten Chillis gibts heutzutage in Texas. Allerdings ist es durch die mexikanische Küche und ihre Gewürze unbestritten beeinflusst.

2009/08/13

Clafoutis mit Joghurt, Marille und Melisse


Bild: © Ellja

Clafoutis mit Kirschen und Äpfel gabs schon. Aber ein Teig mit Joghurt und dazu Marillen, das hat mich auch wieder mal gereizt. Den hier hab ich bei der Hedonistin abgeschaut:

flaumige Joghurt-Clafoutis mit Marille und Zitronenmelisse

Man kann ihn ganz klassisch mit viel Staubzucker genießen...



Bild: © Ellja

... oder aber so richtig orgastisch in gesüßter Creme fraiche ertränken!



Bild: © Ellja

Rezept (abgewandelt) dazu gibts hier:
Teig:
2 Eier
2 Eigelb
1/2 Limette
60 g Zucker
250 g Joghurt, natur
160 g Mehl
1 Prise Salz
1/2 Pkg. Backpulver
ca. 1/8 l Milch
Belag:
ca 1 kg Marillen (Aprikosen), entsteint, in Spalten geschnitten
Zitronenmelisse, gehackt
Zucker

Für den Teig 2 Eiklar mit Limettensaft steifschlagen. 4 Eigelbe mit Zucker zur Rose schlagen und Joghurt untermischen. Mit Backpulver und Salz vermischtes Mehl einrühren und mit so viel Milch vermengen, dass ein dickflüssiger Teig entsteht. Eischnee unterziehen, dabei dürfen gern einige "Schneenester" bleiben. Teig in die Form gießen und das Obst und die Melisse darauf verteilen. Mit ordentlich Zucker bestreuen. Ins Rohr schieben und auf mittlerer Schiene bei ca. 170 Grad Umluft ca. 30 Minuten goldgelb backen.

Flaumiger Teig, saftige Frucht, nicht zu süß - super! Aber für heuer hab ich jetzt genug von den Marillen, jetzt kommen die Zwetschgen dran!

2009/08/12

Das Hohelied von der Eierspeis (ohne e)


Bild: © Ellja

Befragt man die meisten Köchinnen und Köche, die Tag für Tag die extravagantesten Kreationen aus der Kochschürze schütteln, was sie gerne essen würden, so sind das mit Sicherheit meistens einfache, ja gar banale Gerichte: Fritattensuppe, Einernockerl & Co laufen Hummer, Lammrücken und Trüffel den Rang ab.

Da fällt bei mir die gute alte Eierspeis (Rührei) auf Platz Nummer 1. Obwohl... beim Zubereiten einer wirklich gelungenen Eierspeis kann man ziemlich viel falsch machen, also sooo einfach ist das Ganze dann auch wieder nicht.

Zuerst einmal muss man die Eier nicht wild absprudeln, sondern man verschlägt sie nur ganz leicht in einer Schüssel. Vom Verdünnen mit Milch oder Sahne halte ich gar nix. Dann gehört ordentlich Butter in die Pfanne (wer Öl nimmt, wird gehängt!) Die Butter lässt man nur ganz sanft aufschäumen und schon gleiten die Eier ins Pfanderl. Gleich gut salzen, das ist ja Geschmackssache. Und jetzt JA NICHT wild durcheinanderrühren, nein nein. Auf kleiner Flamme erstmal das Ei ein ganz klein wenig stocken lassen, und dann nur mit einer Gabel oder Holzspatel zusammenschieben. Von einer Seite zur anderen immer wieder schieben, bis das Ei nicht mehr klibbert, aber noch schön glänzt. A bissl vorher schon den Ofen ausschalten, weil die Pfanne brät ja nach und wenn das Ei mal staubtrocken auseinanderbröselt, is es grad vorbei mit dem Eierglück!

Was man aber jetzt mit dem gelungen Eierspeiserl noch anstellt, ist auch eine Kunst für sich:
Ich mags gerne auf einem dicken Stück dunklem, saftigen Roggenbrot, das vorher recht ordentlich mit Butter beschmiert wurde. Einen dicken Haufen drauf und ordentlich pfeffern. Oder auch mit einem Kleckserl Lieblingsmarmelade, man glaubts nicht, aber das kann durchaus köstlich sein. Dagegen mag ich das mit dem Kernöl überhaupt nicht, da graust mir... so hat halt jeder seine Vorlieben.

"... in da Mittagspause gehri meistns z`haus, weu des Wirtshausessn halt ja kana aus, meistens koch i ma a klane Eierspeis, des is eins von zwei Gerichtn die ich weiß... " hat ja schon Georg Danzer gesungen!

Nachtrag: Die beste Eierspeise gelingt mit der besten BioButter Österreichs, nämlich der Strasser-Butter. Wer das nicht glaubt, ist selber schuld. Die Eierspeise bekommt so eine wunderbare Dichte und schmeckt so samtig und herrlich.... muss, muss, muss!!!!

Grün, grün, grün ist alles, was ich backe...


Bild: © Ellja

Ja, grün waren sie jetzt! Ich habe ja angekündigt, dass ich die Pistazien-Macarons noch probieren wollte, nachdem jene mit Himbeeren so ein Erfolg waren.

Gleich vorweg: das Rezept von E&T ist ein Scheiß, Entschuldigung, aber das funktioniert überhaupt nicht! Die schreiben mir da vor, ich solle die Macarons zuerst bei 80 Grad 15 - 20 Minuten trocknen (soweit ok), aber dann noch bei 180 Grad 6 - 8 Minuten backen. Das hab ich ja beim letzten Mal schon nicht befolgt, und dieses Mal dachte ich "Versuch es halt, vielleicht werden sie schöner" - BLÖDSINN! Ich hab mich so geärgert!


Bild: © Ellja

Im Backofen sahen sie ja noch richtig gut aus, gell?
Aber nach dem 180 Grad Backen waren es kleine grün-bräunliche verschrumpelte Dinger. Forget it!!!

Die zweite Ladung hab ich dann wieder so gemacht, wie beim letzten Mal. Bei 80 Grad 20 Minuten getrocknet und bei 120 Grad noch 6 Minuten gebacken. Wieder haben sie keine Füßchen und die Oberfläche ist wieder nicht so glatt, wie man sie von Profis kennt.

Aber sie haben ausgezeichnet geschmeckt!!!

Hier das ganze Rezept:

Zutaten:
100 g geschälte, gemahlene Mandeln
2 Eiweiß (am Vortag getrennt)
1 Prise Salz
140 g Puderzucker
4 Tropfen grüne Speisefarbe und
2 El gemahlene Pistazien

Für die Füllung:
50 g Pistazien
100 g Marzipanrohmasse
4 El Mandellikör
2 EL ganz weiche Butter

Zubereitung:
Mandeln in einem Blitzhacker ganz fein mahlen und durch ein Sieb streichen. Das Eiweiß und Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers anschlagen. Den Puderzucker nach und nach esslöffelweise zugeben und sehr steif schlagen. Die Mandeln mit einem Schneebesen unter die Eiweißmasse heben. Die grüne Speisefarbe und gemahlene Pistazien unterheben.

Blech mit Backpapier belegen und die Baisermasse in einen Spritzbeutel füllen und möglichst gleich große Baisertupfen aufspritzen: Die Tupfenoberfläche soll leicht verlaufen und glatt sein.

Die Baisers im Umluftbackofen bei 80 Grad auf der mittleren Schiene 20 Minuten trocknen. Die Oberfläche der Macarons soll danach nicht mehr klebrig, sondern trocken sein. Auf 120 Grad hochschalten und die Macarons weitere 6 Minuten backen, dann vollständig auf den Backblechen abkühlen lassen.

Füllung:
Die Pistazien im Blitzhacker fein mahlen und die Marzipanrohmasse in kleinen Portionen zugeben. Masse vom Blitzhacker in eine Rührschüssel geben. Den Mandellikör und die weiche Butter esslöffelweise unterrühren, bis eine spritzfähige Masse entsteht, kurz ankühlen, dann erst in die ausgekühlten Baisers füllen.


Bild: © Ellja

2009/08/10

Karibisch Nachgekocht: Chicken "Rosemary" und Sauce Creole


Bild: © Ellja

Früher hatten wir beruflich miteinander zu tun. Jetzt schreibt sie Krimi's und kocht bei Manfred Buchingers "Zur alten Schule":
Eva Rossmann und ihre Mira-Valensky-Kriminalromane sind ein amüsantes Vergnügen. In ihren Stories wird gemordet, verbrochen, aber auch gekocht, und wie!

Hier aus ihrem Krimi "Mörderisches Idyll" ein wundervolles, karibisches Rezept (von mehreren). Im Roman kocht es Rosemary in ihrer Strandbar, im echten Leben stammt es von Eva Rossmanns karibischer Freundin Olivia.

Danke, Olivia, Eva und Mira!

Bevor ich aber das Rezept poste, möchte ich noch ein eigenes Rezept für eine Hot Sauce anmerken. Hot Sauce gibt es in tausend Varianten, wird aber in beinahe jedem karibischen Gericht verwendet. Die wichtigste Zutat: Scotch Bonnet Chilli. Sie ist eine der schärfsten Chilliarten und hat einen aprikosenartig fruchtigen Geschmack. Bei uns leider nicht überall zu bekommen.

Hot Sauce
Zutaten:
3 Scotch Bonnet Chillis, entkernt, gehackt
200 ml Weißweinessig
2 Limetten, Saft
Schale von 1 Limette
100 ml Karottensaft
1 TL Curry Pulver
1 TL gehackter Ingwer
2 TL Salz
1 TL brauner Zucker
1 TL Kreuzkümmel, zerstoßen
4 Pimentkörner, zerstoßen
1 Zehe Knoblauch, fein gehackt
1 reife kl. Banane
1 reife Kiwi

Alle festen Zutaten im Mixer pürieren. In einem Topf mit Essig, Karottensaft, Limettensaft, Salz, Zucker und Gewürzen verrühren. Ca. 20 - 30 Minuten köcheln lassen und immer wieder umrühren. Noch ganz heiß in saubere Gläser/Flaschen einfüllen. Hält sich einige Wochen lang.


Bild: © Ellja

Hier aber nun das Chicken "Rosemary" mit Sauce Creole:

Zutaten
4 große Hühnerkeulen (Ober- und Unterkeulen)

Für die Marinade:
3 EL brauner Rohrzucker
1 Zwiebel, fein geschnitten
2 Knoblauchzehen, fein geschnitten
2 EL karibischer Rum
2 EL Weißweinessig
Saft einer Limette
etwas Hot Sauce
1 El frische Thymianblätter
1 Tl frisch geriebener Ingwer
6 Pimentkörner, zerstoßen

Für die Creole Sauce:
6 Scotch Bonnet Peppers (ich habe nur 2! genommen, und es war ausreichend scharf)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 kleiner grüner Paprika
150 g gelbfleischiger Kürbis
20 g frischer Ingwer
2 El brauner Zucker
500 g ungewürztes Tomatenfruchtfleisch (frische Tomaten nur dann, wenn sie vollreif sind)
1 EL karibischer Rum
30 g Butter
1 EL Öl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
frische Thymianzweige
etwas Hot Sauce

Für die Marinade alle Zutaten gut verrühren. Je nach persönlicher Vorliebe abschmecken. Hühnerkeulen waschen, gut trocken tupfen, wenn möglich, für 24 Stunden marinieren. Danach am besten auf einem Holzkohlengrill auf beiden Seiten richtig scharf bräunen (das Fleisch sollte noch nicht durch sein), ersatzweise in einer Grillpfanne mit etwas hitzebeständigem Öl.


Bild: © Ellja

Für die Sauce Creole Zwiebel und Ingwer fein schneiden und in Butter und Öl anrösten. In dünne Streifen geschnittene Scotch Bonnet Peppers, fein geschnittenen Knoblauch, in dünne Streifen geschnittenen Paprika und Kürbis dazugeben, mitrösten. Zucker dazugeben, unter ständigem Rühren vorsichtig karamellisieren. Mit Tomatenfruchtfleisch samt Saft aufgießen. Mit Rum, Pfeffer, frischem Thymian und etwas Hot Sauce abschmecken, durchkochen. Hühnerkeulen einlegen, so lange köcheln lassen, bis sich das Fleisch vom Knochen zu lösen beginnt. Wenn nötig, zwischendurch mit etwas warmem Hühnerfond oder Wasser aufgießen. Auf heißen Tellern die Sauce Creole anrichten, je 1 Hühnerkeule darauflegen. Bei mir gab es dazu einfach Reis.

Und wenn man dann noch nicht in Stimmung ist, dann hilft nur noch ein RumPunch für ein bisschen karibisches Feeling!

Bild: © Ellja

2009/08/07

Kleiner Luxus ganz groß!

Bild: © Ellja

Sicher habt ihr sie auch! Diese kleinen, feinen Dinge, die ihr wie Schätze hütet, ein stolzer Erwerb, ein Hauch von Luxus, ein geliebtes Stück vom Flohmarkt, ein bisschen Nostalgie, ein wenig "aahhhhhhh"?

Nicht immer (oder sogar sehr oft nicht) stehen "Marken" auch für gute Qualität. Aber ein ansprechendes Design oder eine witzige Idee, ein formschönes Äußeres oder betörendes Inneres und man ist schon hingerissen... ob bei Mode, Möbel, Taschen, Schuhen, Elektronik, Geschirr oder auch Essen und Wein ... auch in Zeiten von "Wirtschaftskrjekajdöjflak" darf man sich dran erfreuen, gell.


Bild: © Ellja
Mit welchen persönlichen Schätzen umgebt ihr euch gerne? Was regt eure Sinne an? Welche persönlichen Lieblinge habt ihr erstanden?

2009/08/06

Burrata über alles!


Bild: © Ellja

Manchmal muss zum Abendessen auch ein kleiner Snack reichen. Aber mit einer Burrata ist das für mich ein Festschmaus!

Ich liebe diesen Käse - mozarellaartig, aber aus Kuhmilch und im inneren cremig weich, ja fast sahnig, 44 % Fett - aber davon lass ich mich nicht abhalten, ganz im Gegenteil : ich vermähle ihn mit Ciabatta, Erdbeer-Chilli-Marmelade und Jungspinatblättern zu einem edlen Abend(b)rötchen!

Gesehen: Coraline



USA 2009
Regie: Henry Selick

Eine bessere Welt, ein schöneres Leben. Davon hat Coraline schon immer geträumt: Eine geheime Tür führt Coraline direkt in eine etwas andere, spektakuläre Version ihres eigenen Lebens. Hier leuchten die Farben, hier stehen Pizza, Hot Dogs und Creme-Muffins auf dem Mittagstisch und abgesehen von den seltsamen schwarzen Knöpfen anstatt Augen sind diese anderen Eltern weitaus spaßigere Abbilder ihrer Mutter und ihres Vaters. Der Alltag scheint hier wie eine endlose Zirkusvorstellung - doch als die andere Mutter versucht, sie für immer in diesem Parallelzuhause zu behalten, wird aus dem dauernden Spaß bitterer Ernst. Um sich selbst und ihre wahren Eltern zu retten und ein paar andere Kinder aus ihrem Gefängnis in dieser anderen Welt zu befreien, braucht Coraline ihren ganzen Mut und ein bisschen Hilfe von ihren Nachbarn und einer sprechenden schwarzen Katze.

Ein wirklich stimmungsvolles, schauriges Märchen für Erwachsene, mit wunderschönen Bildern und einer ausgezeichneten Animation. Nicht ganz so gruselig und verschroben wie Tim Burton´s Produktionen, aber für kleine Kinder is der auch nix. Die Story erinnert stark an "Alice im Wunderland" oder "Der Zauberer von OZ" und als Zuseher verbündet man sich sofort und bereitwillig mit der frechen und beherzten Coraline gegen jeden und alles, was ihr im Wege steht.

Demnächst in unseren Kinos.

2009/08/05

TarteTatin mit Marillen und Physalis


Bilder: © Ellja


Diese Kombination hat mich bei der Hedonistin gleich angesprochen. Das musste raschest ausprobiert werden.

So hab ich ihn gemacht:
Zutaten Teig:
200 g Mehl
70 g Zucker
60 g Butter
1 Ei
2 EL Sauerrahm
1/2 Pkg. Backpulver
1 El (Himbeer)Essig

Belag:
Zucker
Marillen
Physalis
Vanillestange

Staubzucker

Alle Zutaten für den Teig gut verkneten und ca. ½ Std. kühl rasten lassen.

Marillen vierteln, Physalis halbieren. Nicht zu klein schneiden, sonst verlieren sie beim Backen zuviel Flüssigkeit.Die Tarteform mit zerknülltem Backpapier auskleiden. Auf dem Backpapier ordentlich Zucker verteilen und im Backofen karamellisieren lassen.

Bild: © Ellja

Die Vanillestange halbieren und über den Zucker geben.Darauf das Obst verteilen, mit dem ausgerollten Teig bedecken, Löcher einstechen, und 20 – 30 Minuten bei 180 Grad backen.
Die Tarte stürzen und das Backpapier abziehen. Mit Staubzucker überstreuen. Am besten lauwarm mit gesüßter Creme fraiche servieren.
Fantastisch!!!!

2009/08/04

B'stilla (Marokko)


Bild: © Ellja

Landestypisch für die B'stilla/Bastilla ist eine Füllung aus Taubenfleisch, Zwiebeln und Nüssen. Das mit dem Taubenfleisch hab ich kurz überdacht (ähbähhh), aber dann ganz schnell verworfen. Ich kaufte dann doch lieber Hühnchenfleisch.

Auch bei den Teigblättern musste ich einen Kompromiss schließen, die originalen Wharka-Teigblätter werden in einer aufwändigen Prozedur hergestellt: Ein Teig aus Weizenmehl, Wasser und Öl wird auf einem heißen Blech durch leichtes und oftmaliges Auftupfen zu dünnen, durchscheinenden Teigplatten verarbeitet. Für eine Teigplatte tupft man etwa 28 Mal, eine ordentliche Bastilla besteht aus 26 Teigblättern...naja, da kann man eine ganz schöne Weile tupfen, also nix da. Ich habe einfach Filo-Teigblätter genommen, der ist zwar dicker, aber ich habe viel weniger Lagen gemacht, dann passts auch wieder.

Das interessante an dieser Pastete ist die Kombination aus Fleisch, Nüssen, Zwiebeln, Zimt und Zucker!

Hier aber nun die Rezeptur:

Zutaten:
1 Bio-Henderl
4 große Zwiebeln
1 große Handvoll Koriandergrün
1 große Handvoll Petersilie
1 Zehe Knoblauch
5 Eier
100 ml Öl
1 EL Butter
1 kl Prise Safranfäden
1 Prise Ingwerpulver
1 Prise Zimt
Salz, Pfeffer

250 g gehackte, geröstete Mandeln
Filo- oder Brickteig (ich hatte 8 Lagen verbraucht)
Fett für die Form

Zubereitung
Safranfäden mit Salz zerstoßen und in wenig warmen Wasser auflösen. Hähnchen von der Haut befreien, waschen und abtupfen. Danach wird das Huhn in 4 Teile zerlegen. In einem Topf das Öl und die Butter erhitzen. Das Fleisch dazu geben und mit aufgelösten Safranfäden, Pfeffer, Ingwerpulver, Zimt und Salz würzen. Petersilie und Koriandergrün und Knoblauch hacken und ebenfalls in den Topf geben. Alles zusammen gut durchmischen und kurz kochen lassen. Dann wird das Ganze mit Wasser aufgefüllt (nicht zuviel Wasser). Alles so lange kochen lassen, bis das Fleisch gar ist. Fleisch raus nehmen, in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen.

Die Zwiebeln zwischenzeitlich schälen und in feine Streifen schneiden. Nachdem das Fleisch rausgenommen worden ist, die Zwiebeln in den Sud geben. Sobald die Zwiebeln gar sind, die Eier verrühren und dazugeben. Wenn die Eier stocken, den Topf vom Herd nehmen. Alles durch ein Sieb geben und den Sud dabei auffangen. Die Zwiebeln gut abtropfen lassen.

Das Fleisch, sobald es komplett getrocknet ist, von den Knochen befreien und in kleine Streifen zupfen. Die Zwiebeln zu dem Fleisch geben und gut durchmischen.

Eine runde Backform gut einfetten und mit Filo-Teig bedecken. Dabei sollten jeweils 2Lagen so hingelegt werden, dass ein Blatt jeweils eine Ecke abdeckt und der Rest aus der Form raus schaut. Dann je eine Lage Filo-Teig genau in die Mitte der Formen legen.

Nun etwas von dem Sud auf die Filo-Lage geben und gut einreiben. Dann die gerösteten und gehackten Mandeln drauf geben und evt. mit ein wenig Zimt bestreuen. Wieder eine Lage Filo-Teig drauf und wieder mit Sud einreiben. Dann das Hühnchen-/Zwiebelgemisch hineinfüllen. Wieder eine Lage Teigblätter drauf geben und nicht vergessen, mit dem aufgefangenen Sud einzureiben. Zum Schluss werden jetzt noch die Reste der ersten Lagen, die aus der Form herausschauen oben drauf gefaltet. Jetzt noch jeweils eine letzte Filo-Lage oben drauflegen (um eine schöne Decke zu bekommen) und die überstehenden Reste unter die Pastete geben. Die letzte Lage auch noch mal gut mit dem Sud einreiben.

Die Form in den auf 170°C vorgeheizten Backofen (Umluft) geben und goldbraun backen. Sobald sie von oben braun geworden ist, mit Hilfe eines großen Tellers die Bastilla wenden und von unten auch noch mal goldbraun werden lassen.



Bild: © Ellja

Die Bastilla aufschneiden, auf Tellern anrichten und mit Zimt und Zucker dekorieren.

Am besten trinkt man dazu ganz traditionell Thé à la Menthe!

Himbeerig mit Pfiff


Bild: © Ellja

Ich war in der Zwickmühle. Meine Kollegin hatte Geburtstag und ich wollte ihr was Süßes schenken, weil sie so drauf steht. Jetzt hat die aber seit einer Weile eine Lactose-Intoleranz, d.h. sie darf keine Milch, also auch keine Schokolade, aber Butter und Sahne schon. Bei Früchten muss sie auch sehr vorsichtig sein, also alles keine sehr guten Voraussetzungen für eine einschlagende Süßigkeit. Da fielen mir dann doch noch irgendwo Macarons-Rezepte in die Hände...

Ich hatte nicht viel Zeit und konnte vorher auch nicht üben, also musste es auf Anhieb klappen.

Himbeer-Macarons mit rotem Pfeffer

Zutaten:
2 Eiweiß
1 Prise Salz
120 g Mandeln
150 g Staubzucker (Puderzucker)
2 Tropfen rote Speisefarbe
Füllung:
120 g weiche Butter
100 g Staubzucker
Himbeeren
rote Pfefferkörner

Zubereitung:
Mandeln in einem Blitzhacker ganz fein mahlen und durch ein Sieb streichen. Das Eiweiß und Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers anschlagen. Den Puderzucker nach und nach esslöffelweise zugeben und sehr steif schlagen. Die Mandeln locker unter die Eiweißmasse heben.
Jetzt die Speisefarbe eintropfen.

Baisermasse in einen Spritzbeutel füllen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech Tupfen aufspritzen. Die Tupfenoberfläche soll leicht verlaufen und glatt sein.

Die Baisers im vorgeheizten Umluftbackofen bei 80 Grad auf den beiden mittleren Schienen 15- 20 Minuten trocknen. Die Oberfläche der Macarons soll danach nicht mehr klebrig, sondern trocken sein, und natürlich keine Risse aufweisen. Den Ofen auf 120 Grad hochschalten und die Macarons weitere 5-6 Minuten backen, dann vollständig auf den Backblechen abkühlen lassen.

Für die Füllung die frischen Himbeeren pürieren und durch ein Sieb streichen. Die Butter mit dem Staubzucker schaumig rühren und Löffel für Löffel das Himbeermark einarbeiten.
Nun die Macarons von der Backfolie lösen und mit der Creme bestreichen. Mit einem zweiten Macaron zusammenkleben. Rote Pfefferkörner im Mörser zerstoßen und ganz leicht die Macarons damit bestreuen, ein tolles Geschmackserlebnis, nur nicht zuviel davon erwischen!

Ich habe die Macarons in eine schöne Schachtel mit weißem Seidenpapier geschichtet und im Kühlschrank bis zur Übergabe gekühlt.

Meine Macarons hatten keine "Füßchen", also nicht ganz perfekt, aber die Geburtstagsüberraschung war groß und gelungen. Die Probierrunde stieß helle Entzückungsschreie aus, was mich selbst sehr überraschte und natürlich auch freute!

Ich werde sehr bald wohl mal eine Pistazien-Variante probieren.

2009/08/03

Thai-Curry mit Fisch und Mangosalat


Bild: © Ellja

Ich liebe die Asiatische Küche, ihre Aromen, ihre frischen Zutaten, ihre Schärfe. Für ein gutes Thai-Curry würde ich sehr weit laufen... muss ich aber gar nicht! Ich hol es mir einfach nachhause und damit den ganzen Fantasienreichtum der Thai-Küche und ihrer Produkte!

In der Thai-Küche gibt es ja so etwas wie Vorspeisen und Hauptgang nicht. Es wird alles gleichzeitig auf dem Tisch serviert und von überall wird probiert. So hab ich den Mangosalat nicht VOR dem Curry sondern MIT kredenzt. War eine wirklich gute Idee, weil das scharfe Curry ganz wunderbar mit dem fruchtigen Salat harmonierte. Oh, ich könnte es schon gleich wieder essen... sogar zum Frühstück ;-)
Außerdem essen die Thailänder auch nicht mit Stäbchen, sondern mit Löffel und Gabel, wobei sie die Speisen mit der Gabel auf den Löffel schieben.

Hier aber nun die Rezepte:


Bild: © Ellja

Mangosalat

Zutaten für 2:
1 reife Mango
1/2 rote Zwiebel
6 kleine Kirschtomaten
2 Frühlingszwiebeln
1 rote Chili-Schote
2-3 EL Pflanzenöl
1 TL Sesamöl
Salz Pfeffer, frisch gemahlen
1 Kästchen Kresse
1 Limette
2 EL Fischsauce
Zucker

Zubereitung:
Mango schälen, halbieren, den Kern entfernen, Fruchtfleisch in dünne Stifte oder Würfel schneiden. Zwiebel schälen, halbieren und in sehr dünne Ringe schneiden. Cherry-Tomaten waschen und halbieren. Chili halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden. Das Weiße und Hellgrüne der Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden. Mango, rote Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Cherry-Tomaten und Chili in einer Schüssel vermischen. Aus dem Saft der Limetten, etwas Zucker, Fischsauce und Öl ein Dressing rühren und unter den Salat mischen, gut durchziehen lassen. Mit einer Schere die Kresse darüber schneiden. Salat auf Tellern anrichten. Man kann auch noch ein paar Erdnüsse rösten und drüberstreuen.


Bild: © Ellja
Gelbes Thai-Curry mit Fisch

Einkaufen für 4:
3 Stiele Zitronengras
3 (Kafir-)Limettenblätter
300 g Kürbis
300 g Süßkartoffeln
300 g Lachsfilet, ohne Haut
300 g Riesengarnelen, roh
Pak Choi, Mangold oder Chinakohl
Koriandergrün zum Garnieren
1 Dose Kokosmilch
1-2 EL Thai-Currypaste, gelbe
350 ml Fischfond
3 EL Fischsauce
3 EL brauner Zucker
1/2 TL Kurkuma
1 Limette

Zubereitung:
Zitronengras in 3 Stücke teilen und zerdrücken. Limettenblätter entstielen und halbieren. Kürbis und Süßkartoffeln schälen und in ca. 3 cm große Würfel schneiden. Lachs in 3 cm große Stücke teilen. Garnelen schälen und längs halbieren, den Darm entfernen. Pak Choi (oder Mangold / Chinakohl) waschen und in Streifen schneiden. Koriandergrün waschen, trockentupfen und hacken.
Kokosmilchdose nicht schütteln, öffnen und die dickere Schicht mit einem Löffel in einen Topf/Wok geben und mit der Currypaste zum Kochen bringen. Die restliche Kokosmilch, Fischfond, Fischsauce, Zucker, Zitronengras, Limettenblätter und Kurkuma unter Rühren dazugeben. Kürbis und Süßkartoffeln ca. 15 Min darin bissfest garen. Lachs und Garnelen zufügen und weitere 4-5 Min garen, dann Pak Choi (alternativ: Mangold / Chinakohl) unterheben und zusammenfallen lassen. Den Saft einer halben Limette zugeben und mit Koriandergrün bestreut anrichten.
Übrigens: Mein Asiahändler hat mir erklärt, dass die gelbe Currypaste die schärfste ist, daher bitte wohl dosieren!