2009/10/30

Ossobuco alla milanese und wie alles kam...


Bild: © Ellja


Das originale Ossobuco soll anscheinend recht ohne Beiwerk und dem guten Gemüse daherkommen? Na, da hat mir Claudio mit seinem Beitrag aber einen Floh ins Ohr gesetzt...

Ich kannte es bisher so, wie es in hunderten Rezepten zu finden ist: mit Karotten, Sellerie und Wein. Und das sollte alles falsch sein? Original hin- oder her, sollte es auch wirklich besser schmecken? Das ließ mir einfach keine Ruhe. Und so hab ich mich gleich heute ans Werk gemacht und getestet. Die Wahrheit darüber muss ans Licht!

Die magere Zutatenliste sah dann so aus:
4 Kalbshaxen (Scheiben 3 cm dick, dicker mag ich sie nicht)
etwas Mehl
Butter
1/2 kleine Zwiebel
1 Schöpflöffel Kalbsfond
1 Teelöffel passierte Tomate
Salz

Ich habe die Kalbshaxen in Mehl gewendet und von allen Seiten in Butter angebraten und kurz ruhen lassen. Die Zwiebel habe ich inzwischen fein geschnitten und in Butter angeschwitzt, mit dem Fond abgelöscht und das Löffelchen Tomate dazu. Das alles mit dem Fleisch zusammen ins Rohr geschoben, für 1 Std. und 45 Minuten bei 140 Grad geschmort. In der Halbzeit einmal kurz umgerührt und wenig Wasser dazu gegeben.


Bild: © Ellja

Nach einer Stunde sah es dann schon so aus, ganz gut oder?

Dazu habe ich, wie es sich gehört, Risotto milanese und Gremolata gemacht.
Die Gremolata bestand aus: Petersilie, Zitronenabrieb, ein Fitzelchen Knoblauch, 1 Sardelle.

Tja, und so kam es dann auf den Tisch!


Bild: © Ellja

Ich konnte kaum glauben, dass sich hier das Fleisch mit all dem wenigen Drumherum zu einem wahren Star hochgeschmort hatte. Es war fantastisch! Wir waren verzückt, der Herr P und ich.
Und wie ich es Claudio inzwischen schon mitteilen musste: Ich bin verdorben für alle Zeit für jede andere Art von Ossobuco. Und jetzt ist mir auch klar, warum mir vorher die Gremolata so gar nicht passte... hier macht sie Sinn, weil es ohne dem ganzen Gemüsedrumehrum möglich ist, das Fleisch und die Sauce noch aromatisch zu unterstützen. In meiner alten Version war sie einfach dann schon zuviel und schmeckte nur nach bääähhh.

Ich habe also heute vieles gelernt, und ich freu mich darüber, wie ein kleines Kind!


Bild: © Ellja

Das gute Mark kommt auch noch zum Schluss.. auch wenn hier vielleicht wer bähhh sagt.
Ihr habt ja keine Ahnung!!!! ;-)

Hach, was bin ich doch satt und glücklich!

Lavendel Crème brûlée


Bild: © Ellja

Crème brûlée mag ich sowieso, immer und jederzeit. Unsere Liebesgeschichte begann 1999 in Südfrankreich in dem Örtchen Fabrezan. Da gab es ein kleines Restaurant, wo ich die besten Muscheln aller Zeiten gegessen habe. Und dann das beste Dessert aller Zeiten - eine herrliche Crème brûlée - ich habe die Karamellschicht knacken lassen und dann den samtigen Pudding ausgelöffelt... also ganz klar, Gott muss in Frankreich gegessen haben!

Da ich immer noch genügend Lavendelzucker vorrätig habe, wollte ich meinen französischen Pudding mit etwas Lavendel aufpeppen. Und ja - wenn man Lavendel gerne mag, dann mag man auch dieses Dessert!
Bloß war ich mit dem Ergebnis nicht ganz so zufrieden. Mein Fehler war, dass ich die Vanillesahne zu sehr gequirlt habe, sodass sich Luftbläschen bildeten. Ich habs ja gewusst, aber einfach vergessen und genau in dem Moment, wo es zu spät war, fiels mir wieder ein. Also nicht quirlen! Die Oberfläche sollte schön glatt und Luftblasenfrei sein. Sonst wars aber ein schönes Rezept.



Bild: © Ellja

Rezept:

Zutaten (4 Personen):
400 ml Sahne
1 Vanilleschote
20 g Lavendelzucker
2 Eier
2 Eigelb
60 g Zucker
Butter für die Förmchen

Zubereitung von Lavendel-Crème-Brûlèe:
Die Sahne mit der längs aufgeschlitzten Vanilleschote und dem Lavendelzucker aufkochen. Etwas abkühlen lassen und die Milch durch ein Sieb abseihen. Die Eier, Eigelbe und den Zucker über Wasserbad schaumig aufschlagen und nach und nach die abgekühlte Lavendelmilch dazu geben. Achtung: Bloß nicht mehr schäumen lassen! Die Masse in gebutterte und mit Zucker ausgestreute Förmchen füllen und im Wasserbad im Backofen bei 150 °C 25 - 30 Minuten stocken lassen. Einige Stunden kalt stellen. Vor dem Servieren die Creme mit Zucker bestreuen und die Oberfläche karamellisieren (Bunsenbrenner).

2009/10/29

Brot, Wodka und Borschtsch


Bild: © Ellja

Auch hier jagt einen wieder der Zweifel: "Wie wird er denn jetzt eigentlich wirklich gemacht, der Borschtsch?" Aber DEN Borschtsch gibts wohl gar nicht, weil sich diese Suppe von Russland bis Polen zieht, und nicht mal die Rote Bete als Zutat ist ein sicherer Garant, weil es auch weißen Borschtsch gibt und... Ach, ein echter Jammer, dem man nur mit einem Glas Wodka entkommen kann... und eigener Recherche.

Beim Rezepte-wälzen habe ich mir also von allem das beste für mich rausgesucht und das hier ist nun mein Ergebnis:

Für einen wirklich großen Topf der guten Suppe (die aufgewärmt am besten schmeckt):
1 kg Rindfleisch
2 große Karotten
1/2 Krautkopf (Weißkohl)
2 große Rote Rüben (Rote Bete)
2 EL Essig
2 EL Zucker
2 Zwiebeln
2Gewürznelken
2 Lorbeerblätter
3 mittelgroße Tomaten (oder Dosentomaten)
3 - 4 Kartoffeln
3 EL Butter
3 EL Dill, gehackt
1 EL Petersilie, gehackt
Salz, Pfeffer
Sauerrahm oder Creme fraiche

Das Fleisch waschen und in einem großen Topf mit viel Wasser und mit Salz bei schwacher Hitze aufkochen. Den Schaum abschöpfen. Eine Zwiebel mit den Gewürznelken spicken und mit den Lorbeerblättern zum Fleisch geben. Bei mittlerer Hitze etwa 2 Stunden leicht köcheln lassen. Das Fleisch herausnehmen.

Die rote Beete, die Karotten und die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Den Weißkohl putzen und in dünne Streifen schneiden. Die Butter erhitzen und das Gemüse darin dünsten. Etwa 1/8 l Fleischbrühe dazugeben und ca 10 Minuten bei schwacher Hitze kochen. Den Essig, den Zucker, die geschälten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln hinzufügen. Die restliche Brühe durch ein Sieb dazugießen und alles etwa 30 Minuten kochen.
Die Tomaten mit heißem Wasser überbrühen, häuten und klein schneiden, Dill und Petersilie zum Borschtsch geben und diesen mit Salz und Pfeffer würzen. Das Fleisch klein schneiden und ebenfalls zur Suppe geben. Den Borschtsch in die Teller füllen und je einen Löffel saure Sahne in die Mitte geben. Brot dazu reichen.

Wladimir Kaminer meint übrigens in seinem Buch "Küche totalitär": „Die wichtigste Zutat der russischen Küche ist die Laune des Kochs.“

2009/10/28

Tarte Tatin - der gefallene Kuchen

Bild: © Ellja

Die schönsten Dinge wurden durch Zufall - oder wie in diesem Fall durch Missgeschicke erfunden: Die Schwestern Tatin haben einer Legende zufolge aus der Not eine Tugend gemacht und den gefallenen Apfelkuchen gestürzt und diesem eine neue Teigdecke verpasst. So kam es also... oder auch nicht: Petra meint, die Legende stimmt nicht, die Erklärung wäre etwas banaler, schade es wäre so eine schöne Geschichte!

Kopfüber mit Karamell gebacken zu werden - wäre ich ein Apfel oder eine Birne - fände ich eine wundervolle Vorstellung. Und damit man Äpfel nicht mit Birnen verwechselt, habe ich einfach beides für meine Tarte Tatin genommen.

Zutaten Teig:
200 g Mehl
70 g Zucker
60 g Butter
1 Ei
2 EL Sauerrahm
1/2 Pkg. Backpulver
1 El (Himbeer)Essig

Belag:
Zucker
2 Äpfel
2 Birnen
Vanillestange
Staubzucker


Alle Zutaten für den Teig gut verkneten und ca. ½ Std. kühl rasten lassen.
Äpfel und Birnen in größere Spalten schneiden und in Butter gut anbraten.
Die Tarteform mit zerknülltem Backpapier auskleiden. Auf dem Backpapier ordentlich Zucker verteilen und im Backofen karamellisieren lassen.
Die Vanillestange halbieren und über den Zucker geben. Darauf das Obst verteilen, mit dem ausgerollten Teig bedecken, Löcher einstechen, und 20 – 30 Minuten bei 180 Grad backen.


Bild: © Ellja


Die Tarte stürzen und das Backpapier abziehen. Mit Staubzucker überstreuen. Am besten lauwarm mit gesüßter Creme fraiche servieren.



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2009/10/27

Reise nach China: Yaki Gyoza


Bild: © Ellja

Gyoza sind chinesische Fleischtaschen (Dumplings), die aber auch bei den Japanern sehr beliebt sind. Yaki Gyoza sind gebratene Fleischtaschen, mit einer pikanten Fleischfüllung und ein DimSum-Renner.
Natürlich kann man Gyoza mit vielen anderen schönen Sachen füllen, es muss nicht Fleisch sein. Aber da es mein erster Versuch war, wollte ich es ganz original halten.



Bild: © Ellja

Und so habe ich eingekauft:

Gyoza-Teig (Asialaden)
Hackfleisch vom Rind
Kohl
Frühlingszwiebel
Knoblauch
Ingwer
Soja-Sauce
Sesamöl
Sake

Gemacht hab ich die Gyoza nach diesem Video (man beachte den süßen Pudel ;-):

Eine tolle Anleitung, hat bestens funktioniert.


Bild: © Ellja

Bei mir gab es zu den Teigtaschen Gemüse und Nudeln aus dem Wok und natürlich die Gyoza-Sauce.



Bild: © Ellja

Da mir von der Fleischmasse so viel übrig blieb (In der Teigpackung waren nur 22 Gyoza-Teigblätter, das doppelte hätten wir auch noch verdrückt ,-), habe ich am nächsten Tag dann diese köstliche Suppe gemacht: Gyozamasse-Fleischbällchen in einer Gemüsesuppe mit Nudeln gegart.


Bild: © Ellja

2009/10/25

Alle Welt macht Boeuf bourguignon


Bild: © Ellja


Vor etwa 2 Jahren hab ich das Rezept zu "Boeuf bourguignon" bei Sarah Wiener´s Reise durch Frankreich mal nachkochen wollen. Und dann gings mir wie Julie in dem überaus charmanten Film "Julie & Julia", der vor kurzem in unseren Kinos lief: Der ganze Topf mit all dem guten Fleisch verbrannt, verbrannt, verbrannt... wer genau daran Schuld war, das lässt sich heute nicht mehr klären, nur soviel: ab da wollte ich das Boeuf ein für alle mal in die Küchenmurks-Jagdgründe schicken!

Aber naja, man kommt ja nicht so leicht davon. In letzter Zeit hat mich der Fleischtopf immer wieder irgendwo aufgespürt, in Blogs, eben im Film, in Zeitschriften und beim Blättern in meinem Anthony Bourdain-Kochbuch ebenfalls.

Und - ja klar - hab ich ihn dieses Mal nicht verbrannt. Das Fleisch war zarter als zart und das gute, lange geschmorte Gemüse süß und samtig und die Knödel dazu ein Gedicht.


Das Rezept von Anthony Bourdain ging so:

Einkauf:
900g Paleron (Schulter mit Hals) von Rind, oder Schulter, oder Nacken
Salz und Pfeffer
1/4 Tasse Olivenöl
4 Zwiebeln, fein geschnitten
2 EL Mehl
1 Tasse roter Burgunder (war mir etwas zu wenig)
6 Karotten, in großen Stücken (ca. 2,5cm Seiten)
1 Knoblauchzehe
1 bouquet garni
Ein bisschen Petersilie

Das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen. In einem schweren Topf das Öl erhitzen, fast bis Rauch entsteht. Die Fleischwürfel NACH UND NACH hinzufügen, ansonsten kühlt das Öl zu sehr ab! Die Würfel auf allen Seiten braun werden lassen (nicht grau). Die Würfel, die gebräunt sind, werden zur Seite gelegt. Wenn das ganze Fleisch zur Seite gelegt wurde, werden die Zwiebeln in den Topf hinzugefügt. Die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren. Die Zwiebeln in dem Topf kochen, bis sie braun und weich sind(ca. 10 Minuten). Das Mehl drüber verteilen. Unter gelegentlichem Rühren fünf Minuten weiterkochen. Den Wein hinzufügen, und den Inhalt zum kochen bringen, und währenddessen mit dem Holzlöffel, die ganzen leckeren Bratresten, die auf dem Boden fest sind, wegkratzen. Das Fleisch, die Möhren, die Knoblauchzehe und den Bouquet Garni hinzufügen. Mit Wasser, eventuell mit zwei Löffel demi-glace verbessert, bedecken, so dass zwei Drittel des Wassers die festen Zutaten bedeckt, und ein Drittel darüber ist. Zum kochen bringen, und dann zum köcheln reduzieren, und ca. zwei Stunden lang kochen. Man sollte während des Kochens regelmäßig prüfen, dass nichts auf dem Boden brennt oder klebt. Öl oder Schaum, das sich auf der Oberfläche befindet, sollte man entfernen. Wenn fertig, den Bouquet Garni entfernen, klein geschnittenen Petersilie hinein tun, und servieren.

Aber noch einmal zurück zum Film: Meryl Streep in ihrer Rolle als Julia Child spielt sich hier wirklich in die Herzen der Kinogänger. Sie ist so überzeugend und dabei so entzückend, dass ich mir wünschte Mrs. Streep hätte in ihrer Karriere viel mehr lustige, komische Rollen angenommen, als sie es tatsächlich tat.

Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus dem Film "Julie & Julia" betreffend Boeuf bourguignon: http://www.youtube.com/watch?v=Rg5U_Yei6Ow

2009/10/24

Lachs trifft Joghurt trifft Gurke trifft Dill


Bild: © Ellja


Lebensmittel aufeinander schichten, darauf steh ich! Und wenn sie dann auch noch so gut zusammen harmonieren, dann sieht es nicht nur gut aus, es schmeckt auch so, was ja das wesentliche dabei ist, auch beim schichten.


Bild: © Ellja
Zwar jetzt kein sehr ausgefallenes Rezept, aber für unser Sonntagsfrühstück war´s ein schöner Tagesbeginn. Danach konnte man schon fast die ganze Welt erobern...

Zutaten:
1 Gurke, geschält und geraspelt
Frühlingszwiebel, klein geschnitten
1 Apfel, geschält und klein geschnitten
Radieschen, klein geschnitten
etwas Zitronensaft
Salz, Pfeffer
TL Honig
etwas Olivenöl
1 Becher griech. Sahnejoghurt
Dill, gehackt
Wildlachs, geräuchert
roter Pfeffer

Gurke etwas ausdrücken, dann mit Frühlingszwiebel, Apfel, Radieschen mit Zitronensaft und Salz,Pfeffer und etwas Honig vermischen. Das Joghurt mit Salz, Pfeffer, Dille und etwas Olivenöl verrühren. Den Wildlachs in kleine Stückchen schneiden.
Jetzt alles in ein Glas schichten: Gurken-Gemüse - Joghurt - Lachs - und so weiter. Ganz oben auf ein paar Lachstücke legen und mit roten Pfefferkörnern und Dill bestreuen.


Bild: © Ellja

2009/10/23

Butterchicken


Bild: © Ellja

Die indische Küche ist mit ihren vielen Gewürzen und Zutaten für mich eine der aromareichsten und phantasievollsten. Obwohl das meiste sicher nicht unter "gesunde Küche" fällt, weil die meisten Gerichte doch recht üppig sind. Auch das Butterchicken lässt so reich an Sahne und Butter keine schlanken Kompromisse zu, aber wen schert´s, wenn man erst einmal davon probiert hat, ist man ohnehin ver-zaubert und ent-rückt.

Ich glaube, ganz schwer kann man in der indischen Küche von Originalrezepten reden, da es immer ganz unterschiedliche Zubereitungsarten gibt, die je nach Region immer etwas abweichen. Gerade das ist ja auch das schöne daran, weil man selbst auch immer ein bisschen herumexperimentieren kann.

Am liebsten bestelle ich es mir ja bei meinem Lieblingsinder, aber "Wer es auch noch selber gut hinkriegt ist klar im Vorteil", dachte ich mir. Die Rede ist von dem unvergleichlich zarten, buttrigen (ja eben!) Butterchicken. Oh, wie ich es liebe... Also ran an die Töpfe und all die guten Sachen selber hineingezaubert:

Zutaten:
1 Biohühnchen in Teile oder Hühnerteile (Ober-Unterkeule-Brust)
1 Zitrone, Saft
2 Becher Griechischer Sahnejoghurt
100 g geriebene Mandeln
1 Chilischote, fein gehackt
2 zerriebene Lorbeerblätter
1 TL gemahlene Gewürznelken
1 TL gemahlener Zimt
2 TL Garam Masala
1 TL Korianderkörner, zermahlen
2 TL frisch geriebener Ingwer
2- 4 zerdrückte Knoblauchzehen
2 Dosen Tomatenwürfel
Salz
2 EL Öl
1 EL Ghee
2 mittlere Zwiebeln, fein geschnitten
2 EL Sahne
4 grüne Kardamom Kapseln, ganz (habe nur 2 genommen)

So wird gezaubert:
Joghurt, Mandeln, sämtliche getrockneten Gewürze, Ingwer, Knoblauch, Chilischote, Hälfte der Tomaten und das Salz in einer Schüssel gut vermengen.

Den Hühnchenteilen die Haut abziehen, Fleisch etwas einschneiden und mit der Zitrone säuern, in eine große Schüssel legen und mit der Joghurtmarinade übergießen, mischen und einige Stunden (besser über Nacht) im Kühlschrank ziehen lassen.

Öl und Ghee in einem Topf erhitzen, die Zwiebeln zugeben und für ca. 3 min goldgelb anbraten. Dann die Hühnchenteile dazu geben und rundum anbraten, mit der JoghurtSauce auffüllen, restliche Dosentomaten; Kardamom und Sahne dazu und solange köcheln, bis das Fleisch weich ist. Immer wieder umrühren, damit sich die Sauce nicht am Topfboden festsetzt.
Am Ende noch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kardamomkapseln vor dem Servieren rausfischen, schmecken nämlich seifig, wenn man drauf beißt.

2009/10/22

Milchreis ohne Milch


Bild: © Ellja


Draußen ist es kalt und feucht. Drinnen schön wohlig warm im besten Fall. In dieser Jahreszeit bekomme ich dann urplötzlich wieder Lust auf warmes Frühstück. Milchreis gehört da für mich zu den Highlights. Weil ich Kuhmilch überhaupt nicht pur trinke (außer zu den Palatschinken eben) oder auch sonst eher selten verwende, kommt hier mein Milchreis mit Kokosmilch gerade recht!


Zutaten (für 4 Portionen):
200 g Milchreis
1 Dose Kokosmilch
1 Msp. Salz
1 Msp Zimt
1/2 Zitrone, unbehandelt
3 EL Honig
1 Mango schälen
etwas Limettensaft
Kokosstreusel

Zubereitung:
Den Milchreis zuerst in wenig Wasser einige Minuten vorkochen. Dann in der Kokosmilch kurz aufkochen lassen, dabei Salz, Zimt und die halbe Zitrone samt Schale mitköcheln lassen. Anschließend den Honig dazugeben und das Ganze dann ca. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen.Währenddessen die Mango schälen und in kleine Würfel oder Spalten schneiden und mit dem Limettensaft vermischen.

Den fertigen Kokosmilchreis in Schalen füllen und mit den Mangowürfeln und dem Kokosstreuseln anrichten. Wer es ganz süß mag, träufelt oben auf noch ein wenig Honig.

2009/10/21

Auberginenkleid


Bild: © Ellja

Eine wunderschön nussige Aubergine wollte einmal ganz anders zubereitet werden, mit den Resten in meinem Kühlschrank vielleicht?

Sie bekam ihren Willen und damit folgendes Rezept:

Kühlschrankgeplünder:
1 Aubergine
Cocktailtomaten
Frühlingszwiebel
Koriandergrün
Knoblauch
getrocknete Aprikosen
Thymian
Korianderkörner
Kreuzkümmelsamen
grobes Meersalz
Kubebenpfeffer
Ricotta
Parmesan
Olivenöl

So gings dann voran:
Die Aubergine halbieren und im Backofen ca. 15 - 20 Minuten bei 160 Grad backen, bis sie einen schön nussigen Duft verströmt. Dann die Auberginen aushöhlen und das Auberginenfleisch klein hacken.

Die restlichen Gemüsen und Kräuter fein hacken, die Gewürze im Mörser zerstoßen. Die Frühlingszwiebel mit Knoblauch in Olivenöl anschwitzen, die getrockneten Aprikosen dazu geben, dann die Gewürze untermischen. Die Auberginenwürfel ebenfalls in die Pfanne geben. Alles mit dem Ricotta gut in der Pfanne vermischen und die geviertelten Cocktailtomaten mit dem Koriandergrün am Ende unterheben, abschmecken und evtl. nachwürzen.
Diese Masse in die beiden Auberginenhälften füllen und dick Parmesan darüber reiben. Etwas Olivenöl aufträufeln und noch einmal etwa 15 - 20 Minuten ab in den Backofen damit.

So kann Resteverwertung schmecken... und es müssen nicht immer Nudeln sein!

2009/10/20

Quittenernte


Bild: © Ellja

So, nachdem ich nun unseren Quittenbaum im Garten schon ganz schön abgeerntet hatte, gab es einiges zu tun. Chutneys, Quittensaft, Quittengelee...
ein wirklich herrliches Gelee... wir haben es schon zu einer Wildschweinterrine gekostet.

Bild: © Ellja


... und dann schickte mir Katha noch einen Tipp: ein Mohntörtchen von Robert inklusive Quittenkompott.
Liebend gerne habe ich es ausprobiert, und die Kombination von fruchtigem Quittenkompott mit viel Vanille und dem saftigen Mohnauflauf war etwas sehr besonderes, feines.


Bild: © Ellja


Bild: © Ellja
Das war wirklich ein krönender Abschluss!
Obwohl... ich probiere vielleicht noch einen Lammeintopf mit Quitten, demnächst.

2009/10/19

Cocarrois


Bild: © Ellja


Beim "Durchblättern" auf Effilee hab ich dieses Rezept entdeckt, das mich gleich so angelacht hat, dass ich nicht lange zögerte und der Teig - schwuppdiwupp - vorbereitet war.


Diese mallorquinischen Teigtaschen sind ein Gedicht. Die Füllung aus Spinat, Zwiebel, Pinienkernen und Rosinen ist perfekt.



Bild: © Ellja

Hier das Rezept zum Nachmachen.



Da mir etwas Teig übrig blieb (ich hab nur die Hälfte Zutaten genommen), habe ich diese am nächsten Tag noch mit Roquefort und Birnen gefüllt, was auch ganz ausgezeichnet war.


Danke, Herr Kasbohm!



Bild: © Ellja

2009/10/17

Holler Sorbet


Bild: © Ellja

Noch schnell ein Eis, bevor es draußen eisig wird!

Das Holler Sorbet hab ich schon vor einigen Wochen gemacht, da konnte ich dann meins mit dem vom F12 letzter Woche vergleichen. Meins ist auch sehr gut, mit dem Rezept der Familie Schweinöster aus Lofer:

Zutaten:
1/4 kg Hollerbeeren
1/2 Apfel
2 Zwetschken
40 g Kristallzucker
15 cl Wasser
Saft 1/2 Zitrone


Zubereiten:
Den Holler rebeln, den halben Apfel schälen und das Kerngehäuse entfernen, die Zwetscken entkernen. Sämtliche Zutaten miteinander aufsetzen, die Früchte weichdünsten und auskühlen lassen. Anschließend durch ein Sieb in ein Metallgefäß passieren und im Tiefkühlfach ca. 1/2 Stunde anziehen lassen. Dann im Abstand von 15 Minuten mit einem Schneebesen gut durchrühren und immer wieder zurück ins Tiefkühlfach stellen. Nach 2 Stunden ist das Sorbet fertig.

Dazu gabs ein VanilleSoufflé, aber alles mit Topfen passt auch sehr gut: Topfennockerl, Topfenauflauf, ...

2009/10/15

Fredsgatan 12



Nicht nur eine Straßenbezeichnung in der Nähe des Parlaments, sondern auch der Name eines der besten Restaurants in Stockholm, das "F12". Danyel Couet und Melker Andersson zeichnen hier verantwortlich und bringen ausgesprochen gute Küche auf den Tisch. Ich würde es als solides Handwerk mit großem Geschick für Geschmacksnuancen nennen. Ein wenig mehr Innovation hätte ich mir gewünscht, war ich doch von Katha´s Noma-Berichten angestachelt, nur, zu dieser Performance hat es im F12 nicht ganz gereicht.

Aber beginnen wir von vorne...

Das Ambiente des Lokals: moderne Klassik mit hellen, frischen Farben. Sehr gedämpftes Licht (was mir allerdings in anderen Lokalen auch auffiel). Mögen es die Stockholmer gerne schummrig?

Service: Junges, kompetentes und ausnehmend freundliches Personal, das sich über Gebühr bemüht, einen schönen Abend zu garantieren. Unser Tischkellner und Weinexperte war große Klasse!




Das Menü: Wir entschieden uns für das 11-gängige Degustationsmenü, das unter dem schönen Motto "Erntedankfest" stand, inklusive Weinbegleitung. Aus der Weinbegleitung wurde ein richtig lustiges Ratespiel. Zu jedem Gang galt es eine Weinsorte zu probieren, wobei dieser ohne Etikett eingeschenkt wurde. Erst beim nächsten Gang wurde der vorherig servierte Wein dann aufgelöst. Wir hatten viel Spaß dabei (beim raten und beim trinken sowieso) und unser Kellner auch ,-).

Nun aber zu den einzelnen Gängen: (sorry, für die miesen Fotos, meine Cam hat das Schummerlicht leider nicht gepackt)

Maine Lobster & Sugar Corn

(Stückchen von Hummer (ah, so schmeckt der also) mit caramellisiertem Popcorn und einem Tupfen Mais-Eis) ..dabei fällt mir ein: war schon mal jemand beim Maine-Lobster-Festival?

Weinbegleitung: Saint Aubin 2007, Pierre Yves Colin-Morey, Burgund, Frankreich

Gleich mit einem so starkem, dichten Wein zu beginnen, hat mich überrascht, aber es hat wirklich gut gepasst. Das Mais-Eis war ungewöhnlich. Man erwartet Süße und da kommt aber keine.



Autumn Onion "Soup a l´ognion" with champagne crouton

(Handwerklich einwandfreie Zwiebelsuppe, aber kein "aha")

Weinbegleitung: Mersault Rouge 2005, Domaine Thevenot-Machal, Burgund, Frankreich

kein Foto

Duck Liver from the Basque Provinces & Pumpkin

(Wundervolle Entenleber mit caramellisierter Gerste und frittierten Kürbiswürfeln)

Weinbegleitung: Sercial 5 yrs. Cossart Gordon, Madeira, Portugal

Wieder ein recht kräftiger, fast an Vermouth erinnernder Wein




Truffle from Gotland with Cauliflower and Jerusalm Artichoke

(müsste eigentlich Karfiol und Topinamburwürfel (ich hielt es für Artischocke, danke Eline) mit schwedischer Trüffel heißen)

Weinbegleitung: Spätburgunder 2007, Meyer-Näkel, Deutschland

kein Foto

Wagyu 11+ & Artichoke with thyme pearls and shredded Tomato

(erstklassiges, wie Kobe Rindfleisch!)

Weinbegleitung: Allende Bianco 2007, Finca Allende, Rioja, Spanien



Pike-Perch from Lake Hjälmaren & Chervil Root

(saftig gegarter schwedischer Zander in Lardo gewickelt und gebraten mit einer feinen Kerbel-Limetten-Sauce)

Weinbegleitung: Wachenheimer Gerümpel Riesling 2007, Dr. Bürklin-Wolf, Pfalz, Deutschland

Schon wieder ein Deutscher! Ich habe mich aber dadurch trösten lassen, dass auf der Weinkarte unglaublich viele Österreicher drauf standen, nur beim Menü kam keiner vor. Aber es waren gute Deutsche Weine, muss man wirklich sagen ;-)



Young red deer from Brokinds Farm with burnt hay, forest mushrooms and cabbage

(zartes Hirschsteak auf Kohl mit Pilz-Würstel, die mir ein bisschen zu würzig waren)

Weinbegleitung: Les Terasses 2006, Alvario Palacios, Priorato, Spanien



Fourme d´Ambert with pear and roastet walnuts

(wundervoller französischer Käse unter einem Birnen-Geleeblatt versteckt)

Weinbegleitung: Torcolato 2006, Maculan, Veneto, Italien

Wieder recht süß, aber passte wunderbar.


Lollipop with elderberry

(kleiner Eislutscher mit Hollundersorbet und weißer Schokolade überzogen)




Dark chocolate cream "Surprise" with arctic bramble

(Klassisches Mousse im Schokomantel mit Brombeeren, für mich waren es aber Himbeeren)

Weinbegleitung: Edes Elet 2003, Árvay & Co, Tokaj, Hungary



Vanilla Pudding with rosehip

(kleines Creme Caramel-Eckchen mit einer kandierten Hagebutte)

kein Foto

Davor gabs noch: Wildschweinpastete mit kleinen Brotsticks im Sackerl


alle Bilder: © Ellja

Dabei gabs noch: Gesalzene Butter mit vielen guten Broten

Danach gabs noch: hausgemachte Pralinen

Und wir haben alles alles aufgegessen :-)! Wir waren nach diesen allen Gängen wirklich, ja wirklich satt, erfüllt, glücklich und betrunken!

Es war ein schönes Erlebnis, wenn mir auch die eine oder andere Rafinesse gefehlt hat. Auch mehr Regionalität hätte mir gut gefallen. Die Desserts hätte ich nicht mehr gebraucht, sie waren kein Höhepunkt. Aber empfehlen kann ich einen Besuch im F12 in jedem Fall...

... und so torkelten zwei glückliche Seelen durch das nächtliche Stockholm Richtung Bettstatt mit roten Backen und glänzenden Augen... God Natt!

2009/10/13

ute i naturen...





Die wundervolle herbstliche Stimmung soll völlig unkommentiert bleiben...



alle Bilder: © Ellja

So nah an der Stadt hatten wir also genügend Gelegenheit in der Natur aufzutanken. Zum Beispiel um den letzten Tag noch mit ausreichendem Shopping zu verbringen... und um den krönenden Abschluss im F12 zu feiern. Dazu aber bald mehr ...