2009/11/25

Székely gulyás


Bild: © Ellja


.. oder wie man bei uns in Österreich sagt: Szegediner Gulasch

Lange hab ich es nicht mehr gemacht, bis ich hier wieder daran erinnert wurde.
Dabei ist mir das Gulasch, das ja eigentlich bei den Ungarn "pörkölt" ist, weil das "Gulyás" wiederum eher eine Suppe meint, in dieser Variante fast das liebste.
Fleisch, Sauerkraut, ordentlich gutes Paprikapulver und Rahm - haben das wirklich die Ungarn erfunden? Man sagt ja, ein Dichter wars. Aber der Name Szeékely kommt ja im ungarischen nicht wenig oft vor....

Grundsätzlich wird das Szegediner mit Schweinefleisch hergestellt, aber ich nehme dazu immer das dunkle Putenfleisch aus der Oberkeule, es schmeckt mir einfach so viel besser. Das Sauerkraut sollte nicht zu sauer sein, aber schon noch eine gute Säure an die Sauce abgeben, denn genau das ist ja der Kick bei dem Gericht. Dazu gibts immer Salzerdäpfel, und ganz wichtig: diese schön mit der Gabel in den Saft drücken................SCHMATZ!

Erstmal müssen wir aber einkaufen und den Ofen anheizen:

Zutaten:
(für 4 Portionen)
100 g Bauchspeck
1 TL Butterschmalz
1/2 kg Schweinefleisch (oder eben Pute aus der Oberkeule)
2 kleine Zwiebel
1 EL Paprika edelsüß
2 TL Paprika scharf
1/4 l Rindsuppe
1/2 kg Sauerkraut
1 TL Kümmel
2 EL Tomatenmark
2 Lorbeerblätter
1/8 l Crème fraîche oder Sauerrahm
1/2 Knoblauchzehe
Pfeffer gemahlen, Salz

Zubereitung:
Speck in kleine Würfel oder Fleckerln schneiden.
Fleisch waschen, trocken tupfen und in Würfel schneiden (ca. 2 cm groß).
Zwiebel schälen und würfelig schneiden. Den Speck in einem Topf etwas auslassen, Butterschmalz dazu, und das Fleisch darin von allen Seiten kräftig anbraten.
Zwiebel zufügen und mitrösten, bis er goldgelb ist.
Paprikapulver einstreuen und nur kurz verrühren. Mit der Suppe aufgießen.
Das Sauerkraut etwas entsaften - eventuell ausdrücken und kurz spülen, wenn es sehr sauer ist.
Nun das Sauerkraut, Kümmel und Tomatenmark unterrühren.
Lorbeerblätter zufügen und bei mittlerer Hitze zugedeckt ca. 3/4 Stunde köcheln. Gelegentlich umrühren. Die Lorbeerblätter entfernen, Crème fraîche (eventuell mit zerdrücktem Knoblauch vermengt) unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Der 2007 verstorbene österreichische Filmregisseur Franz Antel hatte ja das Szegediner für sich adoptiert, aber der macht(e) das mit Letscho! Das stell ich mir genauso schlecht vor, wie seine Heimatfilmchen (den Bockerer jetzt mal ausgenommen).

2009/11/23

Mahonnese


Bild: © Ellja

Im Hafen Mahon auf Menorca könnte sie enstanden sein, oder irgendwo in Frankreich... wieder weiß man nix genaues. Aber sie hat viele Namen: Mahonesa, Mayonnaise, Majo, Majonäse...

...und sie wird immer seltener selbst gemacht. Zum einen wegen der Salmonellengefahr, aber zum anderen auch, weil man sich anscheinend vor der Öl-in-Wasser-Emulsion ein bissl fürchtet.
Zu oft hört man davon, dass sie leicht kippen (gerinnen) kann usw...

Darum macht man das dann am besten auch alles sehr vorsichtig, damit nix schief gehen kann. Und eigentlich geht nix schief. Bisher jedenfalls. Ich hab inzwischen meine eigene Majo ausgeklügelt, weil alle anderen mir viel zu viel Säure hatten, ich wollte eine weiche Creme mit weicher Säure.

Also los gehts:
1 Ei (daraus könnte man bis zu 20 lt. Majo herstellen!)
1 TL Honigsenf
1 EL japan. Reisessig
Traubenkernöl (ich mach immer rein, rein, rein....ohne auf die Menge zu schauen)
1 - 3 EL Creme fraiche (je nach Menge eben)

Das Eigelb (oder einige Tropfen davon) in einer Schüssel mit Senf und Essig aufschlagen. Dann das Öl in Strahlen (am Anfang ganz wenig, bis die Creme ein wenig Stand hat) dazu laufen lassen und rühren, rühren, rühren. Romantiker machen das mit der Hand, ich mit dem Mixer. Sollte was dabei komisch werden, dann ein wenig heißes Wasser zugeben und schön ordentlich weiterrühren.

Wenn ich mir denke, die Menge reicht jetzt aus, dann höre ich auf und verfeinere die Mayonnaise mit Creme fraiche. Sie wird dadurch noch einen Tick feiner und cremiger in der Konsistenz.

Mayo hält sich natürlich nicht sehr lange (sowieso nur im Kühlschrank), darum sollte man keine großen Mengen davon herstellen. Es sei denn man nimmt gekochtes Eigelb oder sogar Milch als Emulgator, aber das hab ich selbst noch nicht ausprobiert.

Und was mach ich damit? Kartoffelsalat, ColeSlaw, auf Toast mit Käse/Schinken u. Chilli überbacken, zu einer Aioli oder Gribiche erweitern, okinomiyaki, ...

Ja freilich, irgendwie isst man heutzutage wohl nicht mehr so viel Majo. Aber wenn, dann bitte diese, denn sie ist unvergleichbar mit dem grauslichen Zeugs aus dem Supermarkt, und das ist auch das stärkste Argument für selbstgemachte Mayonnaise: ihr wundervoller Geschmack .... Miracle Whip ade!!!!

2009/11/20

Sieht gut aus...


Bild: © Ellja


... schmeckt mir aber nicht.


So, jetzt hab ich hier einmal ein Beispiel dafür, dass etwas auf Bildern gebannt fantastisch aussehen kann und trotzdem nicht schmecken will. Ich war bei Einfach guad so begeistert, dass ich diesen Kuchen unbedingt nachbacken wollte (bei der er übrigens noch viel besser aussieht).
Schade, dass das Ergebnis dann für mich nicht so war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ja, doch, ein wenig Zweifel kamen mir schon vorher beim Lesen des Rezepts. So viele Eier? Hoffentlich schmeckts nicht zu sehr danach...



Bild: © Ellja

Leider war es genauso: Die Ei-Limetten-Masse war zu sauer und für unseren Geschmack (der Herr P wollte so sehr, dass es ihm schmeckt, meinetwegen, lauwarm hat er es noch für gut befunden, aber in kalten Zustand wars dann nicht mehr möglich) viel zu eiig. Ich mag Eier, aber ich mag es einfach nicht, wenn das Eiige so durchschlägt. Da das Rezept anscheinend von Herrn Tim Mälzer ist, hat er von mir für dieses Rezept kein Lob zu erwarten.

Die Idee für so einen Lime-Pie finde ich grundsätzlich aber wirklich gut. Vielleicht mit mehr Limettenabrieb als Saft? Eine andere cremige Variante statt der Eiermasse?

Wer weiß was?

2009/11/19

Erdäpfelnudeln


Bild: © Ellja

Ganz mühlviertlerisch und sauguat: Erdäpfelnudeln mit Eierrahm und Speckkrautsalat

Ja, und außerdem recht simpel, ist ja nur Kartoffelteig, der zu Nudeln gewuzelt wird und mit Butterschmalz im Ofen braun gebacken. Ei mit Rahm und Gewürzen verquirlen und 10 Minuten vor Backende über die Wuzerl kippen, bis das Ei stockt, weiterbraten.


Bild: © Ellja

Kraut hobeln, gut einsalzen und mit Kümmel und Wasser kurz aufkochen. Speckwürfel in der Pfanne zerlassen und mit etwas Essig ablöschen. Dann mit dem gekochten Kraut vermischen. Fertig!

Mehr Zeit hat(te) man im Mühlviertel auch nicht, wenn man nachher gleich wieder aufs Feld raus ging... es musste schnell gehen, satt machen und vor allem viel Energie liefern - so hab ich das jedenfalls kennengelernt, und um schon wieder meine Kindheitserinnerungen zu strapazieren: so manch andere Bauernkost hab ich - durch meine Freundinnen animiert- sehr lieben gelernt.

Ganz simple Dinge, wie ein Stück Schwarzbrot am Holzofen schwärzen und dann mit Butter dick bestreichen (Acrylamid!). Ganz frischen Most direkt aus dem Fassl heimlich im Mostkeller trinken (Alkohol!). Frische Grammeln aus der Speis klauen und am Dachboden knabbern (tierisches Fett!). Ribiselmarmelade aus dem Glas schlecken (Zucker!). Ja, ich hatte alle Vorkehrungen für ein gesundes und ausgewogenes Ernährungsleben schon früh getroffen. Leider habe ich dem Mühlviertel später doch einmal den Rücken gekehrt und in der Provinzstadt mit Salat und so Zeugs angefangen, sodass mein frühkindliches Ernährungskonzept nicht ganz aufgegangen ist.

Aber eines hab ich schon noch immer: so einfache, bodenständige Küche mag ich gerne, mit etwas mehr oder weniger Fett, Alkohol oder Zucker, egal. Hauptsache, es schmeckt!

Nur... im Moment muss ich meinen Kalorienkonsum etwas bremsen, verflixte Realität ;-).

Hier auf Wunsch noch das genaue Rezept nachgeschoben:
ca. 1 kg Kartoffeln
120 g Mehl
20 g Gries
1 Ei
Salz
1 Becher Sauerrahm
1 Ei
Salz, Pfeffer, zerstoßener Kümmel
Butterschmalz


Die Kartoffeln in der Schale kochen. Anschließend schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Mit Mehl, Grieß, dem Ei und etwas Salz möglichst rasch zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig in mehrere Teile schneiden. Davon Rollen formen und diese wieder in kleine Stückchen schneiden. Jedes dieser Stückchen auf einem bemehlten Brett zu kleinen fingerlangen, gespitzten Nudeln formen. Eine feuerfeste Auflaufform mit viel Butterschmalz ausfetten. Im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca. 45 Min. goldgelb backen. Kurz vor Ende der Backzeit das Ei mit etwas Milch und Salz, Pfeffer und Kümmel verquirlen. Zusammen mit dem Sauerrahm über die Nudeln gießen und so lange im Backrohr braten, bis die Ei-Rahm-Masse stockt.

Varianten gibts mehrere:
- Erdäpfelnudeln ohne Ei, nur gebraten und mit Kompott serviert (süß) oder mit Salat (pikant)
- Erdäpfelnudeln gekocht und mit Mohn-Butter-Zucker-Mischung (Mohnnudeln)
- Erdäpfelnudeln mit Semmelbrösel und Butter (Bröselnudeln) pikant oder süß
- Erdäpfelnudeln als Schupfnudeln zu Fleisch (Eline macht das so)
- Erdäpfelnudeln in der Pfanne (vor)gebraten mit Rotkraut (Katha machts so)

2009/11/18

Gesehen: Antichrist



Ich bin ja sehr hart im nehmen, darum hab ich ihn mir auch angeschaut. Antichrist ist ein irreführender Titel - das mal schon vorausgeschickt. Worum es in diesem heiß umstrittenen Lars von Trier-Film geht, ist ganz kurz dargestellt: ER und SIE verlieren den gemeinsamen Sohn auf tragische Weise. Trauer, Schuldgefühle, Depression lassen SIE nachher nicht zur Ruhe kommen. ER ist Therapeut und kommt auf die wahnwitzige Idee, seine Frau selbst therapieren zu wollen/können. So fahren beide an einen einsamen Ort, in eine kleine Holzhütte des Paares in einem Wald, der sich "Eden" nennt. Dort meint er, könne er ihre tiefsitzenden Ängste lösen. Geht aber alles ziemlich schief. Schlimmer noch als bei Adam und Eva. Und endet in einigen Verstümmelungsszenen, die ganz schön an die Nieren gehen könnten. Was aber bei mir nicht sehr der Fall war.

Man mag jetzt über die Gewaltszenen und den bekannten Vorwürfen, dass Herr von Trier in seinen Filmen nur seine eigene tiefe Depression verarbeitet, denken was man will. Aber was ich sagen kann ist, dass ich, was sein Vermögen, Stimmungen zu erzeugen, im Zuseher etwas bestimmtes durch seine Bilder hervorzurufen anbelangt, ganz schwer begeistert war. Schon der Prolog mit dem schönen Händel-Stück "Lascia ch'io pianga" unterlegt, ist das beste, was ich in letzter Zeit an Filmkunst genießen konnte.

Wie der Lars weiters den Wald als Naturschönheit und gleichzeitig als grausamen Ort von Sterben und Werden darstellt, diese ganze Symbolik, war für mich großartig umgesetzt.
Selbst die Hauptdarsteller Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg haben sich auf beste Weise an den Rand ihrer vollen Schauspielkraft gespielt, also eine wirklich ausgezeichnete Besetzung.
Warum mich der Film also von seinen Gewaltszenen her gar nicht berührt hat?
Weil er mir zu sehr Kunst war. Und in der Kunst ist ja vieles grausame ganz leicht erträglich...

Wer im Film allerdings auf Erlösung hofft, wird enttäuscht. Die gibt es nicht!

Gegessen wird im Film übrigens auch so gut wie nicht, ganz am Ende des Films ein paar Beeren. Also ganz sicher nix für Genießer ;-).

2009/11/17

Nicht fein gemacht


Bild: © Ellja

Es gibt immer wieder Gerichte, die nicht sehr fein aussehen, aber dafür umso besser schmecken. Sicher, in der professionellen Gourmetküche wird für den Gast jedes Gericht herausgeputzt, das muss so sein, aber zuhause in den eigenen vier Wänden hat man wirklich nicht immer Lust, sein Essen aufzuhübschen. Ab und zu mag ich es sogar genau so und nicht anders: eine große Schüssel und alles reingeschaufelt!

Das erinnert mich an meine Kindheit, wo die meisten meiner Schulfreunde aus Bauernfamilien kamen und da kam es vor, dass man mittags um eine große Schüssel saß, jeder mit einem Löffel bewaffnet und dann wurde aus dieser einen großen Schüssel gelöffelt, was ging. Mir hat das als Kind einfach nur Spaß gemacht. Heutzutage wohl undenkbar!

Im Familienkreis aus einer Salatschüssel essen ist ja schon fast verboten. Ich mach das aber immer noch so. Und da kenn ich auch wirklich gar nix.

Aber eigentlich gehts ja gar nicht um Salat, da bin ich nur etwas abgeschweift. Heute wird in der Schüssel ein Birnen-Cranberry-Crumble serviert mit Joghurt-Sahne und das schmeckt genauso, wie es sich zeigt!


Bild: © Ellja

Rezept:

Streusel:
150 g Butter
100 g brauner Zucker
1/2 TL Salz
160 g Mehl
40 g grobe Haferflocken

Cranberry-Birnen-Mix:
3 Butterbirnen
100 g frische Cranberrries
50 g Zucker
etwas Zimt
ausgekratztes Mark von 1 Vanilleschote

Servieren:
Joghurt mit geschlagener Sahne vermengt

Für den Streusel alle Zutaten mit den Händen zu einem krümeligen Teig mischen.
Birnen schälen, in 1 cm große Würfel schneiden. Cranberries waschen, in eine flache Form legen und mit einem Topf etwas zerdrücken, sodass sie aufplatzen. Mit Birnenwürfeln, Zucker, Zimt und Vanillemark mischen. Die Fruchtmasse in eine Auflaufform füllen. Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
Streusel auf den Früchten verteilen. Auf der mittleren Schiene etwa 25 Min. backen, bis der Streusel goldbraun ist. Noch warm servieren.



Bild: © Ellja

Manchmal macht es einfach Sinn, den ganzen SchnickSchnack beiseite zu lassen und sich einfach nur auf den Genuss der kombinierten Lebensmittel zu verlassen.

2009/11/06

Gute Luise


Bild: © Ellja

Zum Ausgleich und zum Ende der Woche komme ich jetzt auf etwas zu sprechen, das ich im Moment in Massen essen könnte: Die Birne!

Sie ist mir fast noch lieber, wie der Apfel (auch wenn man beides ja nicht vergleichen sollte), weil sie viel weniger Säure enthält, aber durch den Zuckergehalt sehr süß ist. Zur Zeit gibt es am Markt die saftigsten Exemplare. Schade finde ich, dass es immer weniger Sorten im Angebot gibt, Wildbirnen sind so gut wie gar nicht zu bekommen. Kennt jemand zum Beispiel die kleinen "Nagowitzbirnen"? Sie hingen in meiner Kindheit fast in jedem Bauerngarten. Die kleinen süß-säuerlichen Birnchen habe ich mit Liebe gleich vom Baum weg abgenagt.

Im Mittelalter, so hab ich mal gelesen, soll die Birne ja sogar als giftig gegolten haben, aber Ludwig XIV. brachte das alles dann im 18. Jhd. wieder in Ordnung, es war sein liebstes Obst und heute noch kann man in Versailles uralte Baumbestände bewundern.

Aber zurück zur Gegenwart: Sehr gerne esse ich Birne mit Rosmarin (wie oben im Bild mit Strudelteig) und natürlich die beste Vermählung überhaupt: Birne und Schimmelweichkäse! Ich kann mir kaum was schöneres vorstellen. Und natürlich wurde ich auch da wieder in den vielen Foodbloggs fündig. Nathalie hat es mir angetan mit ihrem Kalbssteak, das ich für sehr sehr gelungen befinde, die Kombination aus Kalbfleisch, den gebratenen Zwiebeln und dann der Birnen-Roquefort-Auflage, einfach himmlisch!

Das Ergebnis seht ihr hier:




Bild: © Ellja


Da wird mir gleich ganz lyrisch zumute...

Das wohl berühmteste Gedicht zur Birne stammt von Theodor Fontane:


Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
Ein Birnbaum in seinem Garten stand
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher
So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«
So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit
Wieder lachten die Birnen weit und breit
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus
Trugen von Ribbeck sie hinaus
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?«
So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht
Der neue freilich, der knausert und spart
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn
Der wußte genau, was er damals tat
Als um eine Birn' ins Grab er bat
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.
Und die Jahre gehen wohl auf und ab
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her
So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn,Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.«
So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

2009/11/05

Kürbis - es ist ja schließlich Herbst!


Bild: © Ellja

Anscheinend habe ich die Woche der ungeliebten Speisen, weil schon wieder poste ich über etwas, was ich gar nicht so mag: Kürbis.

Kürbisrezepte sind im Moment recht beliebt, am meisten vertreten Kürbissuppe, die ich mit noch so viel gutem Kürbiskernöl aus der Steiermark auch - und trotzdem - nicht mag. Wo andere Gemüsesorten hoch unterschätzt werden, macht man um den Kürbis immer so ein Tammtamm?

Aber er (der ganze Kürbis) sieht schön aus, und ich bin immer versucht einen zu kaufen. Und vor kurzem hab ich bei Tobias ein schönes Rezept entdeckt, das ich mir gleich sehr gut vorstellen konnte und dem Kauf stand jetzt nix mehr im Wege.

Weiter oben in Tobias' Blog habe ich noch ein interessantes Mozarella-Joghurt-Rezept gesehen, und ich hab das alles gleich mal zu einem Gericht zusammen geworfen und es kam echt was gutes dabei raus:

Den Kürbis hab ich nach Rezept mit Wein und Gewürzen weichgekocht (nicht so lange, er musste noch Biss haben). Den Griechischen Joghurt auf einen Teller gestrichen, den guten Büffelmozarella aufgelegt. Mit Würze und frischem Thymian versehen, den gegarten, hocharomatisierten Kürbis drumherum gelegt und mit Olivenöl verfeinert, und... JA: es war ein schöner kleiner Snack! Das kommt mir im Herbst dann auch mehr entgegen, mit den warmen Kürbisscheiben, als mit Tomaten.

Mir gefällt das, wenn man sich Schleichwege zu bestimmten Zutaten legt, die man im klassischen Sinne nicht sehr gerne isst, aber mit ein bisschen Phantasie...

2009/11/04

Nicht nur Tomate am Teller


Bild: © Ellja


Eigentlich bin ich ja überhaupt kein Fan von Tomatensuppe. So schön die Campell´s-Dosen auch aussehen mögen, es gruselt mich bei der Vorstellung, den Inhalt löffeln zu müssen. Und warum hab ich so einen metallischen Geschmack im Mund, wenn ich schon allein daran denke? Das jedenfalls verbinde ich mit Tomatensuppe. Naja, und wenn man ganz ehrlich ist, auch hausgemachte Varianten haben schon nicht unbedingt den Ruf eines absoluten Geschmacksknallers. Tomatensuppe ist einfach immer irgendwie fad...

ABER nur dann, wenn sie nur mit Tomaten gemacht werden! Wenn man sich ein wenig in das Thema versenkt, findet man recht ansprechende Varianten, mit Brot und Kräutern, oder wie in der Toskana mit Marillen (Aprikosen), oder aber auch wie hier bei meiner Variante mit gegrillter Paprika und einem schönen Basilikum-Pesto.

Nein, das hab ich mir jetzt nicht selber ausgedacht, das war der gute Jamie Oliver, der hat das schon vor mir gemacht, als ich bei Tomatensuppe noch an Campell´s Dosen gedacht habe. Ganz gleich, was man über ihn sagen oder denken mag, aber diese Tomaten(Paprika)Suppe ist mal wirklich ein Geschmacksknaller! Dadurch, dass die Paprika zuerst schwarz gegrillt werden, geben sie dann diesen schönen rauchigen Geschmack an die Suppe ab, und.... hach...
probiert doch einfach selbst:

Rezept:
15 reife Eiertomaten (oder Dose)
3 mittelgroße rote Paprikaschoten
ca. 7 EL kalt gepresstes Olivenöl
frische rote Chilis, entkernt und gehackt (hab ich weggelassen)
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 Knoblauchzehe
2 EL Rotweinessig
600 ml Gemüsebrühe
gut 2 Hand voll frische Basilikumblätter

Kochen:
Die Tomaten an der Oberseite einritzen, etwa 20 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, dann die haut abziehen und die Kerne entfernen (das aber nur, wenn es wirklich reife, fruchtige, intensive Tomaten sind, sonst wirklich besser mit Dosen bedienen). Die Tomaten grob hacken. Die Paprikaschoten im Ganzen grillen. Damit sich ihr typischer Geschmack voll entfalten kann, sollten sie solange gegrillt werden, bis sie nahezu schwarz sind. In einer zugedeckten Schüssel etwas abkühlen lassen, dann enthäuten und fein hacken. Die gehackten Paprikaschoten mit 2EL Olivenöl und den gehackten Chilis in einen vorgewärmten Topf mit dickem Boden geben. Eine Prise Salz darüber streuen und etwa 5 Minuten langsam anbraten. Die gehackte Knoblauchzehe zufügen und noch etwa 2Minuten weiterbraten. Dann die grob gehackten Tomaten mit einer weiteren Prise Salz und dem Rotweinessig 10 Minuten kochen lassen. Die Brühe angießen und weitere 15 Minuten köcheln. Nach Belieben salzen und pfeffern. Nun das Basilikum mit einer Prise Salz im Mörser zu einer Paste zerstoßen. Das restliche Olivenöl einrühren und einen Spritzer Rotweinessig darüber geben. Zum Servieren die Mischung großzügig auf der Suppe verteilen.

Ich mag sie so. Sogar ganz ohne Brot.

2009/11/03

Ein Topf und ein Deckel made in austria


Bild: © RIESS KELOmat

Schön zu erfahren, dass österreichisches Design so schön ansprechend und nachhaltig auch noch sein kann, und selbst "Le Creuset"-LiebhaberInnen abtrünnig werden lässt...

Der "Aromapot" von Riess Kelomat, designt von Dottings und auf der Vienna Designweek vorgestellt, kommt 2010 auf unsere Märkte. Und ich freu mich richtig drauf, weil: Email aus rein natürlichen Bodenschätzen und der Topf bleibt zu 100 % recyclebar. Topf, Casserolle und Pfanne in 3 Größen, und das alles verpackt in ein schönes Design und bunte Farben!

Achja, auf der Homepage kann man sich in eine Erinnerungsliste eintragen lassen, falls man zu den ersten Käufern gehören möchte ;-).

So lasset uns also scheppern und klappern mit neuen Töpfen und gutem Gewissen.