2010/01/22

Reise durch China mit Kylie Kwong





Mein neues China-Reise-Kochbuch "88 Köstlichkeiten" konnte nicht lange darauf warten, zum einen gelesen (ja, das ist eigentlich kein Kochbuch, sondern eher ein spannender Reisebericht, der im Heimatdorf von Kylie Kwong`s Vater beginnt) und zum anderen gleich mal auf ihre Rezepttauglichkeit getestet zu werden. Wenn man da zu lange wartet, dann kleben die Post-it´s jahrelang mahnend in den Seiten und erinnern einen daran, was man immer noch nicht geschafft hat, endlich mal nachzukochen. Darum: Gleich ans Werk, damit ich bei den restlichen Post-it´s erst gar kein so schlechtes Gewissen entwickeln kann.
Außerdem war es nicht sehr schwer. Beim Lesen kam so große Lust auf, dass ich mich am liebsten gleich an den Herd gestellt hätte. Nur fehlten mir die im Buch beschriebenen knackig, frischen und exotischsten Zutaten. So las ich mit Sabber im Mund weiter und ging im Kopf bereits die einzelnen Gerichte durch.... eine wundervolle Reise!


Meine erste Wahl fiel dann auf das:

Glasnudelsalat mit Sojasauce und Ingwer
und
Geschmorte Auberginen mit Sichuanpfeffer und Chili

Der beschriebene Glasnudelsalat hat mich durch seine schlichte Zubereitung bestochen.
Die Auberginen fand ich als Gemüse-dazu gerade richtig. Und ich hatte Recht, die Kombination fand ich ausgezeichnet schmackhaft und harmonisch.

Hier schön brav aus dem Kochbuch abgetippselt, die Rezepte:

Geschmorte Auberginen
Zutaten:
3 mittelgroße Auberginen, geschält
2 EL Meersalz
4 EL Erdnussöl
1 Stk. Ingwer, 5cm lang, fein gehackt
3 Knoblauchzehen, zerdrückt
2 EL brauner Zucker
125 ml Shao-Xing-Wein
125 ml Wasser
2 EL helle Sojasauce
1 EL schwarzer Reisessig
1 große rote Chilischote, fein gehackt
1 Prise Sichuanpfeffer und Salz
1 große rote Chilischote, diagonal in dünne Ringe geschnitten (nach Belieben)

Auberginen in 2 cm dicke Scheiben, dann in 2,5 cm breite Streifen schneiden. Mit Salz bestreuen und nebeneinander auf einem Tablett auslegen. Für 1 Stunde beiseitestellen.
Auberginen in einem Sieb unter fließendem kalten Wasser abspülen, dann abtropfen lassen und mit Küchenpapier trocken tupfen.

Erdnussöl in einem heißen Wok erhitzen, bis die Oberfläche leicht flimmert. Ingwer, Knoblauch und Auberginen zufügen und 3 Minuten unter Rühren braten. Zucker beimengen und 30 Sek. Karamellisieren, dabei ständig rühren, damit die Auberginen nicht anbrennen. Shao-Xing-Wein zugießen und 1 Minute unter Rühren braten, dann Wasser zugeben und 2 Minuten kochen lassen.

Sojasauce, Essig und die gehackte Chilischote zufügen und 2 Minuten unter Rühren braten. Mit Sichuanpfeffer und Salz bestreuen, nach Belieben mit Chiliringen garnieren und sofort servieren.
Anmerkung: Ich habe die Auberginen keine Stunde ziehen lassen, eher eine halbe. Die Chiliringe als Deko habe ich ebenfalls weggelassen, die Chili im Gericht war ausreichend scharf. Knoblauch habe ich nur 2 Zehen genommen.





Glasnudelsalat mit Sojasauce und Ingwer


Zutaten:
100 g getrocknete breite Glasnudeln

Dressing
1 große rote Chilischote, fein gehackt
1 Stück Ingwer 2,5 cm lang, fein gehackt
2 EL helle Sojasauce
1 EL brauner Zucker
1 EL schwarzer Reisessig
1 TL Sesamöl
3 EL Erdnussöl

Für das Dressing alle Zutaten außer dem Erdnussöl in einer großen, ofenfesten Schüssel gründlich mischen. Das Erdnussöl in einem kleinen Topf erhitzen, bis die Oberfläche leicht flimmert. Das heiße Öl vorsichtig über das Dressing gießen, um Chili und Ingwer anzugaren.

Glasnudeln in eine ofenfeste Schüssel geben, mit dem kochenden Wasser bedecken und 5 Minuten stehen lassen. Nudeln in einem Durchschlagsieb abtropfen lassen, dann in die Schüssel mit dem Dressing füllen. Mit einer Zange gründlich vermengen, dann servieren.
Anmerkung: Mangels breiter Glasnudeln habe ich Reisnudeln genommen. Diese musste ich einige Minuten köcheln.



Und so sah dann das Ergebnis aus:
alle Bilder: © Ellja
ein traumhaft leichtes Essen mit feinen Geschmacksnuancen und leichter Schärfe! Sofort nachkochen, Leute!

2010/01/16

Es war einmal... Linz 09 + Gewinnspiel


Bild: © Linz09


Habts ihr´s eh schon gehört, gemerkt, gesehen, ja sogar gespürt?


Das Kulturhauptstadtjahr Linz09 ist vorbei!


Ein ganzes Jahr volles Programm, mit vielen guten Sachen, die mir in Erinnerung bleiben werden. Und auch einigen wenigen, die man vergessen kann, oder die überhaupt nix geworden sind. Spannend war´s in jedem Fall!

Ein wichtiger Teil von Linz09 war der "Neuner". Das Linz09-Blattl, das immer schon im vorhinein wusste, was kommt und im nachhinein berichtete, wie ´s war.

Aber nun war das Ende abzusehen, und das Redaktionsteam würde sich wieder trennen, für lange, ja die meisten sogar für immer. Eine Abschiedsfeier war da mehr als angebracht.

Chefredakteur "der Hannes" wollte eine große Runde be- bzw. rauskochen. In seiner kleinen Kitchen war da nix zu machen. Also hat er sich kurzerhand meine Küche für diesen Zweck geborgt. Ich war mehr als einverstanden, sollte ich doch schließlich auch in den Genuss seiner Kochkünste kommen. Sein literarisches und musikalisches Können konnte ich ja schon einmal kosten, aber was der so auf den Tisch bringt, da war ich auch mal sehr gespannt.

Der Tag X stand also unter dem Motto "Einkaufen, ranschleppen und Ärmel hoch krempeln". Was sofort nach seiner Ankunft mit voll bepackten Säcken unterm Arm klar war: Männer kochen anders! Viel anders! Ganz anders! Chaotischer, oder sagen wir einfach "kreativer". Da wurde nix groß vorgeplant, schön auf Zettelchen notiert, Abläufe durchgegangen... geh, sicher nicht! Her mit den Zutaten und einfach drauf los schnippeln, drauf los kneten, drauf los kochen! Und ja, es hat ja auch gut geklappt. Sehr viel... das allermeiste... *räusper*... sagen wir es so:

Das Ergebnis war fantastisch!!! :-)
Wie das alles so aussah, die wilden Vorbereitungen, habe ich in Bildern festgehalten.

Beim Essen selber war ich dann so entzückt, dass ich nach der Vorspeise das Fotografieren völlig vergessen habe, sorry für diesen Fauxpas.
Das Menü sah aber so aus:
Tintenfischsalat an Gemüsesülze
Tagliatelle mit Artischocken (köstlich, aber H, wo bleibt das Rezept?!)Gefüllte Kalbsröllchen in Tomatensauce laaaange geschmort mit Risotto




Gleich mal das Tintenfisch-Vieh in den Topf!







Profi-Gespräche über das richtige Artischocken-Putzen.




Wer hat verschwiegen, dass man sich dabei die Maniküre versaut?

Nudelteig, oh Nudelteig, was machst du nur für Zicken!


Aber endlich, in Form getrimmt!

Wie nennt ein Raumausstatter diese Dinger nochmal?

Ein schöner Tisch für liebe Gäste!

Die Vorspeise - ein sensationeller Auftakt! TARAAAAAA!



Das Dessert habe ich schließlich beigesteuert:









Das Sonnenlicht tauchte an diesem Nachmittag alles in ein warmes Gelb.
Schön, oder?





alle Bilder: © Ellja

Das gabs als süßen Abschluss:
Mousse au chocolat mit Cranberry-Kompott
Torta di mele und die lustigen Grissini von Robert
Ziegenkäse überbacken mit Quittengelee


Gezählte 10 Flaschen Wein und einige Biere mehr wurden an diesem Abend vernichtet. Mit einem ordentlichen Schluck Grappa als Betthupferl intus torckelte die Runde dann so gegen 3.00 morgens in Richtung heimatlicher Bettstatt.

Es war wirklich schön! Danke ans Team "Neuner" und insbesondere an "den Hannes" für die (Mit)Gestaltung eines aufregenden Jahres mit einem kulinarisch feinem Abschluss!

Aber jetzt zum Gewinnspiel:

Erzählt mir, was euch von Linz09 in Erinnerung bleiben wird!
Verlost wird 1 Exemplar "Das BilderBuch Linz 09" Erinnerungen mit allen Projekten und vielen schönen Bildern. Die Verlosung findet am Mo, 1. Februar 2010 statt.
Viel Glück!
Nachtrag:
Am 1. Februar gezogene Gewinnerin: Renate

Herzlichen Glückwunsch! :-)

2010/01/14

Es orientelt sehr..


Bild: © Ellja

Und das liegt wohl an der kalt-nassen Jahreszeit. Da kommen aromatisch gewürzte Eintöpfe mit dunklem, saftigem Fleisch gerade Recht, um Wärme zu spenden.

Gerne bin ich da auch zur Stelle, mit meinem klassischen Lamm-CousCous:

100 g Kichererbsen über Nacht in kaltem Wasser einweichen
500 g Lammragout
1 EL Butter
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
frisch geriebene Muskatnuss
1/2 Tl Nelkenpulver
etwas Zimt
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen, beides schälen und in grobe Stücke schneiden
200 g Karotten, schälen in 2 cm dicke Stücke schneiden
je eine rote, gelbe und grüne Peperoni, ca. 400 g, waschen, Kerne und Stielansätze entfernen, dann längs in ca. 2 cm breite Streifen schneiden
300 g Kürbis (nach Belieben), in grobe Würfel schneiden
1 Dose Pelati, ganz
etwas Gemüsefond
1 Briefchen Safran
1 roter Peperoncino, entstielen, halbieren und die Kerne entfernen
einige Zweige frische Minze grob hacken oder ½ TL getrocknete
300 gr Couscous-Gries

Die Kichererbsen im Einweichwasser weich kochen. Abschütten. Butter in einem Brattopf erhitzen, Fleisch darin kräftig anbraten. Zwiebeln, Knoblauch und Karotten beifügen und kurz mitdämpfen. Pelati, Fond, Peperoncini und Safran zufügen und ca. 20 Minuten zugedeckt schmoren lassen. Peperoni, Kürbis und Kichererbsen beifügen und nochmals ca. 30 Minuten weiter schmoren.

Den Couscous-Gries nach Anleitung auf der Packung zubereiten. Fleisch und Gemüse wenn nötig mit Salz würzen. Gekochten Gries an den Rand einer grossen Platte anrichten, Fleisch und Gemüse in die Mitte geben und mit Minze bestreuen.

Ganz gut dazu passt schwarzer Tee mit sehr viel Minze, sehr viel Zucker und gerösteten Pinienkernen oder halt ein Biertschi ;-).

2010/01/11

Wie süß die Kartoffel!


Bild: © Ellja

Ich mag sie einfach so so so so sooooo gerne: die Süßkartoffel!

Nach Tagen großer Fleischgelüste ist sie also auch immer so etwas wie ein Rettungsanker für mich. Mit ein bisschen würzig, ein bisschen scharf kombiniert, entfaltet sie erst so richtig ihre unheimlich aromatische Süße.

Hier mein Lieblingsessen für Rettungsankertage:

Süßkartoffel mehrmals anstechen und im Backofen garen. In der Mitte durchschneiden. Sauerrahm mit Salz, Pfeffer, etwas Cumin verrühren. Tomaten würfeln. Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Chilischoten in Ringe schneiden. Die Süßkartoffel mit dem Rahm, den Tomaten, den Zwiebelringen und den Chiliringen bestreuen und gleich genießen.


Oft braucht es echt nicht viel, was einem viel gibt.

2010/01/07

So woar Weihnocht´n ...



... dös schenste Fest im Joahr... i erzöh eich wia des woa..

Ein Fest für 2, nur ganz für uns, es gab guten Lachs vom Bachmann, schöne Geschenke, ein saugeiles Wildhendl, Dankbarkeit zu trinken, meinen liebsten Käse mit Birnen und außerdem einfach nur einen sehr gemütlichen Abend, ganz ohne Trara, pompom, shi-shi und sonst was.


















Bilder: © Ellja

Und damit begannen viele wundervolle, faule Tage... weg von allem tun und machen und hetzen und müssen... nur sich an der Langsamkeit erfreuen.
aber jetzt bin ich ja wieder da, weil Langsamkeit auch wieder irgendwann ankommt :-)
Viel Freude im neuen Jahr!