Oft sind es die schnell zusammen gerührten/geschnippselten/gebratenen/improvisierten und aus dem Bauch heraus gemachten Sachen (Gerichte traut man sich eh fast gar nicht dazu sagen), die einem dann auch am allerbesten schmecken. Es gibt kein Rezept dafür, und beim nächsten Mal wirds auch wieder ein bisserl anders, weil man noch das und das hinzu fügt oder das und das weglässt... schnelle Antipasti, Jause, Snack, kleine Abendmahlzeit... alles eben, was kein richtiges Rezept wert zu sein scheint, weil es so schnell geht und - der eigenen Fantasie entsprungen - auch nicht wirklich aufwändig genug erscheint.
Aber all diese Nicht-Rezepte haben ebenso ihren Platz verdient. Sie machen uns das Leben schöner und - was seeeehr wichtig ist - auch leichter.
Sehr oft, wenn ich wieder mal so richtig im Kochtaumel bin, die Perfektionswut gar kein Ende nehmen will, ich merke, wie ich mehr und mehr in eine richtigehende Kochhysterie abgleite, ein bisschen an Boden verliere, abzuheben gerate, die Erbsen eckig schneiden will.... ja dann, dann hilft genau so ein "Gericht ohne Rezept", um mich runter zu holen, Abstand zu gewinnen und mir zu sagen: "Hey, übertreib jetzt mal nicht. Das einzige, um das es geht, ist der Genuss und um einen ehrlichen, guten Geschmack". Die Großartigkeit einfacher Dinge feiern, aber nicht eine Götzenkult um alles machen.
Und darum taufe ich meine, alle diese Gerichte auf den Namen "Kleine Essen großer Momente":
Büffelmozarella mit frischen und getrockneten Tomaten
Baguette mit Sauce Bolognese und gebratenen Zwiebeln, überbacken mit Taleggio
Bruscetta mit Bratkartoffeln
alle Bilder: © Ellja
Weiße Bohnen-Creme mit Salami und Parmesan