2010/05/31

Wie die Artischocke mit der Olive auf den Teig kam




Robert hats wieder mal hier verbrochen. Ich als Artischocken-Junkie bin sofort darauf angesprungen. Und habs nicht bereut. Die Sucht war absolut gestillt, die Dosierung war ausreichend, die Entzugserscheinungen sind erträglich.

alle Bilder: © Ellja

Was für eine Kombination: Creme fraiche - Ziegenkäse - Artischocken - Oliven und Frühlingszwiebel auf einem knusprig dünnen Flammkuchenteig.
Mit einem Gläschen Weißwein - will man da noch mehr?
Ja, freilich, noch ein Stück und noch ein Stück und noch ein....

2010/05/29

Gesehen: Shutter Island




Bilder: Internet


USA 2010

Regie: Martin Scorcese

War er doch immer so ein bissl belächelt, der Leonardo, nein, nicht der Da Vinci natürlich, der Di Caprio, das Bubi. Versteh ich aber gar nicht so. Seine Filme seit "The Beach" sind gut. Er ist gut, wirklich gut. Er spielt vielseitig und intensiv seine Rollen durchwegs authentisch. Und auch in Shutter-Island überrascht er wieder nicht, ganz im Gegenteil, er bestätigt, dass er eben ein wirklich guter Schauspieler ist. Bubi hin oder her, inzwischen wird er auch schon optisch gereifter, wie guter Wein eben...

Shutter Island liegt dem gleichnamigen Roman des US-Schriftsteller Dennis Lehane (schrieb auch Mystic River) zu Grunde.

US Marshal Edward Daniels (gespielt von Leonardo di Caprio) untersucht mit seinem Partner Chuck Aule das Verschwinden einer Patientin aus dem auf der Insel Shutter Island untergebrachten Spezialgefängnis für geistesgestörte Schwerverbrecher. Die Patientin, eine mehrfache Kindesmörderin namens Rachel Solando verschwand spurlos aus ihrer verschlossenen Zelle und gibt damit schon die ersten Rätsel auf...

Es wäre kein echter Scorcese, wenn nicht düstere Bilder einer wunderschönen Insel, intensive Musikuntermalung und gute Schauspielkunst (ebenfalls genial: Ben Kingsley als Chefarzt der Anstalt) den Zuschauer in eine teils verwirrende, teils beängstigende Gewissheit trieben: Mit disem Marshal ist was faul!
Gruselig, schaurig, Psycho - schön!

2010/05/27

Tajine-Gericht


Bild: © Ellja


Das Marokko-Kochbuch habe ich mir selbst geschenkt. Die Tajine dazu bekam ich von P.
Und natürlich musste sie auch sofort eingeweiht werden.

Für den ersten Versuch entnahm ich dem Kochbuch eine Fisch-Tajine auf Kartoffelbett mit Paprika und Tomaten. Begeistert von dem Gelingen und der unkomplizierten Kochweise habe ich mich dann am vergangenen Sonntag ans Fleisch gemacht:

Rindfleisch-Tajine mit Kohlrabi, Süßkartoffel und Dattel


1/2 kg Rindsgulasch (gewürfelt)
1 großer Kohlrabi (geschält, gewürfelt)
1 große Süßkartoffel (geschält, gewürfelt)
8 - 10 Datteln
8 - 10 kleine Tomaten
ein paar Fäden Safran
warmes Wasser , ca 1/8 lt.
1 EL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
Koriandergrün

Gewürzmischung:
1 TL Kreuzkümmel
1 TL gelbe Senfkörner
1 TL Korianderkörner
ein paar Pimentkörner
1 Lorbeerblatt
1 Brise Ceylon-Zimt

Gewürzmischung im Mörser zerstampfen

Rindfleisch rundum in einer Pfanne anbraten. Das Fleisch, das Gemüse und die Datteln in eine mit etwas Öl ausgestrichene Tajine geben. Die Safranfäden in etwas warmen Wasser auflösen und mit 1 EL Tomatenmark verrühren. Gemeinsam mit der Gewürzmischung in die Tajine füllen. Salz und Pfeffer dürfen ebenfalls nicht fehlen. Den Tajine-Deckel drauf und bei kleiner Hitze ca. 40 - 50 Minuten schmoren lassen.
Koriandergrün grob hacken und am Schluss untermischen.

Übrigens bin ich sehr angetan von meinem neuen Kochbuch. Und weitere Rezepte werden folgen... dieses Rezept war aber "einfach so aus dem Bauch" ;-)

Das Kochen in der Tajine:

Da ich eine glasierte Tajine habe, ist das Kochen noch eine Spur unkomplizierter, als in einer unglasierten Form, weil es eigentlich keine Sprünge gibt.
Vorbehandelt wird so: Etwas Milch in der Tajine aufkochen, abkühlen lassen und die Tajine
wieder säubern.
Gekocht wird so: Die Tajine kann auf offenem Feuer, aber auch auf E-Herd und Ceran benutzt werden. Im Backrohr funktioniert das auch, man muss sie wg. des hohen Deckels nur auf unterste Schiene stellen. Die Hitze bitte wirklich sehr niedrig halten, die Zutaten dürfen nur ganz leicht schmurgeln. Der Boden wird eingeölt. Zuerst kommt das Fleisch (oder bei Fisch auch ein Bett aus Kartoffeln zuerst). Oben auf kommt das Gemüse. Dann die Gewürze und die Flüssigkeit. Der Deckel wird aufgesetzt und in die Kuhle am Deckel kann man Wasser einfüllen. Man sagt, dass das Gericht fertig ist, wenn das Wasser in der Kuhle anfängt zu kochen. Aber ehrlich: ich mach das nicht. Ich verlass mich lieber aufs Probieren. Aber so mit 40 bis 50 Minuten (Fisch sogar weniger) sind die meisten Fleischgerichte gut durch. Es ist eine sehr sanfte und gesunde Garmethode, weil der Dampf, der aufsteigt mit all seinen Aromen wieder in das Essen abgeleitet wird und so alles Aroma erhalten bleibt bzw. verstärkt wird.

2010/05/25

Ti ra mi sù



Ein paar verstaubte Silben (Zieh mich hoch) nur, aber in den 90igern das über-drüber-Dessert. Überall gabs plötzlich Tiramisu. Obs tatsächlich eins war oder nicht - keiner fragte nach einem authentischen Rezept. Alles wurde plötzlich zum Tiramisu erklärt - Erdbeeren - Rhabarber - Orangen - Himbeeren - Schokolade und sonstige schicht- und gatschbaren Zutaten waren willkommen.

Und tatsächlich - ein wirklich gutes Tiramisu ist ganz schwer zu bekommen, selbst im Heimatland dieser üppigen Nachspeis' tut man sich oft recht schwer.

Ich bin da wieder mal ganz komisch und richtiger Spielverderber: kein Biskuit! kein Schlagobers! keine Gelatine! - solche Sachen gehören da einfach nicht rein, verflixt! Mit dem Obst mach ich Zugeständnisse, wenns unbedingt sein muss. Ein paar sehr hauchdünn geschnittene Bananenscheiben über den Biskotti verteilt unterstützen das Aroma sehr gut.

Aber ich will sonst nix anderes drin haben als: Eier (und das Eiweiß schön trennen und separat schlagen), Zucker, Mascarpone, Biskotten, Espresso und Schnaps (Rum, Marsala, Amaretto, Whiskey, da bin ich ja großzügig, obwohl ich Rum bevorzuge). Oben eine dicke Kakaoschicht. Aus. Basta.

alle Bilder: © Ellja

2010/05/19

Restlkuchen


Bild: © Ellja



... sagte meine Großmutter zu ihm. Aber tatsächlich ist der Bustrengo ein Bologneser Apfelkuchen, dessen Besonderheit ein Teig aus Polenta ist.
Aber ich sag auch Restlkuchen zu ihm, weil er fantastisch dafür gemacht ist, die Reste von Äpfel, Rosinen, Nüssen, Feigen, getrocknetem Obst überhaupt, zu verwerten.

Diesen Kuchen muss man lauwarm essen, da ist er noch saftig und locker. Einen Tag später schmeckt er schon nicht mehr ganz so gut, da er dann schon etwas trocken wird.


Exakte Rezepte dazu gibt es in vielen Blogs. Ich kenn nur die hemdsärmelige Eigenbauweise:

Äpfel schälen (oder auch nicht) und in Spalten schneiden. Diese in einer Schüssel mit Zitronensaft, -abrieb, etwas Rum, Zimt und ein wenig Zucker einige Minuten ziehen lassen. Rosinen und/oder Feigen und getrocknete Früchte ebenfalls in wenig Rum quellen lassen. Nüsse aller Art grob hacken.
100 g Polenta, 100 g Mehl (1 TL Backpulver untermischen) mit 100 g Zucker vermischen.


3 Eier mit 3 Glas Milch und 2 Glas Olivenöl versprudeln. Wer es sehr süß mag, gibt hier noch etwas Honig dazu.


Jetzt die Polenta-Mehl-Mischung unter die Eier-Milch rühren und gut vermischen. Die Masse soll nicht zu flüssig (die Polenta sinkt nach unten und wird beim backen hart), aber auch nicht zu klebrig-fest sein. Fallweise mit Milch bzw. Polentamehl nacharbeiten. Eine Auflaufform ausbuttern und die Äpfel, Rosinen und Nüsse in die Form füllen. Den Teig nun ebenfalls einfüllen.


Gebacken wird das ganze bei 160 - 180 Grad ca. 40 - 50 Minuten. Ich nehm ihn bei 30 Minuten immer mal raus und prüfe.
Ich mag ihn übrigens, wenn er innen noch ein wenig feucht ist. Ich esse diesen Kuchen am liebsten schon zum Frühstück. Als Dessert finde ich ihn zu mächtig.

2010/05/11

Dem Salat verfallen...



Dass ich Salat gerne mag, habe ich ja den ganzen Winter über schon gepredigt.
Aber es gibt einen, dem bin ich wahrlich verfallen:

Fenchel - Wassermelone - Basilikum - Büffelmozarella - Wasabinüsse - Himbeeressig-Honig-Dressing

Das sind die Zutaten für den erfrischensten, knackigsten, fruchtigsten, allerbesten Salat.
Und alle Jahre wieder warte ich nur darauf, die ersten halbwegs süßen Wassermelonen zu ergattern, um ihn endlich wieder in meiner Schüssel willkommen zu heißen!

Hier das genaue Rezept:

Mozarella-Wassermelonen-Salat mit Fenchel und Basilikum

Zutaten f. 4 Personen:
5 EL Himbeeressig
4 EL Honig
7 EL Olivenöl
200 g Mozarella
75 g Raddicchio (oder andere Salate)
700 g Wassermelone
3 – 4 Stängel Basilikum
40 g Wasabi_Erdnüsse
250 g Fenchel
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Himbeeressig, Honig, Pfeffer, Salz und Olivenöl zu einer Vinaigrette verrühren.

Mozarella in Stücke zupfen, Raddicchio putzen und einmal durchschneiden. Melonen in Ecken schneiden. Basilikum zupfen. Wasabi-Nüsse grob hacken. Fenchel putzen und der Länge in sehr feine Scheiben schneiden oder hobeln. In einer Schale anrichten und mit der Vinaigrette beträufeln, mit den Nüssen bestreuen.



Bilder: © Ellja
Wenn ihr mir nach dem Genuss dieser schönen Kombination (ich habe ehrlich keine Ahnung mehr, woher ich das Rezept habe, aber ich habe es nicht selbst erfunden) nicht Recht gebt, dann weiß ich aber auch nicht....

2010/05/06

Es lebe die (Kalbs)Leber!



Kalbsleber ist die beste!

Meine Begleitung dazu ist schon seit Jahren diesselbe und ich würde einen Teufel tun, daran was zu ändern: Kalbsleber mit roten Zwiebeln, Vin-Santo-Birnen und Kartoffelpüree.

Zubereitung Kalbsleber:
Leberstücke in Mehl wenden und in der mit Butterschmalz erhitzten Pfanne von beiden Seiten kurz anbraten. Auf ein Teller geben und zur Seite stellen.

Rote Zwiebeln in Ringe schneiden und in der Pfanne anrösten. Mit Portwein ablöschen, etwas Balsamico dazu und evtl. noch Rindsfond. Auf die Hälfte einkochen lassen und dann die Leberscheiben noch kurz mitdünsten. Salzen und Pfeffern.

Zubereitung Birnen:
1 Birne achteln und 1 Schalotte sehr fein schneiden. Schalotte in Butter anschwitzen, mit etwas Zucker karamellisieren. Birnenspalten dazu geben und durchrühren. mit VinSanto ablöschen und reduzieren.

Zubereitung Kartoffelpüree:
Kartoffeln in der Schale weich kochen und schälen. Milch, Butter, Salz, Muskat, Pfeffer in einem Topf erhitzen. Klein geschnittene Frühlingszwiebeln dazu und 1 x aufkochen. Die zerstampften Kartoffeln der Milch-Zwiebel-Mischung beigeben und nur ganz kurz durchrühren. Noch ein Stückchen Butter dazu und evtl. etwas nachsalzen.





Davon abgesehen, dass Kalbsleber immer noch preiswerter ist als z.B. ein Steak, ist es ein himmlisches Essen, worüber sich sogar meine beiden Katzen freuen, denn natürlich fällt für sie auch immer was von der guten Leber ab.

So ist die ganze Familie glücklich.

2010/05/03

Bochene Öpferadln







Eine ganz einfache, typisch österreichische Mehlspeise sind "Gebackene Apfelringe", worauf aber das "Bochene Öpferadln" viel besser zutrifft. Eine herzhafte Süßspeise zum Kaffee ganz schnell zubereitet. Gespickt mit viel Kindheitserinnerung mag ich sie immer wieder gerne. Wir Mühlviertler Kinder sind ja quasi mit Most groß geworden ;-)
Also kurz gesagt: Nix besonderes und doch schon auch!

Teig:

Mehl, Eier, Most (oder Weißwein), Zucker.

Mehl und Eier gut verrühren, Zucker und Most untermischen, bis der Teig eine sämige Kosistenz hat (nicht klebrig, nicht flüssig). Den Teig einige Minuten quellen lassen.

Inzwischen die Äpfel schälen (mach ich inzwischen nicht mehr), in dickere Ringe schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. In einer kleinen Schale Zucker mit Zimt vermischen.

Topf mit Öl oder Schmalz erhitzen und die Apfelringe durch den Teig ziehen. Ins heiße Öl geben und von beiden Seiten goldbraun backen. Auf einem Teller mit Küchenrolle ablegen und mit der Zimt-Zucker-Mischung bestreuen.

Wers noch ganz fein mag, der reicht Kanarimilch (Vanillesauce) dazu.

Bilder: © Ellja

"Bochene Öpfespeigerl" sind im Grunde dasselbe, nur sind es eben Spalten und keine Ringe.
Und "bochene Öpfebackerl" sind jetzt was? ;-)