Bilder: © Ellja
Eine Feigentarte mit nussiger Unterlage schwebte mir vor. Und meine Gedanken schweiften schon ab...
... nach Südfrankreich. Ein wundervoller französischer Sommer in einem kleinen Dorf nahe Narbonne. Ein kleines, munteres Flüsschen vor unserem alten Haus, das aus 4 Stockwerken bestand. Allerdings bestand jedes Stockwerk nur aus jeweils einem Zimmer, und jedes Zimmer hatte einen offenen Kamin. Ganz unten war die Küche mit dem so typischen Porzellanbecken. In der Mitte des Raumes ein großer runder Tisch, dahinter der Kamin, ein paar Holzstühle und jede Menge Rotweinflaschen (AOC Corbières). Aus einem kleinen, alten Radio erklangen französische Chansons... sehr kitschig, oder? Aber so war es.... Das Dorf hatte nur einen Bäcker (Warum können unsere Bäckereien nie so duften!), 3 oder 4 Gasthäuser, eine Apotheke, einen kleinen Lebensmittelladen, ein paar Handwerksläden und viele mittelalterliche Gebäude, so wie unser kleines Häuschen eines war.

Eine Freundin aus früheren Tagen lebte dort und hatte in ihrem Garten einen Feigenbaum (vergesst Cicero!), der wundervolle Früchte trug. Noch nie zuvor und auch nachher nicht mehr, habe ich je solche Feigen gegessen. Es mag schon auch an der Umgebung gelegen haben, aber nein, sie waren doch so anders, als diese armseligen saftlosen "Wuzerl", die man bei uns hier zu kaufen bekommt. Groß, wie Äpfel, mit weicher Schale und so saftig, wie die reifsten Birnen. Beim reinbeißen tropfte uns überall der Saft über die Hände und dieser fruchtig, süße Geschmack.... sowas kannte ich vorher tatsächlich nicht.
Seit diesen Tagen kann ich es nicht mehr vergessen, wie gut Feigen schmecken können.
Für meine Feigentarte habe ich natürlich keine solchen Feigen bekommen. Aber wenn man sie bäckt, werden sie saftiger und ich kann mir zumindest eine ungefähre Erinnerung an die Feigen meines französischen Sommers zurückholen.
Rezept:
Mürbteigboden:
250 g Mehl
1/2 TL Salz
110 g Butter
80 ml eiskaltes Wasser
Zutaten schnell zu einem Teig kneten und mindestens eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Dann etwas Zimmertemperatur annehmen lassen, auswalken und in eine gebutterte Tarteform legen.
Frangipane:
80 g Mandeln
80 g Zucker
80 g Butter (Raumtemperatur)
1 Ei
Diese Zutaten in der Moulinette zu einer streichfähigen Masse mixen. Die Masse auf den Mürbteigboden streichen.
10 - 15 möglichst reife, saftige Feigen
waschen, vierteln und auf die Nussmasse schichten.
Ordentlich mit Zucker bestäuben und bei 180 Grad in den Backofen für ca. 20 bis 30 Minuten.
Die Tarte lauwarm servieren. Am besten mit Topfeneis oder Ziegenkäse, je nach Geschmack.