2011/01/28

Berührend: The Wrestler



Ja, ich weiß, kein neuer Film mehr. Aber ich habe mich bisher irgendwie vor diesem Film gedrückt. Mickey Rourke? Wrestling? Soll man sich sowas antun?

In diesen Tagen tat ich es mir an. Und wisst ihr was? Man sollte für solche Überraschungsmomente ab und zu seine Vorurteile über Bord werfen!

Handlung: Der Wrestler Robin Ramzinski, Ringname Randy „The Ram“ Robinson, war in den 1980er Jahren ein gefeierter Star in Amerika. Rund zwanzig Jahre später steigt er immer noch in den Ring, aus den Arenen seiner Glanzzeit sind inzwischen jedoch kleine Turnhallen geworden, in denen drittklassige Matches mit ebenso gealterten Stars von einst stattfinden. Jahre des Medikamentenmissbrauchs haben auch bei Robinson ihre Spuren hinterlassen, seine langen blondierten Haare können auch nicht mehr sein Hörgerät verdecken. Und doch kommen immer noch Fans zu seinen Auftritten und feiern ihn wie einst.

Die schlechtbezahlten Showauftritte reichen jedoch nicht einmal mehr, um die Stellplatzmiete für sein Wohnmobil zu zahlen und so nimmt Robinson Arbeiten als Lagerist und Verkäufer in einem Supermarkt an. Seine Abende verbringt er häufig in einem Strip-Club, wo er der Lieblingskunde der Stripperin Cassidy ist.

Mickey Rourke spielt das Porträt eines ramponierten Wrestlers so eindrucksvoll, so sanft, verletzlich und gleichzeitig stark zugleich, dass man einfach nicht umhin kann, ihn zu lieben.
Man fühlt geradezu seine Nöte, seine Ängste, seine Verzweiflung und seine Versuche, sein Leben "besser" zu meistern. Alles gut werden zu lassen. Ohne in Kitsch abzudriften, versteht es dieser Streifen, tief zu bewegen. Für mich war das ein durch und durch trauriger und sehr sensibler Film. Hier geht es nicht um Wrestling. Es geht um das Leben. Wobei beides "Akrobatik" verlangt.

Mikey Rourke hätte für diese Rolle allemal einen Oskar verdient. Sie ist ihm auf den Leib geschrieben und man kann gar nicht anders, als Vergleiche zum recht glücklosen Lebenslauf des Schauspielers selbst herzustellen. Der von ihm liebenswert gespielte Randy The Ram hat ihn für mich neu aus der Taufe gehoben. Großartige Leistung!
Ebenfalls großartig in ihrer Rolle: Marisa Tomei als Stripperin Cassidy.

2011/01/25

Mahhhhhhh...ffins


Bilder: © Ellja

Ich sags gleich: ein großer Freund von Muffins bin ich ja wirklich nicht. Auch diese neumodischen CupCakes.... eigentlich nicht so mein Ding. Freilich, es gibt auch hier gute und schlechte Rezepte. Mich stört aber eigentlich ganz was anderes, nämlich die Form. Kann ich es eingehender erklären? Nein. Kann ich nicht.

Schließlich las ich vor einiger Zeit ein Rezept bei Cherry Blossom´s Table:
Apple, Carrot, Walnut & Coconut-Muffins

Jaja, das muss man zweimal lesen: Äpfel, Karotten, Walnüsse, Kokosnuss und noch vieles mehr kommt da in den Teig. Der Overkill, nämlich ein Topping aus Mandeln, Haferflocken, Sesamsamen, Leinsamen, wurde von mir weggelassen. Ich hab einfach mal die Grundmasse probiert. Mein Widerwille gegen Muffins wollte mich gleich auf eine Kuchenbackform umsteigen lassen, aber dann dachte ich: "Nein, nein, jetzt mach mal so wie das Rezept es vorgibt".
Und schon waren die Küchlein im Ofen.

Ich gestehe: sie haben einen kleinen Küchen-Oscar verdient. Wobei ich aber immer noch mit einem Kuchen statt eines Küchleins liebäugle. Und das wird auch sicherlich noch ausprobiert.
Der große Küchen-Oscar wär schließlich auch noch zu vergeben!


2011/01/22

"Sprich erst, wenn sie gesprochen hat"





Bilder: © PT

Ich selbst jedoch halt nichts davon.
Die Katze grüßen soll man schon.
Nur denk daran zu jeder Zeit: Sie hält nichts von Vertraulichkeit.

Verbeug Dich tief, geh auf sie zu, und sag zu ihr: "Oh Katze Du!"

Den leeren Worten traut sie nicht.
Bevor man ihr von Freundschaft spricht, will sie zuerst Beweise seh´n.
Wenns geht in Form von Sahnecreme.
Und hast Du nicht Pastete da, versuch es halt mit Kaviar.
Sie schätzt gewiss auch Räucherlachs, als Zeichen Deines guten Geschmacks.
Und wenn sie Dich dann leiden kann, sprich sie mit Namen an.

Das Musical CATS kommt wieder nach Wien!






2011/01/12

Was Grünes in der Suppe


Bilder: © Ellja

Es ist kalt draußen.
In den letzten Tagen/Wochen habe wir mehr gegessen, als gut für unsere Figur ist.
Das neue Jahr kann man mit gesundem Essen gleich mal gut beginnen.

All diese Gründe brauche ich gar nicht, um ein herrliches Gemüsesupperl auf den Tisch zu bringen. Obwohl es natürlich Gründe wären....




Alles Wintergemüse (Karotten, Sellerie, Broccoli, Karfiol, Romanesco) kommt in den Topf.
Zuvor schwitze ich Zwiebeln mit Butter an . Der Gemüsefond aus dem Tiefkühler schafft Platz und macht sich in der Suppe besser. Koriander, Pfeffer und Kümmel sind die belebenden Gewürze. Und natürlich das Salz in die Suppe nicht vergessen. Ein bisserl Schlagobers darf auch nicht fehlen. Auf keinen Fall kommt mir da Mehlschwitze ran. Dicke Suppen mag ich nicht.

2011/01/04

Butter und Brot


Bilder: © Ellja

Die Frage "Wer mag kein Butterbrot?" ist erlaubt. Oh ja, ich kenne einige, die es nicht mögen.
Gab es denn bei denen nie Butterbrot und Tee nach dem Schifahren? Oder kleine, feine Butterschnitten, wenn sie krank im Bett liegen mussten? Haben sie nie den weichen Dotter vom "Ei im Glas" über das Schnittlauchbrot laufen lassen, um dann genussvoll reinzubeißen und dieses ganz besondere Butter-Ei-Gemisch geschmeckt und innerlich "hach" geseufzt?

Butterbrot - sowas einfaches! Was gibts darüber schon zu sagen? Viel!
Immerhin bedarf es mindestens zweier wichtiger Zutaten: die richtige Butter und das richtige Brot.

Das Brot:
Bei mir muss ein richtig schönes Sauerteigbrot her, mit einer dicken, reschen Kruste. Der Teig muss saftig sein, es dürfen ruhig ein paar Anis- oder Kümmel-Kernderl zu schmecken sein.
Geschnitten wird mein Brot relativ dick. Mangels einer Brotschneidemaschine (viel zu klinisch) kommen dann schon öfters mal ein wenig ungleichförmige Schnitten raus. Aber das macht nichts. Weil der Butterbelag auch nicht abgemessen wird.... und da sind wir dann schon

bei der Butter:
Die beste Butter dieses Landes ist die Strasser-Bauernbutter aus Rohmilch! Sie hat einen einzigartigen feinen Geschmack mit Weiden-Aroma. Man sollte sie allerdings relativ schnell aufbrauchen, damit sie nicht "ranzelt".

Ansonsten mag ich Süßrahmbutter lieber als Sauerrahmbutter z.B. BioBio Süssrahm-Butter.

Hier die Unterschiede:
Süßrahmbutter
• Geschmack: schmeckt frisch, mild, leichter Geschmack nach Schlagobers
• Unterschiede in der Herstellung: Der Reifungsprozess erfolgt ohne Zugabe von Milchsäurekulturen

Sauerrahmbutter
• Geschmack: leicht säuerlich, frisch, nussartiger Geschmack
• Unterschiede in der Herstellung: W ährend des Reifungsprozesses erfolgt die Zugabe von Milchsäurebakterien (Buttereikultur)

Der österreichische pro-Kopf-Verbrauch von Butter liegt übrigens bei etwa 5 Kilo jährlich!

Jetzt streichen wir aber gleich mal die Butter aufs Brot, und zwar ebenfalls nicht genormt, sondern schön dick und ungleichmäßig. Ich stelle mir dabei immer unsere Mühlviertler Hügellandschaft vor. Weil so mag ich das :-)







Ein kleiner Blick zurück...


Bilder: © Ellja

Viel Tanz um Weihnachten und Silvester machen wir ja nicht.
Ein kleines Bäumchen darf schon sein, des Grüns und des Duftes wegen. Mit dem noch verbliebenen alten Christbaumschmuck, den unsere Katzen noch nicht zu ihrem Lieblingsspielzeug erklärt haben (jedes Jahr eine Kugel weniger) verschönert.

Wir nützen diese Zeit lieber, um zu faulenzen und schöne Dinge zu tun... gar nichts zum Beispiel.

Oder - wie in diesem Jahr - uns auf die Skier zu werfen und das schöne Bergwetter in voller Fahrt zu genießen.






Das wirklich feierlichste in diesem Jahr war ein Sonntagsbrunch am letzten Advent für liebe Freunde:

Für alle gab es kleine Geschenke und natürlich was gutes zu essen. Bei Apfelpunsch und Kaffee konnten wir endlich wieder mal lange plaudern. Niemand war in Eile. So endete der Brunch erst kurz vor Sonnenuntergang. Und das war wirklich schön!












An Heilig Abend folgte unser obligatorisches Auswärts-Frühstück und ein Bummel durch die Stadt, um ganz böse schadenfroh die "Geschenke-am-letzten-Drücker-Einkäufer" beim Abhetzen zu beobachten. Dann lieber doch nichts schenken, als so...

... und Abends dann ein fast spartanisches Essen:




Französische Zwiebelsuppe




und karamellisierte Bananen mit Rum-Rosinen-Parfait

Es folgten noch ein indischer Abend im Bombay-Palace mit Töchterchen, ein wunderschönes Familienessen in Wien, eine Fahrt durch die Wachau in der Wintersonne, ein Racletteabend (ja, mei, so abgedroschen das auch sein mag, ich freu mich jedes Jahr darauf) und ein letztes Glas Sekt an Silvester um Mitternacht.

Jetzt bin ich wieder zurück.
Im Job und hier und im alltäglichen Leben auch, nur in einem neuen Jahr.
Das hoffentlich für mich und euch und alle wunderschön wird!