2011/02/28

Eine leichte Nachspeise

Bilder: © Ellja



































Viel hab ich ja in letzter Zeit über Orangemarmeladen und -desserts in den Foodblogs gelesen.
Verlockend appetitlich sahen alle Rezepte aus. Aber ich hab so meine Probleme mit dem leicht bitteren Geschmack....

3 Dinge sprachen dann dafür, dass ich es doch auch mit Orangen versuchen wollte:
1. ich wollte ein obstlastiges Dessert, sprich etwas "leichtes"
2. es sollte auch leicht (respektive schnell) herzustellen sein
3. mir ist erneut ein Rezept in Valentine Warner´s Herbst/Winter-Kochbuch "Frisch kochen jetzt!" über den Weg gelaufen

Die herrlichen Bio-Blutorangen haben dann fast alleine den Weg in meinen Einkaufskorb gefunden.

Karamellisierte Orangen

Wenige Zutaten: unbehandelte Blutorangen, 150 g feiner Zucker, Wasser

 Mit einem Kartoffelschäler die Orangen schälen und die Schale in streichholzdicke Streifen schneiden, mit Wasser begießen, 1 EL Zucker zugeben und weich köcheln.

Von den Orangen Boden und Deckel abschneiden und seitlich rundherum mit einem Messer die Schale ebenfalls abschneiden. Die nackte Orange in Scheiben schneiden und in eine Schüssel legen. Die weich gekochten Orangenstreifen daruntermischen.

Den Zucker in einen Topf geben (Topf muss absolut sauber sein, jedes Körnchen kann den Karamellisierungsvorgang stoppen), mit Wasser bedecken und aufkochen lassen. Alles 15 - 20 Minuten köcheln, bis der Zucker seine Farbe verändert. Damit der Zucker einheitlich karamellisiert, zwischendurch umrühren. Sobald der Zucker seine Farbe verändert, muss man aufpassen, dass der Karamell nicht zu dunkel wird. Das kann ziemlich schnell gehen. Und dann ist er zu dunkel und schmeckt bitter. Ist der Karamell schön goldbraun, gleich vom Herd ziehen und über die Orangen gießen, damit wird der Karamell fest. Die Orangen jetzt etwa 30 Minuten stehen lassen.

Ja, und das wars auch schon! So schnell geht eine leichte Nachspeise!

Der leichte Bittergeschmack der Orangenstreifen störte mich überhaupt nicht. Es war sogar ganz interessant. Und will man es etwas üppiger, kann man eine Schokomousse (vielleicht mit Ingwer) oder noch besser ein Schokoladen-Pekannuss-Eis dazu servieren.

2011/02/24

Enrica Rocca am Sonntag

Bilder: © Ellja



































Da steh ich doch an einem schönen Sonntag Mittag so beim Bügeln und denk mir nichts dabei, als im National Geographic-Channel eine Amerikanerin bei Enrica Rocca in Venedig einfällt und diese wiederum die ganze Bandbreite venezianischer Köstlichkeiten aus ihren Töpfen zaubert.

Das Bügeleisen habe ich ganz schnell gegen Kugelschreiber und Papier getauscht und begeistert alles mitnotiert, was die italienische Gräfin da ihren beiden Besucherinnen aus Übersee verriet. Hätte ich aber eh auch alles HIER nachlesen können und sogar nachsehen - das fand ich aber erst viel später raus. Ich also am mitschreiben und schon regelrecht am Sabbern... Peperonata - gebratene Rippchen in Wein, Rosmarin und Knoblauch geschmort - Risotto mit Pilzen und Shrimps - gebratene, gefüllte Ente - Linguine mit Muscheln und Calamari und und und.... ach, was für eine herrliche Kochsendung!
Und das am Sonntag beim Bügeln!

Ein paar Tage später schließlich:


















Mhhhhhhhhh...........Mhhhhhhhhhhhhhhhhhh

Nur das Brot stammt nicht von Enrica Rocca.
Das ist ein Rezept von Valentine Warner.
Halb Weißmehl - halb Vollkornmehl, Salz, Natron, Buttermilch.

2011/02/23

Breakfastclub #3

Bilder: © Ellja

Ein weiterer Beitrag zum Thema "Frühstückt besser!"

Früh- oder spätgestückt:

Müsli-Nuss-Knusper - Klacks Joghurt - Klacks Karamellcreme - Banane - Orangen




getoasteter Bagel - Butter - Räucherlachs - Lauchröllchen - Klacks Krensahne - frischer Kren - Cilantro - Pfeffer



Vollkornscheiben - Frischkäse - Stangensellerie - Schnittlauch - Salz - Pfeffer



Türkische Eierspeise: Zwiebel - Tomaten - grüne Pepperoniringe - Eier - Schafkäse



Griesbrei mit Vanille - Himbeeren in Balsamico

2011/02/17

Nachgekocht: Schweinebraten mit Fenchel


Bilder: © Ellja

Schon lange steht er auf meiner Liste. Der Schweinebraten mit Fenchel von Eline.
Nicht dass ich Schweinebraten mit Fenchel nicht kennen würde. Schon öfter mal in der Röhre gehabt. Aber die Besonderheit für mich lag im "in Eiswasser gelegten Fenchel". Diese Kombination fand ich ausgesprochen reizvoll.

Ihr wisst ja, dass mir das sehr schwer fällt: sich genau an das Rezept zu halten. Aber hier hab ich mich wirklich ganz an Eline´s Rezeptur gehalten.

Das Fleisch war nach den 2 Stunden butterzart mit einer knusperknusperKruste (die P leider gar nicht mag, aber ich dafür umso mehr!)

Die Kartöffelchen, Zwiebeln und der mitgebratene Fenchel von einem feinen Safterl umkränzt, schmeckte gewohnt ausgezeichnet.

Aber der Fenchel. Also der Fenchel..... der in Eiswasser (hab ihn 1 Std. drin liegen lassen) gebadet wurde. Der war an Knackigkeit überhaupt nicht zu überbieten. Ich hatte zwar schon ein wenig das Gefühl, dass er durch das Eiswasserbad ein wenig an Geschmack einbüßt, aber dafür war das kontrastreiche Gaumenspiel - zarter, würziger Schweinebraten und knackiger, kalter Fenchel - unschlagbar.

Der kommt mir so ganz sicher wieder mal in die Röhre! Und ins Eis!





2011/02/14

Freakshow!



Sie sind skurill. Sie sind schräg. Ihre Texte sind böse und plasphemisch. Makaber mit schwarzem, britischem Humor. Ihre Musik ist mit nichts vergleichbar. Punk-Varieté trifft Polka.

The Tiger Lillies sind Lichtjahre von politischer Korrektheit entfernt. Sie sind eine Provokation, exportiert aus London. Die Tiger Lillies sind Martyn Jaques (Bandleader und Gesangstimme, Akkordeon und Klavier) Adryan Huge (Schlagzeug) und Adrian Stout (Bass und singende Säge). Mit Falsettgesang betört oder verstört der eine, mit "Auszuckern" am Schlagzeug belustigt der andere und mit einer beispiellosen Virtuosität an der singenden Säge entführt der dritte im Bunde. Mitgerissen wird man geradezu, in eine bizarre Welt. Man könnte sich auf einem Jahrmarkt aus dem 19. Jahrhundert wiederfinden und wäre nach zweistündiger Show nicht mehr überrascht.
Ihre hundsgemeinden Texten lassen einen nicht kalt. Und sie vereinen sich mit perfekt inszenierter Schaurigkeit und fantastischem musikalischem Können.

Meine Damen und Herren, kommen Sie näher und treten Sie ein! Sehen Sie, wer die wahren Freaks in dieser Show sind!


In diesem Sinne: funny Valentine!


2011/02/11

Hawaiilulu


Bild: © Ellja

Es gibt Toast Hawaii. Den kennen wir ja alle. Und dann gibt es noch Toast Honolulu. Den kennen sicher auch viele, aber nicht alle. Und wie nenn ich nun meine Eigenkreation, die weder ganz das eine noch ganz das andere ist? Ja genau: Hawaiilulu!

Da war zum einen die Lust auf eine fruchtig-scharfe Currysauce. Und auf Hühnchenfleisch, schön scharf und kurz in Butter angebraten, sodass das Fleisch innen noch saftig weich und außen aber mit schönen Röstaromen versehen ist. Und ganz automatisch kommt einen da ja gleich der Gedanke an Ananas in den Kopf gesprungen, oder? Und wo die Ananas, da auch der "Toast" nicht weit. Der Salat bildete schließlich nur noch den grüne Kontrast zum gelben Abendsnack!

Ihr wisst ja, wie man Toast in den Toaster schmeißt. Auch wie man Hühnchenfleisch schneidet und in Butter anbrät. Es mit Salz und Pfeffer würzt und es mit dem Salat auf das einsame Toastbrot drapiert. Wie man eine Ananas in Scheiben schneidet und in Butter anbrät, muss ich auch nicht weiter ausführen. Und ganz sicher wisst ihr alle auch, wie man eine fruchtig-scharfe Currysauce kocht.

Aber das könnte schließlich der interessanteste Teil an der kurzen Geschichte sein.
Die Currysauce:

Butter, 1 Schalotte, 1 kl. Zehe Knoblauch, 1 rote Chili, 1 Stk. Ingwer, 1/2 Stk einer kleinen Banane, Madras-Currypulver, Tomatenmark, etwas Wasser, etwas Sahne, Salz, Pfeffer.

Schalotte, Knoblauch, Chili (ohne Kerne) und Ingwer sehr fein hacken und in der Butter anschwitzen. Die Banane zerdrücken und mit dem Tomatenmark und dem Currypulver unterrühren, mit wenig Wasser ablöschen und einkochen lassen auf die gewünschte Konsistenz. Sahne dazu rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer keine Stückchen in der Sauce mag, püriert diese noch.
Warm oder auch kalt über den Geflügel-Toast geben.

Ein schneller und guter Snack, der ein wenig 80iger Feeling gleich mitliefert.

2011/02/09

Sie haben mich geholt!


Bild: © Ellja

Wie von Christina angekündigt! Eines schönes Samstag Abends schlichen sie sich an. Ich hätte wissen müssen, was sich in meinem Ofen versteckt hält. Schon der Duft alleine, den sie derweil verströmten, hätte mich stutzig machen müssen. Ich hätte einfach besser aufpassen sollen.
Aber es war zu spät.

Diese verdammten Schokobrownies mit Erdnussbutter-Streusel

Christina und ihr unheilbringendes Rezept:

80 g Butter
60 g Erdnussbutter mit Stückchen
100 g Zucker
200 g Mehl
80 g geröstete und gesalzene Erdnüsse

200 g Bitterschokolade
150 g Butter
170 g Zucker
4 Eier
100 g Mehl
1 gestr. TL Backpulver
Kakaopulver zum Bestreuen

Butter und Erdnussbutter zusammen in eine Schüssel geben und mit dem Handrührer cremig schlagen. Zucker nach und nach einrieseln lassen. Die Erdnüsse grob hacken und zusammen mit dem Mehl zur Buttermasse geben, mit den Händen weiterkneten, der Streuselteig ist recht trocken. Teig ca. 30 Min. kalt stellen. Den Ofen auf 180°C vorheizen und eine Springform mit Backpapier auslegen. Am Besten eignet sich hier eine flache, eckige Form (ca. 25x25cm), es geht aber auch mit einer runden Form. Die Schokolade grob hacken und zusammen mit der Butter in einem heißen Wasserbad schmelzen. Die Eier in einer Schüssel mit dem Handrührgerät schaumig aufschlagen und den Zucker einrieseln lassen. Die Butter-Schokoladenmischung rasch unterrühren. Mehl mit Backpulver sieben und unter die Masse ziehen. Den Teig in die Form geben und glatt streichen. Den Streuselteig auseinanderbröckeln und die Sreusel auf der Schokomasse verteilen. Im vorgeheizten Ofen 30 Minuten backen.

Bestimmt holen sie auch Dich.... und Dich.... und Dich, der Du noch so ungläubig lächelst? Ja, Dich ganz sicher auch!!!!

2011/02/07

Rezepte China-Abend



Wie angekündigt stelle ich hier die Rezepte des vorigen Beitrages ein:
























Aus Zeitgründen habe ich die Rezepte nicht abgetippt, sondern praktischerweise fotografiert.
Mit klick auf das Bild wird es größer.

2011/02/02

Eat Drink Man Woman







Bilder: © Ellja

So wie Herr Zhu das macht für seine Töchter, so wollte ich das auch machen:Den Tisch mit chinesischen Köstlichkeiten überladen und diesen Augenschmaus auch noch frisch, heiß, saftig und knusprig servieren. Zur gleichen Zeit. Wie Herr Zhu im Film halt.

Nur mit dem Unterschied, dass Herr Zhu waschbottichgroße Dämpfer benutzt und viele Wok-Pfannen zugleich anwirft, die dann auf offenem Feuer heiß zischen. Und ich mit meinem Bambusdämpfer und einem Wok dagegen ganz schön mickrig aussehe. Das mit dem heißen Zischen und den dampfenden Schüsseln wäre also sicherlich nicht einfach zu bewältigen.
Probiert hab ich es - stur wie ich nun mal bin - trotzdem!















Es war gar nicht mal schlecht. Meine Leistung. Also das Essen war sogar ganz grandios, sieht man einmal davon ab, dass es sehr schnell nicht mehr sehr heiß war.... ich bin halt doch kein Herr Zhu und die richtige Küche dafür habe ich natürlich auch nicht....

Das waren meine Gerichte:
- Karamellisierte Lotuswurzeln
- Gebratener Tintenfisch mit Austernsauce und Essig
- Huhn nach Naxi-Art
- Jakobsmuschel-dumplings mit Sichuan-Chili-Öl
- scharfer Gurkensalat
- Sojasprossen und Schnittknoblauch im Wok gebraten

Die Rezepte zu den einzelnen Gerichten gibts nach und nach. Sie kommen natürlich - wie nicht anders zu erwarten - aus diesem China-Kochbuch.

Die Chinesen stellen ja einen sehr engen Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit her. So heißt es auch "Sauer reist zur Leber. Bitter reist zum Herzen. Süß reist zur Milz. Scharf reist zur Lunge. Salzig reist zu den Nieren." Vielleicht ist dies auch der Grund, warum in China (oder überhaupt in Asien) immer mehrere Gerichte gleichzeitig serviert werden?

Jetzt interessiert euch aber sicherlich, wie Herr Zhu das genau gemacht hat. Der kann das nämlich wirklich. Schaut euch das an!