2011/04/28

Grand Vert

Spargelrezepte posten mag ich eigentlich nicht so. Ich ess ihn ja auch lieber ganz klassisch ohne viel drumrum...

Aber wenn man schon so überraschend mit frisch gestochenem Spargel aus dem 4 km entfernten Leonding überrascht wird, dann ist das schon einen kleinen Beitrag wert.

Dieser wundervolle grüne Solospargel kommt vom Nußböckgut in Gaumberg und wächst im Lössboden.

Der muss auch gleich am selben Tag in den Topf! Gar nicht viel dran rummachen.
Mit ein paar neuen Kartofferln servieren. Ein feines Saucerl darf es sein:

1 Schalotte ganz fein schneiden und in Butter anschwitzen, nicht braun werden lassen, sondern schön langsam, dass die Süße schon rauskommen kann. Dann mit Sahne ablöschen und zu einer cremigen Konsistenz einkochen (tut´s mir ja kein Mehl dazu oder sonst eine mondaminische Schweinerei ;-). Ein bisserl Kren ganz frisch reiben und unterrühren, nur einen Hauch, eine Ahnung vom Krengeschmack. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und Stange für Stange damit genießen.

Bilder: © Ellja




























Was es sonst noch zu heimischen bzw. importierten Spargel zu sagen gibt, wurde bei Eline grade diskutiert.

2011/04/26

Kartoffel-Sellerie-Fladen mit Ziegerlkas

Bilder: © Ellja



























So schnell, dass man den Frühling im Freien genießen kann, anstatt lange in der Küche zu stehen.
So einfach, dass es kein richtiges Rezept braucht.
So gut, dass man  lieber ein paar Fladen mehr backen sollte und sie mit zum Picknick zu nehmen.





























Ich habe hier verwendet:

Pizzateig (Rezept)
Frischkäse (Boden bestreichen)
Belag:
Kartoffeln, Knollensellerie, Lauchzwiebeln, Tomaten, Thymian, Salz und Pfeffer
Finish: Ziegerlkas in Stücke brechen und bedecken

Im Backofen 15 - 20 Minuten backen. Noch heiß essen oder gleich einpacken.

Jetzt aber ab in den Frühling!


Nachsatz: Was ist Ziegerlkas?

 Ziegerlkas ist eine Mühlviertler Spezialität, die mittlerweile schon recht in Vergessenheit geraten ist. Es handelt sich hier um keinen Ziegenkäse, wie man glauben möchte, das Wort "Ziegerl" kommt anscheinend von dem Wort "ziger" (späthochdeutsch für Quark) oder andere meinen, es käme von der Form (Ziegelform). Jedenfalls hatte früher so gut wie jeder Bauer seinen eigenen Ziegerlkas. Bestehen tut der Ziegerlkas aus beschwerten und länger getrocknetem Topfen, der mit allerlei Gewürzen versehen wurde.
Je länger er reifen darf, umso härter wird er und umso kräftiger im Geschmack.

2011/04/21

Schau ich mir demnächst im Kino an!



































Good Food, Bad Food

Coline Serreau kehrt zu ihren dokumentarischen Wurzeln zurück und zeigt lokale Alternativen zum globalen Raubbau an Ressourcen in einer aufschlussreichen, mit Fakten überbordenden Dokumentarfilm über die Folgen industrialisierter Landschaft.

Was haben französische Mikrobiologen, die Millionen Wanderarbeiter Brasiliens, Vandana Shivas experimentelle Bauernhöfe in Indien und die Landwirte der weltgrößten Bioplantage in der Ukraine gemeinsam? Alle verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: die Verbesserung der Bodenqualität und die Wiederherstellung der Saatenvielfalt – zum Schutz der Umwelt und für gesündere Lebensmittel. Die französische Regisseurin Coline Serreau zeigt in ihrem neuen Dokumentarfilm Menschen, die dagegen kämpfen, dass unsere Böden durch chemische Dünger und Pestizide vergiftet werden. Und die sich dagegen wehren, dass nur wenige skrupellose Konzerne weltweit das Saatgutangebot kontrollieren und die Bauern erpressen. In „Good Food, Bad Food“ begegnen wir faszinierenden Persönlichkeiten, die vielfältige Lösungen für die intelligentere Nutzung unserer begrenzten Ressourcen gefunden haben. Die vielfach ausgezeichnete und bekannte französische Filmemacherin Coline Serreau, die ihre Karriere mit kämpferischen Dokumentarfilmen begann, kehrt zu ihren filmischen Wurzeln zurück. Für ihren neuen Film bereiste sie die Welt auf der Suche nach Menschen, die den Erdboden, und damit die ganze Natur, respektvoll behandeln. In eindrucksvollen Bildern schildert sie konkrete Ansätze zur Verbesserung der katastrophalen Situation, in die die Landwirtschaft weltweit gedrängt worden ist. 

Dieser Film möchte unsere herkömmlichen Ansichten erschüttern, mit anderen Worten: uns wachrütteln. Und dies in einer Zeit, in der sich mehr und mehr der Eindruck durchsetzt, dass es so nicht weitergehen kann.“Wachrütteln“, das bedeutet hier aber auch, die Mechanismen unserer Sozial- und Wirtschaftsordnung neu zu überdenken und unsere Gewissheiten über das, was wir für normal halten, zu hinterfragen. Es gibt weltweit Millionen von Menschen, die erfolgreich mit Lösungen für das Leben von morgen experimentieren. Der Film möchte ihr Engagement sichtbar machen, so dass jedermann – jetzt und in der Zukunft – seinen Nutzen daraus ziehen kann.

„Good Food, Bad Food gelingt es haarsträubende Wahrheiten auf ausnehmend unprätentiöse Weise darzulegen. Er braucht keine schockierenden Bilder, sondern verlässt sich ausschließlich auf seine Protagonisten. Dass der Film dennoch bis zur letzten Minute fesselt, ist einer geschickten Montage zu verdanken – und der Tatsache, dass die Protagonisten wunderbare Erzähler sind. Dabei entsteht der Eindruck eines globalen Gesprächs, über Ländergrenzen und Fachdisziplinen hinweg. Wie in einem Chor singen sie alle das gleiche Lied, doch gibt jeder mit seiner Perspektive der Geschichte einen eigenen Klang.“ – schnitt.de

Solutions locales pour un désordre global
FR, 2010, 113 min, OmdtU, R: Coline Serreau, K: Coline Serreau

2011/04/18

Da a bisserl, dort a bisserl

Bilder: © Ellja

Ich mag gerne so Kleinigkeiten. Viel von was und nur eins davon ist mir gar nicht so lieb. 
Besser mehr von mehreren Kleinigkeiten und überall ein bisserl kosten.

Würzige Naschereien an einem entspannten Freitag-Abend:

Oben: Koriander-Pistazien-Pesto

Linsendal

Rote Linsen und Wasser zum Kochen bringen. Kurkuma, gemahlenen Kreuzkümmel und gemahlenen Koriander, Lorbeerblätter und gewürfelte Tomaten dazugeben und bei reduzierter Hitze 20 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind. Die Lorbeerblätter entfernen. Mit Salz abschmecken. Mit gehacktem frischen Koriander bestreuen. 



















Gemüsefalaffel mit Zucchini, Süßkartoffel und Chili

Kicherebsenmehl mit etwas Wasser zu einem dickflüssigen Teig mischen.
Gemüse reiben und untermengen. Würzen und abschmecken und in Öl ausbacken.




















Gewürzjoghurt mit Zimt, Kreuzkümmel und Koriander 

Griechischen Joghurt mit Gewürzen gut vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.



















Gebratene Zucchini

Man muss ihnen Zeit, Öl und Salz geben. Dann schmecken die sonst so faden Zucchini ganz herrlich.


2011/04/14

Eierdingsda

Bild: ©PT




































  

Der P. is mir schon einer! Eine Eierspeise will er sich machen! Vielleicht mehr wie ein Omelett. Oder so eine Mischung aus Omelett und Souffle. Zwiebeln sind auch noch da und ein paar übrige Frühlingszwieberl und Chilischoten. Und Kräutln und Tomaten auch noch. Achja, wo sind denn die Dessertringe? Da könnt man ja dann das Eierdingsda in die Pfanne reinkippen. Ein Weilchen gut stocken lassen und aufs Teller damit. Die Zwieberl braten wir gut an und mischen a bissl vom guten Balsamico dazu, oder? Was machma mit dem Rest?
Aufschneiden, würzen, anrichten.

Hui! Jetzt ist es wohl doch keine Eierspeise geworden...

... so einer ist er der P.

2011/04/11

Auf Droge(mbert)



























Ja, ich bin drauf. Auf richtig harten Stoff. Seit Wochen - ach was sag ich denn - seit Monaten.
Angefangen hat alles bei den Schwiegereltern. Mit einem cremig-weichen Camembert zum Frühstück.
Und seitdem taste ich mich vor zu kräftigeren, würzigeren Sorten.

Am Wiener Karmelitermarkt sprang mir wieder eine ganze Schachtel in den Korb.
Handegeschöpft aus Büffelrohmilch von Robert Paget aus Diendorf.
Hier gehts zum Dealer. Recht unschuldig schaut er drein, aber der Käs´hat´s einfach in sich.

Um meiner Sucht eine "gesunde Komponente" zu verleihen, muss was gesundes dabei sein.
Das geht schließlich am besten mit Salat. Viel Salat drum rum. Aber im Grunde gehts ja doch nur um eins:

Camembert muss her!






 
In diesem Fall besteht mein Salat-Beiwagerl aus einerMischung unterschiedlichster Blattsalate, Tomaten, Zedernkernen, Tomatenbruscetta und Schnittlauch.

Der Käse stinkt mir den Kühlschrank voll, aber mir ist es egal!





2011/04/08

Zwiebelkuchen

Bilder: © Ellja







Wenn ein Zwiebelkuchen seinen Namen verdient hat, dann dieser. Mehr Zwiebelkuchen geht einfach gar nicht.

Nach Valentine Warner: Zwiebeltarte

Mürbteig oder Blätterteig vorgebacken
14 mittelgroße Zwiebeln
125 g Butter
100 ml Weißweinessig
1 gehäufter EL heller, brauner Zucker
1 TL Dijonsenf
2 gehäufte TL grobes Meersalz

zum Bestreuen: 50 g Parmesan, frisch geriebenen schwarzen Pfeffer

Zwiebeln abziehen und in sehr feine Würfeln schneiden. Je feiner die Zwiebel, desto besser die Konsistenz der Tarte. Butter zerlassen. Zwiebel hinzufügen. Bei mittlerer Hitze mit Deckel dünsten. Sie müssen langsam geschmort und ab und zu umgerührt werden. Die Zwiebel müssen völlig weich sein, bevor andere Zutaten dazu kommen, das dauert etwa 2 Stunden. Während die Zwiebel garen den Teigboden zubereiten.

Sind die Zwiebel völlig weich, stellen Sie die Temperatur des Herdes höher und geben Essig, Senf, Zucker und Salz hinzu. Ist der Essig verdampft, beginnt der Zucker zu karamellisieren. Weiterhin umrühren und die Hitze anpassen. Die Zwiebel sollen braun werden, allerdings keinesfalls verbrennen. Die Essig-Zucker-Phase dauert etwa 30 Minuten.

Geben Sie die Zwiebelmischung nun auf den Teig und verteilen sie diese gleichmäßig.
Jetzt den Parmesan und reichlich Pfeffer. Dann für etwa 20 Minuten in den Backofen. Danach die Tarte etwa 10 Minuten ruhen lassen. Schmeckt kalt oder lauwarm.

Mein Fazit:  Bei den 14 Zwiebeln musste ich erst schlucken und hab weniger genommen. Allerdings werde ich beim nächsten Mal diese 14 Stück nehmen. Die Tarte braucht die Menge für ein saftiges Ergebnis.
Der Geschmack ist intensiv und süß.
Unbedingt einen Salat dazu machen oder natürlich ein Glas guten Weißwein trinken.

Der Zeitaufwand ist für so eine Tarte schon ganz schön. Für mich hat es sich allerdings gelohnt.



2011/04/05

Aus dem Handgelenk

Bilder: © Ellja    























Oftmals ist ein Kuchen die einzige Lösung. Da hilft kein Apfel und kein Ei. Es muss ein Kuchen daraus werden. Ganz plötzlich und ohne ein Rezept.

Aus dem Handgelenk in zwei kleine Förmchen geschupft:

Apfel-Limetten-Küchlein mit Rahmguss

2 Eier
4 EL Zucker
1 geriebener Apfel
etwas Schale einer Limette
5 EL Mehl
1 TL Backpulver

Eier und Zucker zu einer dicken, gelben Masse schlagen. Apfel, Limettenschale, Mehl und Backpulver untermischen und in 2 kleine, gebutterte Förmchen gießen.

Bei 170 Grad (Umluft) ca. 15 - 20 Minuten backen. Aus der Form nehmen und auskühlen lassen.


Rahmguss:
Zucker mit Limettensaft verquirlen und ein Teil Frischkäse und ein Teil Sauerrahm unterrühren.
Im Kühlschrank ein wenig anziehen lassen und dann auf dem Kuchen verteilen. Mit Limettenabrieb garnieren.




Schneller geht es wohl wirklich nicht. Aber ab und zu muss ein schneller Kuchen eben sein.

2011/04/02

Somen



































Sie sehen nicht nur sehr hübsch aus.




































Sie sind obendrein auch noch sehr schön verpackt.

Und sie kommen aus Japan. Somen  - weiße Nudeln aus Weizenmehl. 

Man kocht sie nur 2 Minuten und spült sie dann mit kaltem Wasser ab. Legt sie in eine Schale und verleiht ihnen Geschmack mit Suppen oder Salaten.

Zum Beispiel mit diesem Rezept von Highfoodality.
Zutaten für den vietnamesischen Rindfleischsalat mit Birne (für 2 Personen):
  • 2 Rinderhüftsteaks, ca. 1cm dick geschnitten
  • 2 Lauchzwiebeln
  • 1/2 rote Paprika
  • 2 rote Chilischoten (nach Gusto gerne mehr oder weniger)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Schalotte
  • 1/2 Karotte
  • 1 Bund frischer Koriander
  • 1-2 Stangen Zitronengras
  • Saft einer Limette
  • ca. 1-2 cm Ingwer
  • 1 Handvoll Erdnüsse
  • 1 reife Birne
Für die Vinaigrette:
  • 3-4 EL Su (Reisessig)
  • 3 EL Fischsauce
  • 1-2 EL Sojasauce
  • 2 EL Palmzucker
Zubereitung:
1 Die Rinderhüftsteaks in möglichst dünne (1-2mm) Streifen schneiden und in etwas Erdnussöl 1-2 Minuten anbraten. Beiseitestellen.
2 Die Lauchzwiebeln, die Karotte, die Paprika, die Schalotte, die Knoblauchzehe, die Birne, den Ingwer, die Chilis und das Zitronengras möglichst fein schneiden. Den Koriander waschen und fein hacken. Die Erdnüsse schälen und hacken. Alles in eine Schüssel geben und mit dem Limettensaft vermischen.
3 Die Vinaigrette-Zutaten mit dem Schüsselinhalt vermischen und final abschmecken. Dann das Rindfleisch noch lauwarm dazugeben und sofort servieren.

Ich bin vom Ursprungsrezept ein wenig abgewichen und habe die Kräuter und Zwiebel ebenfalls kurz im Wok durchgeschwenkt und nur die Birne kalt untergemischt. Ich wollte die Aromen noch etwas mehr rauskitzeln, und das ist schließlich auch gelungen. Vietnam und Japan mögen mir die Fusion verzeihen.