2012/02/08

off-topic: ACTA oder das Ende der Foodblogs?








Urheberrechte müssen geschützt werden! Ja sicher! - so weit, so gut. Aber was, wenn dies überirdisch verrückte und auch menschenrechtlich fragwürdige Dimensionen annimmt?
Und es letzlich den Urhebern eh nix nützt?

Frau Turbohausfrau kann davon ja schon ein (Valentin)Lied singen, welch kuriose Blüten sowas treiben kann. Aber - glaubt man den aktuellen Meldungen - kommt das dicke Ende erst noch.

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) ist ein völkerrechtliches Abkommen, das von den USA und Japan initiiert wurde. Den Vertrag, der internationale Standards zur Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen und Produktpiraterie setzen soll, haben inzwischen die meisten der 27 EU-Mitgliedsstaaten unterzeichnet. ACTA baut auf dem Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS-Abkommen) auf, das vor allem durch die Patentierung von Saatgut und Medikamenten in die Kritik geriet.

ATTAC Deutschland ruft zum Protest und startet Webattacken. ATTAC Österreich protestiert auch, aber da setzt man auf friedlicheres Vorgehen.

Hier im Video sehr gut und einfach erklärt, was ACTA eigentlich ist:



Reden wir darüber.

Wer aber gleich aktiv werden möchte - und sei es nur mit Unterzeichnung der Petition, kann und sollte das hier tun.

Kommentare:

Wolke-Siebe hat gesagt…

Oh jemineh, hört sich an als hätte ein amerikanischer Horror-Autor (Namen werd ich vorsichtshalber nicht mehr nennen!!!) einen neuen Film gedreht?!
Danke für die interessante Info - war schon geschockt als ich von Turbohausfraus Liaison mit dem komischen Münchner las.
Wünsch Dir trotzdem einen sonnigen Tag,
Doris

Turbohausfrau hat gesagt…

Oha! Noch was Neues? Das Urheberrecht ist ja jetzt schon dermaßen irre, dass es streckenweise nicht zu glauben ist. Es sind Wörter wie "Kinder" urheberrechtlich geschützt - im Internet im falschen Zusammenhang verwendet und man hat ein Problem! In Frankreich kann man anscheinend bei Urheberrechtsverletzungen einige Zeit vom Internetzugang ausgeschlossen werden. Würde mir so etwas passieren, wäre das mein beruflicher Ruin. So gesehen bin ich glimpflich weggekommen.

Ellja hat gesagt…

Wolke Sieben, wenns nur Fiktion wäre... aber absurderweise ist dieser Horror wirklich.

Turbohausfrau, darfst du schon darüber reden, wie deine Sache ausgegangen ist, würd mich interessieren...

Eline hat gesagt…

Ist gar nicht off topic, sondern sehr aktuell für uns Blogger.
Ich habe als Firma, die viel Geld in Entwicklungen steckt, auch was dagegen, wenn man meine Urheberrechte verletzt, indem man meine Software illegal verwendet.
Aber Recht darf man nicht mit Bespitzelung und Überwachung aller Internet-User schützen wollen. Die normale Gesetzelage reicht völlig
aus, es mangelt nur an der Umsetzung.
Daher ist der Schutz vor Piraterie nur ein Vorwand für dieses Wahnsinns-Gesetz.

Turbohausfrau hat gesagt…

Ellja, ich habe Null Ahnung! Ich habe nie mehr wieder irgendetwas gehört.

Eline, es gibt schon irrsinigste Bestimmungen. Keine Rechtschutzversicherung deckt mehr Urheberrecht ab, weil das so ein undurchschaubares Wirrwarr ist.
Meiner Meinung nach muss es ein durchschaubares Gesetz geben, das auch international geregelt ist.

Eline hat gesagt…

@Turbohausfrau
Ich gebe dir Recht beim generellen Urheberrecht.
Aber wenn jemand kommerzielle Software benützt/vertreibt, ohne sie gekauft zu haben, ist die Rechtslage eindeutig. Dafür brauchen wir keinen massiven Eingriff in Grundrechte sondern nur eine funktionierende Exekutive. ACTA verlagert die Aufgaben der staatlichen Exekutive an private Provider - das ist demokratiegefährdend.

Ellja hat gesagt…

Turbohausfrau, hat sich evtl. auch erledigt, hoff ich für dich.

Eline, dass es nach reinem Vorwand riecht, das ist wohl das Problem. Und mit Überwachung hört das ja nicht auf, es geht ja weiter mit echter Zensur. Wissensverbreitung kontrollieren wollen auf dem Rücken des Urheberrechts.

Turbohausfrau hat gesagt…

Ellja, das hoffe ich natürlich auch.

Eline, ich weiß nicht, ob man Software von allem anderen abkoppeln kann im Urheberrecht. Ehrlich gesagt habe ich es mir noch nie wirklich überlegt und habe auch zu wenig Ahnung von Recht.
Dass Private ganz egal welche Art von Gesetz exekutieren, geht für mich überhaupt nicht. Es gibt Sachen, die gehören in die Hände einer demokratisch gewählten Regierung.

Britta hat gesagt…

Das Thema beschäftigt mich auch schon eine Weile bzw. ängstigt mich, weil es so unüberschaubar für einen Laien ist.
Ich hab auch das Gefühl, dass es leider viele Leute gar nicht interessiert bzw. sie sich der Ausmaße auch nicht so recht bewusst sind.
Viele denken wohl, dass das der berühmte Sack Reis sei. Hier Aufklärung zu betreiben finde ich wichtig.
Also Ellja, schon mal einen tollen Anfang gemacht :-)

Petitionen halte ich persönlich (leider) für absolut wirkungslos, ich denke, die vielen Petitionen entstehen immer aus diesem schrecklichen Ohnmachtsgefühl, um wenigstens "irgendwas" gemacht zu haben.

Ellja hat gesagt…

Britta, generell gebe ich dir mit den Petitionen Recht, in diesem Fall glaube ich es aber nicht, dass das ganz wirkungslos bleibt. Deutschland hat im Moment ihre Unterzeichnungspläne auf Eis gelegt, wie man hört.