2010/07/03

Gelesen: Drachenläufer


Bild: © berlinverlage

Ein Buch in Händen zu halten, das man einfach nicht weglegen kann und das einen ganz weit fortträgt und man sich schon vor den letzten Seiten drückt, weil man einfach nicht möchte, dass es überhaupt jemals endet. Man lebt mit den Protagonisten in der Geschichte, leidet, liebt, weint und freut sich mit ihnen. Ja, so ein Buch ist wirklich selten, obwohl ich sehr viel lese und auf sehr viele gute Bücher zurückblicken kann. Aber dieses hier, das hat mich wirklich sehr bewegt.

Das Buch "Drachenläufer" erschien schon 2003. Aber mir fiel es erst jetzt in die Hände. Der Autor, Khaled Hosseini, ist ein in Amerika lebender Schriftsteller mit afghanischen Wurzeln. Das Buch wurde 8 Millionen Mal verkauft und ist in 34 Sprachen übersetzt. Laut Wiki wird das Buch auch kritisch als Propaganda für den Afghanistan-Krieg bewertet, weil die Taliban in diesem Buch sehr schlecht wegkommen.... ich will dies nicht bewerten. Darüber soll sich jeder selbst seine Meinung bilden. 2007 wurde das Buch verfilmt (The Kite Runner) und ist auf IMDB mit 7,8 Punkten bewertet.

Aber zurück zum Roman: Das Drachen steigen lassen ist eine alte Tradition in Afghanistan. Vor dem Krieg wurden unter Jugendlichen Turniere ausgetragen in denen es darum ging die Schnur eines gegnerischen Drachen abzutrennen. Dieses Schauspiel nahm Romanautor Khaled Hosseini zum Anlass sein Buch Drachenläufer darauf aufzubauen. Er beschreibt die Geschichte von zwei Freunden, die sich in den friedlichen Zeiten Afghanistans durch ein schreckliches Ereignis trennen.
Obwohl Hassan der Sohn des Hausdieners ist, sind die beiden Jungen gute Freunde. Der Höhepunkt ist der Sieg beim jährlichen Drachen-Wettbewerb, der jedoch von einer schrecklichen Tat danach überschattet wird. Dieses Ereignis ist der Auslöser für die langsame aber stetige Trennung der beiden Freunde, die letztlich darin endet, dass Amir mit seinem Vater wegen der Kommunisten aus Afghanistan fliehen muss. Jahre später bekommt der Schriftsteller Amir in den USA einen Anruf von einem alten Freund seines Vaters, dass er "nach Haue" kommen müsse. Nun steht er vor der schweren Entscheidung all diese schrecklichen Erinnerungen wieder in sein Gedächtnis zu rufen und in das zerbombte Afghanistan zurückzukehren. (Textteile by MovieMaze)

Man erfährt zum einen viel über das Leben im Afghanistan der 70er Jahre vor der russischen Invasion. Man nimmt Einblick in das Alltagsleben in einem (noch) friedvollen Kabul. Der Duft der orientalischen Gewürze aus den Märkten ist allgegenwärtig und wer hier nicht sofort ein orientalisches Gericht kochen will, dem ist nicht zu helfen... aber zum anderen handelt die Geschichte natürlich auch von den politischen Umstürzen in den frühen 80ern und dem noch immer andauernden Krieg und den damit einhergehenden Formen von Gewalt und Grausamkeit, wie sie wohl in jedem Krieg zu erleiden sind.

Ich kann dieses Buch nur sehr empfehlen. Es hat mich jedenfalls beeindruckt, gefangen genommen und schließlich sehr bewegt.

Kommentare:

Frau Schmunzel hat gesagt…

Das war ein tolles Buch!
Tausend Strahlende Sonnen vom selben Autor kann ich aber auch empfehlen.

Jutta Lorbeerkrone hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Jutta Lorbeerkrone hat gesagt…

Ich habe das wunderschoene Buch auch erst letzten Sommer gelesen und vor allem die Beschreibung eines Afghanistans genossen, das von heute aus gesehen in einem Paralleluniversum gelegen zu haben scheint. Das hat mich zutiefst beeindruckt.

Anonym hat gesagt…

Wenn ich dir auch ein Buch empfehlen darf, dass mich sehr bewegt hat und noch tagelang in meinen Gedanken war..."Die Bücherdiebin".
Karina

kochend-heiss hat gesagt…

Tolles Buch, würde ich auch immer wieder weiterempfehlen.