2009/05/05

Der neapolitanische Traum - Sfogliatelle

In Neapel isst man sie zum Frühstück, die Knusperstückchen mit köstlicher Vanillefüllung. Hierzulande bekommt man sie so gut wie gar nicht. Darum wollte ich sie selber machen. Ich habs also probiert, und bin leider teil-gescheitert. Sie sind gut geworden, lecker sogar, aber das typische Sfogliatelle-Riffelgebäck kam dabei nicht wirklich raus. Es liegt am Mehl, an der Temperatur, wer weiß.... aber weil es schon sehr viel Arbeit war, will ich es hier trotzdem einstellen.

Man beginnt am besten am Vortag mit dem Teig:

450 Gramm Mehl
Prise Salz
80 Gramm Butter (davon 50 g beiseite stellen)
250 ml kaltes Wasser

Das Mehl mit 1 Prise Salz, 30 g weicher Butter und 250 ml kaltem Wasser
mit den Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig kneten. Den
Teig zu einer Rolle formen, in 4 gleich große Stücke teilen und
abgedeckt 1 Stunde kalt stellen.




Die restliche Butter zerlassen, dann vom Herd nehmen. Jedes
Teigstück auf einer bemehlten Arbeitsfläche 50x20 cm groß und 1-2 mm
dünn ausrollen. Die 4 Teigoberflächen dünn mit Butter einpinseln,
übereinanderlegen und von der schmalen Seite her fest aufrollen. Die
Teigrolle fest in Klarsichtfolie eindrehen und mindestens 4 Stunden,
am besten über Nacht, kaltstellen.



Am nächsten Tag beginnen wir mit der Vanillecremefüllung:

1 Vanilleschote
1 Zimtstange
350 ml Milch
4 Eigelb
3 Esslöffel Wasser
60 Gramm Zucker
20 Gramm Speisestärke
Puderzucker zum Bestäuben

Für die Füllung die Vanilleschote längs halbieren und das Mark
herauskratzen. Zimtstange, Vanillemark und -schote in der Milch
aufkochen, vom Herd nehmen und 20 Minuten ziehen lassen. Dann
Zimtstange und Vanilleschote entfernen.

Eigelbe und Zucker zur Rose ziehen (cremig mixen). Die
warme Vanille-Zimt-Milch und das Stärkemehl unter ständigem Rühren zur Eigelbmischung
gießen. Die Vanille-Zimt-Creme erneut erwärmen und unter ständigem Rühren aufkochen
lassen, bis sie dicklich abgebunden hat. Creme in eine Schüssel
füllen, mit Puderzucker bestäuben (damit die Creme keine Haut bildet) und 2 Stunden abkühlen lassen.

Jetzt gehts an die Fertigstellung:

Die Folie von der Teigrolle entfernen. Teigrolle in etwa 10 Scheiben
schneiden. Jede Scheibe zur Mitte hin mit den Fingern zu einer
Teigtasche (wie eine Tüte) formen, sodass 1 El Füllung hineinpasst.
Dann jede Teigtasche mit 1 El Vanille-Zimt-Creme füllen und die
Öffnung mit den Fingern fest zusammendrücken.



Eigelb mit 2 El Wasser verrühren. Die Teigtaschen auf ein mit
Backpapier belegtes Backblech legen und die Oberflächen mit Eigelb
dünn einpinseln. Im vorgeheizten Backofen bei 190 Grad auf der 2.
Schiene von unten (Gas 2-3, Umluft 170 Grad) 30 Minuten backen.
Lauwarm oder kalt servieren.




Sie haben wunderbar geschmeckt, nur die Riffel haben gefehlt.

Nachsatz: letzte Woche war italienischer Markt und ich habe Sfogliatelle gekauft. Okay, meine schmecken besser, soviel steht fest ;-)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die sehen lecker aus, her damit! (ricki)

homemade hat gesagt…

Hallo,
ich habe sie letztens auch gemacht, nur hatte ich kein Rezept für die Füllung. Deswegen, wollte ich sie nachträglich füllen, was aber wiederrum der Form geschadet hat.
Mit deinem Rezept werde ich sie sofort ( ok- vielleicht erst nächste Woche) nochmal ausprobieren.
Das freut mich jetzt rießig, so unverhofft, beim Stöbern dieses Rezept gefunden zu haben. Toller Blog übrigens, wo soll ich nur die Zeit zum Nachmachen hernehmen ?

Ellja hat gesagt…

@homemade würde mich interessieren, wie sie bei Dir mit Füllung geworden sind. Hast du das knusprige, fächerartige hinbekommen?