2009/05/25

Ess a wienerisch Bagel



Mit meiner Liebe zu NewYork habe ich auch die Essgewohnheiten dieser Stadt studiert, zum Teil erstaunt, begeistert, kopfschüttelnd, angewidert oder einfach nur belustigt.

Der Bagel aber bekommt meine volle Aufmerksamkeit und Zustimmung. Am liebsten esse ich ihn aufgeschnitten und gut getoastet mit Cream-Cheese (und manchmal mit Lox) - ganz klassisch. Auch in diesem Jahr war ein NYC-Besuch von solcherlei Erfolg gekrönt. Unser Hotel hatte ausgezeichnete Bagel in allen Varianten (Mohn, Sesam, plain, sweet mit Rosinen,...). Selten frühstückt man in NYC ja im Hotel, viel zu teuer! Aber in unserem wirklich gemütlichen Hotel in "Little Korea" (Stanford) war das Breakfast (und eben die fantastischen Bagel) im Hotelpreis inbegriffen - kann ich nur jedem empfehlen! Nun... das wäre wieder ein anderes (Reise)Thema.

Eigentlich sagt man dem Bagel ja nach, er käme ursprünglich aus Wien. und das Wort "Bagel" leitet sich von dem Wort "Bejgel", dieses wiederum von "(Steig)bügel" ab. Sicher ist jedoch, dass der Bagel ein jüdisches Gebäck ist, aus Hefeteig mit einem Loch in der Mitte. Das besagte Loch ist wohl einem gelangweilten Bäcker passiert, könnte man meinen, aber nein nein, es hatte eine sehr wichtige Funktion: Vor Ende des Shabbat wurden die Bagel auf Holzstangen transportiert, da sie mit den Händen nicht berrührt werden durften.

Um nun nicht ständig nach NYC reisen zu müssen, nur um einen guten authentischen Bagel zu bekommen, hab ich mich selber ans Werk gemacht. Hier das Rezept:


Ergibt 8 - 10 Bagel :

500 g Mehl
1 Paket Trockenhefe
1,5 EL Zucker
1 TL Salz
2 EL Öl
300 - 320 ml lauwarmes Wasser
1 EL Honig für das Kochwasser
1 Eidotter, verschlagen, zum Bestreichen
Backpapier für das Backblech

Das Mehl mit Trockenhefe mischen. Zucker, Salz, 300 ml lauwarmes Wasser, Öl hinzufügen, mit einem elektrischen Handrührgerät zu einem elastischen Teig rühren. Das kann durchaus 10 Minuten dauern! Etwas Mehl über den Teig stäuben, abdecken und 1 Stunde gehen lassen. Die Arbeitsfläche dünn mit Mehl bestäuben. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig zu 8 Kugeln formen und daraus dann Bagels: Einen Kochlöffelstiel durch die Mitte bohren und das Loch durch kreisende Bewegungen erweitern. Es soll etwa 4 cm groß sein. Die Bagels mit ausreichendem Abstand (da sie noch aufgehen), nebeneinander auf das Blech legen. Abdecken und wieder eine halbe Stunde gehen lassen .
Den Backofen auf 220 Grad vorheizen (Umluft 200). In einen breiten Topf zur Hälfte Wasser füllen, den Honig dazugeben und alles leicht zum Kochen bringen. Jeweils zwei "Rohlinge" mit der Oberseite nach unten in das kochende Wasser legen, etwa 30 Sek. ziehen lassen, umdrehen und nochmals ziehen lassen. Mit einer Schaumkelle herausnehmen, kurz abtropfen lassen und auf das Blech legen. Mit dem verschlagenen Ei bestreichen. Auf dem mittleren Einschub des Backofens etwa 20 Minuten hellbraun backen.




Ganz einfache Variation: Die blanchierten Bagels von einer Seite in Mohn oder Sesam drücken, die man auf eine Untertasse geschüttet hat. Oder für pikante Bagel Röstzwiebeln in den Teig einarbeiten, oder aber auch Rosinen, dann kann man in den Teig auch ein wenig Zimt geben und etwas mehr Zucker.
Auch wenn die Bagel frisch aus dem Backofen kommen, empfehle ich das Einschneiden und Toasten. Schließlich handelt es sich hier ja um schwere Hefeteigbrummis und nicht um luftiges Gebäck. Allerdings konnte ich hier in Österreich noch keine Bageltoaster finden, die ja im Vergleich zu unseren Normalso gigantische Schlitze für die breiten Bagel-Hälften haben.

Kommentare:

Kochmaus hat gesagt…

Die sehen megaverführerisch aus. ich werde sie demnächst nachbacken und berichten :-)

Ellja hat gesagt…

ein (Erfolgs)Bericht darüber wäre nett ;-)