2009/05/20

Katzenwesen (in memoriam Paul Flora)


(Bildnachweis: © Paul Flora)

Mein Lieblingsbild von Paul Flora und sein Tod am 15. Mai (Danke, Paul Flora für die vielen schönen, lustigen Zeichnungen) ist mir ein Anlass meine beiden Katzen (Kater Mistofeles und Kater Julius) zu ehren.

Mistofeles - eine Diva wie in Floras Zeichnung - wenn auch männlich (aber halt auch kastriert). Eigentlich sogar eine kleine Pussi. Julius - ein schneidiger kleiner Kämpfer und Übeltäter mit unschuldiger Miene. Wo Mistofeles gelangweilt nur die Pfote hebt und mit einem Auge aufblinzelt, da springt Julius schon erwartungsvoll in die Höhe, richtet seine Öhrchen auf und fixiert mit seinen großen Augen die mögliche Geräuschquelle. Brüder sind sie, und doch so ganz verschieden. Der eine thront hoch oben über unseren Köpfen und es könnte gar nicht hoch genug sein, der andere sucht sich dunkle Höhlen zu erforschen, bevorzugt unter Bettdecken oder Gewandbergen. Gefräßig wie Garfield, frisst Mistofeles seinem Bruder noch den letzten Rest gierig vom Teller. Julius, dafür mit besserer Figur gesegnet, leckt gleichmütig trotzdem seines Bruders Fell. Große Gesten kennen beide nicht. Weder fauchen sie, noch kratzen sie, noch machen sie auch nur das leiseste Geräusch, selbst im täglichen Bruderkampf ganz selten. Sie stürzen sich aufeinander, schlagen sich die Krallen ins Gesicht, beißen sich in den Nacken, springen sich seitlich an... alles ganz still, Stummfilmatmosphäre. Selbst ihr schnurren hört man nur ganz leise.


(Bild: ©P.T.)

Ihr Mensch ist dazu da, ihnen das tägliche Futter in großzügigen Mengen zu verabreichen, den einen stundenlang zu kraulen und den anderen unter die Decke schlüpfen zu lassen. Auch das Bürsten des Fells ist noch erlaubt. Herumtragen? - "was fällt Ihnen ein!" Und dennoch belohnen sie uns mit ihrer eigenwilligen Zuneigung, blinzelnd sagen sie "ich hab dich lieb" und am Rücken liegend mit allen Vieren von sich gestreckt, schenken sie uns volles Vertrauen. Noch keinen Tag haben sie je die Kralle gegen uns erhoben. Selbst im Spiel werden die Pfoten ganz schnell zurück- und die Krallen eingezogen.



Sie kommen wann sie wollen, und gehen wieder, aber sie kommen immer zurück, reiben ihr Köpfchen an uns, machen uns innerlich ruhig und lieben uns ohne Bedingungen. Wir sie auch, wir können gar nicht anders.

Majestätisch streifen sie auf leisen Pfoten durch die Räume und nehmen alles in Besitz. Mensch und Objekt wird gnadenlos markiert:
Hier bin ich Katz', hier werd' ich sein!



Mistofeles (Bild: ©P.T.)



Julius (Bild: © P.T.)

Kommentare:

Hannah_wolja hat gesagt…

Sweeeeet! Ich finde schlafende Katzen höchst entspannend. Allein schon vom anschauen...und wenn sie dann noch schnurren....schön.

Hannah_wolja hat gesagt…

Das Ohr!!!!

Die Küchenschabe hat gesagt…

Wunderhübsche Katzen, alle beide! Ich bin auch katzennarrisch, Katze (hab leider nur mehr eine) darf bei mir alles - Mitkoch nicht ;-).
Sehr schöne Fotos und die Idee, die beiden die Bücher präsentieren zu lassen ist genial!

Ellja hat gesagt…

Küchenschabe, ich bin eine strenge Katzenmutti. Bei mir dürfen sie sehr vieles nicht: nirgends raufspringen, keine Tische, Küchenanrichte. Nie beim Essen betteln. Aber sie tun das auch nur, wenn wir nicht zuhause sind, dann seh ich die Tapser ab und zu. Ich liebe die beiden sehr, und ich hoffe sie werden mindestens 20 ;-)