2009/06/30

Fremdgegessen: Der beste Inder Österreichs!


Bild: © Royal Bombay Palace

Ich könnte mich ja links und rechts abwatschen (ohrfeigen). Letzte Woche habe ich dem Essen im "Royal Bombay Palace" in der Linzer Goethestraße so sehnsuchtsvoll entgegen gefiebert, dass ich doch glatt meine Kamera daheim liegen hatte, wo sie keiner brauchte, am allerwenigsten ich. Aber da das erneute Speisen im Bombay wieder mal so bombaystisch war, schreib ich trotzdem - und leider einstweilen noch ohne Fotos - meinen Bericht drüber.

Schon Christoph Wagner hat ihn als besten Inder abgesegnet. Nun, darauf geb ich jetzt nicht alles, aber da ich schon mehrmals selber da war, kann ich es nur bestätigen.

„Atithi Devo Bhava“ (Ein Gast ist wie ein Gott) - und so fühlt man sich hier auch.

Das Lokal - gut - man bemüht sich, nicht zu kitschig zu sein, was in Indien sicherlich nicht so einfach ist. Der Besitzer Sashia Aviar begrüßt seine Gäste freundlich und einladend und der Rest der Crew steht ihm in nichts nach. Man fühlt sich wirklich willkommen.

Zur Begrüßung gibts gleich einmal einen Vorgeschmack, was einen noch an Köstlichkeiten erwarten wird: Zitronen-Pickle, Mango-Chutney, Feigen-Chutney und Papadams - frittierte Fladen aus Linsenmehl mit und ohne Kreuzkümmel.

Die Speisekarte lässt einen verweilen. Sie ist zwar nicht all zu üppig und Lamm überwiegt hier im Angebot, aber ich kann mich nicht entscheiden. Das meiste klingt nach purer Verführung.
Das Weinangebot wurde reichhaltigst ausgebaut, führt quer durch Österreich, aber ich bestelle mir dann doch ein Bierchen.

Eine Variation an Vorspeisen (ach, was hätte das für ein schönes Foto gegeben) kitzelt meinen Gaumen: Lammleber mit Tandoori-Paste (intensiv), Tikki (Kartoffelteig gefüllt mit Gewürzen, Erbsen und Käse) zartschmelzend, Pakoras (Gemüse in Linsenmehl frittiert) und himmlischer hausgemachter Paneerkäse, alles mit den besten Gewürzen versehen - ein Universum an Gerüchen und Geschmäckern tut sich mir auf. Ganz ayurevedisch gehts hier zu.



Bild: © Ellja

Der P wählt als Hauptgang das Lamm-Geheimnis des Chefkochs. Ich wähle das Butter-Chicken.
Bei den Speisen kann man übrigens den Schärfegrad auswählen, man wird danach gefragt. Ich bleibe bei "mittelscharf", während der P sich an "scharf" (dann gibts eh nur mehr extrascharf) heranwagt. In kleinen Kupferkesseln werden die Currys serviert. Dazu eine Schale Reis und köstliches Garlic-Naan-Brot, das noch brutzelt.

Mein Butterchicken besteht aus zarten Hühnchenstücken in einer samtig, buttrigen, fruchtig tomatigen und leicht würzigen (und angemessen scharfen) Sauce. Ich schweige und schwelge. Das Lamm konnte ich nur kurz probieren, weil es mir fast die Schädeldecke weghob, aber das Fleisch war ausgezeichnet zart und saftig. Ich würde es mit leichterem Schärfegrad sofort verschlingen.

Ein Dessert hätte mir schon noch gefallen. Kulfi mit Mangosauce vielleicht? Aber ich bin so satt, dass ich nur noch ein Mangolassi bestelle, um die Schärfe im Mund etwas zu neutralisieren.

Ich muss wiederkommen, schon alleine wegen der fehlenden Bilder!

Das "Royal Bombay Palace" hat eine Homepage: http://www.bombaypalace.at/

Kommentare:

katha hat gesagt…

lustig, als ich 2007 dort war, hatte ich auch keine kamera mit, obwohl lauer sommerabend und im hof gesessen und so weiter.
ich empfand's ebenfalls als sehr gut, allerdings auch als sehr üppig, aber das werde ich wohl demnächst wieder mal ausprobieren müssen.
ich vermute, du meinst christoph wagner? auf der website des royal bombay sind einige kritiken von ihm und anderen zu finden.

Ellja hat gesagt…

@katha stimmt, christoph heißt er, was wäre ich ohne deine journalistische Spürnase ;-).
Indisch essen ist immer üppig, ob in Linz, Wien oder Dublin. Das ist wirklich ein Nachteil, dass ich es nie bis zur Nachspeise schaffe.

lamiacucina hat gesagt…

gerne mit Bildern !

Eline hat gesagt…

Ich freue mich, dass das Lokal meines Freundes Bitu hier lobend erwähnt wird (den Christoph Wagner, als "ehemaligen" Linzer, haben wir auch überzeugt, dass der beste Inder Wiens in Linz ist ;-)
Ich gebe Ellja recht: indische Küche ist fast immer üppig. Ausser man isst Tikka oder andere im Tandoor gegrillte Fleisch oder Fischgerichte ohne Sauce. Besonders zu empfehlen im Bombay Palace: Gerichte mit Paneer, der bei Bitu wöchentlich frisch aus 30 Liter Biomilch hergestellt wird. Auch das Joghurt für Lassi und Raita stammt vom Biobauern.
Und zuletzt: es gibt kaum wo in Europa indische Restaurants, die mit echten Tandoor-Öfen arbeiten.
Aber nur mit diesen bekommt man das herrliche Brot, das innerhalb von Sekunden in der grossen Hitze an den Wänden des Ofens gebacken wird.
Zur Weinkarte: die Weinauswahl ist auf würzige Speisen abgestimmt, daher gibt es auch einige restsüsse deutsche Rieslinge auf der Karte.

Ellja hat gesagt…

@Eline danke, damit wäre - glaube ich - nun jedes Detail an diesem guten Lokal benannt :-)