2009/10/25

Alle Welt macht Boeuf bourguignon


Bild: © Ellja


Vor etwa 2 Jahren hab ich das Rezept zu "Boeuf bourguignon" bei Sarah Wiener´s Reise durch Frankreich mal nachkochen wollen. Und dann gings mir wie Julie in dem überaus charmanten Film "Julie & Julia", der vor kurzem in unseren Kinos lief: Der ganze Topf mit all dem guten Fleisch verbrannt, verbrannt, verbrannt... wer genau daran Schuld war, das lässt sich heute nicht mehr klären, nur soviel: ab da wollte ich das Boeuf ein für alle mal in die Küchenmurks-Jagdgründe schicken!

Aber naja, man kommt ja nicht so leicht davon. In letzter Zeit hat mich der Fleischtopf immer wieder irgendwo aufgespürt, in Blogs, eben im Film, in Zeitschriften und beim Blättern in meinem Anthony Bourdain-Kochbuch ebenfalls.

Und - ja klar - hab ich ihn dieses Mal nicht verbrannt. Das Fleisch war zarter als zart und das gute, lange geschmorte Gemüse süß und samtig und die Knödel dazu ein Gedicht.


Das Rezept von Anthony Bourdain ging so:

Einkauf:
900g Paleron (Schulter mit Hals) von Rind, oder Schulter, oder Nacken
Salz und Pfeffer
1/4 Tasse Olivenöl
4 Zwiebeln, fein geschnitten
2 EL Mehl
1 Tasse roter Burgunder (war mir etwas zu wenig)
6 Karotten, in großen Stücken (ca. 2,5cm Seiten)
1 Knoblauchzehe
1 bouquet garni
Ein bisschen Petersilie

Das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen. In einem schweren Topf das Öl erhitzen, fast bis Rauch entsteht. Die Fleischwürfel NACH UND NACH hinzufügen, ansonsten kühlt das Öl zu sehr ab! Die Würfel auf allen Seiten braun werden lassen (nicht grau). Die Würfel, die gebräunt sind, werden zur Seite gelegt. Wenn das ganze Fleisch zur Seite gelegt wurde, werden die Zwiebeln in den Topf hinzugefügt. Die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren. Die Zwiebeln in dem Topf kochen, bis sie braun und weich sind(ca. 10 Minuten). Das Mehl drüber verteilen. Unter gelegentlichem Rühren fünf Minuten weiterkochen. Den Wein hinzufügen, und den Inhalt zum kochen bringen, und währenddessen mit dem Holzlöffel, die ganzen leckeren Bratresten, die auf dem Boden fest sind, wegkratzen. Das Fleisch, die Möhren, die Knoblauchzehe und den Bouquet Garni hinzufügen. Mit Wasser, eventuell mit zwei Löffel demi-glace verbessert, bedecken, so dass zwei Drittel des Wassers die festen Zutaten bedeckt, und ein Drittel darüber ist. Zum kochen bringen, und dann zum köcheln reduzieren, und ca. zwei Stunden lang kochen. Man sollte während des Kochens regelmäßig prüfen, dass nichts auf dem Boden brennt oder klebt. Öl oder Schaum, das sich auf der Oberfläche befindet, sollte man entfernen. Wenn fertig, den Bouquet Garni entfernen, klein geschnittenen Petersilie hinein tun, und servieren.

Aber noch einmal zurück zum Film: Meryl Streep in ihrer Rolle als Julia Child spielt sich hier wirklich in die Herzen der Kinogänger. Sie ist so überzeugend und dabei so entzückend, dass ich mir wünschte Mrs. Streep hätte in ihrer Karriere viel mehr lustige, komische Rollen angenommen, als sie es tatsächlich tat.

Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus dem Film "Julie & Julia" betreffend Boeuf bourguignon: http://www.youtube.com/watch?v=Rg5U_Yei6Ow

Kommentare:

Schnick Schnack Schnuck hat gesagt…

Mich hat der Film bisher wenig gereizt, aber jetzt bin ich doch ein bisschen neugierig geworden.

entegutallesgut hat gesagt…

Dein "Buf bourschuignon" schaut köstlich aus! :-D

Was für ein Kräutl ist da bei dem Erdäpfelknödel dabei? Salbei?

Isi hat gesagt…

Ich denke grade darüber nach, ob ich in den Film gehen soll. Mmh mal sehen, ob ichs schaffe. Dein "Buff" macht jedenfalls richtig Lust auf Kochen und Kino.

lamiacucina hat gesagt…

Boeuf bourgignon ist auch etwas unverwüstlich Gutes. Am Samstag habe ich auch eines gemacht, allerdings ein etwas anders geartetes. War aber auch köstlich.

Eline hat gesagt…

28 g Mehl ist ein bisschen kokett von Herrn Bourdain, 25 g oder 30 wurden das schoene, einfache Schmorgericht auch nicht verhuntzn. Was mir sehr gefaellt: keine Champignons, nur Zwiebel und Karotten. Und die so, wie ich sie bei einfachen Gerichten mag: in grossen Stuecken!
Den Knoedel solltest du uns schon verraten: ist es eon franzoesischer Hefekloss aus dem Burgund oder ein oberoesterreichischer Knodn?

Bolli's Kitchen hat gesagt…

hhm, sehr lecker, aber im Original aus dem Burgund kommen noch Champignons, Speck und Perlzwiebeln rein.....

Ellja hat gesagt…

SchnickSchnackSchnuck, er lohnt sich wirklich, ein erfrischender Film!

Ente, du hast es erfasst, es sind Erdäpfelnödel, aber mit ganz banaler Petersilie drin (zwecks Resteverwertung).

Isi, schau ihn Dir an.

Robert, gibts dazu auch ein Rezept von Dir? Muss ich gleich mal nachsehen...

Eline, ich hab es auf 2 EL ausgebessert, was so auch im Original steht. Ja, ich mag weder Champignons noch Perlzwiebel, die ja auch in anderen Rezepten vorkommen. Der Erdäpfelknödel ist österreichisch mit Petersilie.

Bolli, wie gesagt, ich mag keine Champignons und Perlzwiebel in so einem Rotweintopf, daher kam mir diese Variante sehr gelegen.

Cherry Blossom hat gesagt…

Liebe Ellja ein tolles Rezept das habe ich auch schon in diversen Varianten gekocht... Den Film werde ich mir auch überlegen! Danke für den Beitrag... passt super in diese Jahrezeit

Claus hat gesagt…

Bourdain´s Variante ist definitiv die Beste, die ich bisher gekocht und gegessen habe, und das komischerweise trotz der winzigen Weindosis. Knödel brauch ich dabei nicht, bei mir immer mit ohne alles

Ellja hat gesagt…

Alissa, ja, Gulasch & Co haben jetzt wieder Saison!

Claus, ich brauch eigentlich immer Beilagen dazu!