2012/11/09

Kleine Leckerbissen #5

Bilder: Ellja



























Jetzt habe ich es schon ein paar Monate und es macht mich immer noch glücklich, jeden Tag!
Mein großes Brotmesser von Franz. So schneidet man Brot. Und nicht anders. Aber auch Mandeln lassen sich damit ausgezeichnet hacken. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich verträumt über den schönen Olivenholzgriff streichle ;-).




Quittenkompott 2012
Nicht zu lange gedünstet, mit etwas Weißwein, Wasser, Zucker und Vanille. 
Kein Zimt. Kein Sonstwas. Möglichst pur.




Aus dem spätsommerlaunen-Menü habe ich ihn verbannt. Er schien dafür nicht ausreichend fruchtig. Ein bisschen störrisch, trocken vielleicht. Wie ich selbst? Vielleicht liebe ich ihn genau deshalb so sehr. Mit jeder neuen Flasche mehr und mehr: Crémant d´Alsace Rosé - Henri Kieffer & Fils 




























Kürzlich verfolgte ich einen recht kurzweiligen Bericht über David Chang und seine Momofuko-Erfolgsstory. Eine sehr sympathische, unaufgeregte Erscheinung, dieser Chang, der sein Handwerk u.a. bei Jean-Georges Vongerichten gelernt hatte, bevor er 2004 seine erste Nudelbar eröffnete. Natürlich kam in diesem Bericht auch die Sprache auf die Redeye-Mayonnaise mit Kaffee, von der ich schon irgendwann einmal gehört/gelesen hatte. Alle Personen an dem Tisch im Momofuko waren geradezu hingerissen, wie gut die Mayonnaise doch zum Prosciutto passe... Allein Grund genug für mich, es auch zu testen. Ich habe zuerst sehr mageren, hauchdünnen Schinkenspeck versucht. Das war ok, aber haut einen jetzt nicht so um. Schließlich aber, mit wirklich aromatischen, fettig glänzenden Prosciutto, auch dünn geschnitten, aber nicht zu dünn, hat es geknallt. It totally works!


Copyright: Thimfilm

 Die Wand

Marlen Haushofer´s gleichnamiges Buch, das 1963 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, ist zur Zeit in unseren Kinos zu sehen. Als ich das Buch vor Jahren gelesen hatte, war ich von der ersten Seite an gefangen. Das Thema war gleichzeitig so befremdlich und spannend. Man kann nachlesen, dass das Buch zum Erscheinungszeitpunkt recht viel Staub aufwirbelte und allerlei Interpretationen durch die Medien geisterten.Von Atomkriegtheorien und Zivilisationskritik war damals die Rede.

Bleiben wir aber bei der Filmvorlage: Eine junge Frau fährt mit Cousine und ihrem Mann in die Berge. Sie wollen in einer Jagdhütte ein Wochenende verbringen. Am nächsten Morgen wacht die Frau (sie hat keinen Namen) auf und bemerkt, dass Cousine samt Mann aus dem Dorf nicht zurückgekehrt sind, nur ihr zurückgelassener Hund ist noch da. Die Frau geht ein Stück des Weges Richtung Dorf und stößt plötzlich an eine unsichtbare Wand, die sie nicht überwinden kann. Wie die Hauptprotagonistin mit dieser verstörenden Tatsache umgeht, ist der Beginn einer beeindruckenden und gleichzeitig fesselnden Geschichte.

Ich war mehr als gespannt, wie der Film umgesetzt würde. Und vor allem, wie die Hauptfigur die Rolle tragen konnte. Martina Gedeck als Hauptdarstellerin aber konnte alle Töne, auch und besonders die leisen, spielen. Nach dem passenden Drehort wurde lange gesucht, da es in der Romanvorlage ja einige genaue Vorgaben gab. Bei den Gosauseen in Oberösterreich fand sich schließlich die passende Drehlocation. Auch hier hat für mich alles gepasst. Eigentlich genauso war meine Vorstellung beim Lesen des Romans.

Beeindruckend! Und auch beängstigend. Ich muss sagen, dass mich der Roman damals nicht so sehr beängstigte, wie jetzt der Film. Keine Ahnung in welcher Verfassung ich mich damals befand ...

 Andere Eindrücke zum Film gibt es hier.

Kommentare:

Frau Neudecker hat gesagt…

Nachdem ich erst gestern wieder 600 g Mandeln für Nougat gehackt habe (ich tippe dies hier mit der linken Hand, die rechte krampft noch immer), würde es mich jetzt natürlich total interessieren, was du alles davor ausprobiert hast. Ich habe mit einem Messer mit glatter Klinge gehackt, und dabei entsteht immer reichlich Mandelstaub. Lässt sich der mit Wellschliff verhindern?

Eline hat gesagt…

Ich liebe meinen Franz auch sehr, habe aber ganz schön Respekt vor ihm. Zum Mandelhacken nehme ich doch lieber das Güde-Chai Dao, das sowieso meine grösste Messer-Liebe ist. Wenn ich sehr krustiges Brot schneide, nehme ich es sogar statt dem Franz, weil die Kruste nicht durch die ganze Kücke fliegt.
Schön hast du den Film besprochen! Mir sind die Bilder und manche gesprochene Sätze noch näher gegangen als das Buch.

tut hat gesagt…

Ich bin sehr gespannt auf den Film. Meine Mutter und ich werden ihn nächste Woche sehen und waren beide sehr beeindruckt vom Buch.
Und ich mag Martina Gedeck.

Die Küchenschabe hat gesagt…

ich bin auch ein großer Fan vom Franz, hab ihn bis jetzt nur fürs Brot genommen. Ich werde das aber schleunigst ändern und heute gleich über die Nüsse damit herfallen :-)

Anonym hat gesagt…

für das Rezept der red eye mayonnaise wäre ich überaus dankbar. Das hört sich sehr spannend an und wäre sicher ein schönes Experiment für meine Gäste am kommenden Wochenende ;-)
Grüßle

Ellja hat gesagt…

Frau Neudecker, Sie haben sich doch im Sommer das Brotmesser kaputt gemacht, nicht? Wäre das nicht eine gute Gelegenheit für ein Franz?`;-)
Der Wellenschliff macht bei mir keinen Mandelstaub und da die Klinge superscharf ist, fährt man damit durch die Mandeln wie durch Butter.

Eline, das Chai-Dao hab ich ja (noch) nicht ;-)

tut, ihr werdet sehr wahrscheinlich nicht enttäuscht sein, ich wünsche euch viel Vergnügen (wobei das Wort bei diesem Film eine etwas andere Bedeutung erlangt).

Küchenschabe, probiers mal aus.

Anonym, wenn du in meinem Beitrag auf den Link bei "Redeye Mayonnaise" klickst, kommst du direkt zum Originalrezept.

Wolke-Sieben hat gesagt…

Jetzt bin ich erst recht gespannt auf den Film!!

Ellja hat gesagt…

Wolke-Sieben, war es für mich auch, spannend.