2009/08/04

B'stilla (Marokko)


Bild: © Ellja

Landestypisch für die B'stilla/Bastilla ist eine Füllung aus Taubenfleisch, Zwiebeln und Nüssen. Das mit dem Taubenfleisch hab ich kurz überdacht (ähbähhh), aber dann ganz schnell verworfen. Ich kaufte dann doch lieber Hühnchenfleisch.

Auch bei den Teigblättern musste ich einen Kompromiss schließen, die originalen Wharka-Teigblätter werden in einer aufwändigen Prozedur hergestellt: Ein Teig aus Weizenmehl, Wasser und Öl wird auf einem heißen Blech durch leichtes und oftmaliges Auftupfen zu dünnen, durchscheinenden Teigplatten verarbeitet. Für eine Teigplatte tupft man etwa 28 Mal, eine ordentliche Bastilla besteht aus 26 Teigblättern...naja, da kann man eine ganz schöne Weile tupfen, also nix da. Ich habe einfach Filo-Teigblätter genommen, der ist zwar dicker, aber ich habe viel weniger Lagen gemacht, dann passts auch wieder.

Das interessante an dieser Pastete ist die Kombination aus Fleisch, Nüssen, Zwiebeln, Zimt und Zucker!

Hier aber nun die Rezeptur:

Zutaten:
1 Bio-Henderl
4 große Zwiebeln
1 große Handvoll Koriandergrün
1 große Handvoll Petersilie
1 Zehe Knoblauch
5 Eier
100 ml Öl
1 EL Butter
1 kl Prise Safranfäden
1 Prise Ingwerpulver
1 Prise Zimt
Salz, Pfeffer

250 g gehackte, geröstete Mandeln
Filo- oder Brickteig (ich hatte 8 Lagen verbraucht)
Fett für die Form

Zubereitung
Safranfäden mit Salz zerstoßen und in wenig warmen Wasser auflösen. Hähnchen von der Haut befreien, waschen und abtupfen. Danach wird das Huhn in 4 Teile zerlegen. In einem Topf das Öl und die Butter erhitzen. Das Fleisch dazu geben und mit aufgelösten Safranfäden, Pfeffer, Ingwerpulver, Zimt und Salz würzen. Petersilie und Koriandergrün und Knoblauch hacken und ebenfalls in den Topf geben. Alles zusammen gut durchmischen und kurz kochen lassen. Dann wird das Ganze mit Wasser aufgefüllt (nicht zuviel Wasser). Alles so lange kochen lassen, bis das Fleisch gar ist. Fleisch raus nehmen, in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen.

Die Zwiebeln zwischenzeitlich schälen und in feine Streifen schneiden. Nachdem das Fleisch rausgenommen worden ist, die Zwiebeln in den Sud geben. Sobald die Zwiebeln gar sind, die Eier verrühren und dazugeben. Wenn die Eier stocken, den Topf vom Herd nehmen. Alles durch ein Sieb geben und den Sud dabei auffangen. Die Zwiebeln gut abtropfen lassen.

Das Fleisch, sobald es komplett getrocknet ist, von den Knochen befreien und in kleine Streifen zupfen. Die Zwiebeln zu dem Fleisch geben und gut durchmischen.

Eine runde Backform gut einfetten und mit Filo-Teig bedecken. Dabei sollten jeweils 2Lagen so hingelegt werden, dass ein Blatt jeweils eine Ecke abdeckt und der Rest aus der Form raus schaut. Dann je eine Lage Filo-Teig genau in die Mitte der Formen legen.

Nun etwas von dem Sud auf die Filo-Lage geben und gut einreiben. Dann die gerösteten und gehackten Mandeln drauf geben und evt. mit ein wenig Zimt bestreuen. Wieder eine Lage Filo-Teig drauf und wieder mit Sud einreiben. Dann das Hühnchen-/Zwiebelgemisch hineinfüllen. Wieder eine Lage Teigblätter drauf geben und nicht vergessen, mit dem aufgefangenen Sud einzureiben. Zum Schluss werden jetzt noch die Reste der ersten Lagen, die aus der Form herausschauen oben drauf gefaltet. Jetzt noch jeweils eine letzte Filo-Lage oben drauflegen (um eine schöne Decke zu bekommen) und die überstehenden Reste unter die Pastete geben. Die letzte Lage auch noch mal gut mit dem Sud einreiben.

Die Form in den auf 170°C vorgeheizten Backofen (Umluft) geben und goldbraun backen. Sobald sie von oben braun geworden ist, mit Hilfe eines großen Tellers die Bastilla wenden und von unten auch noch mal goldbraun werden lassen.



Bild: © Ellja

Die Bastilla aufschneiden, auf Tellern anrichten und mit Zimt und Zucker dekorieren.

Am besten trinkt man dazu ganz traditionell Thé à la Menthe!

Kommentare:

Isi hat gesagt…

Schaut toll auch deine B`stilla. Ich mache sie auch ab und zu mal. Meistens produziere ich dann gleich zwei und friere eine ein, das klappt prima und ich habe etwas Vorrat, wenn es mal schnell gehen muss :-) Mit Taubenfleisch hätte ich auch Probleme, obwohl ich mal bei einem Spanier Bluttaube gegessen habe. Erst hab ich mich geziert, aber ich muss gestehen, das war wirklich köstlich.

Eline hat gesagt…

Manchmal bekomme ich Tauben von meinem Geflügelbauern. Mir ist das Fleisch zu dunkel, aber H. und Gäste freuen sich immer, wenn es Tauben gibt. Alternativ habe ich B`stilla schon mit Wachtelfleisch gemacht. So richtig begeistert war ich von diesem Gericht, trotz meiner Vorliebe für marokkanische Küche, noch nie. Ich kann der Kombi Eier, weisses Fleisch, Zimt und Zucker nichts abgewinnen. Aussehen tut deine aber sehr schön!

Ellja hat gesagt…

@Isi taubenfleisch mag schmecken wie es will, da werde ich mich wohl für alle zeiten davor verschließen ;-)

@Eline Diese Kombination muss man auch wirklich mögen, aber ich mag sie sehr :-)

katha hat gesagt…

ich habe im ikarus eine version von greg malouf gegessen (mit taube, wenn ich mich richtig erinnere): un-glaub-lich köstlich. und bei den obauers eine taube nach ähnlicher machart. finde die kombi genial.

kitchen roach/galley roach hat gesagt…

Habe ich noch nie gegessen, waere einem Versuch -nicht zum nachkochen, aber zum Probieren- aber nicht abgeneigt..

Ellja hat gesagt…

@katha das glaub ich alles gerne, nur ich hasse Tauben (die, die unsere Dächer und Straßen verdrecken), und das krieg ich halt nun mal nicht aus meinem Kopf ;-)

@kitchen roach komm einfach vorbei :-)