2009/11/06

Gute Luise


Bild: © Ellja

Zum Ausgleich und zum Ende der Woche komme ich jetzt auf etwas zu sprechen, das ich im Moment in Massen essen könnte: Die Birne!

Sie ist mir fast noch lieber, wie der Apfel (auch wenn man beides ja nicht vergleichen sollte), weil sie viel weniger Säure enthält, aber durch den Zuckergehalt sehr süß ist. Zur Zeit gibt es am Markt die saftigsten Exemplare. Schade finde ich, dass es immer weniger Sorten im Angebot gibt, Wildbirnen sind so gut wie gar nicht zu bekommen. Kennt jemand zum Beispiel die kleinen "Nagowitzbirnen"? Sie hingen in meiner Kindheit fast in jedem Bauerngarten. Die kleinen süß-säuerlichen Birnchen habe ich mit Liebe gleich vom Baum weg abgenagt.

Im Mittelalter, so hab ich mal gelesen, soll die Birne ja sogar als giftig gegolten haben, aber Ludwig XIV. brachte das alles dann im 18. Jhd. wieder in Ordnung, es war sein liebstes Obst und heute noch kann man in Versailles uralte Baumbestände bewundern.

Aber zurück zur Gegenwart: Sehr gerne esse ich Birne mit Rosmarin (wie oben im Bild mit Strudelteig) und natürlich die beste Vermählung überhaupt: Birne und Schimmelweichkäse! Ich kann mir kaum was schöneres vorstellen. Und natürlich wurde ich auch da wieder in den vielen Foodbloggs fündig. Nathalie hat es mir angetan mit ihrem Kalbssteak, das ich für sehr sehr gelungen befinde, die Kombination aus Kalbfleisch, den gebratenen Zwiebeln und dann der Birnen-Roquefort-Auflage, einfach himmlisch!

Das Ergebnis seht ihr hier:




Bild: © Ellja


Da wird mir gleich ganz lyrisch zumute...

Das wohl berühmteste Gedicht zur Birne stammt von Theodor Fontane:


Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
Ein Birnbaum in seinem Garten stand
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher
So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«
So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit
Wieder lachten die Birnen weit und breit
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus
Trugen von Ribbeck sie hinaus
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?«
So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht
Der neue freilich, der knausert und spart
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn
Der wußte genau, was er damals tat
Als um eine Birn' ins Grab er bat
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.
Und die Jahre gehen wohl auf und ab
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her
So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn,Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.«
So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Kommentare:

Bolli's Kitchen hat gesagt…

ich liebe auch Birnen und esse sie derzeit zu allem!

Eline hat gesagt…

Äpfel und Birnen kann man doch nicht vergleichen! ;-)
Für mich zumindest steht die Birne weit über dem Apfel. Und die Nagawitzbirne (auch Wasserbirne genannt) kenn ich schon. Die gibt es von manchen alten Marktfrauen noch zu kaufen oder bei manchen Schnapsbrennern in flüssiger Form.

Birnen mit Rosmarin kannte ich noch nicht, das klingt sehr ansprechend und wird ausprobiert. Eines meiner Lieblingsgerichte, ob als Vorspeise oder Dessert ist mir egal, ist eine Chilibirnentarte mit Gorgonzola.

lamiacucina hat gesagt…

Hab eben eine reife Gellert's Butterbirne gegessen. Nature. Köstlich.

weltbeobachterin hat gesagt…

ja, wir haben einen Nagowitzbirnbaum daheim. und auch andere Birnen. Heuer war die Birnenernte ausgezeichnet.

Ellja hat gesagt…

Bolli, aber doch nicht zum Coleslaw *hihi*

Eline, Chillibirnentarte mit Gorgonzola!!! Das hört sich für mich an wie das reinste Paradies! Gibts dazu ein Rezept???

Robert, da bin ich jetzt neidisch!

weltbeobachterin, schön, dass es die noch gibt, ich muss mal wieder ins Mühlviertel fahren und mich anschleichen...

Arthurs Tochter hat gesagt…

Birne mit Gorgonzola - köstlich! Bei uns gibt es Nashi oder Birne auch immer zum Raclette. Mit Rosmarin habe ich es auch noch nie probiert. Schmeckt sicher fein!

Eline hat gesagt…

Chilibirnen gibt es in meinem Blog-Inhaltsverzeichnis unter Beilagen. Mürb- oder Blätterteig darunter und Gorgonzola drauf.

entegutallesgut hat gesagt…

Birn und Kas sind immer gut.

Das Gedicht hat mich sehr amüsiert!

Isi hat gesagt…

Mmh Birnen mit Schimmelkäse, das ist wirklich toll. Und mein Lieblings-Obstbrand ist ein Birnenbrand.

Ellja hat gesagt…

AT, Raclette habe ich schon ewig nicht mehr gemacht, wäre vielleicht auch wieder mal eine gute Idee.

Danke, Eline, werd ich mir bald mal vornehmen.

Ente, genau, Birn und Kas *hihi

Isi, bei den Bränden muss ich passen, da ich lieber so die Likörtrinkerin bin, also die scharfen Sachen eher nicht sooo gerne;-)

Cherry Blossom hat gesagt…

sehr schön... tolle Idee... Ist was leckere als Imbiss für Gäste

Elines Tart kenne ich auch allerdings ohne das Chli was ich aber sehr reizvoll finde!

Elsa hat gesagt…

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