2009/11/25

Székely gulyás


Bild: © Ellja


.. oder wie man bei uns in Österreich sagt: Szegediner Gulasch

Lange hab ich es nicht mehr gemacht, bis ich hier wieder daran erinnert wurde.
Dabei ist mir das Gulasch, das ja eigentlich bei den Ungarn "pörkölt" ist, weil das "Gulyás" wiederum eher eine Suppe meint, in dieser Variante fast das liebste.
Fleisch, Sauerkraut, ordentlich gutes Paprikapulver und Rahm - haben das wirklich die Ungarn erfunden? Man sagt ja, ein Dichter wars. Aber der Name Szeékely kommt ja im ungarischen nicht wenig oft vor....

Grundsätzlich wird das Szegediner mit Schweinefleisch hergestellt, aber ich nehme dazu immer das dunkle Putenfleisch aus der Oberkeule, es schmeckt mir einfach so viel besser. Das Sauerkraut sollte nicht zu sauer sein, aber schon noch eine gute Säure an die Sauce abgeben, denn genau das ist ja der Kick bei dem Gericht. Dazu gibts immer Salzerdäpfel, und ganz wichtig: diese schön mit der Gabel in den Saft drücken................SCHMATZ!

Erstmal müssen wir aber einkaufen und den Ofen anheizen:

Zutaten:
(für 4 Portionen)
100 g Bauchspeck
1 TL Butterschmalz
1/2 kg Schweinefleisch (oder eben Pute aus der Oberkeule)
2 kleine Zwiebel
1 EL Paprika edelsüß
2 TL Paprika scharf
1/4 l Rindsuppe
1/2 kg Sauerkraut
1 TL Kümmel
2 EL Tomatenmark
2 Lorbeerblätter
1/8 l Crème fraîche oder Sauerrahm
1/2 Knoblauchzehe
Pfeffer gemahlen, Salz

Zubereitung:
Speck in kleine Würfel oder Fleckerln schneiden.
Fleisch waschen, trocken tupfen und in Würfel schneiden (ca. 2 cm groß).
Zwiebel schälen und würfelig schneiden. Den Speck in einem Topf etwas auslassen, Butterschmalz dazu, und das Fleisch darin von allen Seiten kräftig anbraten.
Zwiebel zufügen und mitrösten, bis er goldgelb ist.
Paprikapulver einstreuen und nur kurz verrühren. Mit der Suppe aufgießen.
Das Sauerkraut etwas entsaften - eventuell ausdrücken und kurz spülen, wenn es sehr sauer ist.
Nun das Sauerkraut, Kümmel und Tomatenmark unterrühren.
Lorbeerblätter zufügen und bei mittlerer Hitze zugedeckt ca. 3/4 Stunde köcheln. Gelegentlich umrühren. Die Lorbeerblätter entfernen, Crème fraîche (eventuell mit zerdrücktem Knoblauch vermengt) unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Der 2007 verstorbene österreichische Filmregisseur Franz Antel hatte ja das Szegediner für sich adoptiert, aber der macht(e) das mit Letscho! Das stell ich mir genauso schlecht vor, wie seine Heimatfilmchen (den Bockerer jetzt mal ausgenommen).

Kommentare:

Petra hat gesagt…

Ich habe vor ein paar Wochen in meinem Blog über die verschiedenen Spekulationen zur Herkunft von Szekely-Gulasch etwas geschrieben und meine eigene Theorie dazu aufgestellt. Wenn es dich interessiert, schau doch mal rein.

Arthurs Tochter hat gesagt…

mit Pute, das ist ja auch eine Idee! Leider kann ich P. für diese Variante nicht erwärmen, da er kein Sauerkraut mag. Mein bestes Szekely-Gulasch habe ich vor ca. 20 Jahren mal im Brenner`s in Baden-Baden gegessen. War auch mein Erstes, vielleicht ist es mir deshalb so gut in Erinnerung geblieben? Oder lags am Ungar, der mich eingeladen hatte? ;) Lecker war er...ähhh...es!

Gabi hat gesagt…

@ Arthurs Tochter: Ich mag auch kein Sauerkraut pur (ihh, schüttel), aber in diesem Gulasch finde ich es sehr lecker! Spül es gut ab, schmor es schon, reichlich Zwiebeln und Paprika - das schmeckt auch Sauerkrauthassern ;-)

entegutallesgut hat gesagt…

Ein Sezgediner nach durchfeierter Nacht ist genau so gut wie ein Reparaturseidl. Wird sehr oft auch gerne am Neujahrstag serviert.

Mit Pute - never ever, brrrrr.
Man soll ja Schwein im Leben haben und nicht Pute. :-D

Ich liebe dieses Gericht! Schaut auch super aus!

Ellja hat gesagt…

Petra, auch sehr interessant dein Artikel, aber recht viel schlauer bin ich jetzt auch nicht ;-)

AT, das wäre dann genau das richtige Gericht für Sauerkraut-Verweigerer, weil es durch die Kombination einfach sooo gut ist.

Geh Ental, das dunkle Putenfleisch ist ja ganz was anderes, wie das weiße Reservefleisch. Das schmeckt richtig kräftig, fast wie Schwein, ich mag das andere auch nicht, nicht mal im Schnitzl unbedingt!

Eline hat gesagt…

Sauerkraut abspülen? Dann sind doch die ganzen Vitamine und der gute Geschmack weg. Gutes Sauerkraut darf nicht sauer schmecken, schon gar nicht um diese Jahreszeit, wenn es frisch eingelegt ist. Wer es mild mag, kann es ja fest ausdrücken aber nicht waschen!
Für Sauerkrauthasser gibt es gute Überzeugungsrezepte: Champagner- oder Ananaskraut zu Edelfisch oder Sauerkrautschaum zu Krustentieren und Belugalinsen....
Bei Pute scheiden sich wirklich die Geister. Ich mag geschmortes Putenkeulenfleisch nicht sehr, auch nicht von der besten Bio-Pute. Irgendwie schmeckt es ganz eigen.

Ellja hat gesagt…

Eline, wenn ich das Kraut roh esse, ja, aber im Gulasch nach 40 Minuten köcheln? Ich glaube nicht, dass da noch irgendwo Vitamine sind *hihi*... höchstens im Wunschdenken. Ja, Pute ist Geschmackssache, ich mag es, auch in Currys, besonders eigentlich in Schmorgerichten, wenn ich so nachdenke.

Isi hat gesagt…

Ja, bei Sauerkraut gibt es riesen Unterschiede und gutes liebe ich...so wie dein Gulasch, mmh....

Claus hat gesagt…

jawoll, das isses, an manche Rezepte muss man erinnert werden, danke. Aber bei mir auch ohne Pute...

lamiacucina hat gesagt…

das will ich auch schon seit Ewigkeiten machen. Danke für die Erinnerung. Das Sauerkraut spüle ich auch, auch nur wenn es sehr sauer ist.

kitchen roach/galley roach hat gesagt…

genau das richtige fuer die kalten tage....danke fuer's erinnern. aber pute kann ich mir auch schlecht vorstellen darin.

VictoriaArt hat gesagt…

Ach Ellja, bin ich ja gerade wieder einmal ganz richtig gekommen... nach viel Reisen endlich wieder daheim und gleich bei meinen Lieblingsbloggern vorbei schauen!
I mag Szegediner Goulasch so sehr!!! Gabs bei uns oft zu Hause in Sachsen. Werde ich demnaechst probieren.
Liebste Gruesse von ganz weit weg...
XX
Victoria

Houdini hat gesagt…

Kaufte heute 4 Köpfe Weisskohl (Kabis, sagen wir), werde morgen mein jährliches Sauerkraut ansetzen und in 6-8 Wochen gibt's dann auch wieder mal das Székely Gulyás.

Anonym hat gesagt…

Das war ein Festessen heute! Wir lieben Dein Rezept und lecken uns noch immer die Lippen - das beste Szegediner Gulasch, das wir je gegessen haben!
Dank und herzliche Grüße aus Schleswig-Holstein,
Sandkorn

G deli hat gesagt…

Sandkorn, das freut mich aber! Du hast das Rezept wieder mal für mich ausgegraben, danke!