2010/05/27

Tajine-Gericht


Bild: © Ellja


Das Marokko-Kochbuch habe ich mir selbst geschenkt. Die Tajine dazu bekam ich von P.
Und natürlich musste sie auch sofort eingeweiht werden.

Für den ersten Versuch entnahm ich dem Kochbuch eine Fisch-Tajine auf Kartoffelbett mit Paprika und Tomaten. Begeistert von dem Gelingen und der unkomplizierten Kochweise habe ich mich dann am vergangenen Sonntag ans Fleisch gemacht:

Rindfleisch-Tajine mit Kohlrabi, Süßkartoffel und Dattel


1/2 kg Rindsgulasch (gewürfelt)
1 großer Kohlrabi (geschält, gewürfelt)
1 große Süßkartoffel (geschält, gewürfelt)
8 - 10 Datteln
8 - 10 kleine Tomaten
ein paar Fäden Safran
warmes Wasser , ca 1/8 lt.
1 EL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
Koriandergrün

Gewürzmischung:
1 TL Kreuzkümmel
1 TL gelbe Senfkörner
1 TL Korianderkörner
ein paar Pimentkörner
1 Lorbeerblatt
1 Brise Ceylon-Zimt

Gewürzmischung im Mörser zerstampfen

Rindfleisch rundum in einer Pfanne anbraten. Das Fleisch, das Gemüse und die Datteln in eine mit etwas Öl ausgestrichene Tajine geben. Die Safranfäden in etwas warmen Wasser auflösen und mit 1 EL Tomatenmark verrühren. Gemeinsam mit der Gewürzmischung in die Tajine füllen. Salz und Pfeffer dürfen ebenfalls nicht fehlen. Den Tajine-Deckel drauf und bei kleiner Hitze ca. 40 - 50 Minuten schmoren lassen.
Koriandergrün grob hacken und am Schluss untermischen.

Übrigens bin ich sehr angetan von meinem neuen Kochbuch. Und weitere Rezepte werden folgen... dieses Rezept war aber "einfach so aus dem Bauch" ;-)

Das Kochen in der Tajine:

Da ich eine glasierte Tajine habe, ist das Kochen noch eine Spur unkomplizierter, als in einer unglasierten Form, weil es eigentlich keine Sprünge gibt.
Vorbehandelt wird so: Etwas Milch in der Tajine aufkochen, abkühlen lassen und die Tajine
wieder säubern.
Gekocht wird so: Die Tajine kann auf offenem Feuer, aber auch auf E-Herd und Ceran benutzt werden. Im Backrohr funktioniert das auch, man muss sie wg. des hohen Deckels nur auf unterste Schiene stellen. Die Hitze bitte wirklich sehr niedrig halten, die Zutaten dürfen nur ganz leicht schmurgeln. Der Boden wird eingeölt. Zuerst kommt das Fleisch (oder bei Fisch auch ein Bett aus Kartoffeln zuerst). Oben auf kommt das Gemüse. Dann die Gewürze und die Flüssigkeit. Der Deckel wird aufgesetzt und in die Kuhle am Deckel kann man Wasser einfüllen. Man sagt, dass das Gericht fertig ist, wenn das Wasser in der Kuhle anfängt zu kochen. Aber ehrlich: ich mach das nicht. Ich verlass mich lieber aufs Probieren. Aber so mit 40 bis 50 Minuten (Fisch sogar weniger) sind die meisten Fleischgerichte gut durch. Es ist eine sehr sanfte und gesunde Garmethode, weil der Dampf, der aufsteigt mit all seinen Aromen wieder in das Essen abgeleitet wird und so alles Aroma erhalten bleibt bzw. verstärkt wird.

Kommentare:

Freundin des guten Geschmacks hat gesagt…

Das würde mir schmecken.
Es wäre schön, wenn Du beim nächsten Rezept ein bisschen das Kochen in der Tajine beschreiben könntest. Ich überlege schon lange, ob es sich lohnt eine zu kaufen.
Danke!

Ellja hat gesagt…

Danke, Freundin, für den Hinweis. Schon geschehen. :-)

Arthurs Tochter hat gesagt…

Nachdem ich ja auch vor einiger Zeit angefangen habe, mich mit der arabischen Küche zu beschäftigen, überlege ich ebenfalls die Anschaffung einer Tajine. Allerdings habe ich mit einem üblichen Schmortopf auch sehr gute Ergebnisse erzielt.
Gut, dass Du mich erinnerst, ich muss mal wieder was in der Richtung machen!

George hat gesagt…

Sieht sehr, sehr lecker aus! Ich hab auch ein Orient-Kochbuch, und leider nur sehr wenig daraus gekocht bisher (kaufe aber fleißig weiter neue Kochbücher ;)

Eine Tajine würde mich auch reizen, aber das kann ich nicht bringen weil ich in letzter Zeit zu oft bei Le Creuset zugeschlagen habe; da würde mein Schatz rebellieren (nicht zu vergessen, den Dampfgarer haben wir ja auch noch...).
Aber wie Arthurs Tochter schon sagte, im Schmortopf (oder Dampfgarer) müsste sowas ja auch gelingen...

Eline hat gesagt…

Da ich ja auch oft nordafrikanisch koche, habe ich die Anschaffung einer Tajine schon öfter überlegt. Aber mein alter emaillierter Gusseisenbräter mit Deckel liefert auch gute Ergebnisse - und so viel Extra-Platz hab ich auch nicht. Aber hübsch sind sie schon, diese Kegel.
Warum soll man die Tajine mit Milch auskochen. Zur Entgiftung? ;-)

Christina hat gesagt…

Interessant! Und wie alle Vorredner/innen habe ich auch schon überlegt mir eine Tajine anzuschaffen. Jetzt sind noch ein paar Pro-Punkte dazugekommen ;-)

Ellja hat gesagt…

AT, es ist halt schön, noch etwas authentischer in der Tajine zu kochen, ob es das Ergebnis so maßgeblich beeinflusst... keine Ahnung. Aber die Kegelform soll ja auch nicht nur ein modisches Schnick-Schnack sein, sondern dadurch soll eben diese schöne Garung möglich sein.

George, Ich finde ja, man kann niemals genug Kochbücher haben, aber meine Liebe zu Büchern überhaupt ist ja sehr groß :-)

Eline, ich hätte schwören können, du bist im Besitz einer Tajine ;-).
Das mit der Milch stand in der Beschreibung, die dabei war, und ich bin ja brav und folgsam.. aber den echten Grund kenne ich gar nicht.

Christina, schön, wenn neue Gründe hinzu kommen :-)

linda hat gesagt…

Meine Schwägerin, die im Kunstunterricht in der Schule töpfert, hat mir mal erklärt, dass die Gefäße bei einer Brenntemperatur von 800 Grad nicht wirklich wasserdicht sind. Dies erreicht man durch das Auskochen mit Milch. Obwohl ich sehr selten in diese Richtung koche, würde mir so eine Tajine gut gefallen.

Schnick Schnack Schnuck hat gesagt…

Oh, ich habe hier neulich so eine hübsche Tajine gesehen, aber angesichts meiner schmalen Küche entschieden, dass mein Schmortopf es wohl auch tut.

Kommando Mardermann hat gesagt…

dieses schmorgericht gefällt mir gut, recht preiswert und unaufwändig, dennoch wirkungsvoll.
deine posts sind in der regel sowieso die reinste poesie, nicht zuletzt deswegen bin ich hier so gerne zu besuch. heute gefällt mir aber ganz besonders die brise zimt, ich kann mir richtig vorstellen, wie sie dich warm und aromatisch in deiner küche umweht ;)))))

Ellja hat gesagt…

Linda, vielen Dank für den Hinweis, obwohl ich nicht so recht kapiere, wie Milch Sprünge verhindert?

Schnick,Schnack, ja leider, etwas Platz braucht sie schon. Bei mir steht sie ganz oben auf den Oberschränken. Schöner Blickfang und wenn ich sie oft benutze muss ihc sie auch nicht entstauben ;-)

Kommando, dankeschön :-)... das mit der Brise Zimt hab ich immer schon geahnt, dass das was magisches sein muss, was es mit den Gerichten macht... in "Zimt und Koriander" wurde es dann auch noch bestätigt.

linda hat gesagt…

Jetzt habe ich mal versucht mich schlau zu machen. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es so, dass beim Milchkochen das Milcheiweiß ausfällt und sich mit der Zeit an der Oberfläche der Tajine absetzt. Diese Schutzschicht soll das Absplittern der Glasur verhindern.

entegutallesgut hat gesagt…

Eine Tajine, um die bin ich auch schon mehrfach gekreist. Aber das ist dann wieder so ein großes Trum, das so viel Platz wegnimmt.
Ich denke auch, der Schmortopf tut's auch.
Feines Rezept, das du da hast.

Ellja hat gesagt…

Linda, aha... wieder was gelernt. Na dann hoffe ich, dass mir nix absplittert :-)

Ente, ja, großes Trum isses schon. Ja, und vielleicht tuts der Topf auch, aber jetzt hab ich ihn und ich geb ihn eh nimmer her :-)

Ellja hat gesagt…

Linda, aha... wieder was gelernt. Na dann hoffe ich, dass mir nix absplittert :-)

Ente, ja, großes Trum isses schon. Ja, und vielleicht tuts der Topf auch, aber jetzt hab ich ihn und ich geb ihn eh nimmer her :-)