2010/06/24

Herzensspeise


Bild: © Ellja
Wenn etwas so einfach zu kochen ist und noch dazu so gut schmeckt, dann kann es nur was aus der Erinnerungsküche der eigenen Großmutter sein. Jawoll!

Diese "Tomatennockerl" sind mir einfach eine unglaublich lieb gewordene Herzensangelegenheit, die ich immer wieder mal mache, wenn ich ein wenig Trost brauche, ein wenig Seelenfutter oder wenn ich einfach fast nix mehr im Kühlschrank habe. Schon bei der Zubereitung der Nockerl überkommt mich eine meditative Ruhe. Schließlich will der Nockerlteig (Eier, Wasser, Salz und Mehl) Stich für Stich schön ins kochende Wasser gleiten, um sogleich als luftig,kernige Nockerlgröße wieder aufzutauchen.

Die fertig gegarten Nockerl nehmen dann ein Brutzelbad in der Pfanne mit Zwiebel, Speck, Lauch, Kräutern und vor allem Tomatenmark. Erst die Zwiebel usw. anschwitzen und dann die Nockerl dazu geben, bei wenig Hitze. Alles mit dem Tomatenmark verrühren und langsam weiterbraten, erst nach einigen Minuten verbindet sich das Tomatenmark mit dem Nockerl geschmacklich zu etwas sehr feinem, von Rot zu Orange verändert sich auch der Geschmack, daher bitte Geduld. Zum Schluss salzen und Pfeffern. Parmesan darüber reiben.
Und gleich mit einem grünen Salat servieren.

Hier überkommt mich Wehmut... Danke, liebe Oma, für diese banale und doch so großartige Hinterlassenschaft.

Kommentare:

Eline hat gesagt…

Diese Tomatennockerl gefallen mir besser als alle Gnotschi aus Kartoffelteig. Ist das eine Mischung aus Südtirol und Oberösterreich?

Ulla hat gesagt…

Kann man das Rezept irgendwo finden ?

Mestolo hat gesagt…

Meine Oma konnte vieles, aber nicht kochen :) Aber ich kann Deine Wehmut verstehen.

Ellja hat gesagt…

Eline, ja, ganz bestimmt wieder mal so ein Misch-Masch. Mir sind sie auch lieber als Gnocchi, da sie luftig und kernig zugleich sind und bei weitem nicht so "schwer" im Magen liegen.

Ulla, nur in dem von mir beschriebenen Umfang.

Mestolo, irgendwas bewunderswertes können Großmütter immer, muss ja nicht unbedingt kochen sein ;-)

Christina hat gesagt…

Hach, schön! Oma-Essen ist wie Mama-Essen was wunderbares. Und das beste: Das Rezept deiner Oma würde mir auch supergut schmecken ;-)

George hat gesagt…

Oma-Rezepte mach ich momentan sehr viele, auch immer voller Wehmut. Heile Wlet, gutes Essen, viele Mehlspeisen, Geschihctenerzählen.... meine Oma war das alles und noch viel mehr.

@ Ulla: Ich kann dir mal meinen Nockerlteig sagen: 30 dag Mehl, 1-2 Eier, Salz, 1/4 1 Milch, 2-4 dag Butter.

Sophie hat gesagt…

Die mag ich, die Nockerl. Und bei dem leckeren Mitgebrutzel ist so eine Tomatensauce auch alles andere als fad. Macht sicher sehr glücklich.

Jutta Lorbeerkrone hat gesagt…

Ich habe eigentlich in der der Hinsicht wunderbare "Stiefvaterkueche - Erinnerungen"...sowas gibt's auch. Ich bin ihm auch immer noch sehr dankbar.

Cherry Blossom hat gesagt…

Das muss ich mal versuchen nachzuproduzieren - sehr schön klingt nach einem neuen Leibgericht...toll