2012/08/03

Marillenfest

Bilder: Ellja
 


Die Zeit, wenn es endlich Marillen zu kaufen gibt, kann ich kaum erwarten. Ich schleiche immer schon um die frühen Marillen herum und dann hüpfen auch schon recht bald die ersten Franzosen in mein Einkaufssackerl. Weil Marillen sind mir ein jederzeit willkommenes Obst. Es gibt eigentlich kein Gericht mit Marillen, das ich nicht mag. Im Gegenteil, sind mir doch die Palatschinken mit Marillenmarmelade die liebsten, überhaupt ist Marillenmarmelade, wenn die Konsistenz stimmt, nicht ganz flüssig, aber keinesfalls geleeartig, wenn die Säure stimmt,  mein liebster Klassiker. 
Sie dürfen ruhig sehr klein sein, saftig, aber bitte nicht mehlig. Obwohl im Kuchen auch die mehligen noch gut werden. 

Und wenn´s dann losgeht, dann hab ich regelrecht Stress, in der kurzen Saison all das unterzubringen, wovon ich das restliche Jahr so träume... 

Marillenkuchen
 

Kein Sommer kann vergehen, ohne einen gscheiten Marillenkuchen.
Heuer wurde ein Marillenkuchen mit Pistazien-Ölteig daraus.

Ich hab für diesen Kuchen ja kein richtiges Rezept, den mach ich immer einfach so.
Aber ganz sicher brauchen wir dazu:

4 Eier
ca. 120 g Zucker
ca. 1/8 l neutrales Öl (Traubenkernöl)
ca. 1/8 l Wasser (weniger)
ca. 200 g Mehl
ca. 1/2 Pkg. Backpulver
ca. 50 g geriebene Nüsse (hier Pistazien)

Die Eier mit dem Zucker zu einer dicken, gelben Masse schlagen. Das Öl nach und nach unterrühren. Schließlich das Wasser ebenfalls nach und nach einschlagen. Die Nüsse unterheben. Jetzt das Mehl mit dem Backpulver gut vermischen und ebenfalls unterheben. Der Teig sollte schön cremig sein, aber nicht fließen.

Den Teig auf ein Kuchenblech geben (Backpapier) und mit halbierten oder geviertelten Marillen belegen.

Bei 170 Grad Ober/Unterhitze ca. 40 Minuten backen. Auskühlen lassen und gut mit Staubzucker bestäuben. 



Eierschwammerlsalat mit in Butter gedünsteten Marillen


Wenn es dann auch schon heimische Eierschwammerl gibt (ich kaufe sie) und wie oben auch ein paar kleine Steinpilze, dann gehts an den Salat. 

Ein großer Berg Vogerlsalat wird nur ein bisschen gesalzen. Die geputzten Eierschwammerl werden in Butter mit viel Petersilie angebraten und mit einem guten Essig (heuer hatte ich einen fantastischen Cider-Essig aus Irland) abgelöscht. Die geviertelten Marillen werden separat in etwas Butter gebraten. Das alles einfach auf den Salatberg geben, evtl. noch mit Salz und Pfeffer abschmecken und gleich essen. Ein dunkles, würziges Brot schmeckt mir dazu am besten.


Marillenknödel mit Erdäpfeltopfenteig


Natürlich müssen auch Marillenknödel unbedingt auf den Tisch! Inzwischen mach ich des öfteren die Brandteigvariante, aber ab und zu muss der Erdäpfeltopfenteig einfach auch sein.

Teig:
300 g mehlige Erdäpfel
200 g BioTopfen, 20 %, passiert
1 Ei
ca. 60 g Butter
Prise Salz
ca. 40 g Grieß
ca. 140 g Mehl

Erdäpfel weich kochen und durch die Erdäpfelpresse drücken. Etwas abkühlen lassen und dann mit den restlichen Zutaten recht rasch zu einem glatten Teig verarbeiten. Grieß und Mehl nicht sofort einarbeiten, sondern nach und nach, bis die Konsistenz stimmt. Den Teig jetzt eine halbe Stunde rasten lassen.

Die Marillen mit einem Kochlöffelrücken durchstoßen und die Kerne durch Würfelzucker ersetzen. 

Den Teig zu einer Rolle formen und kleine Scheiben abschneiden diese flachdrücken und die Marillen in die Mitte legen. Mit dem Teig umschlagen und zu schönen Knödeln formen.

Inzwischen einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Hitze runter drehen und die Knödel in dem Wasser nur noch ziehen lassen. Das dauert nicht lange, ca. 10 Minuten, bis sie an die Oberfläche steigen und noch eine Minute dazu.

Butter, Semmelbrösel und (Vanille)Zucker in einer Pfanne leicht bräunen und dann die Knödel direkt aus dem Kochwasser in die Brösel schöpfen und darin rollen. Auf einem Teller mit einer Brösel- und Staubzuckerhaube anrichten.


Ein großer Freund des Bevorratens bin ich ja gar nicht, aber es gibt Ausnahmen. Und wer gscheit ist, macht die doppelte Menge und friert die restlichen Knödel ein. Dann hat man auch im Herbst/Winter noch was davon. Mit eingefrorenen halben Marillen habe ich keine gute Erfahrung gemacht, sie werden wässrig und braun, oder wenn man sie halbgefroren verarbeitet "safteln" sie einfach zu sehr. 

Und darum muss ich heuer unbedingt nochmal auf den Markt und mir noch ein paar Marillen besorgen!



Kommentare:

lieberlecker hat gesagt…

Mmmmhhh... das sieht alles hammerlecker aus :-)
Liebe Grüsse aus Zürich,
Andy

Die Küchenschabe hat gesagt…

ich war gerade am Markt, es gibt noch jede Menge :-) und die sagen, dass sie auch nächste Woche noch welche haben!

Eline hat gesagt…

Marillen sind wirklich ein ganz tolles obst, auf das ich mich jedes Jahr besonders freue. Mit gefällt der Eierschwammerl-Marillen-Salat besonders gut.
Und ich liebe meinen selbst kreierten Marillenreis zu Lamm oder Kalbsleber.

Sybille hat gesagt…

Ein Rezept schöner und leckerer als das andere.
Ein Weilchen bleibt uns noch um in den Aprikosen zu schwelgen.

Ellja hat gesagt…

Andy, dankeschön!

Küchenschabe, ja fein, da werde ich sicher nochmal welche kaufen.

Eline, ja deinen Marillenreis hab ich eh schon sehr lange auf meiner Liste, der kommt auch noch mal dran.

Sybille, ja, ein bisschen was hab ich auch noch vor damit.

Blogs hat gesagt…

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Herzlichst

weltbeobachterin hat gesagt…

oh, auch der Salat gelüstet mich, bei den nächsten Marillen die ich erlangen mag, mag ich ihn machen. Auch ich bin Marillenfan - hab allerdings die letzten von daheim einfach roh verzehrt.