2009/10/23

Butterchicken


Bild: © Ellja

Die indische Küche ist mit ihren vielen Gewürzen und Zutaten für mich eine der aromareichsten und phantasievollsten. Obwohl das meiste sicher nicht unter "gesunde Küche" fällt, weil die meisten Gerichte doch recht üppig sind. Auch das Butterchicken lässt so reich an Sahne und Butter keine schlanken Kompromisse zu, aber wen schert´s, wenn man erst einmal davon probiert hat, ist man ohnehin ver-zaubert und ent-rückt.

Ich glaube, ganz schwer kann man in der indischen Küche von Originalrezepten reden, da es immer ganz unterschiedliche Zubereitungsarten gibt, die je nach Region immer etwas abweichen. Gerade das ist ja auch das schöne daran, weil man selbst auch immer ein bisschen herumexperimentieren kann.

Am liebsten bestelle ich es mir ja bei meinem Lieblingsinder, aber "Wer es auch noch selber gut hinkriegt ist klar im Vorteil", dachte ich mir. Die Rede ist von dem unvergleichlich zarten, buttrigen (ja eben!) Butterchicken. Oh, wie ich es liebe... Also ran an die Töpfe und all die guten Sachen selber hineingezaubert:

Zutaten:
1 Biohühnchen in Teile oder Hühnerteile (Ober-Unterkeule-Brust)
1 Zitrone, Saft
2 Becher Griechischer Sahnejoghurt
100 g geriebene Mandeln
1 Chilischote, fein gehackt
2 zerriebene Lorbeerblätter
1 TL gemahlene Gewürznelken
1 TL gemahlener Zimt
2 TL Garam Masala
1 TL Korianderkörner, zermahlen
2 TL frisch geriebener Ingwer
2- 4 zerdrückte Knoblauchzehen
2 Dosen Tomatenwürfel
Salz
2 EL Öl
1 EL Ghee
2 mittlere Zwiebeln, fein geschnitten
2 EL Sahne
4 grüne Kardamom Kapseln, ganz (habe nur 2 genommen)

So wird gezaubert:
Joghurt, Mandeln, sämtliche getrockneten Gewürze, Ingwer, Knoblauch, Chilischote, Hälfte der Tomaten und das Salz in einer Schüssel gut vermengen.

Den Hühnchenteilen die Haut abziehen, Fleisch etwas einschneiden und mit der Zitrone säuern, in eine große Schüssel legen und mit der Joghurtmarinade übergießen, mischen und einige Stunden (besser über Nacht) im Kühlschrank ziehen lassen.

Öl und Ghee in einem Topf erhitzen, die Zwiebeln zugeben und für ca. 3 min goldgelb anbraten. Dann die Hühnchenteile dazu geben und rundum anbraten, mit der JoghurtSauce auffüllen, restliche Dosentomaten; Kardamom und Sahne dazu und solange köcheln, bis das Fleisch weich ist. Immer wieder umrühren, damit sich die Sauce nicht am Topfboden festsetzt.
Am Ende noch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kardamomkapseln vor dem Servieren rausfischen, schmecken nämlich seifig, wenn man drauf beißt.

Kommentare:

Isi hat gesagt…

Butterchicken ist auch eines meiner Lieblingsgerichte bei unserem Inder, der sicher nicht so gut ist, wie euer schon oft bewunderter Inder. Aber dein Butterchicken schaut toll aus. Das macht mir richtig Lust, wieder mehr indisch zu kochen.

Claus hat gesagt…

Sehr lecker, das mach ich auch mal. Gewürze, die wieder raus müssen, verpacke ich in einem Teesäckchen, sonst krieg ich immer die Krise beim Suchen...

Eline hat gesagt…

Hm, ich habe den Verdacht, dass sich Bitu's Koch nicht mit 2 EL Öl und 1 EL Ghee begnügt ;-) Mir ist das Butterchicken im Bombay zu üppig. Deine Rezeptur kommt mir da mehr entgegen. Sieht fein aus.

Petra hat gesagt…

Sieht wirklich lecker aus. Bei Butterchicken könnte es aber mal ein Originalrezept geben, das ist nach meiner Recherche die Urversion von Chicken tikka masala und wurde um 1950 in einem Restaurant in Neu-Delhi erfunden.

lamiacucina hat gesagt…

ein Löffelchen Butter und 2 Löffelchen Sahne empfinde ich keineswegs als schwer, oder kommt der buttrige Geschmack vom Joghurt ?

Ellja hat gesagt…

Isi, ja bitte, ich freu mich immer über indische Rezepte :-)

Claus, klar kann man auch mit Säckchen und so machen, aber ich fisch die paar Kapseln einfach so raus

Eline, das stimmt wohl, mit diesem Rezept ist es mir aber auch üppig genug, gerade richtig

Petra, stimmt, darüber habe ich mal gelesen.

Robert, es ist das Zusammenspiel aller Zutaten, du darfst ja nicht vergessen, dass auch das Sahnejoghurt viel Fett enthält und auch die Mandeln. Ich weiß aber auch nicht, wie groß deine Esslöffel(chen) sind ;-)

Arthurs Tochter hat gesagt…

Das sieht sehr fein aus, Ellja. Da weiß ich schon, was ich mal mit meinem nächsten Freilandgockel machen kann. Wir haben in Mainz einen ausgezeichneten Balinesen und in Wiesbaden einen sehr guten Inder -aber alles schmeckt P. nicht so gut, so dass ich nur sehr selten in den GEnuß dieser Küche komme. Aber mit Deinem Rezept - vielleicht könnte ich ihn kriegen - die Butter und der Joghurt - das alte Schleckermäulchen wird sich reinsetzen wollen... (hoffe ich)

VictoriaArt hat gesagt…

Du bekommst einen Orden: Du bist eine der ersten deutschsprachigen Personen, die (ausser meinen Soehnen)einen deutschen Kommentar hinterlassen haben. Juhu! Und dann auch noch jemand, der das Kochen liebt! Erste Sahne sozusagen. Ich koche sehr gern, alles moegliche, was Kueche, Zeit und Kinder zulassen...Dein indisches Butterhuehnchen wird sofort ausprobiert, wir alle lieben unseren Inder um die Ecke. Deins sieht so gut aus und auch der Milchreis ohne Milch macht mich neugierig.
Also, sei vorgewarnt, ich melde mich bestimmt ganz oft!!!
Herzliche Gruesse von ganz weit weg!
Westchester, USA

XX Victoria

Schnick Schnack Schnuck hat gesagt…

Ein richtig guter Inder ist aber doch tatsächlich gar nicht so gut zu finden. Wirklich erinnerungswürdig ist mir da nur einer oben in Ibiza Stadt und das ist ja nun nicht gerade um die Ecke. Sieht sehr lecker sämig aus!

Ellja hat gesagt…

AT, wäre interessant zu erfahren, ob Du damit durchgekommen bist ;-)

Victoria, danke für den Orden! Ich werde auch öfter bei Dir vorbeischauen!

SchnickSchnackSchnuck, stimmt Ibiza wäre ein lange Reise, und einen guten Inder würde ich dort in der Tat gar nicht so erwarten ;-)

Arthurs Tochter hat gesagt…

hihi, ich werde mal berichten. Falls ich am WE einen Hahn bekomme, wird nachgekocht!