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2012/11/25

Sonntagsluxus

Bilder: Ellja






































Der Sonntag ist mir heilig! Am Sonntag ist alles anders. Da wird der Tag gemächlich begonnen. Wenn am Samstag doch noch das eine oder andere zu erledigen ist, der Sonntag bleibt erledigungsfrei. Und so richtig fein gefrühstückt wird auch in erster Linie  - ihr wisst es schon - Sonntags!

Bei uns in Österreich ist der Sonntag immer noch Ruhetag. Die Geschäfte sind alle zu (es gibt schon die ein oder andere Ausnahme, aber sie sind immer noch Ausnahmen). Und ich bin ganz dafür. Weil es uns Menschen zwingt, doch wenigstens einen Tag in der Woche mal RUHE ZU GEBEN. Davon abgesehen, dass ich allen Handelsangestellten dieser Welt einen freien Sonntag gönnen würde, finde ich es sehr beruhigend, dass man an diesem Tag alles mögliche tun kann: Ausschlafen, im Garten arbeiten, Spazieren gehen, Wandern, Freunde einladen, Verwandte besuchen, Radfahren, Schifahren, ins Kino gehen, ein Buch lesen, Maniküre, Pediküre, ins Narrnkastl schauen...

Alles, nur nicht hektisch von einem Geschäft ins nächste rennen und sein schwer verdientes Geld in Konsumware zu tauschen. Wir kaufen alle sowieso zuviel Zeugs, das wir gar nicht brauchen. Wenn ich manchmal so durch sehr große Geschäfte (Stores) gehe, dann frage ich mich immer öfter "Wer soll das alles kaufen, wer soll diese Berge von Klamotten denn anziehen?" Und auch bei den vielen Lebensmitteln in den Supermärkten stelle ich mir die gleiche Frage. Was soll diese Warenvielfalt denn bringen, außer noch mehr Verunsicherung? Eine Auswahl von 10 verschiedenen Müslisorten (mindestens) und trotzdem alles nur zuckriger Schrott... Masse statt Klasse. Ich wünsche mir den kleinen Greissler ums Eck´herbei. Ein überschaubares Sortiment gut ausgesuchter Waren. Aber das ist einfach nur, weil heute Sonntag ist und ich ganz viel Zeit zum träumen und fantasieren habe ...

Wenn es dann langsam gegen Mittag geht, mache ich mich ans Mittagsfrühstück: Erdäpfel aus meinem Biokistl für die Kartoffelrösti. Gebeizter Saibling vom Fischhändler. Und frischer Sauerrahm von meiner Marktfrau.

Was für ein Luxus!



























Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!





2012/09/19

Ei mit Schinken

Bilder: Ellja






























Als Teil eines mehrgängigen Menüs war diese kleine Eigeninterpretation "Ei mit Schinken" gedacht.

Es war geschmacklich sehr fein, aber es war mir dann etwas zu üppig für einen ersten, kleinen Gang.
Zur (Oster)Jause könnte es funktionieren, als Teil eines Buffets vielleicht auch ...

Gefüllte Eier auf Kressebett

Im Gegensatz zu vielen, mag ich meine gefüllten Eier nicht so würzig. Die Sardellen werden vorsichtig dosiert, Kapern kommen mir gar keine rein.

Eier kochen (7 Minuten), am besten am Vortag. Die Eier schälen und halbieren und den Dotter vorsichtig mit einem Löffel herausschälen. Die Dottermasse in eine Schüssel geben und mit einer Gabel glattstreichen. Sardellenfilets sehr fein hacken und mit einer Gabel zerdrücken. Nun den Eidotter mit zimmerwarmer Butter, den Sardellenfilets, einen ordentlichen Klacks gutem Senf, etwas Creme fraiche und Salz und Pfeffer verrühren, abschmecken. Die Mischung durch ein Sieb streichen und in einem Spritzsack (vom TK-Sackerl Ecken abschneiden geht auch) auf die leeren Eiweißhälften dressieren. Einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Vor dem Servieren auf ein Kressebett setzen.



Schinkencreme

Gekochten Schinken (Mangalitza) mit weißem Kübelspeck im Verhältnis 3:1 mischen. Den Schinken und den Speck klein schneiden. Eine Schalotte fein geschnitten in wenig Butter kurz glasig braten. Diese Zutaten in die Moulinette geben. Mit etwas Sauerrahm und wenig gemörsertem Koriander zur feinen Masse mixen. Erst dann mit Salz (falls nötig) und Pfeffer abschmecken. Im Kühlschrank kühlstellen.

Toastscheiben in kleine Rechtecke schneiden (Ränder entfernen) und in der Pfanne mit Butter sehr kross braten. Mit einem kleine Klacks Schinkencreme (vorher Zimmertemperatur annehmen lassen) servieren.

Das Himbeersalz auf meinem Bild war optisch nett, aber geschmacklich nicht ideal. Es hat nicht gestört, aber es hat etwas gefehlt. Vielleicht ein sehr kross gebratener Speckchip? Gemüsechip?
Ich rätsele noch ...


2012/09/06

spätsommerlaune: die Rezepte 1. Teil

Bilder: Ellja; P.T.

Ganz ohne Umschweife möchte ich hier noch die Rezepte zum spätsommerlaunen-Abend nachreichen:




Gruß aus der Küche:

** süßes Tomatenconfit

** Auberginenconfit

 






























Für das süße Tomatenconfit holt ihr euch vom Markt (oder aus dem Garten) die aromatischsten Tomaten, die ihr bekommen könnt:
1 1/2 kg reife Tomaten
3 EL Olivenöl
2 Zwiebeln, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt (hab ich weggelassen)
1 Zimtstange
1 TL gemahlener Ingwer (ich habe ihn frisch gerieben)
1 Prise schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
1 Prise gemahlener Safran
3 EL Tomatenmark
1/2 TL Salz (hab ich 2 TL genommen)
2 EL Honig
1 1/2 TL gemahlener Zimt

ergibt ca. 600 ml

Die Tomaten quer halbieren, dann die Samen herauspressen. Tomaten bis auf die Haut grob in eine Schüssel reiben (Vierkantreibe), die Haut wegwerfen, die Tomatenkerne filtern (für z.B. ein Tomatendressing). Das geriebene Tomatenpüree zur Seite stellen.

Das Olivenöl in einem schweren Topf erhitzen. Die Zwiebel darin ca. 5 Minuten anschwitzen, dann Knoblauch, Ingwer, Zimtstange und Pfeffer hinzufügen und 1 Minute weiterbraten. Nun den Safran, das Tomatenmark und das Tomatenpüree zugeben und salzen.

Bei mittlerer Hitze ohne Deckel ca. 45 - 50 Minuten köcheln, bis der Großteil der Flüssigkeit verdampft ist. Häufig umrühren, damit das angedickte Confit nicht am Boden anbrennt. Sobald sich das Öl abzusetzen beginnt, Honig und gemahlenen Zimt unterrühren und bei schwacher Hitze 2 Minuten weiter köcheln. Evtl. nochmals mit Salz abschmecken. Die Zimtstange entfernen, auskühlen lassen und bei Zimmertemperatur servieren. Im Kühlschrank hält sich das Tomatenconfit in einem verschlossenen Glas bis zu einer Woche. (Steht so im Kochbuch, aber wozu? ;-)

Quelle: "Die Küche Marokkos"


Für das Gebratene Auberginenconfit holt ihr euch vom Markt aromatische und noch feste Auberginen, keine Wasserbomben:
2 Auberginen, in 1 cm Scheiben geschnitten
Salz
Olivenöl zum Braten
2 Knoblauchzehen, zerdrückt (frischer Knoblauch!)
1 TL Paprika
1 1/2 TL zerstoßener Kreuzkümmel
2 EL gehacktes Koriandergrün
1/2 TL Zucker
1 EL Zitronensaft
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Die Auberginenscheiben mit Salz bestreuen und 30 Minuten abtropfen lassen. Gründlich abspülen, leicht ausdrücken und trocken tupfen (muss - wie gesagt - nicht sein, wenn es noch keine überreifen Früchte sind).

Öl etwa 5 mm hoch in eine große Pfanne gießen, bei mittlerer Temperatur erhitzen und die Auberginen portionsweise von beiden Seiten goldbraun braten. (Ich hab nicht gleich alles Öl in die Pfanne gekippt, denn gleich die erste Portion hätte alles Öl aufgesogen, also hab ich es nach und nach zugegeben, immer, wenn ich eine neue Portion gebraten habe). Auf Küchenpapier abtropfen lassen, dann fein hacken.

Die Auberginen in ein Sieb schütten und stehen lassen, bis der Großteil des Öls abgetropft ist (oder einfach noch gut mit Küchenpapier abtupfen). Dann in eine Schüssel geben und Knoblauch, Paprika, Kreuzkümmel, Koriander und Zucker hinzufügen. 

Die Pfanne auswischen, die Auberginenmischung erneut 2 Minuten bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren braten. In eine Schüssel geben, Zitronensaft unterrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Bei Raumtemperatur servieren. 

Quelle "Die Küche Marokkos"

Noch ein kleines Fazit zum Kochbuch: Ich liebe dieses Kochbuch sehr, aber es hat ein paar Mängel, das darf man nicht verschweigen. Für absolute Kochanfänger finde ich es ungeeignet, es fehlen nämlich manche Hinweise, die nur ein routinierter Koch automatisch und sowieso macht. Zeitangaben sind zum Großteil ganz unzureichend.





2. Gang:

** kalte Melonen-Gurken-Suppe

** Knusperbrösel mit Salz und schwarzem Sesam


























Für die kalte Melonen-Gurken-Suppe holt ihr euch vom Markt Feldgurken, die nicht wässrig sind und nach was schmecken:
1 große Feldgurke
1/2 Melone (Cantalupo)
1 - 1 1/2 TL Salz
weißer Pfeffer
1 Stamperl Dessertwein oder weißer Port
4 EL Creme fraiche
4 EL Joghurt 3,5 %

 Die Gurke schälen und dünne Streifen grün dran lassen. Halbieren und die Kerne entfernen. Fein hacken. Melone halbieren, ebenfalls Kerngehäuse herausschneiden, von der Schale schneiden und hacken. In ein hohes Gefäß füllen und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit dem Stamperl Dessertwein nun fein pürieren (Pürierstab). Schließlich Creme fraiche und Joghurt untermischen (nicht aufschäumen), kalt stellen und etwas durchziehen lassen (nicht zu lange, sonst wirds fade im Geschmack). 

Chilimarmelade für das "Tüpfelchen"

scharfe, rote Chilis und milde rote Chilis klein schneiden und mit Apfelessig und VanilleZucker so lange köcheln, bis die Masse geliert. Abkühlen lassen,  in einen Squeezer füllen und die Suppe damit toppen. Vorsichtig dosieren!

Knusperbrösel

Bio-Roggenbrot, getrocknet, ohne Rinde
fleur de sel
schwarzer Sesam
Butter

Das Roggenbrot fein reiben. Schwarze Sesamkörner trocken in einer Pfanne rösten, bis sie intensiv riechen. Jetzt die Butter in der Pfanne aufschäumen und die Roggenbrotbrösel hinzugeben. So lange rösten und immer wieder gut durchrühren, bis die Brösel extrem knusprig sind. Jetzt mit fleur de sel abschmecken und zur Suppe lauwarm servieren. Gibt einen sehr guten Kontrast.




3. Gang

** Seeteufel in Chermoula mariniert und gebraten

** Vanille CousCous

** Babymangold mit Tomaten-Marillen-Dressing

























Für den Chermoula-Fisch kauft ihr euch einen Fisch mit festem Fleisch und viel Geschmack:

Hier: Seeteufel
 
für die Chermoula:
1 TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmel 
1/2 TL gelbe Senfsamen
einige schwarze Pfefferkörner
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL Paprikapulver
1 getrocknete Chilischote
ganz wenig Safranfäden (in warmen Wasser aufgeweicht)
1 Zwiebel
2 - 3 Knoblauchzehen und
1 Bund Petersilie 
4 EL Zitronensaft
1 EL Weißweinessig
4 - 6 EL Olivenöl
Salz

Die ganzen Gewürze (bis Pfeffer) in einer Pfanne trocken rösten, dann im Mörser fein zermahlen. Zwiebel, Knoblauch und Petersilie sehr fein hacken. Mit allen anderen Zutaten zu einer dickflüssigen Marinade verühren,  mit Salz abschmecken. 

Nun die Fischstücke in eine Keramikform legen und mit Marinade völlig bedecken. Mit Folie gut verschließen und im Kühlschrank mehrere Stunden (evtl. über Nacht) ziehen lassen.

Eine Grillpfanne dünn mit Olivenöl bestreichen und die Fischstücke auf jeder Seite ca. 2 Minuten anbraten. Die übrige Chermoula separat in einem Topf erwärmen, evtl. nochmals abschmecken. 

VanilleCousCous

Hier: Instant-CousCous ca. 300 g
1/8 lt. Wasser
2 EL Olivenöl
Prise Salz
Mark von einer Tahiti-Vanille
2 - 3 EL Butter

Das Wasser mit Öl und Salz zum Kochen bringen. Den CousCous einstreuen und kurz aufkochen, dann bei kleiner Hitze ausquellen lassen, bis er schön trocken ist. Mit einer Gabel durchrühren und bei geschlossenem Deckel fertig ziehen lassen. Er muss schön weich-körnig sein, keinesfalls patzig.

Inzwischen eine Vanilleschote ausschaben und das Mark mit ca. 2 EL Butter aufschäumen. Die Vanillebutter unter den CousCous mischen und mit einer Gabel durchrühren und auflockern.

Babymangold mit Tomaten-Marillendressing

Den Babymangold gut waschen und in der Salatschleuder trocknen.
Für die Marinade klaren Tomatensaft, Marillenessig, etwas Salz, etwas Zucker mischen und mit Olivenöl in einem Squeezer gut durchshaken. Den Babymangold damit gut durchmischen.

In einer Schale den VanilleCousCous mit dem Fisch, etwas Chermoula und dem Babymangold anrichten. 


Die weiteren Rezepte (Lamm, Desserts, Käse etc.) folgen ...





2012/09/03

Sehr spät - wenig Sommer - ganz viel Laune!

Bilder: Ellja; P.T.



























Geplant war alles ganz anders! Es sollte Sommer sein, richtig warm und sonnig, für eine ausgelassene Gartensause! Galt es doch mein diesjähriges Projekt "Hinterhofgarten" zu bestaunen, welcher übrigens inzwischen schon große Fortschritte gemacht hat im Wechselspiel "Blumenpracht statt Unkrautwüste". Und so ganz nebenbei wollten ich und Herr P. unsere 4 Gartenprachtbewunderer Frau Küchenschabe samt Mitkoch sowie Eline und H. so richtig sommerlich bekochen und bewirten...

Also das war erstmal der Plan. Aber das Wetter spielte an diesem Wochenende so gar nicht mit.
Ohh nein, es hätte gar nicht hässlicher und unwirtlicher sein können. Freitags gab es Dauerregen und Samstags war es kalt und nass und ganz, ganz grauslich. Meine akribischen Wetterrecherchen schon am Beginn der Woche zwangen mich also umzuplanen. So wurde der Gartentisch kurzerhand geschultert und in den 3. Stock in unsere Wohnung geschleppt. Hier würde nun der spätsommerlaunen-Abend stattfinden müssen. Und wenn schon kein richter Sommer mehr zu erhaschen war, so durfte auch das Menü eine kleine Brücke zum bevorstehenden Herbst schlagen. Und so konzentrierte sich meine Auswahl mehr und mehr und fast von selbst in Richtung Orient. Das passte mir gut, denn die marokkanische Küche schmeckt Sommer wie Herbst (und auch Winter) gleichermaßen. Für wärmende, anregende Gewürze ist immer die richtige Jahreszeit.




























Angelpunkt für mein Menü war natürlich mein überirdisch tolles Lammfleisch von Biobauer S. Das musste einfach auf den Tisch! Zumal es wohl das letzte seiner Art sein würde, denn Herr S. schlachtet hinkünftig keine Kamerunlämmer mehr (.......kurzes Gedenken, bitte!.....) und ich müsste mir einen neuen Lammbauern suchen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.


























Jedenfalls hatte ich schon riesengroße Freude beim Aufschneiden. Das Fleisch war nach dem Auftauen taufrisch, es roch immer noch nach Wiesen und es war so dunkel und so fein zu schneiden wie Rinderfilet. Es würde das Highlight des Abends abgeben, und für die eine oder andere war es das dann auch, wie man hört ;-).

Rund um das Fleisch entwickelten sich schließlich sehr schnell die restlichen Gänge.
Hier also mein gesamtes Menü:

 süßes Tomatenconfit und Auberginenconfit
in Butter gebratene Baguettescheiben

**



kalte Melonen-Gurkensuppe mit Chilimarmelade
geröstete und gesalzene Roggenbrotbrösel und schwarzer Sesam

**



Seeteufel in Chermoula mariniert, gebraten
Vanille-CousCous
Babymangold mariniert mit Tomaten-Marillendressing

**
manchmal vergisst man beinahe aufs fotografieren ;-)

Lammtopf vom Kamerunlamm
Minzjoghurt
pfannengebratene Fladenbrote 

**





Gazellenhörnchen
Zwetschgenröster
Pistazieneis

**


man beachte die köstlichen Erdbeertrauben, von Frau Küchenschabe mitgebracht
 

 
La Tur - Weichkäse von Schaf-Kuh-Ziege
Birnensenf von der Nagawitzbirne

Saint Agur - Kuhmilchblauschimmelkäse
Hollerröster mit Minze

**



Da wir selbst keine sehr großen Weinkenner sind, ich aber wusste, dass meine Gäste sehr wohl viel von Wein verstehen, wollte ich natürlich nicht nackert mit einem mittelmäßígem Traubensaft antanzen. Und so habe ich fleißig recherchiert und wir kamen zu folgender Weinauswahl:


 
  1. 2008, cava reserva de la familia, penedés/spanien, juvé y camps
  2. 2010, grüner veltliner buteo 12, weinviertel, michael gindl
  3. 2009, grolleau, loire,  clau de nell
  4. 2010, beerenauslese, neusiedlersee/hügelland, feiler-artinger 

Ich denke, die Weinauswahl ist uns recht gut gelungen. Nur der Buteo wurde einen Tick zu lange diskutiert, aber auch ein kleines Versagen gehört zu so einem Abend dazu.







































Das allerwichtigste nämlich war, dass wir alle sehr viel Spaß zusammen hatten. Der Abend
lustig, launig und kurzweilig, die Gäste ausgelassen waren und wir alle satt und zufrieden und sehr spät auseinander gingen, mit einem wohligen Gefühl, wie man es nur unter lieben Freunden verspürt. 

Ja freilich, das hier ist eine Liebeserklärung an die besten Gäste, die man sich als Gastgeber wünschen kann! Danke!


Dank Eline und H. habe ich jetzt auch so einen Melkkübel!





2012/08/06

Arancini oriental

Bilder: Ellja




























Als ich vor Jahren das erste Mal meinen Gästen Arancini di riso servierte, war das ein Hit.
Keiner in der Runde kannte sie, und jeder schlug sich den Bauch damit gnadenlos voll. Und ich vergaß auf der Stelle, wieviel Arbeit mir die klebrigen Scheißerchen beim Füllen machten, naja, zumindest für diesen Abend.

Sehr lange habe ich deshalb auf sie verzichtet. Ich mache sehr selten Risotto und daher hatte ich auch nie Gelegenheit für eine Resteverwertung. Nun aber war´s wieder mal so weit.

Und was glaubt ihr? Es war wieder eine Riesenpatzerei! Wie soll man in der klebrigen Reismasse Fleisch und Erbsen ohne Schwierigkeiten unterbringen? Kaum möglich. So hab ich mir jeden Bissen dieser Bällchen erneut aufs redlichste verdient.

Und inzwischen muss ich eingestehen, dass es eine Abwandlung davon gibt, dir mir als Erdäpfelkäfer noch besser gefällt. Erdäpfel-Auberginen-Bällchen mit Lammfleischfüllung!

Im Grunde macht man alles relativ ähnlich: Man kocht die Erdäpfel, stampft sie grob. Man brät ganz klitzeklein geschnittene Auberginen in Butterschmalz, gibt sie unter die Erdäpfel. Diese Masse würzt man und bindet sie mit Pecorino und Ei. Daneben brät man Lammfaschiertes mit klein geschnittener Zwiebel in Butterschmalz und würzt mit Salz, Cayennepfeffer und zerstoßenem Kreuzkümmel.
Und das packt man dann in die Erdäpfelmasse und formt schöne kleine Orangen, die man in Mehl, Ei und Semmelbrösel paniert und schließlich in heißem Traubenkernöl frittiert.

Limettenrahm: Halb Joghurt/halb Creme fraiche mit Salz, Limettenschale und Limettensaft vermischen. Mit weißem Pfeffer abschmecken.

Koriander-Pistazienpesto: Koriandergrün, Petersilie, Pistazien, Pistazienöl, Salz zum Pesto mixen.

Rahm und Pesto auf den Bällchen verteilen. Und dann hat man ein paar Orangen, die nach Orient schmecken. Aber sowas von!


2012/07/31

Wir haben Besuch!

Bilder: Ellja




























Jedes Jahr im Sommer reisen meine Schwiegereltern von Wien nach Linz und verbringen ein Wochenende bei uns. Jedes Jahr freuen wir uns aufs neue sehr darauf und planen immer ein hübsches Programm, das Freitags traditionell mit einem mehrgängigen Menü bei uns zuhause beginnt. Das üppige Mahl trainieren wir uns dann brav in den restlichen Tagen beim Wandern, beim Theaterbesuch und Sightseeing ab. Gelogen! Also das mit dem "Abtrainieren", denn wir nutzen natürlich in Folge jede gute Gelegenheit, um wo ganz wunderbar einzukehren ;-).

Schon Monate vor ihrem Besuch hab ich eine große Freude daran, das Menü zu planen und ich feile bis kurz vorher ständig daran herum. Fragt doch mal P., der musste die Menükarte so einige Male neu drucken ;-). Inspirieren lasse ich mich am liebsten von Gerichten, die ich im Laufe des Jahres schon einmal gekocht, gegessen oder gesehen habe, und die so gut waren, dass ich sie meinen Schwiegereltern, die beides ebenfalls sehr leidenschaftliche und gute Köche sind, vorsetzen möchte.
Zwischenfrage: Wie erkennt man, dass man in seinen Gästen kulinarische Seelenverwandte gefunden hat? Antwort: Indem man mit ihnen vor dem Essen, während des Essens und nach dem Essen ständig übers Essen redet ;-).

Nun, also, in diesem Jahr habe ich mir 6 Gänge ausgedacht, deren Vorbereitung schon 2 Tage vor dem Termin begonnen haben.






















































Am großen Tag ist alles minutiös geplant, der Tisch schön gedeckt!
Die Gäste können kommen!
































Hier das Menü:

 Mein persönliches Highlight 2012 musste einfach auf den Tisch: Gurkenmousse nach Eline mit Tatar vom Bachsaibling


Noch ein Küchentanz-Streich: Roter Raunerschaum mit Pfeffereis
Danke, Eline, meine Schwiegereltern waren begeistert!



Diesen Gang nenne ich: HühnerleberWirrWarr
Auf den Teller kamen: Hühnerleberparfait, gebratene Hühnerleber, Steinpilze, Brioche, Feigen, Himbeeren (aus meinem Garten!), Walderdbeeren, Kresse, PetersilMinzZiegenkäsepesto, Essblüten.
Es war ein Versuch, denn ich war mir gar nicht so ganz sicher, ob diese Kombination wirklich so gut passt. Aber das hat ganz toll funktioniert!



Ein geschmackliches Highlight: In Barolo pochiertes (und rückwärtsgebratenes) Rinderfilet mit Petersilwurzelpüree von Uwe
Das Saftl schaut am Teller ein wenig dünn aus, aber es war ordentlich reduziert und vom Geschmack herrlich, und ich wollte es keinesfalls eindicken. Das Fleisch war himmlisch. Pochiertes Fleisch ohne die Röststoffe fände ich fade, aber so...



Leider lieblos geknipst: Crème Brûleè, Pistazieneis, Marillenkompott


französischer Schafsweichkäse (mhhh!) mit meiner Brombeer-Rosmarin-Reduktion


Getrunken wurde: Hofstettner Granitbier, Grüner Veltliner Fritsch, Terre del Barolo 2007, Schwarzer Johannisbeerbrand von Lagler

Nach dem Essen war ein ausgiebiger Verdauungsspaziergang notwendig, aber es war so schön und vor allem so gemütlich! Wir freuen uns jetzt schon auf nächstes Jahr!

2012/07/28

Kleine Leckerbissen #4

Bilder: Ellja

























Ich habe in Irland natürlich massig eingekauft, eh klar! Man kommt ja an keinem noch so kleinen Markt vorbei. So habe ich im Irgendwo auf der Strecke einen OrganicMarket mit sagenhaften 5 Verkaufsständen geplündert, nämlich gab es da die herrlichsten Marmeladen. Und hier mein absoluter Favorit: Rhabarbermarmelade mit Vanille!

Das gemeine ist ja, dass man erst HINTERHER weiß, also erst nach dem Öffnen, wie gut eine Marmelade schmeckt und man HINTERHER denkt: "Ach, hätt ich doch genau von dieser Marmelade mehr gekauft!"...  bei der Heimreise hatten unsere beiden Koffer je 19,6 kg, also es wären locker noch je 400 g möglich gewesen, Mist!

Jedenfalls, das kleine Gläschen mit dieser Rhabarbermarmelade ist fast leer. Ich teile sie mir noch gut ein, aber sie schmeckt auf Joghurt einfach zu himmlisch. Viel zu schade für "aufs Brot" ;-).





 In meiner Biokiste befanden sich putzige Miniwassermelonen. Aber die hatten es in sich. Herrlich süß, saftig und genauso, wie ich Wassermelonen mag. Die Minivariante hat überdies den Vorteil, dass sie in handlichem Format genau für zwei Personen sofort von der Hand in den Mund wandern kann.



































Den Kühlschrank leer machen mit Restelverwertungshäppchen: Leberkäse, Rosmarinpolenta, Chilisauce, Roastbeef, Kren, englischer Senf.










Butterschmalz.
So einfach herzustellen.
Kühlschrank neu aufgefüllt.
Dieser Vorrat macht mich glücklich.




Und schließlich meine neue kleine Bibliothek für etwa 3000 Bücher. Die macht mich ebenfalls glücklich!