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2012/12/07

Grubenkraut - Krautkrapfen - Krapfensonntag

Bilder: Ellja





























Obwohl ich Sauerkraut nicht so gerne mag, will ich schon längst das "Grubenkraut" probieren.

Grubenkraut wird ohne jegliche Konservierungsstoffe in der sogenannten "Krautgrube" natürlich vergärt. Es wird im Herbst von Hand geerntet und die Krautköpfe werden in einem Krautkessel blanchiert. Dann müssen sie eine Weile unter freiem Himmel "bleichen". Schließlich werden die Krautköpfe in die Krautgrube geschlichtet und erst nach frühstens 4 Monaten entnommen.


Historische Hintergründe (der Homepage entnommen)

Kraut war seit vielen Jahrhunderten als Wintergemüse ein überlebenswichtiger Bestandteil der bäuerlichen Ernährung. Es war ein täglicher Speisenbegleiter - als Zu-, Zwischen- oder Hauptspeise. Das am bäuerlichen Krautacker kultivierte Weißkraut wurde auf vielen Höfen der Region Fischbacher Alpen und angrenzendes Wechselgebiet in Krautgruben milchsauer vergoren. Zum Unterschied von Sauerkraut wurden hier die Köpfe im Ganzen konserviert. Grubenkraut wurde grundsätzlich nicht für den Verkauf sondern für den Eigenbedarf produziert. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, das durch steigendem Wohlstand veränderte Nahrungsverhalten und die wesentlich einfachere und weniger arbeitsintensive Herstellung von Sauerkraut führten unaufhörlich zum Verschwinden des Grubenkrauts. Am längsten erhalten hat sich diese Konservierungsform rund um Fischbach, wo sie in der Erinnerung der Menschen heute noch gut präsent ist.
Ich habe mir vom Froihof Grubenkraut gekauft, das bereits 1 Jahr gereift ist.


























Beim Verkosten schmeckt man sofort einen Unterschied. Es ist bei weitem nicht so säuerlich, wie herkömmliches Sauerkraut und hat einen sehr feinen, ganz eigenen Geschmack.

Gemacht habe ich daraus Krautkrapfen, die ich hier schon mal gepostet hatte. Ich bin zwar nicht für Wiederholungen (die es klarerweise gibt) auf meinem Blog, aber die Steigerung mit dem Grubenkraut hat unser Sonntagsessen deutlich verfeinert.

Bei weitem besser als die letzten! Unbedingt zu empfehlen.


2012/11/16

Kürbis - Spinat - Zitrone - Butter

Bilder: Ellja































Hab ich schon mal erwähnt, dass ich nicht sooo der Kürbis-Möger bin? Wenn nicht, dann sei es somit gesagt. Ich mache keine Freundensprünge, wenn alle Welt im Herbst die Kürbisse nachhause rollt.  Ich empfinde gar nichts, wenn ich an Kürbissuppe denke, ganz und gar nichts. Aber im Backofen mit Kräutern und Gewürzen geschmort, so mag ich Kürbis doch auch ab und zu ganz gerne.
Einige Male habe ich Kürbislasagne mit Spinat gemacht, daher weiß ich, dass beides sehr gut harmoniert.

Letztens aber, da wollte ich wieder einmal Ravioli machen, mit einer gemüsigen Füllung und Gemüse drumherum. So begann die vage Vorstellung. Ich hatte einen kleinen Kürbis in meiner Biokiste, weil ich einfach vergessen hatte, meine Lieferung umzubestellen, ja was soll man da dann machen ...

Ravioli mit einer Kürbisfülle und Jungspinat mit Zitrone in Butter und Pinienkernen vielleicht?

Den Kürbis habe ich im Rohr gebacken, wie ich das öfter tue:

Kürbis zerteilen, Kerne rausholen, schälen und in grobe Würfel schneiden. Mit Majoran, Salz und etwas Pfeffer würzen und mit Öl und Butterflöckchen im Backrohr bei ca. 180 Grad weich garen, bis er am Topfrand schon ein bisschen karamellisiert. Herausnehmen und mit einer Gabel zerdrücken.
Etwas abkühlen lassen und dann mit guter Butter, etwas Zitronensaft, geriebenen Parmesan und ganz wenig Creme fraiche zu einer Masse rühren. Diese im Kühlschrank kühl stellen.



Dieses Mal ist mir auch mein Nudelteig sowas von gut gelungen. Sehr seidig war er. Das liegt wohl daran, dass ich statt "nur Dotter" auch ein ganzes Ei genommen habe?

Teig: 
300 g Mehl
1 Ei
2 Dotter
Salz
1 EL Öl
1 EL Wasser

Teig gut verkneten, bis er richtig geschmeidig ist. In Folie wickeln und 30 Minuten rasten lassen.

Den Teig schließlich auf einem Brett sehr dünn ausrollen oder durch die Nudelmaschine drehen.
Auf ca. 10 cm breiten Teigstreifen am unteren Rand kleine Häufchen der Kürbisfülle platzieren. Die Ränder und die Zwischenräume mit Eiweiß bestreichen. Den oberen Rand überschlagen, gut andrücken und mit einem Teigrad Ravioli abradeln. Diese auf einer bemehlten Fläche parken, bis Teig und Fülle aufgebraucht sind und alle Ravioli gespannt aufs Siedewasser warten.

Einen großen Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen. Hitze herunter drehen, die Ravioli einlegen, sie dürfen nur noch ganz leicht ziehen, ganze 4 Minuten und 20 Sekunden dazu ;-).

Während das Wasser kocht, in einer großen Pfanne gewaschenen, gehackten (Jung)spinat zusammenfallen lassen, etwas salzen, pfeffern, mit viel Butter aufschäumen und ordentlich Zitronenschale dazu reiben.

Die fertig gegarten Ravioli in einen tiefen Teller geben und mit dem Spinat, der Zitronenbutter und gerösteten Pinienkernen servieren.



Es ist kein schnelles Essen. Aber es ist gutes Essen. So kann bei mir auch der Kürbis punkten.



2012/11/03

Nachgekocht: Österreich Vegetarisch


Bilder: Ellja



























Katha hat´s schon wieder getan! Sie hat gemeinsam mit Meinrad Neunkirchner und Thomas Apolt ein weiteres Kochbuch herausgebracht: ÖSTERREICH VEGETARISCH

Katha als Konzept- und Texteverantwortliche und Meinrad als Rezeptelieferant, Koch und Foodstylist. Thomas Apolt hat die Gerichte als Fotograf wieder gewohnt schön in Szene gesetzt und Miriam Strobach verantwortet die grafische Gestaltung.

Vor ein paar Tagen hielt ich es erstmals in Händen. Optisch und haptisch gefiel es mir sofort sehr gut. Hochwertiges Papier, 3 hübsch färbige Merkbändchen und hinten drin ein Poster mit den Gerichten nach Saison. Auch ist das Kochbuch wieder sehr akkurat aufgebaut und übersichtlich gestaltet. Da verirrt sich sicher keiner. Der "Nachschlag" gefällt mir als Wortspielerei ganz besonders ;-).

Sehr viele Gerichte sind (zumindest uns ÖsterreicherInnen) wohl bekannt, und die eine oder andere vergessene Speise (Kaspressknödel!) ruft sich sofort wieder geschmackslebendig in Erinnerung.
Ich meine, es ist auch ein sehr gutes Anleitungsbuch für Koch-AnfängerInnen. Es gibt keine all zu schwierigen Kochkapriolen, das meiste an Zutaten ist relativ einfach zu bekommen und ja, es ist einfach ein ÖSTERREICH VEGETARISCHES, gut gelungenes Werk.

Der Regen, die Herbstlaune, der Sack Erdäpfel aus der Biokiste. Es war so klar, was ich als erstes aus diesem Buch nachkochen wollte: Pikantes Erdäpfelgulasch!


























Gleich beim Lesen des Rezepts fiel mir auf, dass ich zwar schon sehr oft Erdäpfelgulasch gekocht hatte, aber ich glaube nicht, dass die Zwiebeln bei mir 20 Minuten geröstet wurden. Aber da mir ein junger Koch vor kurzem erklärte, dass ein richtig gutes Gulasch über 2 Tage geht und die Zwiebeln da auch lange und noch länger geröstet werden, war ich schon gespannt, ob das Ergebnis Unterschiede aufweisen würde.


 
Alle Zutaten standen bereit und es konnte losgehen:
Die Erdäpfel waren bei mir mehlig. Ich hatte nur die.
Ich hab Butterschmalz und Pflanzenöl zu gleichen Teilen genommen.
Statt Weißweinessig kam bei mir Apfelessig ins Gulasch.
Das mit den gekochten Bohnen hatte ich zu spät gelesen (und das wäre auch ein, aber nur klitzekleiner, Kritikpunkt: Der Tipp mit den gekochten Bohnen erscheint mir für einen normalen Haushalt und für ein spontanes Kochen nicht praktikabel, aber es ist ja auch kein Muss).

Und ja, Leute, es war das beste Erdäpfelgulasch seit langem. Ich bin sicher auch die Zwiebel trug ihren Beitrag, aber vor allem fiel mir eines auf: Erdäpfelgulasch ist bei uns in Österreich so ein läppisches Alltagsessen, dass man vielleicht nicht so viel Sorgfalt auf die Zubereitung verwendet, wie bei anderen "höherwertigen" Gerichten, ihr versteht, was ich meine? So ein Erdäpfelgulasch geht doch husch-pfusch, eigentlich so nebenbei, glaubt man. Wohl eben nicht. Ich kann nur sagen, der Topf war leer gegessen. Mit Wonne!

Das Foodstyling war Absicht ;-)

2012/10/31

Der Wald und seine unbekannten Bewohner

Bilder: P.T.


























Ein Waldspaziergang im Herbst. 
Wir haben zwar an diesem Tag keine Pilze gesammelt, aber dafür ganz viele fotografiert!





















































































































.. und keinen einzigen davon erkannt. 

Da ist es doch wirklich gut, wenn man zuhause im Kühlschrank noch ungefährliche Champignons hat, die man zu einem schnellen Essen verbraten kann ;-)


























Weil hungrig von der Waldtour waren wir schon. Und Humor haben wir auch ;-).


2012/07/25

Ireland #5


Bilder: P.T/Ellja


Teil 5: Im Süden: Dingle Peninsula


Was soll ich noch an Worten verlieren? Hier haben wir uns endgültig in Irland verliebt.
Der Slea Head Drive, VentryBeach, Mount Brandon, das Lighthouse und Fungi, der Delphin.
Sie haben in zwei Tagen unser ganzes Herz erobert.






Fungi lächelt nur für uns!

































Das Wetter war uns so wohl gesonnen, dass wir von früh bis spät draußen verbrachten. Wir konnten uns an dieser schönen Gegend kaum sattsehen.




































Obwohl wir noch einige Tage Reise vor uns hatten, der Westen bis Achill-Island wartete auf uns, möchte ich meinen Reisebericht hier beenden. Denn wer mit Reisebericht No.5 nun keinen Gusto bekommen hat, das Land selbst zu entdecken, wird mit weiteren Berichten nur gelangweilt.
Ich kann nur versichern, dass alles genauso schön und in Echt noch schöner ist!




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Wie es sich aber für ein Foodblog gehört, schließe ich natürlich mit ein paar weiteren Essenshighlights:

Ein wirklich ausgezeichneter Apfelkuchen, lauwarm mit Vanilleeis


Marie Lukes Pub
Gortmore Tourmakeady Co Mayo



Organic Salad mit irischem Blauschimmel und den weltbesten Walnüssen

Homemade Burger vom Galway-Rind

Top-Übernachtungsmöglichkeit mit angeschlossenem Restaurant (hier hatten wir auch das zweitbeste Frühstück unserer ganzen Reise - Granola-Joghurt unschbeschreiblich guuut!)


The Huntsmann Inn
164 College Road
Galway Co. Galway


Und last but not least unser Abschlussessen in Dublin: The Pig´s Ear!





Lightly Cured Salmon, Buttermilk Curd & Whey, Cucumber & Dill Pickle

Pulled Pork & Ham Knuckle, Chopped Egg Dressing, Smoked Butter & Toast

Slow Cooked Pig Belly, Jane Russel´s BlackPudding, Mustard Mash, Cider & Honey Sauce

Roast Hake, Crushed Baby Potatoes, Pickled Raisins, Roast Cauliflower & Cumin

BrownBread Ice Cream, Apple Compote & Crushed Yellow Man

Lemon Rice Pudding, Blackberry Sorbet & Apricot Jam















Jeder Bissen ein Genuss!


The Pig´s Ear
Four Nassau Street
Dublin



2012/06/10

Kraut - Haselnuss - Parmesan - Fleckerl

Bilder: Ellja




























Erst einmal in meinem Leben habe ich Krautfleckerl so appetitlich angerichtet gesehen, dass mich dieses Alltagsgericht optisch gleich mal fast umgehauen hat. Damals hab ich mir vorgenommen, meine nächsten Krautfleckerl ähnlich aufzupeppen, wie es Frau Ziii gemacht hat. Zugegeben, es ist seither ein wenig Zeit vergangen, aber ich habs nicht vergessen.

Auch die Veredelung mit Parmesan, Haselnussöl und Haselnüssen (ich liebe Haselnüsse ja so sehr!) hab ich nicht vergessen.

Und noch etwas: Schneidet euer Kraut nicht nudelig sondern quadratisch! Das macht einen Riesenunterschied. Ganz wirklich! Glaubt mir.

So werdet ihr Krautfleckerl mit ganz neuen Augen - und viel wichtiger - Geschmacksknospen sehen.

Meine Abwandlungen zum Rezept von Frau Ziii:

Ich hab ein Weißkrauthäupel genommen (kein Spitzkraut in Sicht)
Butterschmalz anstatt Erdnussöl (zuviel Nuss muss auch nicht sein)
weiße, milde Zwiebel, dafür kein Knoblauch
kein Ingwer, aber Apfelbalsamico und dafür keinen Zucker




2012/05/23

Kleine Leckerbissen #3

Bilder: Ellja





Kokosmilchreis mit viel Mango... sehr wahrscheinlich der letzte bis zum Herbst. Ich mag ihn am liebsten in der kühleren Jahreszeit.


 Parmesansnack. Ganz einfach, mit Sesam, Schwarzkümmel und Chilliflocken. Schmeckt gut.







































Mein erster Versuch: Shortbread.
Optisch nicht ganz geglückt (bröselige Oberfläche), aber geschmacklich wundervoll!
Ich hab das Effilee-Rezept mit einem Teil Reismehl probiert. Wo der Unterschied zu einem Rezept mit ohne Reismehl liegt, muss erst noch getestet werden. Schmeckt nicht nur sehr gut zur tea-time. Probiert mal das: einen Bissen vom Shortbread nehmen, dann eine Himbeere in den Mund stecken...





 

God of Cookery

Die Asiaten machen nicht nur fantastisches Essen. Sie produzieren auch ziemlich verrückte Filme.
Beides mag ich. Wer das versteht, der kann sich vor Lachen schütteln, ansonsten bleibt nur verständnisloses Kopfschütteln.


2012/05/15

Gespargelt


Bilder: Ellja





Wenn Saison ist überfällt uns die Spargelmanie so etwa 2 x. Einmal grüner, einmal weißer Spargel. Und dann auch meistens recht puristisch angelegt.

Zuerst gabs grünen Spargel in einem Salat, gepaart mit grünen Erbsen (haha!). Radieschen, Ei und einer Eier-Senf-Sauce.




Und als ich erkennen musste, dass meine Eier-Senf-Sauce (auch mit Creme fraiche und Rahm, statt Mayonnaise) in Wirklichkeit eine falsche Bozener Sauce ist, da gabs dann auch noch einmal weißen Spargel, mit Bozener Sauce nach ElineElljaArt, mit Tüften und Pastrami.




























Und hey! Damit hat es sich auch schon wieder ausgespargelt. Für dieses Jahr.