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2012/12/07

Grubenkraut - Krautkrapfen - Krapfensonntag

Bilder: Ellja





























Obwohl ich Sauerkraut nicht so gerne mag, will ich schon längst das "Grubenkraut" probieren.

Grubenkraut wird ohne jegliche Konservierungsstoffe in der sogenannten "Krautgrube" natürlich vergärt. Es wird im Herbst von Hand geerntet und die Krautköpfe werden in einem Krautkessel blanchiert. Dann müssen sie eine Weile unter freiem Himmel "bleichen". Schließlich werden die Krautköpfe in die Krautgrube geschlichtet und erst nach frühstens 4 Monaten entnommen.


Historische Hintergründe (der Homepage entnommen)

Kraut war seit vielen Jahrhunderten als Wintergemüse ein überlebenswichtiger Bestandteil der bäuerlichen Ernährung. Es war ein täglicher Speisenbegleiter - als Zu-, Zwischen- oder Hauptspeise. Das am bäuerlichen Krautacker kultivierte Weißkraut wurde auf vielen Höfen der Region Fischbacher Alpen und angrenzendes Wechselgebiet in Krautgruben milchsauer vergoren. Zum Unterschied von Sauerkraut wurden hier die Köpfe im Ganzen konserviert. Grubenkraut wurde grundsätzlich nicht für den Verkauf sondern für den Eigenbedarf produziert. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, das durch steigendem Wohlstand veränderte Nahrungsverhalten und die wesentlich einfachere und weniger arbeitsintensive Herstellung von Sauerkraut führten unaufhörlich zum Verschwinden des Grubenkrauts. Am längsten erhalten hat sich diese Konservierungsform rund um Fischbach, wo sie in der Erinnerung der Menschen heute noch gut präsent ist.
Ich habe mir vom Froihof Grubenkraut gekauft, das bereits 1 Jahr gereift ist.


























Beim Verkosten schmeckt man sofort einen Unterschied. Es ist bei weitem nicht so säuerlich, wie herkömmliches Sauerkraut und hat einen sehr feinen, ganz eigenen Geschmack.

Gemacht habe ich daraus Krautkrapfen, die ich hier schon mal gepostet hatte. Ich bin zwar nicht für Wiederholungen (die es klarerweise gibt) auf meinem Blog, aber die Steigerung mit dem Grubenkraut hat unser Sonntagsessen deutlich verfeinert.

Bei weitem besser als die letzten! Unbedingt zu empfehlen.


2012/11/09

Kleine Leckerbissen #5

Bilder: Ellja



























Jetzt habe ich es schon ein paar Monate und es macht mich immer noch glücklich, jeden Tag!
Mein großes Brotmesser von Franz. So schneidet man Brot. Und nicht anders. Aber auch Mandeln lassen sich damit ausgezeichnet hacken. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich verträumt über den schönen Olivenholzgriff streichle ;-).




Quittenkompott 2012: 
Nicht zu lange gedünstet, mit etwas Weißwein, Wasser, Zucker und Vanille. 
Kein Zimt. Kein Sonstwas. Möglichst pur.




Aus dem spätsommerlaunen-Menü habe ich ihn verbannt. Er schien dafür nicht ausreichend fruchtig. Ein bisschen störrisch, trocken vielleicht. Wie ich selbst? Vielleicht liebe ich ihn genau deshalb so sehr. Mit jeder neuen Flasche mehr und mehr: Crémant d´Alsace Rosé - Henri Kieffer & Fils 




























Kürzlich verfolgte ich einen recht kurzweiligen Bericht über David Chang und seine Momofuko-Erfolgsstory. Eine sehr sympathische, unaufgeregte Erscheinung, dieser Chang, der sein Handwerk u.a. bei Jean-Georges Vongerichten gelernt hatte, bevor er 2004 seine erste Nudelbar eröffnete. Natürlich kam in diesem Bericht auch die Sprache auf die Redeye-Mayonnaise mit Kaffee, von der ich schon irgendwann einmal gehört/gelesen hatte. Alle Personen an dem Tisch im Momofuko waren geradezu hingerissen, wie gut die Mayonnaise doch zum Prosciutto passe... Allein Grund genug für mich, es auch zu testen. Ich habe zuerst sehr mageren, hauchdünnen Schinkenspeck versucht. Das war ok, aber haut einen jetzt nicht so um. Schließlich aber, mit wirklich aromatischen, fettig glänzenden Prosciutto, auch dünn geschnitten, aber nicht zu dünn, hat es geknallt. It totally works!


Copyright: Thimfilm

 Die Wand

Marlen Haushofer´s gleichnamiges Buch, das 1963 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, ist zur Zeit in unseren Kinos zu sehen. Als ich das Buch vor Jahren gelesen hatte, war ich von der ersten Seite an gefangen. Das Thema war gleichzeitig so befremdlich und spannend. Man kann nachlesen, dass das Buch zum Erscheinungszeitpunkt recht viel Staub aufwirbelte und allerlei Interpretationen durch die Medien geisterten.Von Atomkriegtheorien und Zivilisationskritik war damals die Rede.

Bleiben wir aber bei der Filmvorlage: Eine junge Frau fährt mit Cousine und ihrem Mann in die Berge. Sie wollen in einer Jagdhütte ein Wochenende verbringen. Am nächsten Morgen wacht die Frau (sie hat keinen Namen) auf und bemerkt, dass Cousine samt Mann aus dem Dorf nicht zurückgekehrt sind, nur ihr zurückgelassener Hund ist noch da. Die Frau geht ein Stück des Weges Richtung Dorf und stößt plötzlich an eine unsichtbare Wand, die sie nicht überwinden kann. Wie die Hauptprotagonistin mit dieser verstörenden Tatsache umgeht, ist der Beginn einer beeindruckenden und gleichzeitig fesselnden Geschichte.

Ich war mehr als gespannt, wie der Film umgesetzt würde. Und vor allem, wie die Hauptfigur die Rolle tragen konnte. Martina Gedeck als Hauptdarstellerin aber konnte alle Töne, auch und besonders die leisen, spielen. Nach dem passenden Drehort wurde lange gesucht, da es in der Romanvorlage ja einige genaue Vorgaben gab. Bei den Gosauseen in Oberösterreich fand sich schließlich die passende Drehlocation. Auch hier hat für mich alles gepasst. Eigentlich genauso war meine Vorstellung beim Lesen des Romans.

Beeindruckend! Und auch beängstigend. Ich muss sagen, dass mich der Roman damals nicht so sehr beängstigte, wie jetzt der Film. Keine Ahnung in welcher Verfassung ich mich damals befand ...

 Andere Eindrücke zum Film gibt es hier.

2012/09/15

Reiwaschedl oder Döppekooche?

Bilder: Ellja




























Oder doch einfach nur Kartoffelauflauf? Frau Weltbeobachterin hat einst ein Rezept zum Mühlviertler Reiwaschedl eingestellt, das mir für ein frühherbstliches Alltagsessen geradezu geschaffen scheint. Und da die Hessen und Rheinländer, die unseren Reiwaschedl Dippedotz oder Döppekuchen nennen,  ihn gerne mit Apfelmus essen, und ich gerade mit Gravensteinern aus dem Obstgarten meiner Kollegin ein allerherrlichstes Ofenapfelmus gekocht hatte, ja deshalb...


... gab es das bei uns einfach alles zusammen, nicht nach Mühlviertler sondern nach Hessen-Art!

Reiwaschedl auf Ellja-freestyle-Art:

3/4 kg Kartoffeln, mehlig
1 1/2 Zwiebeln
2 x 1 cm Schinkenspeck
2 Semmeln
Milch/Schlagobers
2 EL Butterschmalz
Salz, Pfeffer, Kümmel
2 EL Sauerrahm

Die Kartoffeln schälen, reiben, ausdrücken.
Die Zwiebel fein hacken. Den Schinkenspeck in kleine Würfel schneiden.
Die Semmeln in eine Milch/Obers-Mischung legen.
Das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und zuerst Zwiebeln goldgelb rösten, dann Speck hinzufügen und alles nur noch kurze Zeit durchschwenken.
Jetzt die Kartoffeln mit der Zwiebel-Speck-Mischung, den Semmeln und dem Sauerrahm gut vermischen, alles würzen und in einen Topf oder eine Auflaufform geben.

Im Backofen bei 180 Grad ca. 40 - 50 Minuten backen. Jedenfalls so lange, bis die Kartoffeln durchgebacken sind und der Auflauf oben eine schöne Kruste bildet.


im Ofen gebackenes Apfelmus:

2 kg Äpfel (Gravensteiner), geschält, entkernt und geviertelt
1 große Zimtstange in 2 Teile brechen od 2 kleine Zimtstangen
4 Stk. Nelken, 1 Macisblüte,  2 Pimentkörner in einem Gewürzsäckchen

Die Äpfel in eine Tajine-Form schichten, die Gewürze einlegen und Deckel drauf.
Im Backofen bei 160 Grad einige Stunden (bei mir waren es 3 Stunden) backen. Die Äpfel sind zu Mus zerfallen und karamellisieren. An der schönen braunen Färbung und wenn am Topfrand sich bereits dunkle Ränder zeigen erkennt man, dass das Mus fertig ist.

Das Mus in Gläser füllen und einkochen (Großer Topf kochendes Wasser, Gläser reinstellen, mit Wasser bedecken und 30 Minuten sieden lassen).

Ich bin ja nicht so die große Einkocherin, aber wenn man einen Berg wirklich köstlicher Äpfel bekommt, muss man ja schließlich was schönes damit machen. Und da dieses Apfelmus, das ja schon jahrelang durch unsere Foodblogs geistert, keinen Zucker benötigt, ist es für so ein üppiges Essen geradezu ideal. Man spart so nämlich ein paar wenige Kalorien ein ... ja wenige, aber immerhin ein paar... ;-).





2012/08/03

Marillenfest

Bilder: Ellja
 


Die Zeit, wenn es endlich Marillen zu kaufen gibt, kann ich kaum erwarten. Ich schleiche immer schon um die frühen Marillen herum und dann hüpfen auch schon recht bald die ersten Franzosen in mein Einkaufssackerl. Weil Marillen sind mir ein jederzeit willkommenes Obst. Es gibt eigentlich kein Gericht mit Marillen, das ich nicht mag. Im Gegenteil, sind mir doch die Palatschinken mit Marillenmarmelade die liebsten, überhaupt ist Marillenmarmelade, wenn die Konsistenz stimmt, nicht ganz flüssig, aber keinesfalls geleeartig, wenn die Säure stimmt,  mein liebster Klassiker. 
Sie dürfen ruhig sehr klein sein, saftig, aber bitte nicht mehlig. Obwohl im Kuchen auch die mehligen noch gut werden. 

Und wenn´s dann losgeht, dann hab ich regelrecht Stress, in der kurzen Saison all das unterzubringen, wovon ich das restliche Jahr so träume... 

Marillenkuchen
 

Kein Sommer kann vergehen, ohne einen gscheiten Marillenkuchen.
Heuer wurde ein Marillenkuchen mit Pistazien-Ölteig daraus.

Ich hab für diesen Kuchen ja kein richtiges Rezept, den mach ich immer einfach so.
Aber ganz sicher brauchen wir dazu:

4 Eier
ca. 120 g Zucker
ca. 1/8 l neutrales Öl (Traubenkernöl)
ca. 1/8 l Wasser (weniger)
ca. 200 g Mehl
ca. 1/2 Pkg. Backpulver
ca. 50 g geriebene Nüsse (hier Pistazien)

Die Eier mit dem Zucker zu einer dicken, gelben Masse schlagen. Das Öl nach und nach unterrühren. Schließlich das Wasser ebenfalls nach und nach einschlagen. Die Nüsse unterheben. Jetzt das Mehl mit dem Backpulver gut vermischen und ebenfalls unterheben. Der Teig sollte schön cremig sein, aber nicht fließen.

Den Teig auf ein Kuchenblech geben (Backpapier) und mit halbierten oder geviertelten Marillen belegen.

Bei 170 Grad Ober/Unterhitze ca. 40 Minuten backen. Auskühlen lassen und gut mit Staubzucker bestäuben. 



Eierschwammerlsalat mit in Butter gedünsteten Marillen


Wenn es dann auch schon heimische Eierschwammerl gibt (ich kaufe sie) und wie oben auch ein paar kleine Steinpilze, dann gehts an den Salat. 

Ein großer Berg Vogerlsalat wird nur ein bisschen gesalzen. Die geputzten Eierschwammerl werden in Butter mit viel Petersilie angebraten und mit einem guten Essig (heuer hatte ich einen fantastischen Cider-Essig aus Irland) abgelöscht. Die geviertelten Marillen werden separat in etwas Butter gebraten. Das alles einfach auf den Salatberg geben, evtl. noch mit Salz und Pfeffer abschmecken und gleich essen. Ein dunkles, würziges Brot schmeckt mir dazu am besten.


Marillenknödel mit Erdäpfeltopfenteig


Natürlich müssen auch Marillenknödel unbedingt auf den Tisch! Inzwischen mach ich des öfteren die Brandteigvariante, aber ab und zu muss der Erdäpfeltopfenteig einfach auch sein.

Teig:
300 g mehlige Erdäpfel
200 g BioTopfen, 20 %, passiert
1 Ei
ca. 60 g Butter
Prise Salz
ca. 40 g Grieß
ca. 140 g Mehl

Erdäpfel weich kochen und durch die Erdäpfelpresse drücken. Etwas abkühlen lassen und dann mit den restlichen Zutaten recht rasch zu einem glatten Teig verarbeiten. Grieß und Mehl nicht sofort einarbeiten, sondern nach und nach, bis die Konsistenz stimmt. Den Teig jetzt eine halbe Stunde rasten lassen.

Die Marillen mit einem Kochlöffelrücken durchstoßen und die Kerne durch Würfelzucker ersetzen. 

Den Teig zu einer Rolle formen und kleine Scheiben abschneiden diese flachdrücken und die Marillen in die Mitte legen. Mit dem Teig umschlagen und zu schönen Knödeln formen.

Inzwischen einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Hitze runter drehen und die Knödel in dem Wasser nur noch ziehen lassen. Das dauert nicht lange, ca. 10 Minuten, bis sie an die Oberfläche steigen und noch eine Minute dazu.

Butter, Semmelbrösel und (Vanille)Zucker in einer Pfanne leicht bräunen und dann die Knödel direkt aus dem Kochwasser in die Brösel schöpfen und darin rollen. Auf einem Teller mit einer Brösel- und Staubzuckerhaube anrichten.


Ein großer Freund des Bevorratens bin ich ja gar nicht, aber es gibt Ausnahmen. Und wer gscheit ist, macht die doppelte Menge und friert die restlichen Knödel ein. Dann hat man auch im Herbst/Winter noch was davon. Mit eingefrorenen halben Marillen habe ich keine gute Erfahrung gemacht, sie werden wässrig und braun, oder wenn man sie halbgefroren verarbeitet "safteln" sie einfach zu sehr. 

Und darum muss ich heuer unbedingt nochmal auf den Markt und mir noch ein paar Marillen besorgen!



2012/07/28

Kleine Leckerbissen #4

Bilder: Ellja

























Ich habe in Irland natürlich massig eingekauft, eh klar! Man kommt ja an keinem noch so kleinen Markt vorbei. So habe ich im Irgendwo auf der Strecke einen OrganicMarket mit sagenhaften 5 Verkaufsständen geplündert, nämlich gab es da die herrlichsten Marmeladen. Und hier mein absoluter Favorit: Rhabarbermarmelade mit Vanille!

Das gemeine ist ja, dass man erst HINTERHER weiß, also erst nach dem Öffnen, wie gut eine Marmelade schmeckt und man HINTERHER denkt: "Ach, hätt ich doch genau von dieser Marmelade mehr gekauft!"...  bei der Heimreise hatten unsere beiden Koffer je 19,6 kg, also es wären locker noch je 400 g möglich gewesen, Mist!

Jedenfalls, das kleine Gläschen mit dieser Rhabarbermarmelade ist fast leer. Ich teile sie mir noch gut ein, aber sie schmeckt auf Joghurt einfach zu himmlisch. Viel zu schade für "aufs Brot" ;-).





 In meiner Biokiste befanden sich putzige Miniwassermelonen. Aber die hatten es in sich. Herrlich süß, saftig und genauso, wie ich Wassermelonen mag. Die Minivariante hat überdies den Vorteil, dass sie in handlichem Format genau für zwei Personen sofort von der Hand in den Mund wandern kann.



































Den Kühlschrank leer machen mit Restelverwertungshäppchen: Leberkäse, Rosmarinpolenta, Chilisauce, Roastbeef, Kren, englischer Senf.










Butterschmalz.
So einfach herzustellen.
Kühlschrank neu aufgefüllt.
Dieser Vorrat macht mich glücklich.




Und schließlich meine neue kleine Bibliothek für etwa 3000 Bücher. Die macht mich ebenfalls glücklich!



2012/06/06

Kirschenskinder!

Bilder: Ellja





























Manchmal kommt man ein wenig in Bedrängnis. Mein Lammbauer hat mir nach längerer Zeit des Darbens nun recht spontan Nachschub angekündigt. Erster Gedanke: Juchhuu! Es gibt wieder Lamm. Zweiter Gedanke: Menschenskinder, mein Tiefkühler ist voll! Bei meiner kleinen Tiefkühlabteilung können 6 kg Fleisch durchaus Stress verursachen. Also muss so einiges raus. Neben Gnocchi und Rotkraut, einer Packung Eis (wer braucht die jetzt noch, haha!) fanden sich auch noch Kirschen vom letzten Sommer. Trifft sich gut, bald folgt ja Nachschub, also raus damit.

Und wieder mal gabs ein wochentägliches Notessen, das so nicht geplant war, aber alles andere als unnötig war.

Das Rotkraut wurde kurzerhand mit Gnocchi in Estragonbutter gepaart. Und hey, wer denkt, dass das nicht passt, der sollte mal in seinem Tiefkühler kramen und hoffen, dass er sowas findet.




























Und der Joghurt-Kirschenfleck wurde auch verputzt, ratzeputz!

1 Becher Joghurt
200 g Zucker
1 ausgekratzte Vanilleschote
4 Eier
450 g Mehl
120 g neutrales Öl (Traubenkernöl)
ca. halbes Kilo (bisschen mehr) Kirschen

Zucker mit Vanilleextrakt mörsern.
Eier trennen, Eiweiß mit Prise Salz steif schlagen.
Zucker und Eidotter nun zur gelben Creme schlagen.
Joghurt untermengen.
Öl einfließen lassen und unterrühren.
Das Mehl auf den Teig sieben und mit einem Spatel vorsichtig unterheben.
Zum Schluss noch den Eischnee unterheben.
Die Masse auf ein ausgefettetes Backblech streichen und mit den Kirschen belegen.
Den Kirschkuchen 25-30 Minuten bei 170 Grad mit (Heißluft) backen.

 Kurz und knapp: Köstlich!

Ein paar Notessen wirds noch geben, dann kann mein Lamperl in die Truhe hüpfen!

2012/02/02

Gewürzkuchen mit Cranberrys und Schokolade

Bilder: Ellja

































So entsteht ein Rezept: Räume deine Vorräte und Gewürze auf und verarbeite alle "Restln", die dir im Weg stehen, weil sie eh schon fast alle sind, aber immer noch Platz verstellen, zu einem Kuchen:


3 Eidotter mit 100 g Zucker zu einer gelben Masse schlagen, 3 EL Öl (Haselnussöl) einrühren. Das Eiklar zu Schnee schlagen.

Und nun das Kastel und das Gewürzregal plündern:
- Restln von getrockneten Cranberries (gehackt)
- Restln von Haselnüssen (gerieben)
- Restln von Zimt, Kardamon, Sternanis, Nelken und Koriander (schön ausgewogen dosieren, mörsern)

Diese Zutaten nun mit 4 - 6 EL Mehl und 1 TL Natron unter den Teig heben. Am Schluss noch den Schnee locker unterheben.

Die Masse in eine gebutterte Form streichen und bei 160 Grad ca. 20 - 30 Minuten backen.
Kuchen auskühlen lassen.

Resteln von dunkler und heller Kuvertüre mit etwas Obers langsam schmelzen und über dem Kuchen verteilen.


Und zur Belohnung hast du am Samstag dein Gewürzregal neu aufgeräumt ...

































und am Sonntag einen Kuchen zum Nachmittagstratscherl parat! 



2011/07/08

mit Marillen #2


























Bild: © Ellja

In diesem Jahr wurde ich bestens mit Marillen hervorragender Qualität versorgt. So kann ich genügend Vorrat für marillenlose Zeiten im Jahr anlegen:

Tomaten-Marillen-Chutney

2 kg Marillen
1 kg Tomaten
2 große rote Zwiebeln
1 Stk. Ingwer
brauner Zucker
Curryblätter
Masala für vegetarische Gerichte (aus Indien importiert)
2 kl. Chilischoten, fein gehackt
Marillenessig
Salz und Pfeffer nach Bedarf

Die Zwiebel und den Ingwer fein hacken. Die Tomaten und die Marillen in kleine Würfel schneiden. Die Curryblätter fein zerreiben.
In einem Topf mit dicken Boden etwas Ghee zerlassen und Zwiebel und Ingwer anschwitzen. Zucker dazu geben und die Zwiebeln karamellisieren lassen. Mit einem ordentlichen Spritzer Essig ablöschen. Nun die Marillen und Tomaten in den Topf geben und gut durchmischen. Jetzt die Gewürze untermengen, noch etwas Essig dazu und das ganze 20 - 30 Minuten köcheln. Erst dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und noch heiß in Gläser füllen.

Ebenfalls erledigt: Marillen-Cayenne-Marmelade
Noch in Planung: Marillenknödel

Dann war´s das aber für heuer mit den Marillen!

2009/11/23

Mahonnese


Bild: © Ellja

Im Hafen Mahon auf Menorca könnte sie enstanden sein, oder irgendwo in Frankreich... wieder weiß man nix genaues. Aber sie hat viele Namen: Mahonesa, Mayonnaise, Majo, Majonäse...

...und sie wird immer seltener selbst gemacht. Zum einen wegen der Salmonellengefahr, aber zum anderen auch, weil man sich anscheinend vor der Öl-in-Wasser-Emulsion ein bissl fürchtet.
Zu oft hört man davon, dass sie leicht kippen (gerinnen) kann usw...

Darum macht man das dann am besten auch alles sehr vorsichtig, damit nix schief gehen kann. Und eigentlich geht nix schief. Bisher jedenfalls. Ich hab inzwischen meine eigene Majo ausgeklügelt, weil alle anderen mir viel zu viel Säure hatten, ich wollte eine weiche Creme mit weicher Säure.

Also los gehts:
1 Ei (daraus könnte man bis zu 20 lt. Majo herstellen!)
1 TL Honigsenf
1 EL japan. Reisessig
Traubenkernöl (ich mach immer rein, rein, rein....ohne auf die Menge zu schauen)
1 - 3 EL Creme fraiche (je nach Menge eben)

Das Eigelb (oder einige Tropfen davon) in einer Schüssel mit Senf und Essig aufschlagen. Dann das Öl in Strahlen (am Anfang ganz wenig, bis die Creme ein wenig Stand hat) dazu laufen lassen und rühren, rühren, rühren. Romantiker machen das mit der Hand, ich mit dem Mixer. Sollte was dabei komisch werden, dann ein wenig heißes Wasser zugeben und schön ordentlich weiterrühren.

Wenn ich mir denke, die Menge reicht jetzt aus, dann höre ich auf und verfeinere die Mayonnaise mit Creme fraiche. Sie wird dadurch noch einen Tick feiner und cremiger in der Konsistenz.

Mayo hält sich natürlich nicht sehr lange (sowieso nur im Kühlschrank), darum sollte man keine großen Mengen davon herstellen. Es sei denn man nimmt gekochtes Eigelb oder sogar Milch als Emulgator, aber das hab ich selbst noch nicht ausprobiert.

Und was mach ich damit? Kartoffelsalat, ColeSlaw, auf Toast mit Käse/Schinken u. Chilli überbacken, zu einer Aioli oder Gribiche erweitern, okinomiyaki, ...

Ja freilich, irgendwie isst man heutzutage wohl nicht mehr so viel Majo. Aber wenn, dann bitte diese, denn sie ist unvergleichbar mit dem grauslichen Zeugs aus dem Supermarkt, und das ist auch das stärkste Argument für selbstgemachte Mayonnaise: ihr wundervoller Geschmack .... Miracle Whip ade!!!!

2009/10/05

Auf beiden Augen blind, oder wie man (s)einen Garten entdeckt...


Bild: © Ellja

In meinem Innenhof gibt es einen halb verwilderten Gemeinschaftsgarten, der, weil er eben niemandem richtig gehört, eher lieblos dahinwuchert. Oft habe ich mir schon überlegt, es in die Hand zu nehmen, ihm die nötige Pflege zukommen zu lassen. Leider ist unsere Hausgemeinschaft keine freundschaftlich-nachbarschaftliche, die ein solches Projekt gemeinsam auf die Beine stellen würde, so habe ich es gelassen. Wer will schon zusehen, wie im neu erblühten Gartenglück die Nachbarskinder alles tot trampeln, oder sich die Nachbarn dann am Gemüse bedienen...

Wie sehr ich aber unseren Schandfleck optisch ausgeblendet hatte, merkte ich erst vor einigen Wochen. Tagträumend an meinem Küchenfenster stehend und in den Hof blickend fielen mir plötzlich gelbe Punkte ins Auge. Nein, keine Punkte, das sind ja richtig große Tupfen, sehen aus wie Früchte? Näher gezoomt und schließlich runter in den Garten geeilt, stellten sich die gelben Tupfen schließlich als Quitten heraus. In unserem Garten steht ein Quittenstrauch, voll mit fast reifen Früchten! Und all die Jahre (nein, ich sage jetzt nicht, wielange), die ich nun schon hier wohne, habe ich das niemals vorher gesehen? Ich bin entsetzt über mich selbst! Wie kann man so blind sein? Aber die Freude über meine neue Entdeckung lässt mich das hoffentlich recht bald vergessen. Mein Hausverwalter darauf angesprochen meinte, die gehören niemanden, wachsen wild und der Hausmeister entsorge sie jedes Jahr, bevor sie im Gras verfaulen. Er wäre froh, wenn ich Verwendung dafür hätte. Schreckliche Vorstellung, welch Verschwendung, welch Missachtung! So bin ich jetzt ofiziell Patin und damit Quittenpflückerin geworden, und hab schon einiges damit angestellt.

Quitten-Chutney
Quitten (gewaschen, geschält und in kleine Stücke zerschnipselt)
Zwiebeln (fein gehackt)
Ingwer (fein gehackt)
Rosinen
Birnenessig
Rohrzucker
Limette (Saft und Schale)
1 Chillischote (fein gehackt)
Zimtstange, Nelken, Piment, Sternanis
Salz, Pfeffer, Madras-Curry

Alle Zutaten in einem Topf zu einer weichen-musigen Konsistenz verkochen und noch heiß in Twist-Off-Gläser füllen.



Bild: © Ellja

Bild: © Ellja

Vielleicht überdenke ich meine Vorbehalte bzgl. alleiniger Gartenpflege noch einmal und wage es im nächsten Frühling? Ich hab ja jetzt genügend Zeit, den ganzen winterlang sogar, mir das zu überlegen...

2009/09/02

Dukkah - orientalische Gewürzmischung


Bild: © Ellja

Danke, liebe Isi! Deine Dukkah-Mischung ist genial. Mit lockerem Weißbrot und feinem Olivenöl aufgetunkt, klasse... zum Kochen als Gewürzmischung ebenfalls.

Zutaten:
4EL Sesam
2EL Koriandersamen
1,5 EL Kreuzkümmelsamen
0,5 TL schwarzer Pfeffer
40g geröstete Haselnusskerne (hier Pinienkerne)
1 EL grobes Meersalz


Bild: © Ellja
Koriander, Sesam, Kreuzkümmel und Pfeffer in einer Pfanne rösten bis die Gewürze duften...mhhhhh und wiiiieee das duftet!
Gewürze in einen Mörser geben und gemeinsam mit dem Salz und den Haselnusskernen relativ fein verreiben.
Dunkel lagern.

Auch der Vorschlag von Isi, die Gewürzmischung mit Kartoffeln und brauner Butter zu genießen, gefällt mir sehr gut.