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2012/11/19

Fremdgegessen: Aming Dim Sum Profi

Bilder: Ellja





























Gleich vorneweg: Ich finde es unsäglich schade, dass es in Linz keinen einzigen guten, halbwegs authentischen Chinesen gibt. Und ich frage mich ständig: Warum? Ich unterhalte mich mit Leuten, die das alle genauso sehen wie ich. Also sollte das Publikum doch wohl da sein. Aber nein, um gutes chinesischen Essen zu bekommen muss man nach Wien fahren.

Da wir das ohnehin mehrmals im Jahr müssen/wollen, um Familie und Freunde zu besuchen, ist das schon einmal kein Problem. Schon vor einiger Zeit waren wir zum ersten Mal im "Aming Dim Sum Profi" (Profi, unnötiger Zusatz, oder?). Wir hatten damals unterschiedliches darüber gehört. Die einen haben Lobgesänge ausgebracht, doch einige auch weniger Gutes (Hygiene, Ambiente usw.)
Macht aber nix, wir machen uns sowieso unser eigenes Bild!
Und schon beim ersten Mal waren wir Nichtsahnenden aus der Provinz hellauf begeistert!

Das recht kleine Lokal (7 Tische, glaub ich), das in Naschmarkt-Nähe an der Rechten Wienzeile liegt, ist nicht unbedingt ein Lokal, um Abends fein Essen zu gehen. Das nicht. Es hat schon eher Imbisscharakter, wie man es anscheinend in ganz China finden kann. Aber das störte uns schon beim ersten Mal ganz und gar nicht. Wir sind ja auch beim 2. Mal zum Mittagessen da. Und daher trinken wir auch keinen Wein sondern Jasmin-Tee und Bier. Herr Chen Yuming sitzt selbst noch bei seinem späten Frühstück, als wir unseren Tisch ansteuern. Die Bedienung ist auch dieses Mal wieder sehr freundlich und wir studieren erneut mit zunehmendem Speichelfluss die reichhaltige Speisekarte. Und wieder haben wir es auf die vielen kleinen Vorspeisen abgesehen, wir wollen ja schließlich von allem probieren. Das Lokal an diesem Sonntag Mittag ist schließlich bis zum letzen Platz gefüllt, viele Chinesen löffeln hier neben Wienern dampfende Suppen und tauchen ihre verführerischen DimSum in Sojasauce. Will man sicher einen Platz ergattern, sollte man immer reservieren. Aus der offenen Küche zischt und brodelt es. Wir fühlen uns schon wie in China.

Unsere Auswahl kann sich sehen lassen:

Gedämpfte Kaisertaschen mit Shrimpsfüllung und Chilisauce, seidiger Teig, sehr aromatische Fülle in metallenen Dampfkörben serviert






























1000-jähriges Ei mit Seidentofu






























knackiger Wasserspinat mit Chili, Knoblauch und fermentierter Tofusauce




























Sehr gut gebratene Ente in Soja-Honigsauce, die Knochen muss man selbst entfernen, die Sauce war ein Gedicht!




























scharfes Rindfleisch, mit unglaublich vielen Aromen und wirklich scharf!
























































Unsere Favoriten von den bisherigen Besuchen:
- Teigtaschen mit Schweinefleisch in Chiliöl-Sauce
- marinierte Erdnüsse
- Wasserspinat
- Tofu mit Koriander in Spezialsauce
- Ente in Honigsauce
- doppelt gebratener Schweinebauch

Wir kommen garantiert wieder. Müssen wir doch Schweinsohrensalat, knusprigen Schweinedarm, Entenzungen, fliegende Nudeln und Sesambällchen mit Mandarinenblüten auch noch probieren!

Meine Empfehlung: Hingehen und probieren, so viel wie geht.


Aming Dim Sum Profi
Rechte Wienzeile 47
1050 Wien
+43 1 954 08 40
office@amingdimsumprofi.at
Öffnungszeiten
Montag bis Samstag
11.00 – 22.00 Uhr
Sonntag
12.00 – 20.00 Uhr
Facebook:  http://de-de.facebook.com/AmingDimSum

2012/09/06

spätsommerlaune: die Rezepte 1. Teil

Bilder: Ellja; P.T.

Ganz ohne Umschweife möchte ich hier noch die Rezepte zum spätsommerlaunen-Abend nachreichen:




Gruß aus der Küche:

** süßes Tomatenconfit

** Auberginenconfit

 






























Für das süße Tomatenconfit holt ihr euch vom Markt (oder aus dem Garten) die aromatischsten Tomaten, die ihr bekommen könnt:
1 1/2 kg reife Tomaten
3 EL Olivenöl
2 Zwiebeln, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt (hab ich weggelassen)
1 Zimtstange
1 TL gemahlener Ingwer (ich habe ihn frisch gerieben)
1 Prise schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
1 Prise gemahlener Safran
3 EL Tomatenmark
1/2 TL Salz (hab ich 2 TL genommen)
2 EL Honig
1 1/2 TL gemahlener Zimt

ergibt ca. 600 ml

Die Tomaten quer halbieren, dann die Samen herauspressen. Tomaten bis auf die Haut grob in eine Schüssel reiben (Vierkantreibe), die Haut wegwerfen, die Tomatenkerne filtern (für z.B. ein Tomatendressing). Das geriebene Tomatenpüree zur Seite stellen.

Das Olivenöl in einem schweren Topf erhitzen. Die Zwiebel darin ca. 5 Minuten anschwitzen, dann Knoblauch, Ingwer, Zimtstange und Pfeffer hinzufügen und 1 Minute weiterbraten. Nun den Safran, das Tomatenmark und das Tomatenpüree zugeben und salzen.

Bei mittlerer Hitze ohne Deckel ca. 45 - 50 Minuten köcheln, bis der Großteil der Flüssigkeit verdampft ist. Häufig umrühren, damit das angedickte Confit nicht am Boden anbrennt. Sobald sich das Öl abzusetzen beginnt, Honig und gemahlenen Zimt unterrühren und bei schwacher Hitze 2 Minuten weiter köcheln. Evtl. nochmals mit Salz abschmecken. Die Zimtstange entfernen, auskühlen lassen und bei Zimmertemperatur servieren. Im Kühlschrank hält sich das Tomatenconfit in einem verschlossenen Glas bis zu einer Woche. (Steht so im Kochbuch, aber wozu? ;-)

Quelle: "Die Küche Marokkos"


Für das Gebratene Auberginenconfit holt ihr euch vom Markt aromatische und noch feste Auberginen, keine Wasserbomben:
2 Auberginen, in 1 cm Scheiben geschnitten
Salz
Olivenöl zum Braten
2 Knoblauchzehen, zerdrückt (frischer Knoblauch!)
1 TL Paprika
1 1/2 TL zerstoßener Kreuzkümmel
2 EL gehacktes Koriandergrün
1/2 TL Zucker
1 EL Zitronensaft
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Die Auberginenscheiben mit Salz bestreuen und 30 Minuten abtropfen lassen. Gründlich abspülen, leicht ausdrücken und trocken tupfen (muss - wie gesagt - nicht sein, wenn es noch keine überreifen Früchte sind).

Öl etwa 5 mm hoch in eine große Pfanne gießen, bei mittlerer Temperatur erhitzen und die Auberginen portionsweise von beiden Seiten goldbraun braten. (Ich hab nicht gleich alles Öl in die Pfanne gekippt, denn gleich die erste Portion hätte alles Öl aufgesogen, also hab ich es nach und nach zugegeben, immer, wenn ich eine neue Portion gebraten habe). Auf Küchenpapier abtropfen lassen, dann fein hacken.

Die Auberginen in ein Sieb schütten und stehen lassen, bis der Großteil des Öls abgetropft ist (oder einfach noch gut mit Küchenpapier abtupfen). Dann in eine Schüssel geben und Knoblauch, Paprika, Kreuzkümmel, Koriander und Zucker hinzufügen. 

Die Pfanne auswischen, die Auberginenmischung erneut 2 Minuten bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren braten. In eine Schüssel geben, Zitronensaft unterrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Bei Raumtemperatur servieren. 

Quelle "Die Küche Marokkos"

Noch ein kleines Fazit zum Kochbuch: Ich liebe dieses Kochbuch sehr, aber es hat ein paar Mängel, das darf man nicht verschweigen. Für absolute Kochanfänger finde ich es ungeeignet, es fehlen nämlich manche Hinweise, die nur ein routinierter Koch automatisch und sowieso macht. Zeitangaben sind zum Großteil ganz unzureichend.





2. Gang:

** kalte Melonen-Gurken-Suppe

** Knusperbrösel mit Salz und schwarzem Sesam


























Für die kalte Melonen-Gurken-Suppe holt ihr euch vom Markt Feldgurken, die nicht wässrig sind und nach was schmecken:
1 große Feldgurke
1/2 Melone (Cantalupo)
1 - 1 1/2 TL Salz
weißer Pfeffer
1 Stamperl Dessertwein oder weißer Port
4 EL Creme fraiche
4 EL Joghurt 3,5 %

 Die Gurke schälen und dünne Streifen grün dran lassen. Halbieren und die Kerne entfernen. Fein hacken. Melone halbieren, ebenfalls Kerngehäuse herausschneiden, von der Schale schneiden und hacken. In ein hohes Gefäß füllen und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit dem Stamperl Dessertwein nun fein pürieren (Pürierstab). Schließlich Creme fraiche und Joghurt untermischen (nicht aufschäumen), kalt stellen und etwas durchziehen lassen (nicht zu lange, sonst wirds fade im Geschmack). 

Chilimarmelade für das "Tüpfelchen"

scharfe, rote Chilis und milde rote Chilis klein schneiden und mit Apfelessig und VanilleZucker so lange köcheln, bis die Masse geliert. Abkühlen lassen,  in einen Squeezer füllen und die Suppe damit toppen. Vorsichtig dosieren!

Knusperbrösel

Bio-Roggenbrot, getrocknet, ohne Rinde
fleur de sel
schwarzer Sesam
Butter

Das Roggenbrot fein reiben. Schwarze Sesamkörner trocken in einer Pfanne rösten, bis sie intensiv riechen. Jetzt die Butter in der Pfanne aufschäumen und die Roggenbrotbrösel hinzugeben. So lange rösten und immer wieder gut durchrühren, bis die Brösel extrem knusprig sind. Jetzt mit fleur de sel abschmecken und zur Suppe lauwarm servieren. Gibt einen sehr guten Kontrast.




3. Gang

** Seeteufel in Chermoula mariniert und gebraten

** Vanille CousCous

** Babymangold mit Tomaten-Marillen-Dressing

























Für den Chermoula-Fisch kauft ihr euch einen Fisch mit festem Fleisch und viel Geschmack:

Hier: Seeteufel
 
für die Chermoula:
1 TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmel 
1/2 TL gelbe Senfsamen
einige schwarze Pfefferkörner
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL Paprikapulver
1 getrocknete Chilischote
ganz wenig Safranfäden (in warmen Wasser aufgeweicht)
1 Zwiebel
2 - 3 Knoblauchzehen und
1 Bund Petersilie 
4 EL Zitronensaft
1 EL Weißweinessig
4 - 6 EL Olivenöl
Salz

Die ganzen Gewürze (bis Pfeffer) in einer Pfanne trocken rösten, dann im Mörser fein zermahlen. Zwiebel, Knoblauch und Petersilie sehr fein hacken. Mit allen anderen Zutaten zu einer dickflüssigen Marinade verühren,  mit Salz abschmecken. 

Nun die Fischstücke in eine Keramikform legen und mit Marinade völlig bedecken. Mit Folie gut verschließen und im Kühlschrank mehrere Stunden (evtl. über Nacht) ziehen lassen.

Eine Grillpfanne dünn mit Olivenöl bestreichen und die Fischstücke auf jeder Seite ca. 2 Minuten anbraten. Die übrige Chermoula separat in einem Topf erwärmen, evtl. nochmals abschmecken. 

VanilleCousCous

Hier: Instant-CousCous ca. 300 g
1/8 lt. Wasser
2 EL Olivenöl
Prise Salz
Mark von einer Tahiti-Vanille
2 - 3 EL Butter

Das Wasser mit Öl und Salz zum Kochen bringen. Den CousCous einstreuen und kurz aufkochen, dann bei kleiner Hitze ausquellen lassen, bis er schön trocken ist. Mit einer Gabel durchrühren und bei geschlossenem Deckel fertig ziehen lassen. Er muss schön weich-körnig sein, keinesfalls patzig.

Inzwischen eine Vanilleschote ausschaben und das Mark mit ca. 2 EL Butter aufschäumen. Die Vanillebutter unter den CousCous mischen und mit einer Gabel durchrühren und auflockern.

Babymangold mit Tomaten-Marillendressing

Den Babymangold gut waschen und in der Salatschleuder trocknen.
Für die Marinade klaren Tomatensaft, Marillenessig, etwas Salz, etwas Zucker mischen und mit Olivenöl in einem Squeezer gut durchshaken. Den Babymangold damit gut durchmischen.

In einer Schale den VanilleCousCous mit dem Fisch, etwas Chermoula und dem Babymangold anrichten. 


Die weiteren Rezepte (Lamm, Desserts, Käse etc.) folgen ...





2012/09/03

Sehr spät - wenig Sommer - ganz viel Laune!

Bilder: Ellja; P.T.



























Geplant war alles ganz anders! Es sollte Sommer sein, richtig warm und sonnig, für eine ausgelassene Gartensause! Galt es doch mein diesjähriges Projekt "Hinterhofgarten" zu bestaunen, welcher übrigens inzwischen schon große Fortschritte gemacht hat im Wechselspiel "Blumenpracht statt Unkrautwüste". Und so ganz nebenbei wollten ich und Herr P. unsere 4 Gartenprachtbewunderer Frau Küchenschabe samt Mitkoch sowie Eline und H. so richtig sommerlich bekochen und bewirten...

Also das war erstmal der Plan. Aber das Wetter spielte an diesem Wochenende so gar nicht mit.
Ohh nein, es hätte gar nicht hässlicher und unwirtlicher sein können. Freitags gab es Dauerregen und Samstags war es kalt und nass und ganz, ganz grauslich. Meine akribischen Wetterrecherchen schon am Beginn der Woche zwangen mich also umzuplanen. So wurde der Gartentisch kurzerhand geschultert und in den 3. Stock in unsere Wohnung geschleppt. Hier würde nun der spätsommerlaunen-Abend stattfinden müssen. Und wenn schon kein richter Sommer mehr zu erhaschen war, so durfte auch das Menü eine kleine Brücke zum bevorstehenden Herbst schlagen. Und so konzentrierte sich meine Auswahl mehr und mehr und fast von selbst in Richtung Orient. Das passte mir gut, denn die marokkanische Küche schmeckt Sommer wie Herbst (und auch Winter) gleichermaßen. Für wärmende, anregende Gewürze ist immer die richtige Jahreszeit.




























Angelpunkt für mein Menü war natürlich mein überirdisch tolles Lammfleisch von Biobauer S. Das musste einfach auf den Tisch! Zumal es wohl das letzte seiner Art sein würde, denn Herr S. schlachtet hinkünftig keine Kamerunlämmer mehr (.......kurzes Gedenken, bitte!.....) und ich müsste mir einen neuen Lammbauern suchen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.


























Jedenfalls hatte ich schon riesengroße Freude beim Aufschneiden. Das Fleisch war nach dem Auftauen taufrisch, es roch immer noch nach Wiesen und es war so dunkel und so fein zu schneiden wie Rinderfilet. Es würde das Highlight des Abends abgeben, und für die eine oder andere war es das dann auch, wie man hört ;-).

Rund um das Fleisch entwickelten sich schließlich sehr schnell die restlichen Gänge.
Hier also mein gesamtes Menü:

 süßes Tomatenconfit und Auberginenconfit
in Butter gebratene Baguettescheiben

**



kalte Melonen-Gurkensuppe mit Chilimarmelade
geröstete und gesalzene Roggenbrotbrösel und schwarzer Sesam

**



Seeteufel in Chermoula mariniert, gebraten
Vanille-CousCous
Babymangold mariniert mit Tomaten-Marillendressing

**
manchmal vergisst man beinahe aufs fotografieren ;-)

Lammtopf vom Kamerunlamm
Minzjoghurt
pfannengebratene Fladenbrote 

**





Gazellenhörnchen
Zwetschgenröster
Pistazieneis

**


man beachte die köstlichen Erdbeertrauben, von Frau Küchenschabe mitgebracht
 

 
La Tur - Weichkäse von Schaf-Kuh-Ziege
Birnensenf von der Nagawitzbirne

Saint Agur - Kuhmilchblauschimmelkäse
Hollerröster mit Minze

**



Da wir selbst keine sehr großen Weinkenner sind, ich aber wusste, dass meine Gäste sehr wohl viel von Wein verstehen, wollte ich natürlich nicht nackert mit einem mittelmäßígem Traubensaft antanzen. Und so habe ich fleißig recherchiert und wir kamen zu folgender Weinauswahl:


 
  1. 2008, cava reserva de la familia, penedés/spanien, juvé y camps
  2. 2010, grüner veltliner buteo 12, weinviertel, michael gindl
  3. 2009, grolleau, loire,  clau de nell
  4. 2010, beerenauslese, neusiedlersee/hügelland, feiler-artinger 

Ich denke, die Weinauswahl ist uns recht gut gelungen. Nur der Buteo wurde einen Tick zu lange diskutiert, aber auch ein kleines Versagen gehört zu so einem Abend dazu.







































Das allerwichtigste nämlich war, dass wir alle sehr viel Spaß zusammen hatten. Der Abend
lustig, launig und kurzweilig, die Gäste ausgelassen waren und wir alle satt und zufrieden und sehr spät auseinander gingen, mit einem wohligen Gefühl, wie man es nur unter lieben Freunden verspürt. 

Ja freilich, das hier ist eine Liebeserklärung an die besten Gäste, die man sich als Gastgeber wünschen kann! Danke!


Dank Eline und H. habe ich jetzt auch so einen Melkkübel!





2012/07/31

Wir haben Besuch!

Bilder: Ellja




























Jedes Jahr im Sommer reisen meine Schwiegereltern von Wien nach Linz und verbringen ein Wochenende bei uns. Jedes Jahr freuen wir uns aufs neue sehr darauf und planen immer ein hübsches Programm, das Freitags traditionell mit einem mehrgängigen Menü bei uns zuhause beginnt. Das üppige Mahl trainieren wir uns dann brav in den restlichen Tagen beim Wandern, beim Theaterbesuch und Sightseeing ab. Gelogen! Also das mit dem "Abtrainieren", denn wir nutzen natürlich in Folge jede gute Gelegenheit, um wo ganz wunderbar einzukehren ;-).

Schon Monate vor ihrem Besuch hab ich eine große Freude daran, das Menü zu planen und ich feile bis kurz vorher ständig daran herum. Fragt doch mal P., der musste die Menükarte so einige Male neu drucken ;-). Inspirieren lasse ich mich am liebsten von Gerichten, die ich im Laufe des Jahres schon einmal gekocht, gegessen oder gesehen habe, und die so gut waren, dass ich sie meinen Schwiegereltern, die beides ebenfalls sehr leidenschaftliche und gute Köche sind, vorsetzen möchte.
Zwischenfrage: Wie erkennt man, dass man in seinen Gästen kulinarische Seelenverwandte gefunden hat? Antwort: Indem man mit ihnen vor dem Essen, während des Essens und nach dem Essen ständig übers Essen redet ;-).

Nun, also, in diesem Jahr habe ich mir 6 Gänge ausgedacht, deren Vorbereitung schon 2 Tage vor dem Termin begonnen haben.






















































Am großen Tag ist alles minutiös geplant, der Tisch schön gedeckt!
Die Gäste können kommen!
































Hier das Menü:

 Mein persönliches Highlight 2012 musste einfach auf den Tisch: Gurkenmousse nach Eline mit Tatar vom Bachsaibling


Noch ein Küchentanz-Streich: Roter Raunerschaum mit Pfeffereis
Danke, Eline, meine Schwiegereltern waren begeistert!



Diesen Gang nenne ich: HühnerleberWirrWarr
Auf den Teller kamen: Hühnerleberparfait, gebratene Hühnerleber, Steinpilze, Brioche, Feigen, Himbeeren (aus meinem Garten!), Walderdbeeren, Kresse, PetersilMinzZiegenkäsepesto, Essblüten.
Es war ein Versuch, denn ich war mir gar nicht so ganz sicher, ob diese Kombination wirklich so gut passt. Aber das hat ganz toll funktioniert!



Ein geschmackliches Highlight: In Barolo pochiertes (und rückwärtsgebratenes) Rinderfilet mit Petersilwurzelpüree von Uwe
Das Saftl schaut am Teller ein wenig dünn aus, aber es war ordentlich reduziert und vom Geschmack herrlich, und ich wollte es keinesfalls eindicken. Das Fleisch war himmlisch. Pochiertes Fleisch ohne die Röststoffe fände ich fade, aber so...



Leider lieblos geknipst: Crème Brûleè, Pistazieneis, Marillenkompott


französischer Schafsweichkäse (mhhh!) mit meiner Brombeer-Rosmarin-Reduktion


Getrunken wurde: Hofstettner Granitbier, Grüner Veltliner Fritsch, Terre del Barolo 2007, Schwarzer Johannisbeerbrand von Lagler

Nach dem Essen war ein ausgiebiger Verdauungsspaziergang notwendig, aber es war so schön und vor allem so gemütlich! Wir freuen uns jetzt schon auf nächstes Jahr!

2012/03/14

Schon ganz rot!

Bilder: Ellja



































2 x Rote Rüben in einem Monat! Das ist - wer mich kennt  - schon rekordverdächtig. Gut, ich bin seit einer Weile nicht mehr ganz so abgeneigt. Und ich wage mich heran, an neue Rauner-Rezepte. So können wir den Borschtsch mal getrost als "nicht neu" beschreiben. Denn den mach ich immer wieder und immer wieder gerne. Das war ja bisher mein Vorzeigegericht, wenns um dieses ungeliebte Gemüse ging.

Aber hallo! Ganz übermütig hab ein paar Tage später einen Salat fabriziert, der auch aus roten Rüben bestand, und zwar fast ausschließlich. Sehr einfaches Rezept, aber war als "Zuaspeis" zum geräucherten Saibling und einem Krenpüree pipfein.

Rote Bete-Salat mit Kreuzkümmel
(aus: Die Küche Marokkos)

Rote Rüben(Bete), Olivenöl, Rotweinessig, gemahlener Kreuzkümmel, gemahlener schwarzer Pfeffer, rote Zwiebel, gehackte Petersilie.



























Jetzt will ich aber mal ein bisschen Applaus hören, hier! ;-)

2012/01/23

Pour Eline

Bilder: Ellja







Bei jeder Gelegenheit posaune ich es hinaus: Ich mag Rote Rüben nicht besonders gerne!

Die Frau vom küchentanz hat das aber wohl völlig kalt gelassen. Denn beim Linzer Bloggerinnentreffen im letzten Jahr hat Eline ganz ungerührt nämlich was serviert, was mit Roten Rüben ausgerechnet!

Ich hab das dann sogar gegessen. Ich bin ja ein neugieriger Mensch. Und ich wollte auch nicht gleich unhöflich erscheinen. Und außerdem sah dieser Raunerschaum einfach absolut köstlich aus. Ich wäre eine Idiotin gewesen, hätte ich da verweigert. Und nach dem fantastischen Supperl, ja überhaupt dem ganzen Menü, dem ausgesprochen netten Abend und nach einer Nacht überschlafen habe ich mir geschworen: "Das machst du ganz bestimmt mal nach!". Genauso! Und - für mich sowieso recht schwierig zu befolgen - fast genau nach Elines Rezept.

TATAAAAAAAAAAA







Ganz original mit dem weißen Pfeffereis.

Und weil mir auch die Birnen mit Sonnenblumenkernpesto so ausgezeichnet geschmeckt haben, gabs diese gleich auch noch. Das Pesto ist übrigens schon des öfteren zum Einsatz gekommen.

Großen Dank, liebe Eline!

2012/01/09

Mein erstes Mal: Fischsuppe

Bilder: Ellja




Meine allererste Fischsuppe - das war vor gefühlten 30 Jahren. Tatsächlich war es in den 90igern. Wie fast alle Kochneulinge, hatte ich damals großen Respekt vor Fisch. Heute weiß ich nicht mehr, warum eigentlich. Und warum sich dieser Bammel vor Fisch in der Welt der Freizeitköche immer noch so hartnäckig hält. Ich finde sogar, dass Fisch sehr einfach zuzubereiten ist, wenn man nur eines bedenkt: Fisch ist kein Fleisch. Und muss daher auch nicht stundenlang zerkocht oder zerbraten werden.










Diese Fischsuppe von damals mache ich immer wieder mal gerne. Sie erinnert mich an eine Zeit, wo ich die aufregende Welt der Gewürze und Aromen erst zu entdecken begann. Es war eine ungemein spannende Phase, natürlich muss ich auch schmunzeln über manch naive Herangesehensweise von damals. Aber das gehörte eben dazu. Lernen durch Erfahrung. Und am meisten lernt man durch Pannen, oder? Jedenfalls ist mir ein Fehler nie ein zweites Mal passiert. Ich war damals sehr hungrig. Die Welt des guten Essens war so uneingeschränkt, so gewaltig. Ich sah so viele Möglichkeiten und ich wollte alles wissen, alles lernen, alles können.






Heute - so viele Jahre später - habe ich mich doch ein großes Stück weiter entwickelt. Ich hab so vieles ausprobiert und einiges davon macht mir keine bis überhaupt keine Mühe mehr. An neue Sachen wage ich mich ohne Hemmungen heran und passiert mal was - gar kein Malheur. Aber mit diesem Gleichmut, so muss ich eingestehen, ist auch dieser große Hunger nicht mehr so groß. Ich bin ein wenig müde geworden. Ich hoffe, es liegt nur am winterlichen "mood" und geht wieder vorüber. Mir fehlt dieses kribbeln, wie beim ersten Mal. Vielleicht ist es auch zuviel - von allen Seiten holt man sich inzwischen die Rezepte, Anregungen, Inspirationen. Die Starköche zieren das heimische Wohnzimmerregal. Jederzeit bereit, nachgekocht zu werden. Jedes Lebensmittel kann man fast überall bekommen, zu jeder Zeit. Man muss gar nicht mehr "jagen", alles ist beinah immer verfügbar. Alle Welt kocht! Alle Welt zelebriert! Es ist ein großer Rummelplatz, und alle 3 Minuten kann man eine neue Runde drehen...






























Ach, ich hoffe sehr, es liegt nur am miesen Wetter...
Denn die Fischsuppe hätte das wirklich nicht verdient. War sie doch meine erste.

 Hier das Rezept: (leider weiß ich den Ursprung nicht mehr, könnte aber gut aus dem CK gewesen sein)


 Zutaten für 4 Personen:
200 g Filet vom Petersfisch 

200 g Kabeljaufilet
150 g Garnelen

200 g Fenchel
6 Fäden Safran
1 Bund Frühlingszwiebeln
4 - 6 Knoblauchzehen
3 EL Olivenöl

1 Bund Basilikum
200 ml Fischfond (od Gemüsebrühe)
200 ml trockener Weißwein

2 EL Zitronensaft
100 g Mascarpone

Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer


Zubereitung:
Die Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in Ringe schneiden. Den Knoblauch schälen und fein hacken. Den Fenchel putzen, waschen und in nicht zu große Stücke schneiden. Das Basilikum waschen, trockenschütteln und die Blätter in feine Streifen schneiden. Die Garnelen waschen und gut abtropfen lassen.In einem Topf das Öl erhitzen, die Frühlingszwiebeln und den Knoblauch darin andünsten. Den Fenchel zufügen und einige Minuten mitdünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen, die Safranfäden zufügen und verrühren. Den Wein und den Fischfond bzw. die Brühe angießen, einmal aufkochen und dann auf kleine bis mittlere Hitze reduzieren.
Die Fischfilets waschen, trockentupfen und würfeln. Mit dem Zitronensaft beträufeln und in den Topf geben. Alles 20 Minuten garen. 5 Minuten vor Ende der Garzeit das Basilikum, die Garnelen und den Mascarpone einrühren und etwas einkochen lassen. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit frischem Weißbrot servieren.