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2012/02/08

off-topic: ACTA oder das Ende der Foodblogs?








Urheberrechte müssen geschützt werden! Ja sicher! - so weit, so gut. Aber was, wenn dies überirdisch verrückte und auch menschenrechtlich fragwürdige Dimensionen annimmt?
Und es letzlich den Urhebern eh nix nützt?

Frau Turbohausfrau kann davon ja schon ein (Valentin)Lied singen, welch kuriose Blüten sowas treiben kann. Aber - glaubt man den aktuellen Meldungen - kommt das dicke Ende erst noch.

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) ist ein völkerrechtliches Abkommen, das von den USA und Japan initiiert wurde. Den Vertrag, der internationale Standards zur Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen und Produktpiraterie setzen soll, haben inzwischen die meisten der 27 EU-Mitgliedsstaaten unterzeichnet. ACTA baut auf dem Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS-Abkommen) auf, das vor allem durch die Patentierung von Saatgut und Medikamenten in die Kritik geriet.

ATTAC Deutschland ruft zum Protest und startet Webattacken. ATTAC Österreich protestiert auch, aber da setzt man auf friedlicheres Vorgehen.

Hier im Video sehr gut und einfach erklärt, was ACTA eigentlich ist:



Reden wir darüber.

Wer aber gleich aktiv werden möchte - und sei es nur mit Unterzeichnung der Petition, kann und sollte das hier tun.

2011/10/06

off topic: Occupy Wall Street

20.000 Menschen wehren sich in NYC gegen das (Finanz)System!
Klassenkampf will gut (selbst)organisiert sein...





Right Here All Over  (Occupy Wall St.) from Alex Mallis on Vimeo.




more information: http://occupywallst.org/

2010/06/07

Ein Bett in Haiti


Bilder: © Ellja

Aus der Not eine Tugend machen.. was der Küchenschrank so hergibt, kann oft eine recht spannende Reise sein, in eine Richtung, die man so erstmal nicht geplant hatte. Besonders dann, wenn der Hunger einen vorwärts treibt.

Mein Magen knurrt, ich muss was essen. Und das schnell.
Der Kühlschrank ist nicht gerade mit den Köstlichkeiten dieser Welt gefüllt. Wer hätte sie auch kaufen sollen? Ich hatte keine Zeit. Also was machen wir mit dem, was da ist?

Kurzer Check:
Süßkartoffel
Tomaten
Fenchel
Sauerrahm
Parmesan


Nach kurzen (und auch etwas längeren) Überlegungen und Hin- und Hergeschiebe verschiedener Grundzutaten kam das hier raus:
- Süßkartoffel-Kräuter-Falaffel
- Gewürzjoghurt mit Schwarzkümmel
- Tomaten-Fenchel-Rosinen-Auflauf mit Parmesanhaube

Der Kühlschrank geleert, die Reste sinnvoll aufgebraucht, satt und innerlich befriedigt.
Ein Stimmchen im Ohr "Ich schmeiße keine Lebensmittel weg, neinnein". Und meistens gelingt mir das sehr gut. Aber zu selbstzufrieden lege ich die Beine schließlich auch nicht hoch, denn was ich hier fast schon mit Sportsgeist verwerte ist anderswo bittere Notwendigkeit. Ich vergess das nicht, dass es so viele hungernde Menschen auf dieser Welt...

Und der Gedanke ist noch gar nicht zu Ende gedacht, sehe ich die aktuelle Lage in Haiti im Fernsehen. Port-au-Prince immer noch im Schutt versunken. Die Slums haben sich auf weite Teile des Landes, das einst Grünland war, ausgeweitet. Die Müll- und Schutthalden mit den verschütteten Toten sind noch genauso wie nach dem Beben. Es fehlt das Geld und die nötigen Werkzeuge, um die Leichen zu bergen. Tausende Obdachlose unter Zeltplanen. Schuhkartons für eine ganze Familie. Kindersklaven kehren die behelfsmäßig zusammen gezimmerten Hütten. Anstieg der Vergewaltigungen. Eine unfähige Regierung. Korrupte Beamte. Die Hilfsgüter werden inzwischen um teures Geld verscherbelt. Studentengruppierungen wehren sich dagegen mit Demonstrationen vor dem Regierungsgebäude. Alles mit wenig Erfolg. Das Land liegt darnieder. Traurige Bilder nach einer Katastrophe.

Ein Mann lächelt missmutig in die Kamera "Hier in Haiti ist nicht das Problem, Essen zu bekommen, da gibt es überall etwas, sondern einen Platz zum Schlafen".