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2013/01/03

Zu Ende erzählt ...



Seit 2007, also bald 6 Jahre, blogge ich nun hier. Es hat mir so viel Spaß gemacht! Es hat mir sehr viel Gutes gebracht. Mich selbst wachsen lassen, meinen Anspruch ans Essen, meine Sichtweisen zu unterschiedlichsten Bereichen rund ums Essen und Genießen. Ich habe fantastische, beeindruckende Menschen kennengelernt. Und von anderen tollen Blogs und ihren Ideen und Beiträgen enorm profitiert. Ja, es war ein richtiges, kleines, ganz aufregendes Abenteuer und Highlight. 

Etwas langjähriges und so gewachsenes zu beenden erfordert ganz viel Mut. Das merke ich, seit ich mit dem Gedanken spiele, dieses Projekt zu schließen. Es fällt mir richtig schwer, loszulassen. Aber mein Credo lautet: Tue etwas mit Hingabe und Leidenschaft oder lass es bleiben! Und diese ursprüngliche Leidenschaft, mit der ich meine Beiträge früher verfasst habe, ist einer gewissen Skepsis und Gleichgültigkeit gewichen. Ja, und darum kann ich an dieser Stelle auch nicht mehr wie bisher weitermachen. Natürlich koche ich nach wie vor und probiere neues aus, gehe Wagnisse ein und erfreue mich an Erprobtem weiterhin. Aber - und das ist wohl der wichtigste Grund - ich möchte dies alles nicht mehr länger mit der Öffentlichkeit teilen. Ich für meinen Teil habe genug von mir und meinem (Koch)Leben preis gegeben. Jetzt aber möchte ich damit aufhören, für eine Weile oder für immer, darauf lege ich mich nicht fest. Denn das Leben ist halt sprunghaft und wer weiß, ob ich nicht in einem Jahr oder so wieder zu dem zurück kehren möchte, was mich hier einmal so begeisterte (darum bleibt dieser Blog auch bestehen). Aber im Moment finde ich es spannender, mich wieder in mein ganz privates Leben zurück zu ziehen und meiner Kocherei vielleicht eine neue und ganz andere Richtung zu geben (Nein, ein Geschirrspüler wird ganz sicher nicht angeschafft ;-)? Wer weiß, welche Fenster sich öffnen, wenn ich diese Türe schließe ;-).
 
Ich werde meine Lieblingsblogs weiterhin lesen und meine Bloggerfreundinnen hoffentlich weiterhin regelmäßig treffen. Ich danke euch allen dafür, dass ihr bei mir mitgelesen habt und euch meine Rezepte und Geschichten begeistern konnten. Ich wünsche euch alles Gute, weiterhin viel Genuss und Freude und ich winke euch ganz herzlich zu!
 
Eure Ellja!

2012/11/25

Sonntagsluxus

Bilder: Ellja






































Der Sonntag ist mir heilig! Am Sonntag ist alles anders. Da wird der Tag gemächlich begonnen. Wenn am Samstag doch noch das eine oder andere zu erledigen ist, der Sonntag bleibt erledigungsfrei. Und so richtig fein gefrühstückt wird auch in erster Linie  - ihr wisst es schon - Sonntags!

Bei uns in Österreich ist der Sonntag immer noch Ruhetag. Die Geschäfte sind alle zu (es gibt schon die ein oder andere Ausnahme, aber sie sind immer noch Ausnahmen). Und ich bin ganz dafür. Weil es uns Menschen zwingt, doch wenigstens einen Tag in der Woche mal RUHE ZU GEBEN. Davon abgesehen, dass ich allen Handelsangestellten dieser Welt einen freien Sonntag gönnen würde, finde ich es sehr beruhigend, dass man an diesem Tag alles mögliche tun kann: Ausschlafen, im Garten arbeiten, Spazieren gehen, Wandern, Freunde einladen, Verwandte besuchen, Radfahren, Schifahren, ins Kino gehen, ein Buch lesen, Maniküre, Pediküre, ins Narrnkastl schauen...

Alles, nur nicht hektisch von einem Geschäft ins nächste rennen und sein schwer verdientes Geld in Konsumware zu tauschen. Wir kaufen alle sowieso zuviel Zeugs, das wir gar nicht brauchen. Wenn ich manchmal so durch sehr große Geschäfte (Stores) gehe, dann frage ich mich immer öfter "Wer soll das alles kaufen, wer soll diese Berge von Klamotten denn anziehen?" Und auch bei den vielen Lebensmitteln in den Supermärkten stelle ich mir die gleiche Frage. Was soll diese Warenvielfalt denn bringen, außer noch mehr Verunsicherung? Eine Auswahl von 10 verschiedenen Müslisorten (mindestens) und trotzdem alles nur zuckriger Schrott... Masse statt Klasse. Ich wünsche mir den kleinen Greissler ums Eck´herbei. Ein überschaubares Sortiment gut ausgesuchter Waren. Aber das ist einfach nur, weil heute Sonntag ist und ich ganz viel Zeit zum träumen und fantasieren habe ...

Wenn es dann langsam gegen Mittag geht, mache ich mich ans Mittagsfrühstück: Erdäpfel aus meinem Biokistl für die Kartoffelrösti. Gebeizter Saibling vom Fischhändler. Und frischer Sauerrahm von meiner Marktfrau.

Was für ein Luxus!



























Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!





2012/11/06

Der Winter naht ...

Bilder: Ellja































... und der Garten darf zur Ruhe gebettet werden.



Die letzten Quitten werden vom Baum geholt.


























Auch die Chiliernte ist beendet. Heuer immer noch nicht so prächtig wie bei so manch anderer.
Aber besser als die Jahre davor. Und die letzten Früchte waren auch die schärfsten.





























Blumenzwieberl werden noch schnell in die Erde gesteckt, damit der Frühling nächstes Jahr gleich farbenprächtig Einzug halten kann.





























Sträucher und Stauden zurückgeschnitten.



























Um schließlich die Handschuhe auszuziehen.


























Und das keinen Tag zu früh.



Der Winter naht ...

2012/10/28

Versündigt euch!

Bilder: Ellja






























Am Sonntag geht man in die Kirche zum beten und beichten.
Danach ins Wirtshaus zum Frühschoppen.

Sodass daraufhin um Punkt zwölfe das Mittagessen auf dem Tisch steht.
Was gibts? Ein Bratl oder ein Schnitzl!

So oder so ähnlich kenn ich das jedenfalls aus meiner Kindheit am Land.
Jetzt geh ich schon lange nicht mehr in die Kirche. Und überhaupt nie geh ich zum Frühschoppen.
Aber gegen ein Sonntagsbratl oder - schnitzl habe ich trotzdem nichts einzuwenden.
Und wenn ich auch sonst nie beichten gehe, aber an dieser Stelle muss ich was beichten.
Hin und wieder versündige ich mich nämlich am selbigen, also am Sonntagsschnitzl!

Schuld daran ist meine Nachbarin, bei der gabs jeden Sonntag Schnitzel, auch dann, wenn es bei uns keines gab. Und der Duft von Butterschmalz und gebratenem Fleisch hat mich oftmals dazu verführt, bei der Nachbarin am Schnitzeltisch zu sitzen. Aber gar nicht so sehr wegen dem Schnitzel. Nein, nein, aber bei meiner Frau Nachbarin wurde als "Zuspeis" etwas serviert, das ich so gar nicht kannte. Bei uns nämlich gab es zu einem Schnitzel Petersilerdäpfel oder Risibisi und Salat: Gurkensalat, Tomatensalat, grünen Salat. Aber dort in der Nachbarsstube gab es außerdem noch Pfirsichkompott, nämlich das picksüße aus der Dose! Und zwar nicht als Nachspeis´, sondern - wie schon gesagt - als Zuspeis! Ja, und das war der eigentliche Grund, warum ich der Nachbarin ihr Schnitzel so geliebt habe.

Und wie das halt so ist mit Essen aus der Kindheit, gibt es auch heute noch zu meinem Sonntagsschnitzel ab und zu, wenns mich überkommt, Dosenpfirsiche und Gurken-Rahm-Salat.
Ich nehm jetzt auch die besseren im eigenen Saft. Und sie schmecken mir - wenn auch sonst zu gar nichts mehr - hier immer noch. Sicher hat der Teufel seine Hand im Spiel ...



2012/10/12

Jetzt wirds mir aber zu bunte!

Bild: Ellja



























Kürzlich hat mich das herbstliche Regenwetter direkt dazu getrieben, meinen Vorratsschrank auszuräumen, alles durchzusehen, den Kasten auszuwischen und wieder alles fein säuberlich einzuräumen. Alles natürlich nicht. Denn ganz hinten im Eck, wo ich eh gar nie hinkomme, da versteckte sich ein Päckchen mit bunten Nudeln, genauer gesagt Farfalle. Mein Töchterlein war von den Farben so angetan, dass sie eine Packung für ihre Freundin aus dem Italien-Urlaub mitnehmen wollte, nein musste (trotz eines zarten Protestversuchs meinerseits "Schätzchen, die sehen nur hübsch aus, aber sie schmecken nicht gut"). Mazzi Oreste möge mir verzeihen, aber die Nudeln schmecken mir wirklich überhaupt nicht.

Der Urlaub war schließlich zu Ende, die Nudeln in meinem Schrank geparkt, die Monate verstrichen, die Mascherl waren vergessen. Und jetzt sind sie wieder aufgetaucht. Mir taten die armen Dinger leid, sowas hatten sie auch nicht verdient. Eine so weite Reise, um im Müll zu landen? Nein, das wollte ich dann doch nicht verantworten. Und da ich sie mir schließlich nicht an die Bluse binden wollte, blieb mir nur eines übrig: Verkochen!

Aber welche Sauce? Diese Nudeln mussten ordentlich in Sauce ertränkt werden, soviel stand für mich fest! Eine Bolognese mit Erbsen zog schließlich das Los. Und beim Essen selbiger zogen innere Bilder vorbei... Rimini ... Caprihosen ... Espandrillos (nicht Espandrilles ;-)... Calamari fritti... endlose Liegestuhlreihen ... Bocciakugeln ... ein Bündel voller Geldscheine Lire... und erste zarte Annäherungen an glutäugige Jungcasanovas... und natürlich ....

UMBERTO TOZZI!





Und all das hatte ich also meinem Fräulein V. zu verdanken, nur weil sie ihre kitschig-bunten Mascherl vergessen hatte? Allora...

2012/10/07

Die Vercupcakeisierung der Tortenkultur

 
 

Achtung! Jetzt wirds bösartig. Aber sie lauern ja auch wirklich hinter beinah jedem Blogeintrag. Diese kleinen süßen Dinger, die meistens in Pastell und recht lieblich und bestimmt zuckersüß daherkommen ...
Und durch diesen "Flash" an "Cupcakes da - Cupcakes dort" hab ich es bisher geschafft, noch nie ein so ein Teil in den Mund zu nehmen. Mir wird schon beim Hinsehen schlecht...







Auf dass ich jetzt die halbe Bloggerinnenwelt (Männer bloggen keine Cupcakes, oder?) gegen mich aufbringe. Aber: Mag denn keiner mehr richtige Kuchen backen? Ich sage ja nicht, dass sie nicht herzallerliebst aussehen, und vielleicht schmecken sie auch gut (oder?), aber warum muss dieses Zeugs aus Übersee unsere Backstuben überschwemmen? Mir hätten eigentlich die Muffins schon gereicht. Und ja: Donuts sind auch nur Krapfen mit einem Loch drin. Und bitte bleibt mir vom Leib mit Bubbletea und frozen Joghurt. Aber ich mag ja auch kein "hello kitty"...

Irgendwie ist es ja auch ungerecht. Als ich noch in dem Alter war, in dem mir Cupcakes wahrscheinlich riesigen Spaß gemacht hätten (und ich stolz einen Sarah Kay Handarbeitskoffer, natürlich in rosa, vor mir hertrug), gab es an kleinen Teilchen nur "Polsterzipf" und zu Weihnachten gabs Kekse. Aber jetzt bin ich ja schon groß...


 

Und jetzt sag ich es LAUT: Ich bin einfach für was Richtiges. Eine schöne große, üppige Torte, mit ordentlich was drauf. Und davon ein großes Stück abschneiden. Oder ein flauschiger (Küchenschabenjargon) Marmorkuchen, dick mit Staubzucker überzuckert. Und wer bitte kann einen saftigen Strudel stehen lassen? Auf dass ich hier altmodisch und gestrig klinge, aber ich steh auf ehrliches Gebäck, und von mir aus auch auf solches, dem man es optisch gar nicht ansieht, wie gut es schmeckt. Weil es sich nicht unter Zuckerhäubchen verstecken braucht. Für mich ist ein Cupcake ein aufgepimpter Rührteigpatzen, den wohl nur ein Zuckerguss retten kann ;-).









So, und ich hoffe sehr, dass mehr Bloggerinnen diese Kitschzone wieder verlassen. Wir sind doch alle schon große Mädels und dürfen große Sachen fabrizieren, oder? ;-)
Aber um nicht völlig ungerecht zu sein, muss ich das Bild etwas gerade rücken: Ich lese mich sehr gerne durch viele, viele Blogs, die auf rosa Zuckerguss verzichten und ganz ausgezeichnete Mehlspeisen backen. Die Tortenwelt wird daher nicht untergehen! Und: es gibt noch schlimmeres als Cupcakes: Cake Pops!

PS: Den schönen Titel habe ich meinem Kollegen G. zu verdanken, mit dem ich mich vor kurzem zu diesem Thema unterhielt. Lieber G, ich bin neidisch, dass er mir nicht zuerst eingefallen ist ;-).



2012/09/03

Sehr spät - wenig Sommer - ganz viel Laune!

Bilder: Ellja; P.T.



























Geplant war alles ganz anders! Es sollte Sommer sein, richtig warm und sonnig, für eine ausgelassene Gartensause! Galt es doch mein diesjähriges Projekt "Hinterhofgarten" zu bestaunen, welcher übrigens inzwischen schon große Fortschritte gemacht hat im Wechselspiel "Blumenpracht statt Unkrautwüste". Und so ganz nebenbei wollten ich und Herr P. unsere 4 Gartenprachtbewunderer Frau Küchenschabe samt Mitkoch sowie Eline und H. so richtig sommerlich bekochen und bewirten...

Also das war erstmal der Plan. Aber das Wetter spielte an diesem Wochenende so gar nicht mit.
Ohh nein, es hätte gar nicht hässlicher und unwirtlicher sein können. Freitags gab es Dauerregen und Samstags war es kalt und nass und ganz, ganz grauslich. Meine akribischen Wetterrecherchen schon am Beginn der Woche zwangen mich also umzuplanen. So wurde der Gartentisch kurzerhand geschultert und in den 3. Stock in unsere Wohnung geschleppt. Hier würde nun der spätsommerlaunen-Abend stattfinden müssen. Und wenn schon kein richter Sommer mehr zu erhaschen war, so durfte auch das Menü eine kleine Brücke zum bevorstehenden Herbst schlagen. Und so konzentrierte sich meine Auswahl mehr und mehr und fast von selbst in Richtung Orient. Das passte mir gut, denn die marokkanische Küche schmeckt Sommer wie Herbst (und auch Winter) gleichermaßen. Für wärmende, anregende Gewürze ist immer die richtige Jahreszeit.




























Angelpunkt für mein Menü war natürlich mein überirdisch tolles Lammfleisch von Biobauer S. Das musste einfach auf den Tisch! Zumal es wohl das letzte seiner Art sein würde, denn Herr S. schlachtet hinkünftig keine Kamerunlämmer mehr (.......kurzes Gedenken, bitte!.....) und ich müsste mir einen neuen Lammbauern suchen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.


























Jedenfalls hatte ich schon riesengroße Freude beim Aufschneiden. Das Fleisch war nach dem Auftauen taufrisch, es roch immer noch nach Wiesen und es war so dunkel und so fein zu schneiden wie Rinderfilet. Es würde das Highlight des Abends abgeben, und für die eine oder andere war es das dann auch, wie man hört ;-).

Rund um das Fleisch entwickelten sich schließlich sehr schnell die restlichen Gänge.
Hier also mein gesamtes Menü:

 süßes Tomatenconfit und Auberginenconfit
in Butter gebratene Baguettescheiben

**



kalte Melonen-Gurkensuppe mit Chilimarmelade
geröstete und gesalzene Roggenbrotbrösel und schwarzer Sesam

**



Seeteufel in Chermoula mariniert, gebraten
Vanille-CousCous
Babymangold mariniert mit Tomaten-Marillendressing

**
manchmal vergisst man beinahe aufs fotografieren ;-)

Lammtopf vom Kamerunlamm
Minzjoghurt
pfannengebratene Fladenbrote 

**





Gazellenhörnchen
Zwetschgenröster
Pistazieneis

**


man beachte die köstlichen Erdbeertrauben, von Frau Küchenschabe mitgebracht
 

 
La Tur - Weichkäse von Schaf-Kuh-Ziege
Birnensenf von der Nagawitzbirne

Saint Agur - Kuhmilchblauschimmelkäse
Hollerröster mit Minze

**



Da wir selbst keine sehr großen Weinkenner sind, ich aber wusste, dass meine Gäste sehr wohl viel von Wein verstehen, wollte ich natürlich nicht nackert mit einem mittelmäßígem Traubensaft antanzen. Und so habe ich fleißig recherchiert und wir kamen zu folgender Weinauswahl:


 
  1. 2008, cava reserva de la familia, penedés/spanien, juvé y camps
  2. 2010, grüner veltliner buteo 12, weinviertel, michael gindl
  3. 2009, grolleau, loire,  clau de nell
  4. 2010, beerenauslese, neusiedlersee/hügelland, feiler-artinger 

Ich denke, die Weinauswahl ist uns recht gut gelungen. Nur der Buteo wurde einen Tick zu lange diskutiert, aber auch ein kleines Versagen gehört zu so einem Abend dazu.







































Das allerwichtigste nämlich war, dass wir alle sehr viel Spaß zusammen hatten. Der Abend
lustig, launig und kurzweilig, die Gäste ausgelassen waren und wir alle satt und zufrieden und sehr spät auseinander gingen, mit einem wohligen Gefühl, wie man es nur unter lieben Freunden verspürt. 

Ja freilich, das hier ist eine Liebeserklärung an die besten Gäste, die man sich als Gastgeber wünschen kann! Danke!


Dank Eline und H. habe ich jetzt auch so einen Melkkübel!





2012/07/28

Kleine Leckerbissen #4

Bilder: Ellja

























Ich habe in Irland natürlich massig eingekauft, eh klar! Man kommt ja an keinem noch so kleinen Markt vorbei. So habe ich im Irgendwo auf der Strecke einen OrganicMarket mit sagenhaften 5 Verkaufsständen geplündert, nämlich gab es da die herrlichsten Marmeladen. Und hier mein absoluter Favorit: Rhabarbermarmelade mit Vanille!

Das gemeine ist ja, dass man erst HINTERHER weiß, also erst nach dem Öffnen, wie gut eine Marmelade schmeckt und man HINTERHER denkt: "Ach, hätt ich doch genau von dieser Marmelade mehr gekauft!"...  bei der Heimreise hatten unsere beiden Koffer je 19,6 kg, also es wären locker noch je 400 g möglich gewesen, Mist!

Jedenfalls, das kleine Gläschen mit dieser Rhabarbermarmelade ist fast leer. Ich teile sie mir noch gut ein, aber sie schmeckt auf Joghurt einfach zu himmlisch. Viel zu schade für "aufs Brot" ;-).





 In meiner Biokiste befanden sich putzige Miniwassermelonen. Aber die hatten es in sich. Herrlich süß, saftig und genauso, wie ich Wassermelonen mag. Die Minivariante hat überdies den Vorteil, dass sie in handlichem Format genau für zwei Personen sofort von der Hand in den Mund wandern kann.



































Den Kühlschrank leer machen mit Restelverwertungshäppchen: Leberkäse, Rosmarinpolenta, Chilisauce, Roastbeef, Kren, englischer Senf.










Butterschmalz.
So einfach herzustellen.
Kühlschrank neu aufgefüllt.
Dieser Vorrat macht mich glücklich.




Und schließlich meine neue kleine Bibliothek für etwa 3000 Bücher. Die macht mich ebenfalls glücklich!



2012/06/13

MMhhaalaga

Bilder: Ellja
 
 

Jetzt hab ich sie also auch. Die hauseigene Gelateria! Lange habe ich überlegt, ob das denn sein muss.
Und schließlich bin ich zu dem Schluss gekommen: "Muss!"

Nicht, dass ich jemanden kennen würde, der Eis nicht mag, aber ich mags halt wirklich auch extrem gerne. Und zu wissen, was drin ist, gibt mir ein gutes Gefühl. Ich hab einfach keine Lust mehr auf industrielles Zeugs. Und auch wenn das heimische Gelati ohne Emulgatoren niemals so "cremissimo" wird, so ist es mir doch um Berge von Eisgupferl lieber so hausgemacht. Herr P. nennt mich jetzt sogar schon Eisprinzessin, also was können ein paar Eiskristalle da denn schaden?

Aber zurück zur allerersten Frage, die ich mir stellte: Welches Eis machen wir zum Einstand?

Ich habe meine Eisografie mal so im Kopf repliziert und bin auf eines gestoßen, das meine ganz persönliche Eisrevolution in früher Jugend erst in Gang brachte...

Als Mädel vom Land kannte ich neben Brickerl und Jolly schon auch Speiseeis von unserem Konditor schräg gegenüber. Der hatte neben Gebäck und Torten im Sommer auch noch eine kleine Eisvitrine. Und wir Kinder stellten uns am Wochenende nach dem Baden im Teich  - gerne auch mehmals - dort an, um uns mit Schokolade, Vanille, Erdbeere und Zitrone vollzupatzen. Ja, genau, 4 Sorten, und ich glaub das wars aber dann auch schon mit der Sortenvielfalt. Vielleicht gabs auch noch Haselnuss, aber das mag man ja erst als Erwachsener.

Nach vielen Sommern mit Badeteich und Erdbeereis streckte ich meine Fühler nach der großen Welt (Provinzstadt) aus und besuchte meine Linzer Freundinnen. Und die schleppten mich in eine Eisdiele, und da war es dann so weit. Ich und das Malagaeis schlossen lebenslange Freundschaft! Vorbei die Tage der unschuldigen Vanille-Erdbeer-Liaison. Verwegen kam ich mir vor, weil ich Eis mit Rum gekostet hatte, und diesem Gott von nun an auf ewig huldigen würde. Was für eine Sünde, so cremig, so soft, so verdammt gut mit ein paar alkoholgetränkten knackigen Rosinen dazwischen. Ich war im Eishimmel angekommen!

Ja, und da ist es nun, mein erstes eigenes Rum-Rosinen-Eis aus der Gelatissimo:



























Ich muss gestehen, dass ich so gierig darauf war, dass ich mich beim Fotografieren nicht sehr bemüht habe. Ich habs einfach nur abgeknipst. Viel wichtiger war mir der erste Test. Ich hatte das Eis ja schon einige Mal ohne Maschine gemacht (ja, genau, mit einfrieren, rühren, einfrieren, rühren, wieder frieren, rühren und so weiter ...), und so war ich auf den Unterschied schon sehr gespannt.

Und alle, die ebenfalls eine Eismaschine besitzen, wissen es ja bereits: Es ist keinerlei Vergleich!
Jetzt mag das Eis auf dem Bild oben nicht so cremig ausschauen, aber glaubt mir: Es war überdrübersuperdoupercremig! Jedenfalls für meine bisherigen Verhältnisse.

Obergenial! Und meine Liebe zu Malagaeis ist zudem um weitere Jahrzehnte gesichert ;-).

Rum-Rosinen-Eis

Rosinen (eine Handvoll)
4 - 5 EL Rum
100 ml Milch
300 ml Sahne
100 g Zucker
1 Vanilleschote
3 Eigelbe

Die Rosinen über Nacht in Rum einlegen.
Am nächsten Tag die Milch und Sahne in einen Topf geben und mit der ausgekratzen Vanille nur kurz aufkochen. Zur Seite stellen. Eigelbe mit Zucker in einem Wasserbad zur cremig gelben Masse schlagen. Die lauwarme Milch-Sahne vorsichtig nach und nach unterrühren. Schließlich die Masse im Eiwasser weiterschlagen, bis sie abgekühlt ist. Die Rosinen mit dem Rum unter die Eiscreme rühren und dann in die Eischmaschine geben.
Bei mir dauerte das etwa 20 Minuten. Dann war das Eis perfekt.

Jetzt ist es bei dem hohen Zucker- und Sahneanteil natürlich nicht sehr schwierig, ein cremiges Eis zu bekommen. Und daher ist mein nächster Versuch ein Sorbet.

Aber dazu bald mehr...






2012/06/08

Ohne Worte

Bild: Ellja






































to be continued ...

2012/06/06

Kirschenskinder!

Bilder: Ellja





























Manchmal kommt man ein wenig in Bedrängnis. Mein Lammbauer hat mir nach längerer Zeit des Darbens nun recht spontan Nachschub angekündigt. Erster Gedanke: Juchhuu! Es gibt wieder Lamm. Zweiter Gedanke: Menschenskinder, mein Tiefkühler ist voll! Bei meiner kleinen Tiefkühlabteilung können 6 kg Fleisch durchaus Stress verursachen. Also muss so einiges raus. Neben Gnocchi und Rotkraut, einer Packung Eis (wer braucht die jetzt noch, haha!) fanden sich auch noch Kirschen vom letzten Sommer. Trifft sich gut, bald folgt ja Nachschub, also raus damit.

Und wieder mal gabs ein wochentägliches Notessen, das so nicht geplant war, aber alles andere als unnötig war.

Das Rotkraut wurde kurzerhand mit Gnocchi in Estragonbutter gepaart. Und hey, wer denkt, dass das nicht passt, der sollte mal in seinem Tiefkühler kramen und hoffen, dass er sowas findet.




























Und der Joghurt-Kirschenfleck wurde auch verputzt, ratzeputz!

1 Becher Joghurt
200 g Zucker
1 ausgekratzte Vanilleschote
4 Eier
450 g Mehl
120 g neutrales Öl (Traubenkernöl)
ca. halbes Kilo (bisschen mehr) Kirschen

Zucker mit Vanilleextrakt mörsern.
Eier trennen, Eiweiß mit Prise Salz steif schlagen.
Zucker und Eidotter nun zur gelben Creme schlagen.
Joghurt untermengen.
Öl einfließen lassen und unterrühren.
Das Mehl auf den Teig sieben und mit einem Spatel vorsichtig unterheben.
Zum Schluss noch den Eischnee unterheben.
Die Masse auf ein ausgefettetes Backblech streichen und mit den Kirschen belegen.
Den Kirschkuchen 25-30 Minuten bei 170 Grad mit (Heißluft) backen.

 Kurz und knapp: Köstlich!

Ein paar Notessen wirds noch geben, dann kann mein Lamperl in die Truhe hüpfen!

2012/05/02

Mein kleiner Hinterhofgarten


Bilder: P.T.


























Ich lebe mitten in der Stadt, habe aber das Glück, dass wir einen recht großen, recht naturbelassenen Hinterhofgarten haben. Jahrelang habe ich meine Augen vor dem Zuviel an Natur verschlossen, aus vielerlei Gründen. Meine Nachbarn (es ist ein Gemeinschaftsgarten) offensichtlich auch. Seit letztem Jahr tu ich mir damit zunehmend schwerer. Das Thema "Garten" ist mehr und mehr in mein Blickfeld gerückt. Nicht, weil ich jetzt die große Gärtnerin wäre. Ganz unter uns gesagt: Ich habe vom Garteln so gut wie "keine Ahnung". Das wertvolle Wissen meiner Großmutter, die am Land einen wunderbaren Bauerngarten pflegte, ging bei mir als Kind rein, und unverarbeitet auch wieder raus. Natürlich, in späteren Jahren findet man das immer schade. Aber ich bin mit der Natur aufgewachsen, umso weniger konnte ich sie schätzen und geschert hat sie mich damals erst recht nicht, war sie doch in Überfluss vorhanden und hat mich allerorts umgeben. Ich wollte damals nichts anderes als raus. Raus aus dem Land und rein in die Stadt. Dorthin, wo das echte Leben passiert!

Ja und da bin ich nun. Viele Jahre später. Und jetzt hock ich in meinem Hinterhofgarten in der Stadt (wo mein Leben passiert) und träume davon, aus unserer Unkrautoase eine Blumenoase zu machen (Ihr wisst ja nun bereits, von welcher Art Garten ich träume ...).

So hab ich mir für heuer erstmal ein Tomatenhäuschen in den Kopf gesetzt, denn Tomaten und Chilis müssen sein. Nicht mehr auf der Fensterbank, nein im Garten. Mein liebster P. hat dies am vergangenen Wochenende auch gleich wahr gemacht:










Nun mag es sein, dass das Häuschen keinen Schönheitspreis gewinnt. Aber es ist schön groß, es ist massiv und es ist selbst geplant und selbst gebaut. Voll schön, oder?



 Wie ich schon sagte, es ist massiv!


Ja, und wenn man einmal anfängt, dann kann man bekanntlich ja auch nicht mehr aufhören. Und so tue ich seit Tagen nichts anderes, als im Garten das viele Unkraut umzugraben (Giersch, verzieh dich!), die Unkrautwurzeln sorgfältig zu entfernen und neues Leben zu pflanzen.

Wie man sich das so im Gesamten vorstellen kann, hat P. von unserem Küchenfenster aus sehr schön festgehalten. Das ist er (wobei ich euch verschweige, dass der Garten nach rechts noch um einiges weiter geht, aber durch unseren Quittenbaum und Bäumen aus den Nachbarsgärten total verschattet ist.)



 









Da ich - wie gesagt - keine großen Fachkenntnisse habe, fange ich einfach mal mit Pflanzen an, die ich kenne, und die meine Romantikerseele haben will: 































Kletterrose, Lavendel, Blutweiderich. Der Flieder war schon da, der blüht grad sehr schön. 


























































System hat das alles im Moment noch gar nicht. Ich steh an einem Ende des Gartens und sehe am anderen Ende kein Licht. Ich mach jetzt einfach mal, ohne genau zu wissen, was klug ist oder was einfach nur naiv.



















Ich weiß noch nicht, wo es hinführt. Und ich weiß auch nicht, wie das alles enden soll (Wie zähmt man den vielen Efeu? Wie krieg ich den Rasen schöner? Was pflanzt man an ganz schattige Standorte? und, und und... tausend Fragen!), aber, und das ist ja das allerwichtigste, ich hab richtig viel Spaß dabei.


























Ihr dürft mir jetzt alle viel Glück wünschen und damit 3 x pusten! Ratschläge sind auch immer sehr willkommen.