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2011/06/04

Ein Wochenende im Mai...

Bilder: © Ellja
 
... und ein Nachmittag mit lieben Gästen.

Den alljährlichen froh erwarteten Besuch aus Wien nahm ich zum Anlass, einen Teil meiner zahlreichen, asiatisch inspirierten, Rezepte auf der To-Do-Liste abzuarbeiten. Gewagt? Naja... ein bisschen Risiko muss man eingehen. Schließlich war nicht jeder Gang eine Premiere.


 

 Das Menü:

Willkommensdrink: Prosecco mit grüner Apfelsorbet


Gyoza mit Sojasauce und Koriander-Pistazien-Pesto


Gebackene Saiblingsbällchen mit fruchtiger Chilisauce (Danke, Eline und J Maier!)


Gelbes Fischcurry mit Reis  


Mangosalat mit Erdnüssen


Rhabarber-Erdbeer-Eton-Mess


Feigen-Rum-Lollies













 


 Ob des Gescheppers und Gewusels in meiner Küche guckt einer neugierig. Gar skeptisch?




Schließlich hat es aber allen wunderbar geschmeckt!

Die kleine Wanderung am nächsten Tag durch das wildromantische Pesenbachtal konnte allerdings nur einen Teil der Kalorien abbauen.

2011/01/22

"Sprich erst, wenn sie gesprochen hat"





Bilder: © PT

Ich selbst jedoch halt nichts davon.
Die Katze grüßen soll man schon.
Nur denk daran zu jeder Zeit: Sie hält nichts von Vertraulichkeit.

Verbeug Dich tief, geh auf sie zu, und sag zu ihr: "Oh Katze Du!"

Den leeren Worten traut sie nicht.
Bevor man ihr von Freundschaft spricht, will sie zuerst Beweise seh´n.
Wenns geht in Form von Sahnecreme.
Und hast Du nicht Pastete da, versuch es halt mit Kaviar.
Sie schätzt gewiss auch Räucherlachs, als Zeichen Deines guten Geschmacks.
Und wenn sie Dich dann leiden kann, sprich sie mit Namen an.

Das Musical CATS kommt wieder nach Wien!





2009/12/14

Es ist Zeit...


Bild: © Ellja

... für ein bisschen mehr Gemütlichkeit!

Weil ich die Abende gerade lieber mit Tee und Keksen bei Kerzenschein verbringe.
Weil ich im Moment mein Essen überhaupt nicht fotografieren mag.
Weil mir zur Zeit fast immer und überall kalt ist und ich mich lieber in eine Decke wickle.
Weil es früh dunkel wird und ich mir wie ein Siebenschläfer vorkomme.
Weil es gerade Zeit ist, ein bisschen kürzer zu treten, langsamer zu werden, in sich zu gehen, und sich anderen Dingen zu widmen.

Darum mache ich eine Weile Pause.

Wir lesen uns bald, aber spätestens im nächsten Jahr, für das ich euch allen nur die besten Zutaten wünsche ;-)!

2009/06/29

Das Sommerbuch: Empfehlungs-Rallye #1

Im Genussmousse-Blog wurde eine Empfehlungsrallye für die persönlich besten Sommerbücher ausgerufen. Und dazu hier meine 5 Lieblingsbücher, die auch mein Kater Julius zu befürworten scheint: Viel Spaß beim Schmökern und Lesen!


Bild: © Ellja

Briefe in die chinesische Vergangenheit - Herbert Rosendorfer

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 1986)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423105410

Kao-Tai, ein chinesischer Mandarin aus dem 10. Jhd landet mittels einer Zeitmaschine in den 80iger Jahren in München, was durch einen Berechnungsfehler geschehen aber nicht geplant war. So denkt Kao-Tai, er wäre im zukünftigen China. Regelmäßig schreibt er Briefe an seinen Freund in die Vergangenheit, um diesen über Sitten und Gebräuche im eigenartigen Min-chen aufzuklären.

Dieses Buch hat mich streckenweise fast Tränen lachen lassen. Die Irrungen und Wirrungen durch das Nichtverstehen oder Nichtbegreifen sind dermaßen amüsant, dass sich der Roman viel zu schnell zu Ende liest.


Bild: © Ellja

Großes Solo für Anton - nochmal Rosendorfer

Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 10., Aufl. (1982)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257203292

Herr Anton wacht eines morgens auf und muss zu seiner Bestürzung feststellen, dass alle Menschen verschwunden sind. Seine Kollegen, seine Nachbarn, alle wie vom Erdboden verschluckt. Zuerst denkt er an einen Scherz, muss aber Stunde um Stunde und Tag um Tag erkennen, dass es bittere Wahrheit ist: Er ist der letzte Mensch auf Erden. Recht genau beschreibt Rosendorfer, wie Herr Anton nun mit dieser Situation umgeht.

Dieses Thema ist nicht neu, schon Marlen Haushofer hat in ihrem Buch "Die Wand" beschrieben, wie ein Mensch urplötzlich völlig alleingelassen die verlorene Welt wiederzufinden versucht. Herr Anton allerdings, selbst ein sehr seltsamer Charakter, bringt hier durch sein Unvermögen viel Witz in die Geschichte. Ein ausgesprochen charmanter Roman.



Bild: © Ellja

Middlesex - Jeffrey Eugenides

Taschenbuch: 736 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb. (November 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499238101

Cal alias Calliope Stephanides kommt als Hermaphrodit zur Welt. Der Grund? Ein schwerer Fall von Inzucht in der Familie. Cals Großeltern verlieben sich ineinander, obwohl sie Bruder und Schwester sind, müssen aus Smyrna (heute Izmir) vor den einfallenden Türken fliehen und landen schließlich 1922 in Detroit ...verheiratet. Middlesex ist eine Familiengeschichte über drei Generationen, eine Einwanderergeschichte, eine Teenagerstory, die Geschichte Amerikas im 20. Jahrhundert und noch einiges mehr .

Euginides Erzählkunst ist sagenhaft großartig. Man wird mitgerissen von der dichten Story und die 700 Seiten blättern sich beinahe von selbst.


Bild: © Ellja

Die Stadt der Blinden - José Saramago

Taschenbuch: 398 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 16 (1. April 1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499224674

Eine Ampel in einer namenlosen Stadt springt auf Grün. Ein Auto bleibt dennoch stehen. Der Fahrer ist urplötzlich erblindet. Den freundlichen Helfer, der den Erblindeten nach Hause bringt und sich anschließend dessen Auto bemächtigt, ereilt das gleiche Schicksal. Wie eine Epidemie greift die Blindheit um sich. Der Staat reagiert brutal. Die Erblindeten werden in einem leerstehenden Irrenhaus interniert, wo sie sich selbst überlassen werden. Doch es gibt eine Sehende unter ihnen, die die Krankheit nur vorgetäuscht hat, um bei ihrem Mann zu bleiben. Mit ihrer Hilfe könnte der Ausbruch gelingen...

Fast durchleidet man die Geschichte, der Roman ist beklemmend und erschreckend. Also keine leichte Kost, aber kraftvoll und sehr intensiv zu lesen. Man mag es eigentlich nicht lesen, wie brutal und roh Menschen miteinander umgehen, selbst wenn sie erblinden, aber man sollte es wagen. Dieser Roman wurde inzwischen auch verfilmt, aber ich kann mir nicht denken, dass man diese Erzählkunst Saramagos filmisch umsetzen kann, deshalb werde ich ihn mir auch nicht ansehen.


Bild: © Ellja

Der Geschmack von Apfelkernen - Katharina Hagena

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag (25. Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462039709

last but not least ein schönes Buch, zu lesen wie ein warmer Sommerregen. Natürlich auch nicht ohne die großen Themen Liebe und Tod.

Iris fährt zum Ort ihrer Kindheit zurück, um das Erbe ihrer gerade verstorbenen Großmutter anzunehmen: Das Haus. Während sie durch die Zimmer wandert und durch den Garten streunt, erinnert sie sich. Und nicht nur daran, wie die Apfelkerne ihrer Kindheit geschmeckt haben. Iris durchlebt eine sensible Zeitreise in ihre eigene Familiengeschichte und wie nahe Erinnerung und Vergessen beieinander liegen.

Wunderschön und leicht zu lesen. Einfach eine schöne Geschichte, wo man vieles aus seiner eigenen Kindheit wieder riechen und schmecken wird können.

2009/05/20

Katzenwesen (in memoriam Paul Flora)


(Bildnachweis: © Paul Flora)

Mein Lieblingsbild von Paul Flora und sein Tod am 15. Mai (Danke, Paul Flora für die vielen schönen, lustigen Zeichnungen) ist mir ein Anlass meine beiden Katzen (Kater Mistofeles und Kater Julius) zu ehren.

Mistofeles - eine Diva wie in Floras Zeichnung - wenn auch männlich (aber halt auch kastriert). Eigentlich sogar eine kleine Pussi. Julius - ein schneidiger kleiner Kämpfer und Übeltäter mit unschuldiger Miene. Wo Mistofeles gelangweilt nur die Pfote hebt und mit einem Auge aufblinzelt, da springt Julius schon erwartungsvoll in die Höhe, richtet seine Öhrchen auf und fixiert mit seinen großen Augen die mögliche Geräuschquelle. Brüder sind sie, und doch so ganz verschieden. Der eine thront hoch oben über unseren Köpfen und es könnte gar nicht hoch genug sein, der andere sucht sich dunkle Höhlen zu erforschen, bevorzugt unter Bettdecken oder Gewandbergen. Gefräßig wie Garfield, frisst Mistofeles seinem Bruder noch den letzten Rest gierig vom Teller. Julius, dafür mit besserer Figur gesegnet, leckt gleichmütig trotzdem seines Bruders Fell. Große Gesten kennen beide nicht. Weder fauchen sie, noch kratzen sie, noch machen sie auch nur das leiseste Geräusch, selbst im täglichen Bruderkampf ganz selten. Sie stürzen sich aufeinander, schlagen sich die Krallen ins Gesicht, beißen sich in den Nacken, springen sich seitlich an... alles ganz still, Stummfilmatmosphäre. Selbst ihr schnurren hört man nur ganz leise.


(Bild: ©P.T.)

Ihr Mensch ist dazu da, ihnen das tägliche Futter in großzügigen Mengen zu verabreichen, den einen stundenlang zu kraulen und den anderen unter die Decke schlüpfen zu lassen. Auch das Bürsten des Fells ist noch erlaubt. Herumtragen? - "was fällt Ihnen ein!" Und dennoch belohnen sie uns mit ihrer eigenwilligen Zuneigung, blinzelnd sagen sie "ich hab dich lieb" und am Rücken liegend mit allen Vieren von sich gestreckt, schenken sie uns volles Vertrauen. Noch keinen Tag haben sie je die Kralle gegen uns erhoben. Selbst im Spiel werden die Pfoten ganz schnell zurück- und die Krallen eingezogen.



Sie kommen wann sie wollen, und gehen wieder, aber sie kommen immer zurück, reiben ihr Köpfchen an uns, machen uns innerlich ruhig und lieben uns ohne Bedingungen. Wir sie auch, wir können gar nicht anders.

Majestätisch streifen sie auf leisen Pfoten durch die Räume und nehmen alles in Besitz. Mensch und Objekt wird gnadenlos markiert:
Hier bin ich Katz', hier werd' ich sein!



Mistofeles (Bild: ©P.T.)



Julius (Bild: © P.T.)