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| Bilder: P.T. |
Ich lebe mitten in der Stadt, habe aber das Glück, dass wir einen recht großen, recht naturbelassenen Hinterhofgarten haben. Jahrelang habe ich meine Augen vor dem Zuviel an Natur verschlossen, aus vielerlei Gründen. Meine Nachbarn (es ist ein Gemeinschaftsgarten) offensichtlich auch. Seit letztem Jahr tu ich mir damit zunehmend schwerer. Das Thema "Garten" ist mehr und mehr in mein Blickfeld gerückt. Nicht, weil ich jetzt die große Gärtnerin wäre. Ganz unter uns gesagt: Ich habe vom Garteln so gut wie "keine Ahnung". Das wertvolle Wissen meiner Großmutter, die am Land einen wunderbaren Bauerngarten pflegte, ging bei mir als Kind rein, und unverarbeitet auch wieder raus. Natürlich, in späteren Jahren findet man das immer schade. Aber ich bin mit der Natur aufgewachsen, umso weniger konnte ich sie schätzen und geschert hat sie mich damals erst recht nicht, war sie doch in Überfluss vorhanden und hat mich allerorts umgeben. Ich wollte damals nichts anderes als raus. Raus aus dem Land und rein in die Stadt. Dorthin, wo das echte Leben passiert!
Ja und da bin ich nun. Viele Jahre später. Und jetzt hock ich in meinem Hinterhofgarten in der Stadt (wo mein Leben passiert) und träume davon, aus unserer Unkrautoase eine Blumenoase zu machen (Ihr wisst ja nun bereits, von welcher Art Garten ich träume ...).
So hab ich mir für heuer erstmal ein Tomatenhäuschen in den Kopf gesetzt, denn Tomaten und Chilis müssen sein. Nicht mehr auf der Fensterbank, nein im Garten. Mein liebster P. hat dies am vergangenen Wochenende auch gleich wahr gemacht:
Nun mag es sein, dass das Häuschen keinen Schönheitspreis gewinnt. Aber es ist schön groß, es ist massiv und es ist selbst geplant und selbst gebaut. Voll schön, oder?
Wie ich schon sagte, es ist massiv!
Ja, und wenn man einmal anfängt, dann kann man bekanntlich ja auch nicht mehr aufhören. Und so tue ich seit Tagen nichts anderes, als im Garten das viele Unkraut umzugraben (Giersch, verzieh dich!), die Unkrautwurzeln sorgfältig zu entfernen und neues Leben zu pflanzen.
Wie man sich das so im Gesamten vorstellen kann, hat P. von unserem Küchenfenster aus sehr schön festgehalten. Das ist er (wobei ich euch verschweige, dass der Garten nach rechts noch um einiges weiter geht, aber durch unseren Quittenbaum und Bäumen aus den Nachbarsgärten total verschattet ist.)
Da ich - wie gesagt - keine großen Fachkenntnisse habe, fange ich einfach mal mit Pflanzen an, die ich kenne, und die meine Romantikerseele haben will:
Kletterrose, Lavendel, Blutweiderich. Der Flieder war schon da, der blüht grad sehr schön.
System hat das alles im Moment noch gar nicht. Ich steh an einem Ende des Gartens und sehe am anderen Ende kein Licht. Ich mach jetzt einfach mal, ohne genau zu wissen, was klug ist oder was einfach nur naiv.
Ich weiß noch nicht, wo es hinführt. Und ich weiß auch nicht, wie das alles enden soll (Wie zähmt man den vielen Efeu? Wie krieg ich den Rasen schöner? Was pflanzt man an ganz schattige Standorte? und, und und... tausend Fragen!), aber, und das ist ja das allerwichtigste, ich hab richtig viel Spaß dabei.
Ihr dürft mir jetzt alle viel Glück wünschen und damit 3 x pusten! Ratschläge sind auch immer sehr willkommen.