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2012/09/24

Mohnspecial: Waldviertler Graumohn + Zwetschge

Bilder: Ellja



Frisch gemahlen muss er sein, sowieso. Na, eigentlich ja gequetscht. Unsere Mohnmühle tut ihren Dienst ganz gut, wenn es auch noch keine wirklich gute Lösung gibt. Ich hab auch schon im Mörser gequetscht, was aber noch anstrengender ist, als die Mohnmühle zu bedienen. Aber frisch gemahlen MUSS er sein!

Mir gefällt alles am Mohn, von der Blüte bis zu den Samen. Aus der Nähe betrachtet sieht so ein Mohnkorn nämlich ausgesprochen spannend aus:


Zwetschgenknödel mit Mohnbutter

10 Stk große Zwetschgen

Teig:
300 g mehlige Erdäpfel
200 g BioTopfen, 20 %, passiert
1 Ei
ca. 60 g Butter
Prise Salz
ca. 40 g Grieß
ca. 140 g Mehl

150 g Mohn
100 g Butter
3 EL Zucker


Erdäpfel weich kochen und durch die Erdäpfelpresse drücken. Etwas abkühlen lassen und dann mit den restlichen Zutaten recht rasch zu einem glatten Teig verarbeiten. Grieß und Mehl nicht sofort einarbeiten, sondern nach und nach, bis die Konsistenz stimmt. Den Teig jetzt eine halbe Stunde rasten lassen.
Die Zwetschgen mit einem Kochlöffelstiel durchstoßen und die Kerne durch Würfelzucker ersetzen. 
Den Teig zu einer Rolle formen und kleine Scheiben abschneiden diese flachdrücken und die Zwetschgen in die Mitte legen. Mit dem Teig umschlagen und zu schönen Knödeln formen.
5 Stk. essen wir sofort, 5 Stk. frieren wir ein.

Inzwischen einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Hitze runter drehen und die Knödel in dem Wasser nur noch ziehen lassen. Das dauert nicht lange, ca. 10 Minuten, bis sie an die Oberfläche steigen und noch eine Minute dazu.

Den Mohn in der Mohnmühle quetschen. In einer Pfanne 3 El Zucker karamellisieren und mit der Butter zerlassen. Dann den Mohn dazu geben und gut durchrühren, einige Minuten bei kleiner Hitze etwas anrösten.


Die Knödel aus dem Kochwasser direkt in die Mohnmischung heben und gut im Mohnzucker wälzen. Mit Staubzucker bestäuben.

Ich mag meine Zwetschgenknödel inzwischen so lieber als früher meine heißgeliebten "bochenen Zwetschgenknödel" oder auch die klassischen mit Butterbrösel. Zwetschgen und Mohn vertragen sich einfach so gut, das darf man keinesfalls ungenützt lassen ;-).






2012/08/03

Marillenfest

Bilder: Ellja
 


Die Zeit, wenn es endlich Marillen zu kaufen gibt, kann ich kaum erwarten. Ich schleiche immer schon um die frühen Marillen herum und dann hüpfen auch schon recht bald die ersten Franzosen in mein Einkaufssackerl. Weil Marillen sind mir ein jederzeit willkommenes Obst. Es gibt eigentlich kein Gericht mit Marillen, das ich nicht mag. Im Gegenteil, sind mir doch die Palatschinken mit Marillenmarmelade die liebsten, überhaupt ist Marillenmarmelade, wenn die Konsistenz stimmt, nicht ganz flüssig, aber keinesfalls geleeartig, wenn die Säure stimmt,  mein liebster Klassiker. 
Sie dürfen ruhig sehr klein sein, saftig, aber bitte nicht mehlig. Obwohl im Kuchen auch die mehligen noch gut werden. 

Und wenn´s dann losgeht, dann hab ich regelrecht Stress, in der kurzen Saison all das unterzubringen, wovon ich das restliche Jahr so träume... 

Marillenkuchen
 

Kein Sommer kann vergehen, ohne einen gscheiten Marillenkuchen.
Heuer wurde ein Marillenkuchen mit Pistazien-Ölteig daraus.

Ich hab für diesen Kuchen ja kein richtiges Rezept, den mach ich immer einfach so.
Aber ganz sicher brauchen wir dazu:

4 Eier
ca. 120 g Zucker
ca. 1/8 l neutrales Öl (Traubenkernöl)
ca. 1/8 l Wasser (weniger)
ca. 200 g Mehl
ca. 1/2 Pkg. Backpulver
ca. 50 g geriebene Nüsse (hier Pistazien)

Die Eier mit dem Zucker zu einer dicken, gelben Masse schlagen. Das Öl nach und nach unterrühren. Schließlich das Wasser ebenfalls nach und nach einschlagen. Die Nüsse unterheben. Jetzt das Mehl mit dem Backpulver gut vermischen und ebenfalls unterheben. Der Teig sollte schön cremig sein, aber nicht fließen.

Den Teig auf ein Kuchenblech geben (Backpapier) und mit halbierten oder geviertelten Marillen belegen.

Bei 170 Grad Ober/Unterhitze ca. 40 Minuten backen. Auskühlen lassen und gut mit Staubzucker bestäuben. 



Eierschwammerlsalat mit in Butter gedünsteten Marillen


Wenn es dann auch schon heimische Eierschwammerl gibt (ich kaufe sie) und wie oben auch ein paar kleine Steinpilze, dann gehts an den Salat. 

Ein großer Berg Vogerlsalat wird nur ein bisschen gesalzen. Die geputzten Eierschwammerl werden in Butter mit viel Petersilie angebraten und mit einem guten Essig (heuer hatte ich einen fantastischen Cider-Essig aus Irland) abgelöscht. Die geviertelten Marillen werden separat in etwas Butter gebraten. Das alles einfach auf den Salatberg geben, evtl. noch mit Salz und Pfeffer abschmecken und gleich essen. Ein dunkles, würziges Brot schmeckt mir dazu am besten.


Marillenknödel mit Erdäpfeltopfenteig


Natürlich müssen auch Marillenknödel unbedingt auf den Tisch! Inzwischen mach ich des öfteren die Brandteigvariante, aber ab und zu muss der Erdäpfeltopfenteig einfach auch sein.

Teig:
300 g mehlige Erdäpfel
200 g BioTopfen, 20 %, passiert
1 Ei
ca. 60 g Butter
Prise Salz
ca. 40 g Grieß
ca. 140 g Mehl

Erdäpfel weich kochen und durch die Erdäpfelpresse drücken. Etwas abkühlen lassen und dann mit den restlichen Zutaten recht rasch zu einem glatten Teig verarbeiten. Grieß und Mehl nicht sofort einarbeiten, sondern nach und nach, bis die Konsistenz stimmt. Den Teig jetzt eine halbe Stunde rasten lassen.

Die Marillen mit einem Kochlöffelrücken durchstoßen und die Kerne durch Würfelzucker ersetzen. 

Den Teig zu einer Rolle formen und kleine Scheiben abschneiden diese flachdrücken und die Marillen in die Mitte legen. Mit dem Teig umschlagen und zu schönen Knödeln formen.

Inzwischen einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Hitze runter drehen und die Knödel in dem Wasser nur noch ziehen lassen. Das dauert nicht lange, ca. 10 Minuten, bis sie an die Oberfläche steigen und noch eine Minute dazu.

Butter, Semmelbrösel und (Vanille)Zucker in einer Pfanne leicht bräunen und dann die Knödel direkt aus dem Kochwasser in die Brösel schöpfen und darin rollen. Auf einem Teller mit einer Brösel- und Staubzuckerhaube anrichten.


Ein großer Freund des Bevorratens bin ich ja gar nicht, aber es gibt Ausnahmen. Und wer gscheit ist, macht die doppelte Menge und friert die restlichen Knödel ein. Dann hat man auch im Herbst/Winter noch was davon. Mit eingefrorenen halben Marillen habe ich keine gute Erfahrung gemacht, sie werden wässrig und braun, oder wenn man sie halbgefroren verarbeitet "safteln" sie einfach zu sehr. 

Und darum muss ich heuer unbedingt nochmal auf den Markt und mir noch ein paar Marillen besorgen!



2011/10/01

Knöderlparade

Bilder: Ellja




Ihr erinnert euch an den kürzlich gekauften Kübelspeck? Die Hälfte davon wurde ganz pur zur Jause genossen. Die andere Hälfte hab ich allerdings dann doch verkocht (ich habe es so würdig, wie möglich getan, lieber Herr Verkäufer, versprochen!). Und danke, Eline, für die Anregung!

Innviertler Speckknöderl mit Mostsauerkraut

Nudelteig: (ein Knödel aus Nudelteig, ja wirklich!)
ca. 250 g Weizenmehl
ca. 1/8 lt. kochendes Wasser
2 EL neutrales Öl
eiskaltes Wasser (nach Gefühl)

Das Mehl mit dem kochenden Wasser übergießen und mit einem Kochlöffel (ich verwende ein Essstäbchen) gut verrühren. Das Öl untermengen und gut durchrühren, bis sich der Teig vom Boden löst. Nun noch das eiskalte Wasser dazu und evtl. etwas Mehl. Der Teig soll nicht kleben, sondern sich gut kneten lassen.
 Ca. 30 Minuten rasten lassen.

Füllung:
Kübelspeck, ich hab etwas Karreespeck dazu genommen, ca. 200 g insgesamt, alles in sehr kleine Würferl geschnitten, 1/2 sehr kleine Zwiebel, sehr fein gehackt, eine Handvoll fein gehackte Petersilie, Salz, Pfeffer.
Alles gut durchmischen.

Nun den Nudelteig zu einer Rolle formen und kleine Scheiben abschneiden. Diese mit dem Handrücken platt drücken und sehr dünn mit den Fingern ausziehen (man kann auch ein Nudelholz dazu nehmen). Wichtig ist, dass der Teig sehr dünn wird, so, dass man gerade noch die Füllung einschlagen kann, ohne dass der Teig reißt. Also - einen Teelöffel Fülle in die Mitte legen und mit Teig umschließen, zu kleinen Knöderl formen und auf eine bemehlte Fläche legen.

Wasser zum Kochen bringen. Salzen und die Temperatur runterschalten. Die Knöderl einlegen und nur mehr ca. 6 - 8 Minuten ziehen lassen.

Für das Mostsauerkraut:
1/2 Zwiebel sehr fein hacken. Die Zwiebel in wenig Butterschmalz anschwitzen und mit ca. 1/8 lt Most ablöschen. Das Sauerkraut (ca. 300 g) dazu geben und würzen: Salz, Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, 5 Wacholderbeeren. Das Kraut nun ca. 30 Minuten weich kochen. Nicht trocken werden lassen, evtl. etwas Wasser oder Gemüsebrühe nachgießen. Falls das Kraut zuviel Säure hat, dann einfach einen Erdäpfel mitkochen, der nimmt die Säure etwas auf.

Die Knöderl und das Kraut am Teller anrichten und mit frischem Pfeffer würzen.

Ein herrliches Frühherbst-Essen!














2010/12/04

Asiatisch gewürzter Schweinsbraten



In meinem Lieblingslokal gibt es ihn immer Donnerstags. Aber manchmal kann man auf solcherlei Einschränkungen wirklich keine Rücksicht nehmen. Schließlich will ich ihn auch Samstags mal auf meinem Tisch. Da hol ich doch gleich mal meinen Bräter aus dem Schrank...

Für den Schweinsbraten:
1,5 kg Schweineschopf
Fleisch waschen. In einer Pfanne Wasser (gerade so viel, dass die Schwarte bedeckt wird) mit 1 Zehe Knoblauch, 2 Nelken, etwas Salz und Pfeffer zum Kochen bringen. Den Braten mit der Schwartenseite nach unten in die Pfanne legen und ca. 8 Minuten köcheln lassen. Nun lässt sich die Schwarte schön schröpfen (einschneiden). Das Wasser verwende ich später für die Bratensauce.
Für die Marinade: 4 Knoblauchzehen, fein gehackt, 1 Stk. Ingwer, geraspelt, 1 rote Chili-Schote, gehackt, 2 EL Sojasauce, Szechuan-Pfeffer, 1 TL Koriander-Körner, gemörsert, wenig Sternanis, gemörsert, 2 EL schwarzer Reisessig, 1 TL Honig, 1 TL Sesamöl
Den Schopf mit der Marinade gut einreiben und 1 - 2 Std. ziehen lassen.
Den Braten nun in einer Pfanne von allen Seiten kurz gut anbraten. Das Backrohr auf ca. 180 Grad vorheizen. Den Braten in den Bräter legen und das Wasser aus der Pfanne angießen. Das Fleisch nun ca 1,5 bis 2 Stunden braten und immer wieder übergießen.
Für das Kraut:
1 kleiner Krautkopf, geschnitten, 1 Zwiebel, geschnitten, 1 kl. Stück Ingwer, geraspelt, 1 rote Chili-Schote, gehackt, ohne Kerne, 1 TL SesamÖl, etwas Palmzucker, 2 EL helle Soja Sauce
Das Kraut klein schneiden. In einer Pfanne die Zwiebel mit Palmzucker karamellisieren, Ingwer, Chili und das Kraut dazu geben. Durchrühren und wenige Minuten anbraten. Mit der Sojasauce ablöschen und weichdünsten, sollte aber noch etwas Biss haben.
Für die Mehlknödel:
150 g Mehl, Prise Salz, gekochtes Wasser, ca. 1/8 l, Sesam in einer Pfanne rösten
Das Mehl salzen und mit heißem Wasser nach und nach übergießen. Den Teig ständig gut durchrühren und kneten. Daraus einen nicht zu festen, aber auch nicht klebrigen Knödelteig formen, einige Minuten rasten lassen. Zu kleinen Knödeln formen und in kochendem Salzwasser garen. Mit gerösteten SesamSamen bestreuen.

2010/04/01

Xiao Long Bao



In meinem China-Lieblingskochbuch gibts dazu leider kein Rezept. Nur Berichte, wie gut diese Dinger da schmecken. Das reicht mir aber schon.... die wollte ich ja schon immer mal probieren.
Und so fand ich eine ganz tolle Anleitung bei Steamy kitchen. Das war mir so eine große Hilfe! Thank you very much, Jaden!

Das besondere an diesen mit Schweinefleisch und Shrimps gefüllten Taschen ist das Fleischgelee. Dafür wird eine Suppe aus Knochen, Fleisch und Fett angesetzt und geliert. Das Gelee wird in kleine Würfel geschnitten und der Füllung beigemengt. Durch das Dämpfen verflüssigt sich die Fleischbrühe wieder und gibt beim Essen den besten aller Geschmäcker ab. So hab ich also Füllung und Suppe in der Tasche. Diese Chinesen... die haben vielleicht tolle Ideen!

Das Gerede von wegen "das ist ja so viel Arbeit" hat mich ehrlich nicht interessiert. Klar, da sind schon einige Sachen, die man basteln muss: Fleischgelee, Teig, Füllung und Dip. Aber ich fand es nicht so aufwändig. Es hat richtig Spaß gemacht.
Nun aber ran ans Werk. Da ich alles frisch und selbst machen wollte, habe ich schon am Vortag die Suppe gekocht:

Zutatenliste:
3 - 4 lt. Wasser
Hühnerbeine, Flügel, Knochen
Gepökelter Schinken
Schweinehaut und -fett oder Bauchfleisch
Stk. Ingwer
3 Frühlingszwiebel
2 Knoblauch
3 EL Reiswein
Gelatine

Alle Zutaten (bis auf die Gelatine natürlich) im Topf zum Kochen bringen. Aufkochen lassen, Schaum abschöpfen und auf sehr kleine Stufe schalten. Die Suppe etwa 2,5 Stunden köcheln lassen. Achtung: Anfangs stinkt das ganz schön, durch das Schweinefett usw. Aber nach und nach wird der Geruch und natürlich der Geschmack der Suppe besser und besser, also nicht erschrecken! Die Suppe hat sich auf etwa die Hälfte eingekocht und hatte eine schöne dunkle goldene Farbe. Die Suppe durch ein Sieb gießen und Gelatine (oder Agar Agar, was ich aber ziemlich unnütz finde in einer Fleischsuppe ,-) nach Anleitung unterrühren. Die Suppe in ein niedriges Gefäß gießen und abkühlen, im Kühlschrank über Nacht erstarren lassen. Vor dem Gebrauch dann - ritsch-ratsch - kleine Würfel daraus schneiden.

Und so sieht das dann aus, wie pures Gold:


Als nächstes machen wir uns über den Teig her. Dieser will ja auch noch ein wenig Ruhen vor seiner Verwendung.
Jaden Mom´s Dough:
400 g Mehl
3/4 Cup heißes Wasser
1/4 Cup eiskaltes Wasser
1 EL Öl

300 g Mehl (die restlichen 100 g später einarbeiten) mit dem heißen Wasser gut verquirlen und kneten, kneten, kneten. Dann das Öl und das eiskalte Wasser dazu, und jetzt wieder kneten, kneten, kneten. Auf einer Arbeitsfläche die restlichen 100g Mehl einarbeiten, bis ein seidig, glatter, nicht mehr klebriger aber sehr feiner Teig entsteht. Zu einem Ballen formen, in Folie wickeln und für etwa 30 Minuten beiseite stellen.

So sieht dann der Teig schon ganz dünn ausgerollt aus:


Dieser Teig war so wundervoll zu verarbeiten. Große Klasse!

Nun aber zur Füllung. Die sollte auch noch ein wenig rasten vor dem Füllen.

Zutatenliste:
Faschiertes vom Schwein (ich hab halb/halb genommen)
Bio-Shrimps
Frühlingszwiebel, klein geschnitten
Zucker
SojaSauce
Salz
weißer Pfeffer
Ingwer (fein hacken)
Reiswein
Sesamöl


Die Shrimps schälen und vom Darm befreien. Dann sehr klein hacken.
Mit dem Fleisch, den Frühlingszwiebel, dem Ingwer und allen Gewürzen gut vermengen.
Die Masse für kurze Zeit in den Kühlschrank stellen.

Die fertig gedämpften Dumplings taucht man in einen Dip.

Dafür werden SojaSauce, Sesamöl, Reisessig, Sambal und geraspelter Ingwer vermengt.

Schaut dann so aus:


Aber jetzt ist es Zeit für den Star: Die Teigtaschen werden gefüllt!

Vom Teig werden kleinen Stücke abgestochen und sehr dünn, wirklich sehr dünn ausgerollt. Kreise ausstechen und nun etwas vom Fleischgelee und etwas von der Füllung auf den Teig geben.


Das Falten ist nun etwas kompliziert. Einfache Taschen haben 7 Falten, besondere haben 14 Falten. Aber darauf konnte ich wirklich keine Rücksicht nehmen. Ich habe es - so gut es ging - versucht. Ein Dumpling-Kochgroßmeister würde sich im Grab umdrehen. Aber ich und P waren ganz zufrieden mit unseren Faltkünsten. Das Zipferl jedenfalls dann am Schluss gut zusammendrehen, damit nichts auslaufen kann.

alle Bilder: © Ellja

Zum Dämpfen den Bambusdämpfer hervor holen (was für eine Errungenschaft!!!!). Die Böden mit Chinakohl (oder Bananenblättern) auslegen und die Dumplings mit Abstand einschichten. (Das mit dem Abstand hab ich nicht so genau genommen, aber das hätte ich sollen, denn sie kleben sonst ganz schön aneinander, was nicht so wünschenswert ist).

Wasser in den Wok, zum Kochen bringen, den Dämpfer einsetzen und etwa 14 - 16 Minuten dämpfen.
Die Xiao Long Bao mit dem Dip servieren.
Gegessen werden sie so: Bei sehr großen Dumplings steckt man oben einen kleinen Strohhalm rein und schlürft die Fleischbrühe zuerst heraus. bei kleinen Dumplings nimmt man Löffel und Stäbchen. Die Fleischtasche auf den Löffel legen, mit dem Stäbchen ein Loch in den Teig stechen und die Suppe schlürfen, dann die Dumplings in den Dip stippen und genießen und immer wieder mhhhhhh... mhhhhh....mhhhhhhh-Laute von sich geben. Ganz wichtig!

PS: Der Bambusdämpfer kam am nächsten Tag mit gedämpftem Lachs gleich nochmal zum Einsatz. Ich bin so begeistert von so einem "läppischen" Ding, das so einfaches Kochen ermöglicht und maximalen Geschmack in die Zutaten zaubert. Sollte sich jeder anschaffen, um ca. 14,-- ein echtes Schnäppchen, ein Kombidämpfer um ein vielfaches ist da meiner Meinung nach völlig unnötig.

2010/02/12

Mühlviertler Schweinsbraten




Ich bin da a bissl komisch, ich weiß eh. Bei AT hab ich genörgelt, wegen ihrer Emily, weil ich halt mein Schwein schon so lange so mache und das immer so gut wird und ich mir gar kein besseres vorstellen kann (Das Universum ist weit und unser Wissen seeehr begrenzt).

Mein Schweinsbraten wird gebraten, stundenlang und muss dann innen rosig sein und saftig und die Kruste darf nicht hart sein, sondern muss knusprig-krispy sein, dass man es krachen lassen kann, ohne sich die Beisserchen zu ruinieren. Und dazu gibt es immer Mehlknödel (keine Semmelknödel, nein) und natürlich ein Stöcklkraut.

So kenn ich das. So mach ich das. So schmeckt es uns.

2 kg Bio-Schopfbraten mit Schwarte
Paste aus: Knoblauch, Kümmel, Paprikapulver, Salz und etwas Öl

Das Schweinderl einige Stunden vor dem Braten gut mit der Paste einwürzen und mit der Schwarte (die wird nicht gewürzt) nach unten in eine Rein legen. Diese mit kaltem Wasser füllen, aber nur soviel, dass die Schwarte grade bedeckt ist.

Dann: Die Schwarte rautenförmig einschneiden. Den Braten mit der Schwarte nach unten in eine Rein legen. Einen/zwei Schöpfer Rindsuppe dazu geben und so ca. 2,5 Stunden bei ca. 130 - 140 Grad braten. Dann rausnehmen, das Schwein umdrehen, mit Schwarte nach oben, etwas Suppe nachgießen und bei 160 Grad noch 1 - 1,5 Stunden fertig braten, zwischendurch das Schwein und die Schwarte mit einem Schuss Bier aufgießen. 3o Minuten vor Bratenende in der Rein die Mehlknödel und das Stöckelkraut mitbraten.

Mehlknödel:
Ca. 400 g Mehl und 1 TL Salz in eine Schüssel geben. Das Mehl mit gekochten Wasser übergießen und die Mischung verrühren, es soll nicht glatt oder flüssig sein, sondern etwas bröselig, krümelig. Ein Teig, aus dem man anschließend Knödel formen kann. Zuerst aber mal eine Viertelstunde ziehen lassen. Dann mit nassen Händen Knödel formen. Diese Knödel kurz (10 Minuten) in nicht mehr kochendem Wasser ziehen lassen und dann in die Rein zum Braten.

Stöcklkraut:
Einen ganzen Krautkopf von den äußeren Blättern befreien und dann achteln, darauf achten, dass der Strunk die Teile noch gut zusammenhält. Das Kraut einsalzen und mit Kümmel bestreuen. Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und das Kraut einlegen, einen Schuss Essig dazu und halbgar kochen. Das Stöcklkraut heraus heben und abtropfen, dann ebenfalls in die Rein zum Braten dazu geben und mitbraten.




2009/06/25

Marillenknödel mit Brandteig


Bild: © Ellja

Meine Marillenknödel bestanden bisher immer aus Erdäpfelteig. Da musste ich im Blog von Bolli´s kitchen doch glatt von Marillenknödel mit Brandteig lesen, und das mir als Österreicherin. Neugierig, wie ich bin, habe ich dann also gestern den Brandteig zu den Knödeln gleich ausprobiert. Und ja, der Teig ist einfach(er) herzustellen und schmeckt wirklich ausgezeichnet. Danke, Bolli, und deinen österreichischen Freunden :-).

Hier das Rezept:

Brandteig:
1/8l Milch
1/8l Wasser
60g Butter
2 EL Zucker
250g Mehl
Prise Salz
2 Eier
Vanillemark

Und sonst:
Marillen
Würfelzucker
Butter
Semmelbrösel
Zucker
Staubzucker


Bild: © Ellja

In einem Topf bringt man die Milch, das Wasser, den Zucker und die Butter zum Kochen. Dann sofort den Topf vom Herd ziehen und mit einem Male das Mehl dazugeben und wieder auf den Herd stellen. Mit einem Holzlöffel rühren und rühren bis der Teig trocken wird und nicht mehr am Topfrand kleben bleibt. Dann wieder vom Herd ziehen und nun ein Ei nach dem anderen dazugeben, dabei darauf achten, dass jeweils das Ei gut verarbeitet ist, ehe man das nächste dazugibt. Das ist harte Körperarbeit, denn man muss schön rühren....(das stimmt ;-) Der Teig ist fertig, wenn er schön elastisch ist und glänzt.

Marillen entsteinen (Kochlöffelstiel durchstoßen) und Würfelzucker reinstecken.

Butter in einer Pfanne zerlassen. Brösel mit Zucker darin karamellisieren, nicht zu braun werden lassen.

Mit nassen Händen den Teig mit Marillen füllen. Bei dieser Menge Teig bekam ich exakt 8 Knödel raus.



Bild: © Ellja

Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen, runterschalten. Die Knödel 10 – 15 Minuten in heißem Wasser ziehen lassen, nicht wirklich kochen. Die Knödel direkt in die Pfanne hieven und in der Bröselmischung wuzeln.

Auf einem Teller noch schön dick mit Staubzucker bestreuen.


Bild: © Ellja


Bild: © Ellja

Ich sag´s euch, es macht wirklich wenig Arbeit und das Ergebnis haut euch um ;-)!

2009/06/15

Reise ins Mühlviertel: Gebackene Speckknödel und warmer Krautsalat


Bild: © Ellja

Gute Mühlviertler Hausmannskost kommt immer deftig daher. So wie die Gebackenen Speckknödel, deren Teig dieses Mal ganz wundervoll flaumig wurde. In Kombination mit dem leicht säuerlichen, warmen Krautsalat ein schmackhaftes Gericht, das ich euch keinesfalls vorenthalten kann.


Bild: © Ellja

Der Teig:
1/2 kg Kartoffel (mehliggkochend)
150 g glattes Mehl
50 g Gries
1 Ei
1 Dotter
5 g Butter
1 Prise Salz
Muskatnuss

Erdäpfel kochen, schälen und noch heiß durch eine Erdäpfelpresse drücken. Mehl, Gries, Salz und etwas Muskatnuss, sowie Ei und Dotter untermengen. Masse rasch zu einem glatten Teig verkneten
Aus dem Teig eine Rolle formen, gleichgroße Stücke abschneiden, etwas kreisförmig flachdrücken.
Mit der Fülle belegen und Knödel formen.

Fülle:
200 g Schinkenspeck
1 Zwiebel
1 Knoblauch
Schnittlauch
Paprikapulver edelsüß
Pfeffer

Für die Fülle Schinkenspeck kleinwürfelig schneiden, mit Pfeffer, Paprika, Schnittlauch und der gehackten Zwiebel, sowie 1 gehackten Knoblauchzehe vermischen.



Bild: © Ellja

Die Knödel werden nun in zerlassenem Butterschmalz gewälzt und eng nebeneinander in eine sehr gut befettete Form gesetzt. Im heißen Backrohr bei 160 Grad (ca. 20 - 30 Minuten) goldbraun backen. Anschließend die Royal gleichmäßig über die Knödel verteilen und noch einmal ca. 10 bis 15 Minuten fertig backen. Die Knödel sollen schön braun gebacken sein, die Eiermasse gut gestockt.

Royal:
3 Eier
1/8 l Milch
3 EL Creme fraiche
Salz, Pfeffer


Dazu gibts "Warmer Krautsalat":

1 Krautkopf (Weißkohl)
Salz
Kümmel
Zucker
1 EL Schinkenspeck
2 Spritzer Essig
1/4 l Wasser



Bild: © Ellja

Die äußeren Blätter des Krautkopfs entfernen, halbieren, Strunk abschneiden und dann in feinnudelige Streifen schneiden oder hobeln. Das Kraut gut einsalzen und mit Kümmel und etwas Zucker würzen. Bisschen stehen lassen. Inzwischen den Schinkenspeck in einem Topf auslassen und das gewürzte Kraut dazu geben, kurz anbraten und mit Essig ablöschen. Mit dem Wasser auffüllen und nur einmal kurz aufkochen lassen. Das Kraut muss knackig bleiben. Nochmal abschmecken und zu den Knödel servieren.



Bild: © Ellja

Knödel, Klöße, Klopse, ... ich meine, dass wir in Österreich ein Knödelland sind, mit den vielfältigsten Variationen, oder täusch ich mich?

Speckknödel, Grammelknödel, Fleischknödel, Hascheeknödel, Semmelknödel, Serviettenknödel, Griesknödel, Mehlknödel, Räuberknödel, Kartoffelknödel, Spinatknödel, Marillenknödel, Zwetschgenknödel, Mohnknödel, Germknödel, Topfenknödel... wenn das nicht knödelt - hab ich was ausgelassen?